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M100 Sanssouci Colloquium

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Datei:M100 Sanssouci Colloquium (Foto- Ulf Bueschleb-M100).jpg
Internationale Medienkonferenz des M100 Sanssouci Colloquiums 2016

Das M100 Sanssouci Colloquium war ein internationales Medientreffen, das seit 2005 einmal im Jahr etwa 100 wichtige Medien- und Meinungsmacher aus ganz Europa und darüber hinaus in die Schlösser und Gärten der Stadt Potsdam eingeladen hat. Im Rahmen des Treffens wurde der M100 Media Award vergeben. Am 12. September 2024 fand mit der 20. Ausgabe unter dem Titel „Democracy under Attack. Disinformation Campaigns, AI and the Role of the Media in the 2024 Super Election Year“ das letzte M100 Sanssouci Colloquium statt.<ref>Kein M100 Sanssouci Colloquium 2025 – Zukunft ungewiss, auf m100potsdam.org</ref><ref>M100-Mediengipfel in Potsdam fällt erstmals aus. rbb24.de, 18. September 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025.</ref>

Hintergrund

Das Colloquium wurde 2005 im Rahmen der Bewerbung Potsdams zur Europäischen Kulturhauptstadt initiiert. Es lud jährlich Journalisten traditioneller, etablierter und junger, unabhängiger, demokratischer Medien aus ganz Europa und darüber hinaus nach Potsdam ein, um gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Wissenschaft über aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklungen und Strömungen und die Rolle und den Einfluss der Medien in internationalen Angelegenheiten zu diskutieren. Ziel war es, den Dialog untereinander zu intensivieren, das gegenseitige Verständnis zu fördern, die Rolle und den Einfluss der Medien in internationalen Angelegenheiten zu untersuchen sowie neue, konstruktive Wege der Zusammenarbeit auszuloten uns Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit in Deutschland, Europa und der Welt zu stärken. Als moderner Ost-West Brückenbauer förderte das M100 Sanssouci Colloquium Medienbeziehungen und deckte Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten in den Aufgaben der Medien verschiedener Kulturen und Regionen auf.

Zu den Eröffnungsrednern der Konferenz gehörten der österreichische Schriftsteller Robert Menasse, die amerikanische Wissenschaftlerin und Autorin Shoshana Zuboff<ref name="faz2014">Thomas Thiel: Sanssouci Media Colloquium: Durch die Datenwüste. In: faz.net. 13. September 2014, abgerufen am 16. August 2017.</ref><ref>Andrea Seibel: Macht & Medien : „Wollen wir Herren oder Sklaven sein?“ In: welt.de. 12. September 2014, abgerufen am 16. August 2017.</ref>, der Historiker und politische Schriftsteller Dan Diner<ref>Dan Diner: Dan Diners Lehren aus der Geschichte der Geopolitik. In: faz.net. 15. September 2016, abgerufen am 16. August 2017.</ref>, der Chefredakteur der deutsch-türkischen Nachrichtenplattform Özgürüz und ehemalige Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet, Can Dündar<ref>Can Dündar: Can Dündar über die Türkei: Das Land, das leidet. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 24. Oktober 2022]).</ref>, der ehemalige US-Botschafter John Kornblum, die US-amerikanische Soziologin und Wirtschaftswissenschaftlerin Saskia Sassen, der britische Historiker Timothy Garton Ash, der Soziologe und Kulturwissenschaftler Andreas Reckwitz, und die Chefredakteurin der ukrainischen Newswebsite The Kyiv Independent, Olha Rudenko.

M100 war eine Veranstaltung der Landeshauptstadt Potsdam und des Vereins Potsdam Media International e. V. und fand meistens Anfang September in den historischen Gebäuden des UNESCO-Welterbes in Potsdam statt, wie zum Beispiel der Orangerie des Orangerieschlosses Sanssouci oder dem Schlosstheater des Neuen Palais.

Mitglieder des Beirates

(Quelle: <ref>Beirat – M100 SANSSOUCI COLLOQUIUM. Abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref>)

M100 Media Award

Anlässlich des M100 Sanssouci Colloquiums wurde im Rahmen eines Gala-Abends der M100 Media Award verliehen. Der symbolische und undotierte Preis verstand sich als „Preis der europäischen Presse“. Als Jury fungierte der M100-Beirat. Ausgezeichnet wurden Persönlichkeiten, die in Europa und der Welt „Fußspuren“ hinterlassen und sich für Verdienste um den Schutz der freien Meinungsäußerung und die Vertiefung der Demokratie verdient gemacht haben.

Preisträger:

M100 Young European Journalists Workshop

Dem Colloquium vorgeschaltet war der mehrtägige M100 Young European Journalists Workshop (M100YEJ) für Nachwuchsjournalisten aus ganz Europa. Jedes Jahr werden etwa 25 Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten zwischen 20 und 30 Jahren aus ganz Europa, inklusive den Ländern der Östlichen Partnerschaft nach einem Bewerbungsverfahren zur Teilnahme an dem kostenlosen Workshop ausgewählt. Die Themen sind vielfältig und reichen von investigativem Journalismus über die Rolle von Journalisten in der Zukunft, den Dialog zwischen den Kulturen, wie man junge Leute für Europa und Politik interessiert bis hin zur Krisenberichterstattung oder den journalistischen Umgang mit Desinformation. Impulse für die einzelnen Module kommen von renommierten Experten aus ganz Europa.

Neben der Vermittlung von praktischem und theoretischem Wissen journalistischer Arbeit war eine nachhaltige Vernetzung zwischen den Teilnehmern angestrebt. Als Ost-West-Brückenbauer bot der M100YEJ den Teilnehmern Einblicke und Erfahrungen aus unterschiedlichen geografischen und kulturellen Perspektiven und die Möglichkeit, unterschiedliche Bedingungen und Herausforderungen für Journalismus in verschiedenen politischen und sozialen Systemen kennenzulernen. Abschluss des Workshops war die Teilnahme am M100 Sanssouci Colloquium, bei dem die Ergebnisse des Seminars vorgestellt werden.<ref>Landeshauptstadt: Geschichten für eine bessere Welt. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 24. Oktober 2022]).</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

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