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Luis Corvalán

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Datei:Luis Corvalán Lepe.jpg
Luis Corvalán

Luis Corvalán Lépe (* 14. September 1916 als Luis Nicolás Corvalán Lépez<ref name="indep">Phil Davison: Luis Corvalan: Communist who helped Allende become Chile’s president and was later exchanged for the Soviet dissident Bukovsky. In: The Independent. 24. Juli 2010, abgerufen am 28. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in Puerto Montt; † 21. Juli 2010 in Santiago de Chile) war ein chilenischer Politiker und Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chiles.

Leben

Datei:Bundesarchiv Bild 183-S0128-026, Berlin, Luis Corvalan und Erich Honecker.jpg
Corvalan beim Besuch in Berlin 1977 mit dem Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker

1932 trat Luis Corvalán als Fünfzehnjähriger gegen Ende der Diktatur von Carlos Ibáñez del Campo in der Stadt Chillán der Kommunistischen Partei Chiles bei.<ref>Raúl Martínez: Una mirada a Allende con Luis Corvalán. In: nuestrapropuesta.org.ar. 14. September 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. September 2007; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ausgebildet als Lehrer, wirkte er ab 1952 im Politbüro der Partei mit, ab 1958 als Generalsekretär. Zur Zeit des Verbots der Partei zwischen 1948 und 1958 war Corvalán in Gefangenenlagern wie Pitrufquén und Pisagua inhaftiert.<ref>Luis Corlaván ist tot. In: RandZone. 22. Juli 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. September 2012;.</ref> Unter seiner Leitung trat die Partei dann für eine Volksfrontpolitik ein und wirkte bei der Unidad Popular mit.

Nach dem Putsch Pinochets am 11. September 1973 wurde Luis Corvalán verhaftet und in das Konzentrationslager „Ritoque“<ref>Jürgen Vogt: Chiles alter Kommunist. In: taz.de. 23. Juli 2010, S. 2, abgerufen am 28. Oktober 2019.</ref> auf der Insel Dawson verbracht. Nach der Ermordung Víctor Jaras war er der prominenteste politische Gefangene in Chile. In einer internationalen Solidaritätskampagne wurde seine Freilassung gefordert. Die Rechtsprofessoren Herrmann und Reintanz sowie die Professorin für Erziehungswissenschaften von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, zugleich Vizepräsidentin des Kulturbundes der DDR, verlangten die Freilassung des Senators und anderer chilenischer politischer Häftlinge.<ref>Berliner Zeitung, 22. Februar 1974, S. 1</ref>

Am 18. Dezember 1976 wurde er in Zürich gegen den sowjetischen Dissidenten Wladimir Bukowski ausgetauscht<ref>Tausch in Zürich: Bukowski gegen Corvalán. In: Der Spiegel. Nr. 53, 1976, S. 58 (online).</ref> und fand Asyl in der Sowjetunion, wo er unter anderem den Leninpreis erhielt. Von hier aus gründete er die Frente Patriótico Manuel Rodríguez.<ref name="indep" /> In der DDR wurde er 1976 anlässlich seines 60. Geburtstages mit dem Karl-Marx-Orden ausgezeichnet.<ref>Karl-Marx-Orden für Luis Corvalan. In: Berliner Zeitung, 14. September 1976, S. 1.</ref> 1988, zum Ende der Pinochet-Diktatur, kehrte er nach Chile zurück. Er wohnte bis zu seinem Tod in einem kleinen Haus in Santiago de Chile und war Mittelpunkt einer großen Familie. Sein jüngstes Buch Die Kommunisten und die Demokratie erschien 2008. Er plädiert darin für eine Gesellschaft auf Grundlage einer neuen sozialen Bewegung und fordert unter anderem die Wiederverstaatlichung der chilenischen Kupferminen. Er gehörte bis zu seinem Tod dem KP-Zentralkomitee an.<ref>Torsten Harmsen: Was macht … Luis Corvalan. In: Berliner Zeitung. 27. Juni 2009, abgerufen am 28. Oktober 2019.</ref>

Corvalán starb am 21. Juli 2010 im Beisein seiner Familie in Santiago de Chile.<ref name="emol">Murió el ex secretario general del PC Luis Corvalán. In: El Mercurio, 21. Juli 2010</ref>

