Zum Inhalt springen

Manuela Sáenz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Manuela Saenz 1825.jpg
Portrait Manuela Sáenz, 1825

Doña Manuela Sáenz de Thorne (* 27. Dezember 1797 in Quito, heutiges Ecuador; † 23. November 1856 in Paita, Peru), Libertadora del Libertador, war eine bedeutende südamerikanische Freiheitskämpferin. Sie wird als die erste Feministin des amerikanischen Kontinents angesehen und als eine „bedeutende Kämpferin für die Befreiung Südamerikas“.

Leben

Sáenz wurde 1797 als uneheliches Kind des verheirateten spanischen Kaufmanns und Beamten Simón Sáenz Vergara und María Joaquina Aizpuru in Quito geboren. Die junge Manuelita besuchte die Schule im Konvent von Santa Caterina. Im Alter von 17 wurde sie wegen einer Affäre mit einem Offizier aus dem Kovent geworfen. Danach wohnte sie bei ihrem Vater, der 1817 eine Heirat mit dem wohlhabenden englischen Kaufmann James Thorne arrangierte, der zu jener Zeit doppelt so alt war wie sie. 1819 zog sie mit ihm nach Lima, wo sie sich der Unabhängigkeitsbewegung gegen die spanische Kolonialherrschaft anschloss.<ref>Pamela S. Murray: For Glory And Bolívar Seite 24</ref>

Im Jahr 1822 begleitete Sáenz ihren Vater nach Quito. Dort traf sie den siegreichen Feldherrn Simón Bolívar, wurde seine Geliebte und trennte sich von James Thorne. In den folgenden acht Jahren widmete sie ihr Leben zusammen mit Bolívar dem Befreiungskampf. Ihre Liebesbriefe sind sehr bekannt. Sáenz begleitete Bolívar auf seinen Feldzügen durch Südamerika und organisierte dafür die Logistik. Sie unterstützte Bolívar auch, indem sie Informationen sammelte und Flugblätter entwarf.<ref>Pamela S. Murray: For Glory And Bolívar Seite 37-39</ref> Am 25. September 1828 unternahmen meuternde Offiziere in Bogotá einen Anschlag auf Bolívar, doch mit Manuela Sáenz' Hilfe konnte dieser fliehen. So erhielt sie den Beinamen „Libertadora del Libertador“ (Befreierin des Befreiers).<ref>Pamela S. Murray: For Glory And Bolívar Seite 65ff</ref> Als Manuela Sáenz 1830 die Nachricht vom Tode Bolívars erhielt, versuchte sie sich umzubringen, was ihr misslang.<ref>Pamela S. Murray: For Glory And Bolívar, Seite 84</ref> Zeitweise wurde sie von ihren Gegnern nach Jamaika ins Exil gezwungen.<ref>Pamela S. Murray: For Glory And Bolívar, Seite 93</ref>

1935 siedelte sie in die kleine nordperuanische Küstenstadt Paita über. Nach einem Treppensturz konnte sie nicht mehr laufen<ref>Pamela S. Murray: For Glory And Bolívar, Seite 132</ref> und verdiente ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Süßigkeiten, bestickten Tüchern und Tabak sowie mit der Übersetzung von Briefen, die US-Walfänger an ihre südamerikanischen Geliebten schrieben.<ref>Victor W. von Hagen, Manuelas Jahreszeiten der Liebe, Seite 258f</ref> 1847 wurde James Thorne, mit dem sie offiziell noch verheiratet war, in Pativilca ermordet. Manuela Sáenz starb am 23. November 1856 während einer Diphtherie-Epidemie in Paita und wurde in einem Massengrab beigesetzt. Im Zuge der Seuchenbekämpfung wurde ihr Eigentum, darunter auch die Liebesbriefe Bolívars, verbrannt.<ref>Victor W. von Hagen, Manueals Jahreszeiten der Liebe, Seite 268f</ref>

Nachleben

Datei:Busto de Manuela Sáenz, Templo de la Patria (Quito, Ecuador).jpg
Büste im Templo de la Patria, Quito

Würdigung

Der venezolanische Historiker Denzil Romero nannte Sáenz „die vielleicht wichtigste Frau in der Geschichte Lateinamerikas“ und behauptete, dass sie „sogar mehr politischen Einfluss gehabt hat als Evita Perón.“

Museum Manuela Sáenz

Das Museo Manuela Sáenz in der Calle Junin im Viertel San Marcos in der Altstadt von Quito zeigt Zeugnisse ihres Lebens, Bilder, Briefmarken und persönliche Gegenstände.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Museo Manuela Sáenz. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. Februar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.museosquito.gob.ec Sistema de Museos Quito (spanisch).</ref><ref>Museo Manuela Sáenz. Eventseeker.com (englisch).</ref>

Filme

Hörspiel

Literatur

  • Sarah Chambers: Republican Friendship, Manuela Saenz writes Women into the Nation, 1835-1856. In: Hispanic American Historical Review Bd. 81, Nr. 2, Mai 2001, S. 225–257.
  • Victor Wolfgang von Hagen: Manuelas Jahreszeiten der Liebe. Manuela Saenz und Simón Bolívar (The Four Seasons of Manuela). Rowohlt, Reinbek 1967 (Biographie).
  • James D. Henderson, Linda R. Henderson, and Suzanne M. Litrel: Manuela Sáenz, 1797–1856. In: dies.: Ten notable women of colonial Latin America. Rowman & Littlefield, Lanham u. a. 2023, ISBN 978-1-5381-5299-7, S. 213–236
  • Gregory Kauffman: Manuela. RLN Press, Seattle WA 1999, ISBN 0-9704250-0-7 (englische Leseprobe).
  • Pamela S. Murray: For Glory And Bolívar The Remarkable Life of Manuela Sáenz, University of Texas Press, Auston 2008, ISBN 978-0-292-72151-7 (Biographie).
  • Pamela S. Murray: “Loca” or “Libertadora”? Manuela Sáenz in the Eyes of History and Historians, 1900 – c. 1990. In: Journal of Latin American Studies Bd. 33, 2001, S. 291–310.
  • Maria Pettersson: Manuela Sáenz. In: Dies.: Anführerinnen, Agentinnen, Aktivistinnen. Außergewöhnliche Frauen, die Regeln brachen. Knaur, München 2023, ISBN 978-3-426-28619-7, S. 153–162.

Weblinks

Commons: Manuela Sáenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein