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Mamma Mia (Lied)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Mamma Mia
ABBA
Veröffentlichung 19. September 1975<ref>John Tobler: ABBA Gold. Die Erfolgsstory. Königswinter: Heel-Verlag, 1994, S. 46</ref>
Länge 3:35
Genre(s) Pop
Autor(en) Benny Andersson, Stig Anderson, Björn Ulvaeus
Album ABBA

Mamma Mia ist ein Popsong der schwedischen Band ABBA. Er erschien im April 1975 auf dem dritten Album der Gruppe, das ebenfalls den Titel ABBA trägt. Die Lead Vocals wurden von Anni-Frid Lyngstad und Agnetha Fältskog übernommen. Den Text schrieb Stig Anderson; Benny Andersson und Björn Ulvaeus komponierten die Musik.<ref name="Songinfo">Carl Magnus Palm: Abba – Story und Songs kompakt. Seite 35f</ref>

Im September 1975 wurde Mamma Mia in Australien und danach weltweit als Single ausgekoppelt. Diese ist in der Diskografie der Gruppe insofern von großer Bedeutung, als es ABBA damit gelang, nach einer längeren erfolglosen Phase wieder international den 1. Platz der Single-Charts zu belegen.<ref name="Releaseinfo">Carl Magnus Palm: Licht und Schatten. ABBA – Die wahre Geschichte. Seite 312f</ref>

Der Titel „Mamma Mia“ („meine Mama“) bezieht sich auf die bekannte italienische Redewendung, die umgangssprachlich als Ausruf der Überraschung, Freude oder Schockierung im Sinne von „Meine Güte!“ gebraucht wird.<ref>Italian Leo Dictionary Bedeutung „Mamma Mia“</ref> Der Text handelt von einer Frau, die immer wieder von ihrem untreuen Partner enttäuscht wird und ihm dennoch verzeiht, da sie nicht standhaft genug ist, um eine Trennung durchzuziehen.

Entstehung

Bereits mit dem ebenfalls auf dem Album enthaltenen Stück SOS hatte ABBA einen großen Schritt in die Richtung ihres eigenen Stils gemacht.<ref>Carl Magnus Palm: Abba – Story und Songs kompakt. S. 37f.</ref> Mamma Mia war in weiterer Folge eine leichte Steigerung. So finden sich in der Musik kaum Einflüsse der Rockmusik der 1960er Jahre. Die Autoren und Musiker bedienten sich bei der musikalischen Ausführung einerseits des typischen Musikstils von Phil Spector, bei dem die Instrumente mehrmals auf verschiedene Spuren aufgenommen und anschließend individuell gemischt werden. Auf der anderen Seite war auch der mehrstimmige Gesangsstil der Beach Boys eine wichtige Inspirationsquelle, woraus die Komponisten Andersson und Ulvaeus eine persönliche musikalische Eigenschaft entwickelten, die seither charakteristisch für einen Großteil der berühmten ABBA-Songs ist.<ref name="Productioninfo">Carl Magnus Palm: Licht und Schatten. ABBA – Die wahre Geschichte. Seite 300f (gilt für den gesamten Abschnitt)</ref>

Die Aufnahmen für Mamma Mia liefen vom 12. bis 16. März 1975 und waren die letzten für das Album ABBA, das am 21. April desselben Jahres veröffentlicht wurde.<ref name="abbamania">Abba Annual Abba-Album Infos</ref> Dabei bedienten sich die Künstler der modernsten Studiotechnik, experimentierten mit den Instrumenten und probierten verschiedene technische Varianten aus. Es kam auch eine Marimba zum Einsatz, ein xylophon-ähnliches Schlaginstrument, die das Lied unter anderem einleitet und beendet. Andersson entdeckte eine solche Marimba im Studio und wollte zunächst nur provisorisch diverse Takte einstimmen, die jedoch gefielen und daher in das Stück integriert wurden. Vor allem dieses Instrument wurde zum Markenzeichen des Songs.<ref name="Productioninfo" /> Das Streicherarrangement besorgte der Orchesterleiter Sven-Olof Waldoff.<ref>Elisabeth Vincentelli: Abba's Abba Gold. A&C Black, 2004, ISBN 0-8264-1546-6 (google.de [abgerufen am 28. Oktober 2022]).</ref><ref>ABBA – ABBA. Abgerufen am 28. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Januar 1980 wurde das Lied mit spanischem Text aufgenommen und im Juni 1980 auf dem Album Gracias por la música veröffentlicht.

Veröffentlichung als Single

Ursprünglich waren seitens Polar Music nach So Long, I Do, I Do, I Do, I Do, I Do und SOS keine weiteren Single-Veröffentlichungen aus dem Album ABBA geplant. Das Marketingkonzept von Stig Anderson beruhte darauf, mit einer geringeren Anzahl an Singles ein ganzes Album zu bewerben und die Nachfrage danach zu steigern, da dieses größere Gewinne erziele. Zu viele Singles führten laut Anderson zu einer Minderung der Nachfrage nach Langspielplatten und damit zu Gewinneinbußen.<ref>Carl Magnus Palm: Licht und Schatten. ABBA – Die wahre Geschichte. Seite 311f</ref> Daher wurde die Anfrage der für den Vertrieb in Australien zuständigen Plattengesellschaft RCA nach einer Single-Veröffentlichung von Mamma Mia zunächst abgelehnt.

Diese Anfrage war die Folge eines rapide steigenden Interesses an der Gruppe ABBA und insbesondere an Mamma Mia, dessen Musikvideo Anfang August 1975 im australischen Fernsehen ausgestrahlt worden war. Auf Drängen von zahlreichen Anrufen, die beim Fernsehsender eingingen, wurde der Clip eine Woche später ein zweites Mal gesendet. Nach weiteren Anfragen bei Polar Music erreichte RCA schließlich doch die Auskopplung von Mamma Mia auf Single, allerdings zunächst mit Beschränkung auf Australien. In ABBAs Heimatland Schweden wurde Mamma Mia nicht als Single veröffentlicht, da das Album hier bereits zuvor den gewünschten Erfolg verbuchen konnte.<ref>Carl Magnus Palm: Licht und Schatten. ABBA – Die wahre Geschichte. Seite 326</ref>

B-Seiten

Die Single erschien in verschiedenen Ländern mit verschiedenen Rückseiten, die mit Ausnahme der japanischen B-Seite People Need Love alle dem Album ABBA entstammten und im Folgenden angegeben sind:<ref>abba for the record – vinyl singles. 16. Mai 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. Mai 2007; abgerufen am 28. Oktober 2022.</ref>

  • Bang-A-Boomerang --- Türkei
  • Fernando --- Mexiko
  • Hey, Hey, Helen --- Australien, Neuseeland, Südafrika
  • Intermezzo No. 1 (Instrumental) --- BRD, Österreich, Schweiz, Belgien, Dänemark, Norwegen, Portugal, Niederlande, Jugoslawien
  • People Need Love --- Japan
  • SOS --- Italien, Argentinien
  • Tropical Loveland --- DDR, Spanien, Großbritannien, USA

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

Da Mamma Mia auf Ansuchen von RCA Records veröffentlicht wurde, beschränkte sich der Erfolg der Single zunächst auf Australien. Sie stieg am 22. September 1975 in die Charts ein und erreichte am 3. November Platz 1, nachdem bereits die Vorgänger-Single I Do, I Do, I Do, I Do, I Do drei Wochen die Chartspitze belegt hatte. Mamma Mia hielt die Position zehn Wochen hintereinander, was sie zu einer der erfolgreichsten Singles des Jahres machte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ABBA Charts: Australia – Additional Information (Memento vom 1. April 2016 im Internet Archive) Abgerufen am 2. Mai 2016</ref> Sie erzielte 9-fach Gold und wurde mindestens 135.000 Mal verkauft.<ref name="Horowitz">Peter Charley: THE ABBA ALBUM Horowitz Publications, Januar 1977 (?) Abgerufen am 2. April 2016</ref> Dieser Erfolg stellte einen bedeutenden Schritt in der Karriere von ABBA dar und trug bedeutend zur Abbamania in Australien bei.

In Großbritannien wurde Mamma Mia am 14. November 1975 ausgekoppelt<ref name="bpi">British Phonographic Industry Certified Awards, Datenbank-Suche, abgerufen am 2. Mai 2016</ref> und erreichte am 31. Januar 1976 Platz 1 der Charts. Auch in Deutschland kam Mamma Mia an die Spitze der Charts und wurde laut Auszeichnungen bis 2023 mindestens 250.000 Mal verkauft. Zudem erreichte die Single Platz 1 in Irland, der Schweiz und in Costa Rica.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ABBA Charts (Memento vom 6. April 2012 auf WebCite) Abgerufen am 2. Mai 2016</ref> In Belgien, Norwegen und Neuseeland kam sie auf Platz 2, in Österreich auf Platz 3 und in Südafrika auf Platz 4.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ABBA Charts (Memento vom 13. Februar 2015 im Internet Archive)</ref> In Kanada, Simbabwe, Finnland und den Niederlanden gelangte die Single in die Top 20.

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Auszeichnungen für Musikverkäufe

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Coverversionen

Mamma Mia wurde mehr als 20 Mal von zahlreichen Bands wie den A*Teens, Abbacadabra und den Black Ingvars gecovert.

A*Teens

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Auszeichnungen für Musikverkäufe Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Musikcharts/countries' not found

Trivia

Am 6. April 1999 hatte das nach dem Lied benannte Musical Mamma Mia! Premiere, das auf den bekanntesten ABBA-Liedern basiert. Dieser außerordentlich erfolgreichen Bühnenshow folgte 2008 der auf dem Musical basierende Film, der seither zu den erfolgreichsten Musicalverfilmungen zählt, sowie dessen Fortsetzung Mamma Mia! Here We Go Again im Jahr 2018. Im ersten Film wird das Stück dabei von Meryl Streep interpretiert, im zweiten von Lily James.

Literatur

  • ABBA. (Album). Begleittext zur CD von Carl Magnus Palm, 2001.
  • Carl Magnus Palm: Licht und Schatten. ABBA – Die wahre Geschichte. Bosworth Musikverlag, Berlin 2002, 638 Seiten. ISBN 978-3-86543-100-4 (deutsche Übersetzung: Helmut Müller).
  • Carl Magnus Palm: Abba. Story und Songs kompakt. Bosworth Music, Berlin 2007, ISBN 978-3-86543-227-8 (deutsche Übersetzung: Cecilia Senge).
  • Robert Scott: ABBA – Thank You for the Music. Die Storys zu allen Songs.Edel & Rockbuch Verlag Germany, 1. Auflage 2011, 175 Seiten. ISBN 978-3-8419-0105-7.

Weblinks

Einzelnachweise

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