Darstellung Corvaláns in der Kunst

Musik und Film

Heinz Kahlau (Text) und Ernst Busch (Musik) widmeten Corvalán 1973 das Lied Rettet Luis Corvalán.<ref>Rettet Luis Corvalán. Liedtext. In: erinnerungsort.de. Abgerufen am 25. Oktober 2025.</ref> In Was wollen wir trinken (1977) coverte die Musikgruppe Oktoberklub das auf der Melodie des bretonischen Volkslieds Son ar chistr basierende Trinklied Zeven dagen lang der niederländischen Band Bots und ergänzte es durch folgende Zeilen, um die Freilassung Corvaláns zu feiern: „Am Roten Platz steht Corvalán / Auf unsere Sache stößt er mit uns an / Wir trinken auf Luis Corvalán“.<ref>Nils Ole Oermann: Zum Westkaffee bei Margot Honecker. Letzte Begegnungen mit einer Unbeirrten. Hoffmann & Campe, Hamburg 2016, ISBN 978-3-455-50425-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>Tibor Zenker: Faschismus / Antifaschismus. Der Drehbuchverlag, Wien 2011, ISBN 978-3-902676-62-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Unter der Regie von Joachim Hadaschik entstand 1977 der 49-minütige DEFA-Dokumentarfilm Wir werden siegen durch die Solidarität – Venceremos con la solidaridad über einen DDR-Besuch Corvaláns, der seine Freiheit als Triumph der internationalen Solidarität darstellt. Die DEFA-Stiftung bezeichnet den „sehenswerte[n]“ Film als „wichtiges Zeitdokument“.<ref>Wir werden siegen durch die Solidarität – Venceremos con la solidaridad. DEFA-Stiftung, abgerufen am 25. Oktober 2025.</ref>

Bildende Kunst (außer auf Plakaten)

Veröffentlichungen in deutscher Übersetzung

  • Freiheit für Chile! Reden und Aufsätze von Luis Corvalán 1967–1973. Hrsg.: Martha Buschmann. Verlag Marxistische Blätter, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-88012-198-2.
  • Luis Corvalán, Eduardo Labarca: Kommunistische Politik in Chile. Interviews mit dem Generalsekretär der KP Chiles. Aus dem Spanischen von Gerd-Rainer Prothmann. Verlag zum Studium der Arbeiterbewegung, Westberlin 1973, ISBN 3-87975-017-3.
  • Eduardo Labarca: Luis Corvalán – Kämpfer für die Sache des Volkes. APN-Verlag, Moskau 1975.
  • Schmerz und Hoffnung meiner Brüder. Chilenische Erfahrungen. Mit einer Einleitung von Erich Wulff und einem Nachwort von Gladys Marín. Weltkreis-Verlag, Dortmund 1977, ISBN 3-88142-173-4.
  • Aus meinem Leben. Aus dem Spanischen von Christiane Barckhausen. Dietz-Verlag, Berlin 1978.
  • Der Zusammenbruch der Sowjetmacht. Aus dem Spanischen von Christel Dobenecker. Dietz-Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-320-01909-0.
  • Gespräche mit Margot Honecker über das andere Deutschland. Aus dem Spanischen von Sabine Schell. Das Neue Berlin, Berlin 2001, ISBN 3-360-00950-9.
  • Luis Corvalán, Klaus Huhn (Hrsg.): Der andere 11. September. Der Mord an Allende und Tausenden Chilenen vor 30 Jahren. Spotless-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-933544-80-7.

Weblinks

Commons: Luis Corvalán – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Ramón Sepúlveda Leal (1922–1924) | Galvarino Gil (1924–1925) | Maclovio Segundo Galdames (1925–1926) | José Santos Zavala (1927) | Isaías Iriarte (1927–1929) | Carlos Contreras Labarca (1931–1946) | Ricardo Fonseca (1946–1949) | Galo González Díaz (1949–1958) | Luis Corvalán Lepe (1958–1990) | Volodia Teitelboim (1990–1994) | Gladys Marín (1994–2002) | Guillermo Teillier (2002–2005) | Lautaro Carmona (seit 2005)

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