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Magdalena Jetelová

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Datei:Magdalena Jetelová (2025).jpg
Magdalena Jetelová (2025)
Datei:Brunnen in Fürstenried-West.JPG
Felsenbrunnen in München (1992)
Datei:Jetelova-2007-Was war zuerst.jpg
Skulptur: Was war zuerst? (2007) bei Bad Berleburg
Datei:Blick auf die Ostdeutsche Galerie.jpg
Säuleninstallation, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg (2004)
Datei:Salzburg - Altstadt - Arenbergstraße Schlosspark Schloss Arenberg - 2019 01 16 - Stuhl (Magdalena Jetelova)-1.jpg
Stuhl, Eisenskulptur, Schloss Arenberg, Salzburg (2007)
Datei:Magdalena Jetelová – Steig, 1982,2005, Eisen, Höhe ca. 14 Meter (02).jpg
Steig/Výstup, Eisen, Höhe: ca. 14 Meter, Krefeld-Bockum (2005)

Magdalena Jetelová (* 4. Juni 1946 in Semily, Tschechoslowakei) ist eine tschechische Bildhauerin, Fotografin und Installationskünstlerin, die überwiegend in Deutschland lebt und arbeitet.<ref name="Mack">Gerhard Mack: Magdalena Jetelová – Foto/Skulpturen, Verlag Walter Storms, 1999, ISBN 978-3-927533-23-3.</ref> Sie ist bekannt für monumentale Holzskulpturen (darunter überdimensionale Stühle, Tische und Treppen), raumbezogene Licht- und Laserinstallationen sowie fotografische Dokumentationen im Außenraum.<ref name="Mack" />

Leben

Magdalena Jetelová studierte von 1965 bis 1971 an der Akademie der Bildenden Künste Prag und verbrachte 1967/68 ein Studienjahr an der Accademia di Brera in Mailand bei Marino Marini.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Magdalena Jetelová – Vita.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Juli 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Während sie unter dem kommunistischen Regime in der Tschechoslowakei künstlerisch tätig war, organisierte sie öffentlichkeitswirksame Aktionen – etwa im Freien –, die wiederholt von staatlicher Seite unterbunden wurden.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Biografie Magdalena Jetelová.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Juli 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

1985 erhielt sie ein Förderstipendium der Stadt München und emigrierte in die Bundesrepublik Deutschland. Zwei Jahre später war sie auf der documenta 8 vertreten. 1988 trat sie eine Gastprofessur an der Akademie der Bildenden Künste München an. 1989 folgte ein Lehrauftrag an der Internationalen Sommerakademie in Salzburg. Zwischen 1990 und 2004 lehrte sie an der Staatliche Kunstakademie Düsseldorf, anschließend bis 2011 an der Akademie der Bildenden Künste München. 1992 wurde sie in die Akademie der Künste (Berlin) aufgenommen, 1994 erhielt sie eine beratende Funktion für den künstlerischen Rat der Prager Burg.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Magdalena Jetelová – Vita.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Juli 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

In Bergheim-Thorr lebt und arbeitet sie auf dem Gelände der ehemaligen Römerbrauerei, das sie über Jahrzehnte von einem brachliegenden Industriebau in ein Atelier mit Wohnflächen und parkähnlicher Anlage entwickelt hat.

Jetelová zeigt ihre Werke seit den 1980er Jahren regelmäßig in internationalen Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen, darunter bedeutende Biennalen, Museen und Galerien in Europa, Nordamerika und Asien.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Magdalena Jetelová exhibitions.] In: jetelova.de. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Ihre Werke befinden sich heute in internationalen Museumssammlungen, darunter das Centre Pompidou (Paris), das Museum of Modern Art (New York), das Museum Ludwig (Köln) und das MAK (Wien). Jetelová erhielt zahlreiche Preise. 2006 wurde sie als erste aus Osteuropa stammende zeitgenössische Künstlerin mit dem Lovis-Corinth-Preis ausgezeichnet.<ref>Kulturforum.info</ref><ref>BBKult.net</ref>

Werk

Vorlage:Hinweisbaustein Jetelovás Arbeiten kombinieren skulpturale Installation, Licht- und Laserprojekte sowie Pyrotechnik. Im Podcast „Kocheler ZwischenTon“ beschrieb sie ihr Anliegen so: „Schon mit dem Atmen hilft man einem despotischen System“, womit sie auf die politische Dimension ihrer Kunst verweist.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig „Schon mit dem Atmen hilft man einem despotischen System“, sagt Magdalena Jetelová.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Juli 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Jetelová sieht ihre Kunst auch als Mittel des Widerstands gegen autoritäre Regime und sieht künstlerische Aktionen, insbesondere im öffentlichen Raum, als wichtige Form, um auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen und politische Prozesse zu reflektieren.

Sie beschreibt die Bedeutung des Raumes als Medium, indem sie Installationen schafft, die den Betrachter herausfordern, sich mit Umweltthemen und Machtstrukturen auseinanderzusetzen, wobei sie auch Licht und Feuer einsetzt. Laut Jetelová erzeugt die Nutzung von Pyrotechnik in ihrer Arbeit nicht nur ästhetische Effekte, sondern steht symbolisch für Vergänglichkeit und Zerstörung. Diese Motive erscheinen häufig in ihrem Werk; sie verbindet so künstlerische Formen mit einem politischen Bewusstsein, das in ihrer Biografie verwurzelt ist.

International bekannt wurde Jetelová durch Projekte wie „Domestication of the Pyramid“ (1992, MAK Wien) und Laserinterventionen entlang tektonischer Platten in Island. Legendär sind ihre roten Rauchwolken, die sie als künstlerische Reaktion auf den Einmarsch der sowjetischen Truppen in Prag 1968 einsetzte. Ebenso prägnant sind ihre monumentalen Holzstühle und Treppen, die ins Nichts führen, sowie ihre Laserprojektionen, mit denen sie die Bruchkanten von Kontinentalplatten markiert. Diese Werke vermitteln Botschaften, die über die reine Kunst hinausgehen und sind Ausdruck ihres tiefen Interesses an Energiephänomenen, politischer Symbolik und gesellschaftlicher Verantwortung.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Magdalena Jetelová – CEAD database.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 23. Juli 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Skulptur und frühe Arbeiten

Jetelová wurde insbesondere durch monumentale Holzskulpturen bekannt, in denen sie alltägliche Objekte wie Stühle, Tische oder Treppen in absurd-verzerrte Großformen überführt. Die grobe Bearbeitung mit der Kettensäge sowie das Spiel mit Maßstab und Funktionalität erzeugen eine poetisch-surreale Instabilität: Stühle scheinen zu schreiten, Treppen enden im Nichts, Häuser erscheinen unbewohnbar.<ref>Ausstellung "Touch of Time", noever-design.com</ref><ref>ZKM Karlsruhe, Biografie</ref><ref>Offizielle Website von Magdalena Jetelová</ref> Ihre raumbezogene, ortsspezifische Arbeitsweise entwickelte sich in den 1970er Jahren in Prag innerhalb eines kleinen Avantgarde-Kreises, der teils in privaten Wohnungen, teils im Freien arbeitete.<ref>ZKM Karlsruhe</ref><ref>LIFA Research</ref>

Fotografie, Licht- und Laserprojektionen

Ab Mitte der 1980er Jahre experimentierte Jetelová mit gebündeltem Licht und Laserprojektionen. Bereits 1986 projizierte sie die Form eines Stuhls mit einem Laserstrahl in einen nächtlichen Wald – eine skulpturale Illusion aus Licht.<ref>ZKM Karlsruhe</ref><ref>LIFA Research: Iceland Project</ref>

Mit dem Iceland Project (1992) visualisierte sie die geologische Nahtstelle zwischen Amerika und Europa auf Island. Sie trug den Verlauf des mittelatlantischen Rückens in Karten ein und zeichnete ihn mit Laserlinien direkt in die Landschaft. Die entstandenen Schwarzweiß-Fotografien kombinieren Land Art, politisch-symbolische Grenzthematik und eine ästhetische Meditation über Natur, Zeit und Raum.<ref>Sammlung Pinakothek der Moderne</ref>

1995 realisierte sie das Projekt Atlantic Wall, bei dem sie Textzitate des französischen Philosophen Paul Virilio mit Laserlicht auf verfallene Küstenbunker aus dem Zweiten Weltkrieg an der dänischen Nordseeküste projizierte. Die Schrift wurde dabei zu einem performativen Medium, das militärische Architektur poetisch und kritisch überlagert.

Installationen und Konzeptkunst im Raum

Rauminstallationen wie jene in Hannover (1994) und Darmstadt (1996) zeigen Jetelovás sogenanntes Translocation-Prinzip: Bestehende Gebäudestrukturen wurden geringfügig gedreht und in veränderter Form in den Raum rückgeführt. Der Effekt war eine gezielte körperliche Desorientierung des Publikums.<ref>Ostdeutsche Galerie</ref><ref>LIFA Research</ref><ref>Kunstforum – Rauminstallation Jetelová</ref> Ein weiteres Beispiel ist die Installation Venceremos/Sale (2006) vor der Ostdeutschen Galerie in Regensburg – eine Intervention mit monumentalen roten Säulen, die zugleich architektonisch, politisch und sprachlich aufgeladen ist.<ref>Kunstforum.net</ref>

Klima und Geopolitik

Seit den späten 2010er Jahren widmet sich Jetelová verstärkt Themen wie Klimawandel, Geoästhetik und planetaren Strukturen. Im Werkzyklus Pacific Ring of Fire projizierte sie 2019 Lasersignale auf schmelzende Eisberge in Patagonien und hielt diese mit Fotografie fest. Die dabei eingesetzten Botschaften, etwa „ESSENTIAL IS VISIBLE“, thematisieren Sichtbarkeit, Umweltzerstörung und Transformation durch Sprache.<ref>ZKM Karlsruhe</ref><ref>DG Kunstraum, München</ref>

