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Mähnen-Gerste

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Mähnen-Gerste
Datei:Hordeum jubatum (aka).jpg

Mähnen-Gerste (Hordeum jubatum)

Systematik
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Tribus: Triticeae
Gattung: Gerste (Hordeum)
Art: Mähnen-Gerste
Wissenschaftlicher Name
Hordeum jubatum
L.

Die Mähnen-Gerste (Hordeum jubatum)<ref name="FloraWeb" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gerste (Hordeum) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae).

Beschreibung

Datei:Hordeum jubatum - close-up (aka).jpg
Blütenstand
Datei:Hordeum jubatum 15-p.bot-horde.jubatu-03.jpg
Ährchen
Datei:Hordeum jubatum (7495178074).jpg
Bestand der Mähnen-Gerste in Nordamerika

Erscheinungsbild und Blatt

Die Mähnen-Gerste wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 50,<ref name="FloraWeb" /> selten bis zu 60 Zentimetern. Der Halm besitzt drei bis fünf Knoten (Nodien). Die Laubblätter sind im Sommer grün und weich überhängend. Die Stängelblätter sind auf beiden Seiten dicht behaart.<ref name="FloraWeb" /> Die Blattspreite ist flach, bis 16 Zentimeter lang und 2 bis 4 Millimeter breit.<ref name="Conert1997" />

Blütenstand

Die Blütezeit liegt im Hochsommer. Die endständigen, überhängenden ährigen Blütenstände sind seidig silberweiß,<ref name="FloraWeb" /> färben sich gegen Sommerende beige und haben oft einen leichten Rotstich. In einem ährigen Blütenstand stehen drei bis sechs Ährchen dicht beisammen.<ref name="FloraWeb" /> Die Ährchen sind einblütig.<ref name="Conert1997" /> Das mittlere Ährchen in einer Dreiergruppe ist fruchtbar und sitzend; die beiden seitlichen sind steril und haben einen etwa 1 Millimeter langen Stiel.<ref name="Conert1997" /> Die Hüllspelzen des mittleren Ährchens sind untereinander gleich, bis 60 Millimeter lang und grannenförmig.<ref name="Conert1997" /> Die Deckspelze des mittleren Ährchens ist fünfnervig, 6 bis 7 Millimeter lang und läuft in eine bis 60 Millimeter lange Granne aus.<ref name="Conert1997" /> Die Vorspelze ist zweinervig und etwa 5 Millimeter lang.<ref name="Conert1997" /> Die Staubbeutel sind 1 bis 1,5 Millimeter lang.<ref name="Conert1997" />

Chromosomensatz

Die Mähnen-Gerste ist mit einer Chromosomenzahl von 2n = 28 tetraploid.<ref name="Conert1997" /> Entstanden ist sie durch die Kreuzung (Hybridisierung) einer zentralasiatischen Gerstenart mit der nordamerikanischen Art Hordeum brachyantherum (oder einer damit nahe verwandten aber heute ausgestorbenen Art).

Vorkommen

Die Mähnen-Gerste stammt ursprünglich aus dem nördlichen Nordamerika (Alaska, Kanada), und aus Asien vom nordöstlichen Sibirien bis zum Kaukasus.<ref name="WCSP" /> Sie wird in Gärten kultiviert und ist häufig als „Gartenflüchtling“ ausgewildert, so dass diese Art heute in vielen Regionen der Welt als „Unkraut“ vorkommt. In Europa kommt sie eingeschleppt oder eingebürgert in fast allen Ländern Europas vor und fehlt nur in Portugal, Spanien, Irland und auf der Balkanhalbinsel.<ref name="Euro+Med" />

Sie gedeiht auf frischen, nährstoffreichen, zum Teil salzhaltigen Böden in humiden Klima. Sie wächst in Gesellschaften der Verbände Sisymbrion oder Agropyro-Rumicion am Rand salzgestreuter Straßen.<ref name="Oberdorfer2001" />

In Deutschland ist die Mähnen-Gerste an der Küste in den Strandwiesen und an der Mündung größerer Flüsse eingebürgert. Im Binnenland kommt sie sehr zerstreut an Salzstellen vor.<ref name="Conert1997" /> Eingebürgert ist sie in Deutschland in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und in Thüringen.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> In der Schweiz kommt sie seit 1906 im Oberengadin eingebürgert vor. Bemerkenswert ist, dass die Art auch gern in der Nähe von Magnesitwerken in Deutschland und Österreich vorkommt.<ref name="Conert1997" /> Seit 1975 nahmen auch Vorkommen an Straßenrändern und Böschungen sprunghaft zu. Obwohl die Pflanzen reichlich blühen und auch Früchte ausbilden, können sie sich oft nur kurze Zeit halten, weil kein Nachwuchs aufkommt. Vielfach ist die "Autobahnpflanze" dann auch wieder verschwunden.<ref name="Conert1997" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Die Mähnen-Gerste bevorzugt sonnige Standorte und ist salztolerant.

Taxonomie

Die Mähnengerste wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Tomus I, S. 85 als Hordeum jubatum erstbeschrieben. Ein Synonym von Hordeum jubatum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. ist Critesion jubatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Nevski.

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Hordeum jubatum L., Mähnen-Gerste. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="Conert1997"> Hans Joachim Conert: Familie Poaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage. Band I, Teil 3, S. 820–821. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3. </ref> <ref name="InfoFlora"> Hordeum jubatums L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Euro+Med"> B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube & G.Parolly (2009+): Poaceae (pro parte majore). Datenblatt Hordeum jubatum. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024"> Michael Koltzenburg: Hordeum. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7, S. 393. </ref> </references>

Literatur

Weblinks

Commons: Mähnen-Gerste (Hordeum jubatum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien