Ludwig Hartmann (Komponist)
Friedrich Wilhelm Ludwig Hartmann (* 3. August 1836 in Neuss; † 14. Februar 1910 in Dresden<ref>Stadtarchiv Dresden, Standesamt Dresden III, Sterbe-Neben-Register 1910, Nr. 180.</ref>) war ein deutscher Komponist und Musikkritiker.
Leben
Hartmann war Sohn des Musikdirektors in Neuss, Friedrich August Hartmann. Er wurde im Konservatorium zu Leipzig ausgebildet und ging anschließend als Schüler von Franz Liszt nach Weimar.
Im Jahr 1861 heirateten Ludwig Hartmann und Louise, geborene von Kirchmann (1831–1907), Tochter des Juristen Julius von Kirchmann<ref>Eberhard von Kirchmann: Genealogie der Familie Kirchmann. In: Rainer A. Bast (Hrsg.): Julius Hermann von Kirchmann. 1802–1884. Jurist, Politiker, Philosoph. Felix Meiner Verlag, Hamburg 1993, S. 94.</ref> und dessen Ehefrau Henriette.
Von 1859 bis zu seinem Tod lebte er in Dresden. Sein Grab befindet sich auf dem Johannisfriedhof im Familiengrab Hartmann. Auch seine Ehefrau Louise Hartmann fand dort ihre letzte Ruhe.
In Dresden-Blasewitz erinnert die entlang der Flurgrenze von Neugruna und Neuseidnitz verlaufende Ludwig-Hartmann-Straße an den Komponisten. Er lebte seit 1873 in Neuseidnitz, investierte sein Geld dort in die Schaffung von Bauland und ließ die Straße 1876 anlegen.<ref name="Namenbuch 1905">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Werk
Von Hartmanns Kompositionen haben besonders seine Lieder und Balladen weite Verbreitung gefunden, doch ist er auch mit Erfolg als Klavierkomponist und Pianist aufgetreten. Als Musikschriftsteller und -kritiker erwarb er sich in Dresden einen sehr geachteten Namen. In seiner über 50-jährigen Tätigkeit setzte er sich vor allem für Richard Wagner und Richard Strauss ein und unterstützte junge Sänger der Semperoper.
Werkverzeichnis (Auswahl)
- op. 1 – Lieder und Gesänge, Heft 1, 1861: 1. Zieht hin, ihr lieben stillen Lieder. 2. Der Himmel hat eine Thräne geweint, 3. Im Wald, im Wald ist’s frisch und grün (Friedrich Körner), 4. Werde heiter mein Gemüthe, 5. Ich muss hinaus<ref name="Hofmeister-1861-05">Hofmeisters Monatsberichte Mai 1861, S. 91, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 2 – Lieder und Gesänge, Heft 2 (für tiefe Stimme), 1861: 1. Es fällt ein Stern herunter (Heinrich Heine), 2. Ein Fichtenbaum steht einsam, 3. Aus den Himmelsaugen droben (Heinrich Heine), 4. Nacht liegt auf fremden Wegen (Heinrich Heine)<ref name="Hofmeister-1861-05" /><ref>Lieder, opus 2, The LiederNet Archive, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 3 – Lieder und Gesänge, Heft 3, 1861: 1. Leise zieht durch mein Gemüt (Heinrich Heine), 2. Durch den Wald wie schimmert es, 3. Ich will meine Seele tauchen (Heinrich Heine), 4. Unter allen Wipfeln ist Ruh’, 5. Aus meinen Tränen sprießen (Heinrich Heine)<ref name="Hofmeister-1861-05" /><ref>Lieder, opus 3, The LiederNet Archive, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 4 – Lieder, Heft 4, 1861: 1. Wie ist doch die Erde so schön, 2. Schwanenlied (Wilhelmine Schröder-Devrient),<ref>Vorlage:RISM, Vorlage:RISM</ref><ref>{{#if: {{#if: | {{#invoke:TemplUtl|faculty|{{{suffix}}}}} }}
