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Manfred Amerell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Persönliches
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Geburtstag 25. Februar 1947

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Geburtsort München{{#if: Deutschland |, Deutschland}}

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Sterbedatum vor 11. Dezember 2012

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Beruf Hotelier

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Vereinsinformationen
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Spiele nach Spielklasse
Jahre Spielklasse Spiele
1987–1994
1984–1994
1. Bundesliga
2. Bundesliga
66
67

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Turniere

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Endspiele

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Auszeichnungen

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Manfred Amerell (* 25. Februar 1947 in München; † zwischen dem 6.<ref>A. Bachner, S. Kiener, C. Kitsch, J. Völkering: Amerell plante neue Attacke auf DFB. In: Bild-Zeitung, 13. Dezember 2012.</ref> und dem 11. Dezember 2012 ebenda<ref>Leiche in Neuhausen gefunden: Ex-Schiedsrichter Amerell tot! In: Abendzeitung, 11. Dezember 2012.</ref>) war ein deutscher Fußballfunktionär und -schiedsrichter. Er war von 1986 bis 1994 in 66 Partien Schiedsrichter der Fußball-Bundesliga; hauptberuflich war er Hotelier.

Leben und Karriere

Manfred Amerell war Landesligaspieler beim TSV Milbertshofen. Danach fungierte er von 1970 bis 1975 als Geschäftsführer beim TSV 1860 München, von 1975 bis 1979 in gleicher Funktion beim FC Augsburg und von 1979 bis 1984 war er Geschäftsführer beim Karlsruher SC.

Nebenher leitete er Fußballspiele im Jugend- und Amateurbereich, wobei er sich für höhere Aufgaben qualifizieren konnte. In der Saison 1984/85 debütierte er in der 2. Bundesliga. Am 28. März 1987 pfiff er sein erstes Spiel der 1. Bundesliga. 1991 und 1994 leitete er DFB-Supercup-Spiele. Höhepunkt seiner Laufbahn war die Leitung des Endspiels im DFB-Pokal 1994 zwischen Werder Bremen und Rot-Weiss Essen.

Seit Beendigung seiner Schiedsrichterzeit war Amerell als Funktionär des Deutschen Fußball-Bunds tätig, zuletzt als Schiedsrichtersprecher für die über 80.000 im DFB tätigen Referees. In dieser Funktion kritisierte er wiederholt den mangelnden Respekt der Spieler vor Schiedsrichterentscheidungen<ref> Schiri-Reform geplant: Der vierte Mann soll es richten. In: Spiegel Online, 18. November 2001.</ref> und das seiner Ansicht nach unangemessene Verhalten von Vereinsfunktionären am Spielfeldrand. Dabei sprach er von „Heuchlern auf der Bank“, die zu einer „Brutalisierung“ des Fußballs beitragen würden.<ref>Aufstand der Schiedsrichter: „Diese Heuchler auf der Bank“. In: Spiegel Online, 16. März 2005.</ref> Für die Zeitung Der Tagesspiegel kommentierte Amerell in der Kolumne „Nach-Spiel“ aktuelle Schiedsrichterentscheidungen.<ref>Sein Herz schlägt für die Schiedsrichter RP-online, 5. März 2010, abgerufen am 24. Juli 2016.</ref>

Er betrieb bis November 2010 im Augsburger Stadtteil Haunstetten ein Hotel.

Amerell war verheiratet und hatte zwei erwachsene Zwillingstöchter.<ref>Angie Tim-Merkel: Manfred Amerell. Südkurier, 12. Februar 2010</ref> Von seiner Frau lebte er getrennt.<ref>Harald Pistorius: „Ich lebe nicht mehr – ich existiere nur noch“. In: Donaukurier, 26. April 2012.</ref>

Er wurde am 11. Dezember 2012 tot in seiner Münchner Wohnung aufgefunden.<ref>J. C. Menzel Lopez, M. Dürr: Amerell tot in Münchner Wohnung gefunden. tz.de, 11. Dezember 2012.</ref> Als Todesursache ergab sich nach einer Obduktion ein Herzinfarkt. Die Beisetzung fand am 20. Dezember 2012 auf dem Münchener Westfriedhof statt.

