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Maria (Mutter Jesu)

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(Weitergeleitet von Maria, Mutter Jesu)
Datei:Raphael - The Sistine Madonna - Google Art Project.jpg
Raffaels Sixtinische Madonna (um 1512/13) ist eine der bekanntesten Mariendarstellungen.

Maria (Vorlage:GrcS, Mariam, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=he |SCRIPTING=Hebr |SERVICE={{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| }} | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | Ivrit | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | neuhebräisch | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | hebräisch}}}}}} | hebräisch}} |SUITABLE=iv modern prefix neu}}, Mirjam, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=arc |SCRIPTING=Armi |SERVICE=reichsaramäisch}}; auch: Maria von Nazaret) ist die im Neuen Testament genannte Mutter Jesu. Laut Überlieferung lebte sie mit ihrem Mann Josef und weiteren Angehörigen in dem Dorf Nazaret in Galiläa. Maria wird im Christentum als Jungfrau Maria und Mutter Jesu Christi besonders verehrt und ist auch im Koran als jungfräuliche Mutter Jesu erwähnt.

Außerhalb der neutestamentlichen Quellen ist über die Eltern Jesu historisch nichts überliefert, da nach herrschender Meinung der Forschung alle späteren Quellen vom Neuen Testament abhängig sind.

Über die neutestamentliche Darstellung der biblischen Gestalt Marias hinausgehende Reflexionen zur Rolle Marias in der Heilsgeschichte führten in der späteren Frömmigkeits- und Theologiegeschichte neben der Verleihung des Ehrentitels Gottesgebärerin zu zahlreichen legendarischen Überlieferungen, vielfältigen Praktiken der Marienverehrung und zur Etablierung der Mariologie als einer eigenen dogmatischen Teildisziplin der römisch-katholischen Theologie.

Name

Maria ist die griechische Form des hebräischen Namens Miriam (auch als Mirjam transliteriert) und wird traditionell als Nominalbildung aus den hebräischen Bezeichnungen mir/mar für „bitter“ und jam für „Meer“ angesehen. Die Bedeutung des Namens wäre dann mit „meeresbitter“, auch „Meeresmyrrhe“ oder „Meerestropfen“ wiederzugeben. Diese Namensdeutung klingt noch im Titel Stella Maris (dt. „Meerstern“) an. Daneben wird neuerdings auch eine Ableitung des Namens aus dem Ägyptischen vorgeschlagen: merit-amun, übersetzt „von Amun Geliebte“. Weiter werden auch andere Ableitungen aus dem Hebräischen diskutiert, etwa die Bedeutung „die Erhabene“ von רום rum „sich erheben“ oder „die Widerspenstige“ von מרה marah „widerspenstig sein“.<ref>Manfred Görg: Mirjam. In: ders. mit Bernhard Lang (Hrsg.): Neues Bibel-Lexikon, Band 2, Benziger, Zürich / Düsseldorf 1996, ISBN 978-3-545-23075-0, Sp. 815–816.</ref>

Im Tanach, der jüdischen Bibel, erscheinen zwei Trägerinnen dieses Namens: Mirjam, die Prophetin und Schwester des Mose, und eine Frau aus dem Stamm Juda, die im 1. Chronikbuch in einer Genealogie erwähnt wird (4,17 {{#switch: {{{4}}} | NA ={{{4}}} | OT | BHS ={{{4}}} | LXX ={{{4}}} | VUL ={{{4}}} | #default =EU}}).

Weitere Personen namens Maria im Neuen Testament sind Maria von Magdala (Maria Magdalena) und Maria des Kleophas. Beide werden in Vorlage:Bibel/Link als Jüngerinnen Jesu und Zeugen seines Sterbens genannt. Eine weitere Maria, die Mutter eines Jakobus, wird meist mit der Maria des Kleophas gleichgesetzt (erwähnt in Vorlage:Bibel/Link). Im griechischen Text wird die Mutter Jesu meistens Mariám (Μαριάμ), seltener María (Μαρία) genannt. In den lateinischen Übersetzungen lautet der Name durchgehend Maria.

Im Islam ist die Mutter Jesu ebenfalls unter dem Namen Maryam (arabisch{{#if:مريم| {{#invoke:Vorlage:lang|fold}}{{#if:| {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:|, DMG {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:| <templatestyles src="IPA/styles.css" />{{#if:|[}}{{#if:

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Im Deutschen ist als Genitivform des Namens neben „Marias“ im kirchlichen Sprachgebrauch auch „Mariens“ und, abgeleitet vom Lateinischen, „Mariä“ oder „Mariae“ gebräuchlich, etwa in den Wendungen „Haus Mariens“, „Mariä Verkündigung“ oder „Mariä Himmelfahrt“.

