Mare (Mond)
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Als Mare (lateinisch, „Meer“, Plural Mare oder lateinisch Maria mit Betonung auf der ersten Silbe)<ref>Duden online: Mare</ref> werden dunkle Tiefebenen des Mondes bezeichnet, die bei Betrachtung mit bloßem Auge das auffälligste Merkmal der Oberfläche bilden.
Eines der Meere wird aufgrund seiner besonders großen Fläche als Oceanus („Ozean“) bezeichnet: der Oceanus Procellarum.
Weiterhin gibt es Strukturen der Mondoberfläche, die kleiner sind als Maria, aber sonst dieselben Merkmale haben:
- Lacus (Plural: lacūs, „See“), kleinere Lavaebenen
- Palus (Plural: paludes, „Sumpf“), unklar umrissene Randbereiche größerer Ebenen
- Sinus (Plural: sinūs, „Bucht“), mehr oder minder kreisförmige Ausbuchtungen in einem Mare, entstanden meist durch Überflutung mit teilweiser Einebnung des Walls eines großen Kraters
Eine Gesamtauflistung dieser Strukturen findet man in der Liste der Ebenen des Erdmondes.
Verteilung
Insgesamt nehmen die Maria 16,9 % der Mondoberfläche ein, wobei die Verteilung sehr ungleichmäßig ist: Auf der Vorderseite nehmen sie 31,2 % ein, auf der Rückseite nur 2,6 %. Die auffällige Gruppierung auf der erdnahen Seite liegt größtenteils in der Nordhälfte und bildet das volkstümlich so genannte „Mondgesicht“.
Entstehung
In der Frühzeit der Mondforschung hielt man die dunklen Flächen tatsächlich für Meere. Sie wurden deshalb nach Giovanni Riccioli als Maria bezeichnet.
Tatsächlich sind die Maria erstarrte Lavadecken im Innern von kreisförmigen Becken und unregelmäßigen Einsenkungen. Die Krater sind vermutlich durch große Einschläge in der Frühphase des Mondes entstanden. Da in diesem Entwicklungsstadium der Mondmantel noch flüssig war, wurden ihre Böden anschließend von aufsteigendem Magma geflutet. Die Einschlagkörper veränderten das lokale Schwerefeld des Mondes und sind heute noch als sogenannte Mascons (von englisch mass concentration, „Massekonzentrationen“) erkennbar. Die geringere Krustendicke der erdzugewandten Mondseite hat die Magmaaustritte gegenüber denen auf der Rückseite stark begünstigt. Die dunklen Maregesteine werden unverbindlich auch als Lunabas bezeichnet. Die Maria sind von einer 2 bis 8 Meter dicken Regolithschicht bedeckt, die reich an Eisen und Magnesium ist.
Das Alter der dunklen Basalte beträgt 3,1 bis 3,8 Milliarden Jahre. Die Ebenen weisen nur wenige Krater auf und mit Ausnahme von diesen zeigen sie nur sehr geringe Höhenunterschiede von maximal 100 Metern. Zu diesen Erhebungen gehören die Dorsa. Diese sich flach aufwölbenden Rücken erstrecken sich über mehrere Dutzend Kilometer.
Interaktive Karte
Auf diesem Foto des Mondes sind die größten Strukturen mit den entsprechenden Wikipedia-Einträgen verlinkt. Die Namen erscheinen neben dem Cursor. Die Mondachse ist auf diesem Bild ungefähr 45 Grad nach links geneigt. Er erscheint also, wie man ihn in mittleren nördlichen Breiten nach seinem Aufgang im Osten beobachten kann.
<imagemap> Image: Moon by Helmut Adler.jpg|400px|Weltall
- Koordinaten nur ganz grob ermittelt für dieses Beispiel
circle 215 280 75 Mare Imbrium rect 440 165 530 282 Mare Tranquillitatis circle 355 192 50 Mare Serenitatis circle 536 120 25 Mare Crisium rect 560 170 640 260Mare Fecunditatis circle 592 313 25 Mare Nectaris rect 217 131 260 172 Mare Frigoris rect 185 160 217 170 Mare Frigoris rect 125 210 150 245 Mare Frigoris rect 90 400 190 570 Oceanus Procellarum rect 190 515 280 600 Oceanus Procellarum circle 350 615 35 Mare Humorum rect 373 468 447 580 Mare Nubium circle 339 510 25 Mare Cognitum circle 354 293 25 Mare Vaporum circle 304 348 25 Sinus Aestuum circle 265 410 15 Kopernikus circle 205 485 5 Kepler rect 507 570 534 593 Tycho poly 298 224 291 160 271 176 298 224 Kaukasus poly 296 233 314 238 300 326 283 347 296 233 Apeninnen rect 224 180 269 201 Alpen circle 184 210 5 Plato circle 405 400 345 Mond
desc bottom-right </imagemap> Außer den Maria sind auch einige Krater und Gebirgszüge eingezeichnet.
Weblinks
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Einzelnachweise
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- Mare
- Landform auf einem astronomischen Objekt