Zum Inhalt springen

Marcellus von Paris

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Paris 1er Louvre Le trésor de Notre-Dame Marcel 014.jpg
Marcellus mit dem Drachen, Statuette in der Schatzkammer der Kathedrale Notre-Dame in Paris

Marcellus von Paris (franz. Marcel de Paris oder auch Saint Marcel; * in Paris; † 1. November 436 (?) in Paris) wird als neunter Bischof von Paris angesehen und ist neben Dionysius († um 250), Genoveva († 502) und Aurea († 666) einer der vier Schutzheiligen der Stadt.

Sein offizieller Gedenktag ist der 1. November. Da dieser mit Allerheiligen zusammenfällt, wird Marcellus in Frankreich am 3. November geehrt.

Er lebte und wirkte in der Zeit, als die Verwaltung des seit 52 v. Chr. unter römischer Vorherrschaft stehenden Galliens durch den Einfall germanischer Stämme<ref>Vandalen, Alemannen, Westgoten, Burgunden (→ Nibelungenlied), Franken</ref> geschwächt war, die römisch-gallischen Truppen gegen kaiserliche Befehle meuterten und den Caesar Julian durch eine Schilderhebung nach keltischer Tradition zum Kaiser ausriefen (360). Diese Ereignisse waren unter anderen die Vorzeichen für die Eroberung Roms durch die Westgoten (410) und den bevorstehenden Untergang des weströmischen Reiches (476). Es waren die Jahre, in denen sich das Christentum im gallo-römischen Lutetia durchsetzte und die Stadt nach ihren Ureinwohnern, dem keltischen Stamm der Parisii, den Namen Paris annahm.

Vita und Legende

Das Geburtsjahr des Marcellus ist nicht bekannt. Dem Volksglauben zufolge stand sein bescheidenes Vaterhaus bei der Petit Pont unweit des späteren Standortes der Kathedrale St. Etienne (siehe Notre-Dame de Paris).

Vermutlich erhielt er die Priesterweihe durch Bischof Prudentius von Paris, dem er im Jahr 417 im Amt folgte.<ref name="GL">Grand Larousse</ref> Die im 6. Jahrhundert auf die Bitte des Germanus von Paris (496–576) von Venantius Fortunatus (530–609) niedergeschriebene Vita unterstreicht die Mildtätigkeit und Barmherzigkeit des Heiligen und berichtet, er habe mit bewundernswürdiger Inbrunst seines Amtes gewaltet, sich der Bekehrung der Sünder, der Belehrung der Unwissenden und der Krankenpflege gewidmet. Er soll Gefangenen Beistand geleistet und die Freundschaft zwischen allen Gläubigen gefördert haben.<ref>Fortunatus’ „Vita des Marcellus resümiert sich in einer unpräzisen Chronologie, die nach mündlichen Überlieferungen erstellt wurde. Der Verfasser selbst führt an, dass die meisten seiner Taten von der Eifersucht der Zeit entwendet“ worden seien („La plupart de ses actions ont été dérobées par la jalousie du temps“). Zitiert nach der Webseite Nominis</ref>

Marcellus von Paris starb zu einem nicht eindeutig belegten Zeitpunkt in Paris. Die verschiedenen Quellen geben sein Sterbedatum mit Anfang des 5. Jahrhunderts an,<ref>Acta Sanctorum der Bollandisten</ref> mit dem 1. November 436.<ref>Codex von St. Germain</ref> und mit dem Zeitraum um 430.<ref name="GL"/> Er wurde auf dem (wie damals üblich außerhalb des besiedelten Stadtgebietes angelegten) Gräberfeld an der südlichen Ausfallstraße bestattet.

Über seinem Grab entstand im 5. Jahrhundert oder Anfang des 6. Jahrhunderts die Gebetskapelle St-Marcel,<ref name="GT">Gregor von Tours</ref> die älteste urkundlich erwähnte christliche Kultstätte in Paris („senior ecclesia in vico Parisiorum“<ref name="GT"/>). Diese gab der Faubourg Saint-Marcel genannten Pariser Vorstadt ihren Namen. Die Bezeichnung ist auf das heutige Stadtviertel übergegangen.

Wunder

Die Heiligenlegende überliefert zahlreiche Wunder. Marcellus soll glühendes Eisen mit unversehrter Hand abgewogen und das Wasser der Seine in Wein verwandelt haben. Die bekannteste seiner wundersamen Taten ist die Drachenzähmung.

Ein furchtbarer Drache, der in dem Grab einer Ehebrecherin in der Nekropole der südlichen Vorstadt hauste, setzte die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Marcellus versammelte das Volk und begab sich an seiner Spitze auf das Gräberfeld. Furchtlos näherte er sich der Bestie und schlug ihr dreimal mit seinem Krummstab auf den Kopf. Das Ungetier neigte ehrfurchtsvoll sein Haupt, so dass Marcellus ihm seine Stola um den Hals schlingen konnte. Er führte es fort und befahl ihm, sich in die Wüste oder in das Meer zu begeben, worauf es nie mehr gesehen wurde. Noch sehr viel später gedachte man diesem Ereignis durch eine Prozession, während der ein geflochtener Korb in Form eines Drachen durch Paris getragen wurde, in den die Kinder Leckereien für die Kleriker und die Kranken des Hôtel Dieu warfen.<ref>Héron de Villefosse</ref>

