Mandombe
Die Mandombe-Schrift ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=fr|SCRIPTING=Latn|SERVICE=französisch}}) ist eine zentralafrikanische Abugida für die Sprachen Kikongo, Lingála, Tshiluba, Kituba und Swahili.
Mandombe geht von zwei Elementen aus, die wie 5 und 2 aussehen und Pakudungu und Pelekete heißen. Diese zwei Elemente sah der Erfinder in den Fugen der Ziegelmauer seines Zimmers. Die beiden Formen sind symmetrisch und gehorchen den optischen Gesetzen. (Aus der 5 wird im Spiegel eine 2 und umgekehrt.)
Das Wort Mandombe in der Mandombe-Schrift.
Ihre Namen haben nichts mit den ähnlich aussehenden arabischen Ziffern zu tun. Sie sind Lautmalereien von Trommelklängen:
| Datei:Mandombe groupe1.png | Pakundungu gibt den schweren Klang großer Trommeln wieder. paku ndungu = Bass |
| Datei:Mandombe Mvuala Pelekete.png | Pelekete gibt den höheren Klang kleiner Trommeln wieder. pele kete = Schnarre |
Wenn man eine 5 von unten schreibt, sodass der Endpunkt oben liegt, und dann das Element dreht, erhält man eine neue 5, bei der der Anfangspunkt oben und der Endpunkt unten liegt. Dies ist in Mandombe sehr wichtig, da aus kalligrafischen Gründen Vokale an den Endpunkt eines konsonantischen Elements („Schlüssel“) angefügt werden müssen. Je nachdem, ob sie oben oder unten stehen, verleihen sie dem Element, dem sie hinzugefügt werden, einen anderen konsonantischen Wert.
Geschichte
Mandombe wurde im Jahre 1978 Wabeladio Payi in Mbanza-Ngungu in der Provinz Bas-Congo des Kongo eingeführt, der erzählte, dass sie ihm in einem Traum von Simon Kimbangu, dem Propheten der kimbanguistischen Kirche, offenbart wurde. Mandombe basiert auf den heiligen Formen 5 und 2 und ist für die vier Nationalsprachen des Kongo, Kikongo, Lingala, Tshiluba und Swahili, bestimmt, obwohl sie nicht genügend Vokale hat, um Lingala vollständig zu schreiben. Es wird in kimbanguistischen Kirchenschulen in Angola, der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo unterrichtet.
Die Mandombe-Akademie bei CENA arbeitet derzeit daran, andere zentral- und südafrikanische Bantusprachen in die Schrift zu transkribieren.<ref>Helma Pasch: Competing scripts: the introduction of the Roman alphabet in Africa. In: International Journal of the Sociology of Language. Nummer 191, 2008, S. 65–109, {{#invoke:Vorlage:Handle|f|scheme=doi|class=plainlinks|parProblem=Problem|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:DOI|errClasses=error editoronly|errHide=1|errNS=0 4 10 100}}.</ref> Die Schrift wird in den Schulen der Kimbanguistischen Kirche in Angola, der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo gelehrt. Die wird auch von der CENA (Centre de l’Ecriture Négro-Africaine) gefördert. Im Jahre 2009 wurden Konferenzen in Lüttich, Brüssel und Köln abgehalten, um die Verwendung und die Einführung der Mandombe-Schrift zu fördern.<ref>Peter Unseth: Invention of Scripts in West Africa for Ethnic Revitalization. In: Joshua A. Fishman, Ofelia García (Hrsg.): The Success-Failure Continuum in Language and Ethnic Identity Efforts (= Handbook of Language and Ethnic Identity. Band 2). Oxford University Press, Oxford u. a. 2011, ISBN 978-0-19-539245-6, S. 23–32.</ref>
Struktur
Mandombe hat Konsonanten- und Vokalbuchstaben, die zu Silbenblöcken kombiniert werden, ähnlich wie Hangeul. Alle Buchstaben basieren auf einer quadratischen S- oder 5-Form.
Vokale
Die sechs Vokale werden durch Ziffern unterschieden, die rechts von der 5 hinzugefügt werden.
Konsonanten
Die Konsonanten werden in vier „Gruppen“ oder Formen eingeteilt, die durch Hinzufügen eines kurzen Strichs zur 5er-Form für drei der Gruppen unterschieden werden, und in vier „Familien“ oder Ausrichtungen, die durch Spiegelung und Drehung der Buchstabenformen unterschieden werden.
Die vier Konsonantenfamilien werden an der gleichen Ecke des Vokals angebracht, der gespiegelt oder gedreht wird, um ihn an den Konsonanten anzupassen, so dass der Konsonant je nach seiner Ausrichtung in einer anderen Ecke des Silbenblocks steht.
Im Gegensatz zur Pitman-Kurzschrift, die die Konsonanten ebenfalls durch Rotation unterscheidet, bilden die Gruppen und Familien in Mandombe keine natürlichen Klassen, abgesehen von einer fünften Gruppe von Frikativen und Affrikaten, die durch Umkehrung einer der vier Grundgruppen gebildet wird.
Vokalsequenzen und Nasalvokale werden mit diakritischen Zeichen gebildet, pränasalisierte Konsonanten durch Voranstellen von n (die 5er-Grundform) und Konsonantencluster durch Anfügen eines Konsonanten zwischen den beiden Teilen des Vokals (zwischen der 5er-Form und den zusätzlichen Strichen).
| Konsonant | Familie 1 | Familie 2 Rotation |
Familie 3 Spiegelung |
Familie 4 Rotation und Spiegelung |
|---|---|---|---|---|
| Datei:Mandombe groupe1.png 1. Gruppe |
Datei:Mandombe na connect.png na |
Datei:Mandombe va connect.png va |
Datei:Mandombe sa connect.png sa |
Datei:Mandombe ta connect.png ta |
| Datei:Mandombe groupe2.png 2. Gruppe |
Datei:Mandombe be connect.png be |
Datei:Mandombe de connect.png de |
Datei:Mandombe fe connect.png fe |
Datei:Mandombe ge connect.png ge |
| Datei:Mandombe groupe3.png 3. Gruppe |
Datei:Mandombe ko connect.png ko |
Datei:Mandombe mo connect.png mo |
Datei:Mandombe lo connect.png lo |
Datei:Mandombe po connect.png po |
| Datei:Mandombe groupe4.png 4. Gruppe |
Datei:Mandombe groupe4fam1i connect.png wi |
Datei:Mandombe groupe4fam2i connect.png ri |
Datei:Mandombe zi connect.png zi |
Datei:Mandombe yi connect.png yi |
| Mazita ma zindinga | Datei:Mandombe shu.png shu |
Datei:Mandombe dju.png dju |
Datei:Mandombe tshu.png tshu |
Datei:Mandombe ju.png ju |
Ziffern
Die Ziffer 1 ähnelt der arabischen Zahl 1, und die Ziffern 2-5 sind dieser Form nachempfunden. 6 und 9 sind quadratische Versionen der arabischen 6 und 9, und 7-8 werden durch deren Spiegelung gebildet.
1 bis 5 sind auch die Formen, die für die Vokale i, u, e, o und a verwendet werden.
Weblinks
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| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}Vorlage:Wikidata-Registrierung
- CENA (in Französisch)
- Mandombe script (in Englisch)
- Between writing and art - The invention of Mandombe (in Englisch)
- A Multidisciplinary Study of the Mandombe Writing System: with Mathematic, and Scientific Implications (PDF; 2,1 MB)
Einzelnachweise
<references/>