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}}{{#ifeq: 0 | 0 | {{#if: {{#invoke:URIutil|isDNBvalid|1074220447}} | | (???)}} }}</ref> 3. Nicht mit Engeln im blauen Himmelszelt<ref>Hofmeisters Monatsberichte September 1861, S. 186, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 5 – Drei Lieder: 1. Scheiden – Leiden (Emanuel Geibel), 2. Rosenzeit (Emanuel Geibel), 3. Lehn deine Wang’ an meine Wang’ (Heinrich Heine)<ref>Hofmeisters Monatsberichte Juni 1890, S. 260, Hofmeisters Monatsberichte April 1892, S. 163, Hofmeisters Monatsberichte August 1897, S. 351, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref><ref>Drei Lieder für 1 Singstimme mit Pianofortebegleitung, opus 5, The LiederNet Archive, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 5 – Der Geisterkönig, Ballade<ref name="Hofmeister-1862-05">Hofmeisters Monatsberichte Mai 1862, S. 93, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 6 – 6 Lieder für Sopran, 1862: 1. Die linden Lüfte sind erwacht (Ludwig Uhland), 2. Sterne mit den gold’nen Füßchen (Heinrich Heine), 3. Die stille Wasserrose, 4. Das ist ein Brausen und Heulen (Heinrich Heine), 5. Ich stand in dunklen Träumen (Heinrich Heine), 6. Die Höh’n und Wälder steigen<ref name="Hofmeister-1862-05" /><ref>Sechs Lieder, opus 6, The LiederNet Archive, abgerufen am 29. März 2025</ref><ref>{{#if: {{#if: | {{#invoke:TemplUtl|faculty|{{{suffix}}}}} }}
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- op. 7 – Notturno in Des-Dur für Klavier<ref name="Hofmeister-1862-07">Hofmeisters Monatsberichte Juli 1862, S. 125, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 8 – Polonaise in B-Dur für Klavier<ref name="Hofmeister-1862-07" />
- op. 9 – Der Postillon „Lieblich war die Maiennacht“, Ballade für gemischten Chor, Bariton-Solo und Pianoforte<ref name="Hofmeister 1899-10">Hofmeisters Monatsberichte Oktober 1899, S. 477, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 10 – Sechs Concertlieder: 1. Ja, du bist elend und ich grolle nicht (Heinrich Heine), 2. Wahrhaftig (Heinrich Heine), 3. Spätherbstnebel, kalte Träume (Heinrich Heine), 4. An des Busens dunkle Zelle, 5. Lehn deine Wang’ (Heinrich Heine), 6. Laue Luft kommt blau geflossen (Joseph von Eichendorff)<ref>Sechs Concertlieder, The LiederNet Archive, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 10 – 1864: 2. Wenn der Frühling auf die Berge steigt (Friedrich von Bodenstedt)
- op. 10 – In den Thermopylen „Nacht war’s in der Thermopylenschlucht“ für Männerchor mit Pianoforte<ref name="Hofmeister 1899-10" />
- op. 12 – 2. Es war ein alter König (Heinrich Heine)<ref>Lieder, opus 12, The LiederNet Archive, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 13 – Lieder, 1864: 1. Im wunderschönen Monat Mai (Heinrich Heine), 2. Neig’, schöne Knospe, dich zu mir (Friedrich von Bodenstedt nach Mirza Schaffy Wazeh), 3. Gekommen ist der Maie (Heinrich Heine), 4. Im Gras der erste Morgenthau (Henriette von Kirchmann), 5. Und wüssten’s die Blumen, die kleinen (Heinrich Heine), 6. Nun weiß ich, wie der Erde ist (Richard von Meerheimb)<ref>Hofmeisters Monatsberichte April 1880, S. 130, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref><ref>Lieder, opus 13, The LiederNet Archive, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 14 – Den tapferen Toten „Herrliches Saatgut, im Felde der Ehre“ für gemischten Chor und Klavier (Thusnelda Wolff-Kettner)<ref>{{#if: {{#if: | {{#invoke:TemplUtl|faculty|{{{suffix}}}}} }}
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- op. 16 – Ballade, 1865: Mir träumte von einem Königskind (Heinrich Heine),<ref>Mir träumte von einem Königskind, The LiederNet Archive, abgerufen am 29. März 2025</ref> für tiefe Stimme<ref>Hofmeisters Monatsberichte März 1866, S. 46, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref> und für hohe Stimme<ref>Hofmeisters Monatsberichte Januar 1878, S. 20, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref>, der Sängerin Auguste Götze gewidmet