Rezeption

Politisch-poetische Grenzerfahrung

Jetelovás Schaffen wird vielfach als künstlerische Auseinandersetzung mit politischen und geografischen Grenzen interpretiert. Ihre frühen Arbeiten – wie rauchende Signale im öffentlichen Raum Prags – entstanden als visuelle Notrufe gegen die Restriktionen des sozialistischen Regimes. Sie verarbeitete Erfahrungen von Isolation und politischer Repression zu präzisen visuellen Metaphern gesellschaftlicher Unfreiheit.<ref>Hatje Cantz Verlag: Ausstellungskatalog Jetelová</ref><ref>Parnass.at – Touch of Time Ausstellungskritik</ref><ref>STOA169: Künstlerprofil Magdalena Jetelová</ref>

Ihre monumentalen Holzobjekte kritisieren subtil die Formensprache und Monumentalität sozialistischer Ideologien. Grotesk überzeichnete Alltagsobjekte – wie überdimensionierte Stühle oder instabile Treppen – verlieren ihre Funktion und werden zu Sinnbildern politischer Entwurzelung.<ref>ZKM Karlsruhe, Biografie</ref>

Land Art und Konzeptkunst im globalen Kontext

Im internationalen Vergleich wird Jetelová häufig mit Land-Art-Pionieren wie Michael Heizer oder Walter de Maria in Verbindung gebracht. Im Unterschied zu diesen überschreitet sie jedoch die rein dokumentarische oder formalästhetische Ebene: Ihre Werke adressieren gezielt neuralgische Punkte wie geopolitische Grenzen, ökologische Krisen und gesellschaftliche Spannungen. Ihre Arbeiten gelten als „Meditationen über die Endlichkeit“ und eröffnen gleichzeitig einen Diskurs über Raum, Macht und Erinnerung.<ref>ADKV Kunstvereine: Ausstellungskatalog „Essential is Visible“</ref>

Fotografie, Lichtzeichnungen und Klimaästhetik

Laserarbeiten wie das Iceland Project oder der Zyklus Pacific Ring of Fire markieren zentrale Werkgruppen in Jetelovás Œuvre. In ihnen werden geologische Grenzverläufe mit hochpräzisem Laserlicht sichtbar gemacht und fotografisch festgehalten. Kritiker betonen die ästhetisch reduzierte, technisch avancierte und inhaltlich dringliche Sprache dieser Arbeiten. Die Lichtprojektionen auf schmelzende Eisberge – ergänzt durch Botschaften wie „ESSENTIAL IS VISIBLE“ – setzen Licht als energiereiche Metapher für Erkenntnis und Vermittlung ein.<ref>Kunstvereine.de</ref><ref>Parnass.at</ref>

Jetelovás konzeptuelle Eingriffe in urbane Räume – etwa die leichten Rotationen existierender Baukörper in Hannover (1994) und Darmstadt (1996) – verwandelten Architektur in ein performatives Material. Der Raum selbst wurde destabilisiert und zur ästhetisch-politischen Fragestellung erhoben: Wer bestimmt seine Struktur, seine Grenzen, seine Ordnung?<ref>BBKult: Kunstpreis Stadt Darmstadt</ref><ref>ZKM</ref><ref>Kunstvereine.de</ref>

Institutionelle Rezeption und Kontinuität

Die Ausstellung Essential is Visible (2019) im DG Kunstraum München hob Jetelovás transdisziplinäre Praxis hervor: Licht und Raum wurden zur Bühne zentraler Fragen unserer Zeit – Grenze, Zugehörigkeit, Umwelt, Erinnerung, Menschsein. Die Kritik würdigte die Ausstellung als konsequente Weiterführung ihrer künstlerischen Grenzthematik in eine zeitgenössisch-politische Form.<ref>ADKV Kunstvereine</ref><ref>DG Kunstraum, München</ref>

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

Gruppenausstellungen und Biennalen

Weitere Stationen

Auszeichnungen

Sammlungen

Skulpturen, Werke auf Papier und Fotografien der Künstlerin sind in vielen internationalen Museen vertreten, darunter

Literatur

Monografien

Ausstellungskataloge

Aufsätze

  • Helena Kontová: „Magdalena Jetelová“. In: Flash Art, Nr. 124, Oktober/November 1985, S. 57.
  • Hanne Weskott: „Magdalena Jetelová – eine Bildhauerin aus Prag“. In: Kunstforum International, Bd. 77/78, 1985.
  • Michael Tschechne: „Internationale Star der Plastik: Bei ihr explodiert das Holz“. In: Art – Das Kunstmagazin, Nr. 9, September 1988, S. 30–47.

Weblinks

Commons: Magdalena Jetelová – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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