Mária Telkes
Mária Telkes (* 12. Dezember 1900 in Budapest; † 2. Dezember 1995 ebenda) war eine ungarisch-US-amerikanische Biophysikerin, Wissenschaftlerin und Erfinderin, die auf dem Gebiet der Solarenergie arbeitete und forschte.
Leben und Wirken
Mária Telkes wurde 1900 als Tochter von Aladár Telkes und Mária geborene Lábán in Budapest geboren, wo sie auch die Grundschule und weiterführende Schule besuchte. Bereits als Schülerin interessierte sie sich für Chemie.<ref name="AlJazeera2022">Maria Telkes: Why Google honours her today. In: Al Jazeera. 12. Dezember 2022, abgerufen am 18. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="MITLemelson">Maria Telkes. In: Lemelson-MIT Program. Abgerufen am 18. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie studierte an der Eötvös-Loránd-Universität physikalische Chemie und promovierte 1924 in diesem Fach.<ref name=":0">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Telkes, Maria | Encyclopedia.com.] In: www.encyclopedia.com. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. April 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Im Jahr 1925 zog sie in die USA.<ref name="AlJazeera2022"/><ref name="MITLemelson"/> 1925 trat sie eine Stelle als Biophysikerin bei der Cleveland Clinic Foundation an, wo sie gemeinsam mit George Washington Crile einen fotoelektrischen Apparat entwickelte, der elektrische Hirnwellen aufzeichnete.<ref>Mária Telkes: American physical chemist and biophysicist. Abgerufen am 1. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie blieb bis 1937 in Cleveland und nahm im selben Jahr die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an.<ref name="AlJazeera2022"/><ref name="MITLemelson"/> Danach arbeitete sie bei Westinghouse Electric Corporation als Forschungsingenieurin auf dem Gebiet der Energieumwandlung.<ref name="MITLemelson"/><ref name="ScienceHistory2020">Meir Rinde: The Sun Queen and the Skeptic: Building the World’s First Solar Houses. In: Science History Institute. 14. Juli 2020, abgerufen am 18. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ab 1939 arbeitete Telkes am Massachusetts Institute of Technology (MIT) im Solar Energy Conversion Project und gehörte dort zu den wenigen Frauen in der Forschung.<ref name="AlJazeera2022"/><ref name="ScienceHistory2020"/><ref name="taz2026">Leonard Kirschhöfer: Das erste Passivhaus: Als die Sonne nach Hause kam. In: taz. 17. März 2026, abgerufen am 18. März 2026.</ref> 1945 wurde sie am MIT Associate Research Professor für Metallurgie.<ref name="MITLemelson"/> Während des Zweiten Weltkriegs entwickelte sie im Auftrag des Office of Scientific Research and Development einen tragbaren Solardestillator zur Entsalzung von Meerwasser, dessen Prototyp 1942 fertiggestellt wurde.<ref name="AlJazeera2022"/><ref name="MITLemelson"/><ref name="ScienceHistory2020"/> Das Gerät war für Rettungsinseln und Notfallausrüstungen gedacht und konnte bis zu ein Quart Trinkwasser pro Tag liefern.<ref name="MITLemelson"/>
Gemeinsam mit der Architektin Eleanor Raymond entwickelte Telkes 1948 das Dover Sun House in Massachusetts, eines der frühesten und meistbeachteten solarbeheizten Wohnhäuser.<ref name="AlJazeera2022"/><ref name="taz2026"/><ref name="ABC2025">Rhiannon Stevens: Today in history, December 24: A world-first in solar heating. In: ABC News Australia. 23. Dezember 2025, abgerufen am 18. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Finanziert wurde das Projekt von Amelia Peabody, welche das Haus auf ihrem Grundstück in Dover errichten ließ.<ref name="ScienceHistory2020"/><ref name="ABC2025"/> Anders als bei einem später so genannten Passivhaus beruhte das Heizsystem des Hauses auf einer aktiven Warmluftzirkulation: Sonnenwärme wurde über eine verglaste Südseite aufgenommen, von Ventilatoren verteilt und in Behältern mit Natriumsulfat (Glaubersalz) gespeichert.<ref name="MITLemelson"/><ref name="taz2026"/><ref name="ABC2025"/> Das Haus machte Telkes international bekannt und zog in den ersten Jahren tausende Besucher an.<ref name="ScienceHistory2020"/><ref name="ABC2025"/> Die Anlage erwies sich jedoch auf Dauer als störanfällig, da das Speichermaterial seine Bestandteile trennte und die Behälter korrodieren ließ; nach einigen Jahren wurde das System aufgegeben und 1954 eine Ölheizung eingebaut.<ref name="ScienceHistory2020"/><ref name="ABC2025"/>