Berichtet wird auch von Wundern über seinem Grab, das bald Ziel von Pilgern und zahlreichen hilfesuchenden Kranken aus Paris und seiner Umgebung wurde. Laut Gregor von Tours<ref>Gregor von Tours, Gloria confessorum, cap. 87</ref> soll beispielsweise Ragnemode, Bischof von Paris von 576 bis 591, nachdem er einen Tag lang bei dem Grab gefastet und gebetet hatte und am Abend von der Müdigkeit überwältigt worden war, am nächsten Morgen vollkommen von einem viertägigen Wechselfieber (fièvre quarte) geheilt aufgewacht sein.<ref>Vgl. Dulaure, S. 262</ref>

Ikonographie

Marcellus wird mit dem Krummstab und einem Drachen dargestellt. In Paris ist seine Statue am Mittelpfeiler des Südportals der Hauptfassade der Notre-Dame zu sehen. Die Darstellung greift den Moment auf, in dem Marcellus seinen Stab in den Rachen des Drachen stößt, der aus dem Grab der Ehebrecherin kriecht. Die darüber befindlichen Skulpturen schildern weitere Szenen aus seinem Leben.

Quellen

Literatur

|1=Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1 |2=Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8 |3=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2 |4=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7 |5=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3 |6=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1 |7=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4 |8=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0 |9=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1 |10=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X |11=Herzberg 1996, ISBN 3-88309-064-6 |12=Herzberg 1997, ISBN 3-88309-068-9 |13=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7 |14=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-073-5 |15=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8 |16=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-079-4 |17=Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8 |18=Herzberg 2001, ISBN 3-88309-086-7 |19=Nordhausen 2001, ISBN 3-88309-089-1 |20=Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3 |21=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-110-3 |22=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-133-2 |23=Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-155-3 |24=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9 |25=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-332-7 |26=Nordhausen 2006, ISBN 3-88309-354-8 |27=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2 |28=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-413-7 |29=Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6 |30=Nordhausen 2009, ISBN 978-3-88309-478-6 |31=Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-544-8 |32=Nordhausen 2011, ISBN 978-3-88309-615-5 |33=Nordhausen 2012, ISBN 978-3-88309-690-2 |34=Nordhausen 2013, ISBN 978-3-88309-766-4 |35=Nordhausen 2014, ISBN 978-3-88309-882-1 |36=Nordhausen 2015, ISBN 978-3-88309-920-0 |37=Nordhausen 2016, ISBN 978-3-95948-142-7 |38=Nordhausen 2017, ISBN 978-3-95948-259-2 |39=Nordhausen 2018, ISBN 978-3-95948-350-6 |40=Nordhausen 2019, ISBN 978-3-95948-426-8 |41=Nordhausen 2020, ISBN 978-3-95948-474-9 |42=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-505-0 |43=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-536-4 |44=Nordhausen 2022, ISBN 978-3-95948-556-2 |45=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-584-5 |46=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-590-6 |47=Nordhausen 2024, ISBN 978-3-689-11006-2 |48=Nordhausen 2025, ISBN 978-3-689-11017-8 }}{{#if:984|, Sp. 984}}{{#if:|, Sp. {{#iferror:{{#expr:{{{spalten}}}}}|{{{spalten}}}|{{#expr:1*{{{spalten}}}*0}}–{{#expr:-(0*{{{spalten}}}*1)}}}}}}}}{{#if:|}}{{#if:https://web.archive.org/web/20070629175522/http://www.bautz.de/bbkl/m/marcellus_v_p.shtml%7C}}.{{#if: 16 | |{{#ifeq:||}}}}

  • Heron de Villefosse: Histoire de Paris. Ed. Bernard Grasset, Paris 1955.

Weblinks

[{{canonicalurl:Commons:Category:{{#if:Marcellus of Paris|Marcellus of Paris|Marcellus von Paris}}|uselang=de}} Commons: {{#if:Marcellus von Paris|Marcellus von Paris|{{#if:Marcellus of Paris|Marcellus of Paris|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}}}]{{#switch:1

|X|x= |0|-= |S|s= – Sammlung von Bildern |1|= – Sammlung von Bildern{{#if:

    | {{#switch: {{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}/{{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}
        |1/=  und Videos
        |1/1=, Videos und Audiodateien
        |/1=  und Audiodateien}}
    | , Videos und Audiodateien
  }}

|#default= – }}{{#if: Marcellus of Paris

   | {{#ifeq: {{#invoke:Str|left|marcellus of paris|9}} 
       | category: 
| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}

Vorlage:Wikidata-Registrierung

Fußnoten

<references/>

{{#ifeq: p | p | | {{#if: 1314573816066497 | |

}} }}{{#ifeq:||{{#if: | [[Kategorie:Wikipedia:GND fehlt {{#invoke:Str|left|{{{GNDCheck}}}|7}}]] }}{{#if: | {{#if: | | }} }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 131457381 | | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 131457381 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: | | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 6066497 | | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 6066497 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }} }}Vorlage:Wikidata-Registrierung

{{#if: Marcellus von Paris | {{#if: Saint Marcel | {{#if: Bischof von Paris | {{#if: 4. Jahrhundert | {{#if: Paris | {{#if: um 1. November 436 | {{#if: Paris |

Vorlage:Wikidata-Registrierung