- op. 17 – Sechs Lieder für Sopran oder Tenor, 1866 (Karl Wolff Musikverlag, Dresden-Neustadt): 1. Zuléihka (Mirza Schaffy Wazeh, Bodenstedt), 2. Die Abendglocken klangen (Joseph von Eichendorff), 3. Echo (Richard von Meerheimb), 4. Du bist wie eine Blume (Heinrich Heine), 5. Der Postillon (Otto Friedrich Gruppe), 6. Widmung (Müller von Königswinter)<ref>Hofmeisters Monatsberichte Juli 1865, S. 122, Hofmeisters Monatsberichte Juli 1875, S. 73, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref><ref>Sechs Lieder, opus 17, The LiederNet Archive, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 18 – Ballade für Klavier<ref>Hofmeisters Monatsberichte Juli 1865, S. 112, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 20 – Sechs Lieder, 1865: 1. Ich singe dich, liebliches Mädchen (Friedrich von Bodenstedt), 2. Mit deinen blauen Augen (Heinrich Heine), 3. Wand’re fröhlich in die Weite (Ludwig Hartmann),<ref>Vorlage:RISM</ref> 4. Allnächtlich im Traume seh’ ich dich (Heinrich Heine), 5. Wenn ich in deine Augen seh (Heinrich Heine), 6. Und als endlich die Stunde kam (Ludwig Hartmann nach Harry Brett)<ref>Hofmeisters Monatsberichte April 1880, S. 131, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref><ref>Sechs Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte, opus 20, The LiederNet Archive, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 21 – Drei Wanderlieder für eine Singstimme mit Pianoforte (Robert Reinick), 1866: 1. Abschied, 2. In der Fremde, 3. Rückkehr<ref>Hofmeisters Monatsberichte Mai 1880, S. 157, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref><ref>Drei Wanderlieder für 1 Singstimme mit Pianoforte, The LiederNet Archive, abgerufen am 29. März 2025</ref>
- op. 22 – Lieder, 1867: 1. Liebesfeier „An ihren bunten Liedern“ (Nikolaus Lenau), 2. An die blaue Himmelsdecke (Heinrich Heine), 3. Der Sommertag sinkt mählig, 4. Frühlingswarnung (Joseph von Eichendorff), 5. Als kennt’ ich dich seit Jahren, 6. Geh’ zur Ruh’ (Karl Isidor Beck)<ref>Hofmeisters Monatsberichte November/Dezember 1881, S. 315, hofmeister.rhul.ac.uk, abgerufen am 29. März 2025</ref><ref>Sechs Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte, opus 22, The LiederNet Archive, abgerufen am 29. März 2025</ref>
Literatur
- Gracian Černušák, Vladimír Helfert: Pazdírkův hudební slovník naučný. II: Část osobní. Sv. 1: A–K. Pazdírek, Brno 1937, S. 366.
- Joachim Draheim: Ludwig Hartmann. In: Neue Chorszene. 12. Jahrgang, Nr. 22, 2015 Heft 1, S. 50–55; musikverein-duesseldorf.de.
- Hartmann 10) Ludwig. In: {{#if:|Meyers.|Meyers Konversations-Lexikon.}} 4. Auflage. Band 8, {{#if:||Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, }} S. 187{{#if:|–{{{3}}}}}.{{#if:| – {{{bemerkung}}}}}
- Kristina Popova (Hrsg.): Die Dresdner Gesellschaft in Porträtzeichnungen von Robert Sterl. Robert-Sterl-Haus, Naundorf 2007, S. 8 f.
- Vorlage:Riemann Musiklexikon
Weblinks
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- Ludwig Hartmann, The LiederNet Archive
- Ludwig Hartmann im Répertoire International des Sources Musicales (RISM)
- {{#if:|: }}{{#if:Ludwig Hartmann (1836–1910)|Ludwig Hartmann (1836–1910)|{{#invoke:WLink|getArticleBase}} }}. In: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.): Sächsische Biografie{{#if:|Vorlage:Abrufdatum|.}}
Einzelnachweise
<references />
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