Rücktritt und Schiedsrichteraffäre

Am 9. Februar 2010 gab Amerell bekannt, dass er seine DFB-Ämter aus gesundheitlichen Gründen ruhen lasse; auch seine Tätigkeit im Vorstand des Süddeutschen Fußball-Verbands (SFV) gab er auf. Am 12. Februar erklärte er dann, er trete aufgrund der gegen ihn erhobenen Vorwürfe, er habe sich einem von ihm betreuten Schiedsrichter, Michael Kempter, gegen dessen Willen mit sexuellen Absichten genähert, von allen Ämtern zurück, da die „öffentlich gemachten Vorverurteilungen ein Ausmaß angenommen haben, das für mich und meine Familie nicht mehr erträglich ist.“<ref name="Spiegel-2010-02-12"> DFB-Affäre: Schiedsrichter-Funktionär Amerell bietet Rücktritt an. In: Spiegel Online, 12. Februar 2010, abgerufen am 1. März 2010.</ref> Amerell sprach des Weiteren von einer Hetzkampagne gegen seine Person.<ref>Amerell-Anwalt wirft Wack „Verleumdung“ vor. In: Kicker-Sportmagazin, 1. März 2010.</ref> Der DFB erklärte, der Rücktritt sei „richtig und notwendig“.<ref>Schiri-Skandal: DFB belastet Schiedsrichter Amerell. In: Spiegel Online, 12. Februar 2010.</ref> Ein juristisches Vorgehen des DFB gegen Amerell lehnte DFB-Präsident Theo Zwanziger ab.<ref> Amerell spricht über Selbstmordgedanken. Die Welt, 17. Februar 2010</ref> Die zuständige Staatsanwaltschaft Augsburg hatte zuvor verlauten lassen, dass gegen Amerell nicht ermittelt werde.<ref name="Spiegel-2010-02-12" />

Am 5. November 2010 scheiterte Amerell mit einer Unterlassungsklage gegen Theo Zwanziger vor dem Landgericht Augsburg. Amerell wollte unterbinden lassen, dass ihm weiter Amtspflichtverletzung vorgeworfen werden kann. Das Gericht erklärte, dass Unterlagen und Vernehmungsprotokolle vorlägen, aus denen sich Amtspflichtsverletzungen ablesen ließen. Zudem habe Amerell selbst ausgesagt, die notwendige Distanz im Verhältnis zu Michael Kempter verloren zu haben.<ref>Amerell erleidet juristische Niederlage. In: Kicker-Sportmagazin, 5. November 2010.</ref> Das Urteil wurde im Februar 2011 vom Oberlandesgericht München in letzter Instanz bestätigt.<ref>{{#switch:

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Im selben Monat begann ein Zivilprozess, in dem Amerell Kempter eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts vorwarf und auf Schadenersatz klagte, da Kempter bestritten hatte, dass die Beziehung zu Amerell einvernehmlich gewesen sei. Die Klage wurde zunächst am 12. Mai in erster Instanz abgewiesen.<ref>Amerell verliert, will aber weiter kämpfen. In: Kicker-Sportmagazin, 12. Mai 2011.</ref> Am 7. Dezember 2011 endete der Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht Stuttgart mit einem Vergleich. Kempter erklärte, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass in Amerells Wahrnehmung seine Ablehnung der Annäherungsversuche Amerells als nicht deutlich genug erschienen sein könnten. Amerell wiederum verzichtete auf seine Schadenersatzforderung. In den Medien wurde das Urteil überwiegend als Erfolg Amerells gewertet, da das Gericht „große Unterschiede zwischen den Aussagen Kempters vor dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) sowie vor Gericht und denen in der Presse“ festgestellt habe.<ref>Amerell und Kempter einigen sich. In: Sueddeutsche.de, 7. Dezember 2011</ref>

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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