Im Jahr 1952 erhielt Telkes als erste Preisträgerin den Achievement Award der Society of Women Engineers.<ref name="MITLemelson"/> Im selben Zeitraum förderte die Ford-Stiftung ihre Arbeiten an einem Solarofen mit 45.000 US-Dollar.<ref name="AlJazeera2022"/><ref name="MITLemelson"/> Der Ofen sollte in unterschiedlichen Klimazonen und für verschiedene Kochtraditionen einsetzbar sein; bei diesen Arbeiten entwickelte Telkes auch ein Verfahren zum schnelleren Trocknen landwirtschaftlicher Erzeugnisse.<ref name="MITLemelson"/>
1953 wechselte sie an das New York University College of Engineering und richtete dort ein Labor für Solarenergieforschung ein.<ref name="MITLemelson"/> Später leitete sie Solarlabore bei Curtiss-Wright und Melpar und arbeitete ab 1969 am Institute of Energy Conversion der University of Delaware.<ref name="MITLemelson"/> Anfang der 1970er-Jahre war sie an Solar One beteiligt, einem frühen Haus, das sowohl Wärme als auch Elektrizität aus Sonnenenergie gewann.<ref name="AlJazeera2022"/><ref name="ScienceHistory2020"/> Wegen ihrer zahlreichen Beiträge zur Solarenergieforschung wurde sie auch als „Sun Queen“ bezeichnet.<ref name="AlJazeera2022"/><ref name="MITLemelson"/> Nach mehreren Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten kehrte sie 1995 nach Budapest zurück, wo sie zehn Tage vor ihrem 95. Geburtstag verstarb.<ref name="AlJazeera2022"/><ref name="MITLemelson"/>
Erfindungen
Telkes zählt zu den Vorreiterinnen der solaren Raumheizung und entwickelte einen der ersten erfolgreichen Solaröfen.<ref name="MITLemelson"/> Zu ihren wichtigsten Arbeiten gehörten überdies solare Entsalzungsanlagen, thermische Speicher auf Basis von Phasenwechselmaterialien und solartechnische Anwendungen für Wohnhäuser.<ref name="MITLemelson"/><ref name="ScienceHistory2020"/> Im Verlauf ihrer Karriere erhielt sie rund 20 Patente.<ref name="AlJazeera2022"/><ref name="MITLemelson"/>
Auszeichnungen und Ehrungen
- 1952: Society of Women Engineers Achievement Award<ref name="MITLemelson"/>
- 1977: American Solar Energy Society – Charles Greeley Abbot Award<ref name="MITLemelson"/>
- 2012: Aufnahme in die National Inventors Hall of Fame
- 2019: Die Landeshauptstadt Hannover beschloss 2019, einen Platz im neuen Wohngebiet Kronsrode im Stadtbezirk Kirchrode-Bemerode-Wülferode nach ihr zu benennen.<ref>Straßenbenennung im Stadtteil Bemerode. Abgerufen am 2. Dezember 2025.</ref> In Amsterdam und Almere gibt es nach ihr benannte Straßen.
- 2021: Benennung eines Asteroiden nach ihr: (390743) Telkesmária
- 2022: wurde Telkes an ihrem Geburtstag, dem 12. Dezember, mit einem Doodle auf der Google-Suchseite geehrt.<ref>Mária Telkes: Ein sonniges Google-Doodle für die Erfinderin der Solarheizung - ungarische Sonnenkönigin - GWB. In: GoogleWatchBlog. 11. Dezember 2022, abgerufen am 11. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weblinks
- National Inventors Hall of Fame
- Mária Telkes auf webenetics.com (Webarchiv)
- Maria Telkes auf w-fforte.at (Webarchiv)
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Telkes, Mária |
| ALTERNATIVNAMEN | Telkes, Maria |
| KURZBESCHREIBUNG | ungarisch-amerikanische Wissenschaftlerin |
| GEBURTSDATUM | 12. Dezember 1900 |
| GEBURTSORT | Budapest |
| STERBEDATUM | 2. Dezember 1995 |
| STERBEORT | Budapest |