Maria im Neuen Testament

Datei:Basilika Seckau, Engelskapelle, Fresko "Seckauer Apokalypse" von Herbert Boeckl, 1952-1960, 11.JPG
Maria, die „apokalyptische Frau“ (Vorlage:Bibel/Link): Fresko der Seckauer Apokalypse von Herbert Boeckl, 1952–1960, in der Engelkapelle der Basilika Seckau

Maria erscheint im Neuen Testament (NT) namentlich nur in den Evangelien und der Apostelgeschichte, und zwar in 142 der insgesamt ca. 8000 Verse des Neuen Testaments.<ref>Wolfgang Beinert: Die Knotenlöserin wird nicht arbeitslos. In: Christ in der Gegenwart, Jg. 74 (2022), Nr. 20, S. 5 (Beinert gibt die Gesamtzahl der NT-Verse mit 7957 an).</ref>

Maria als Jesu Mutter wird in den Evangelien nur punktuell erwähnt, nämlich im Hinblick auf die Bedeutung Jesu; so etwas wie eine Biografie Marias entsteht dabei nicht. Maria kommt vor allem in den Kindheitsgeschichten des Matthäus- und des Lukasevangeliums vor. Über das Lebensende Marias wird nichts gesagt.

In den anderen Schriften des Neuen Testaments wird Maria nicht namentlich erwähnt. Während die Briefe des NTs dogmatische Aussagen über Jesus machen (etwa über seine Sündlosigkeit und seine Erlösungstätigkeit), werden solche Aspekte in Bezug auf Maria nicht angesprochen.<ref>Franz Graf-Stuhlhofer: Zu Heiligen beten? Heiligenverehrung gemäß der Bibel, bei Kirchenvätern sowie in heutiger kirchlicher Praxis und Lehre. Folgen Verlag 2014 (E-Book), Kap. Was sagt das Neue Testament über Maria nicht?</ref>

In einigen außerbiblischen Texten wird Maria erwähnt, und zwar in Apokryphen und in Schriften der Kirchenväter.

Im Markusevangelium

Im Markusevangelium wird von der Geburt Jesu nicht berichtet. In Vorlage:Bibel/Link wird erzählt, dass sich Angehörige Jesu zu einem Haus begaben, in dem Jesus predigte; sie hielten ihn „von Sinnen“ und wollten ihn gewaltsam zurückholen. In Vorlage:Bibel/Link erfährt der Leser, dass es sich bei den Angehörigen um die Mutter Jesu und um seine Brüder handelt. Jesus weigert sich, zu ihnen vor das Haus zu kommen und erklärt die Anwesenden zu seiner Mutter und zu seinen Brüdern. Er schließt dann mit den Worten: „Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ (Vorlage:Bibel/Link).

In Vorlage:Bibel/Link wird die Mutter Jesu mit Namen erwähnt. Ebenfalls werden hier vier Geschwister Jesu, nämlich Jakobus, Joses, Judas und Simon erwähnt. Auch von Jesu Schwestern ist die Rede, jedoch werden weder ihre Namen noch ihre Anzahl genannt.

Im Matthäusevangelium

Die Kindheitsgeschichte des Matthäus beginnt mit einem Stammbaum, der von Abraham über König David und Josef zu Jesus führt. Neben der männlichen Abstammungslinie werden vier Frauen genannt, die im Alten Testament von Bedeutung sind, nämlich Tamar, Rahab, Rut und Batseba (als Frau des Urija bezeichnet). Die Erwähnung dieser Frauen bereitet die der Maria in Vorlage:Bibel/Link vor. Auffällig ist, dass die Struktur des Stammbaums bei Nennung der Maria eine andere ist als zuvor. Nun heißt es nicht „Josef war der Vater Jesu“, sondern „Josef, [der] Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren“ (Mt 1,16). Dies betont, dass Josef nicht als leiblicher Vater Jesu angesehen wird. Dass trotzdem der Nachweis einer Abstammung Jesu von David über die Vorfahren Josefs geführt wird, setzt aber eine rein rechtlich verstandene Vaterschaft Josefs voraus.

In der Kindheitsgeschichte des Matthäus ist allein Josef der Handelnde, Maria redet selbst nicht und wird auch nicht angeredet. Ihr Name erscheint nur in Vorlage:Bibel/Link, Vorlage:Bibel/Link und Vorlage:Bibel/Link, an letztgenannter Stelle im Zusammenhang der Huldigung Jesu durch die Sterndeuter.

Im Lukasevangelium

In der Kindheitsgeschichte des Lukas steht Maria im Zentrum der Erzählung. Der zu ihr gesandte Engel Gabriel verheißt ihr die Geburt eines Sohnes, des von Israel erwarteten Messias’ und Gottessohnes. Schon die Anrede des Engels klingt außergewöhnlich: „Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir“ (Lk 1,28b). Sie fragt den Engel, wie das denn geschehen solle, da sie mit keinem Mann intim sei (Lk 1,34). Der Engel antwortet, der Heilige Geist werde über Maria kommen.

Im Lukasevangelium ist die Erzählung der Geburt Jesu mit der Geburt Johannes des Täufers verknüpft. Indem Elisabet, die Mutter des Johannes, als Verwandte Marias vorgestellt wird, erscheinen Jesus und Johannes als miteinander verwandt. Als Maria die schwangere Elisabet besucht, hüpft das Kind in Elisabets Bauch, als es den Gruß Marias hört (Vorlage:Bibel/Link). Es folgt der Lobgesang der Maria, der nach dem ersten Wort der lateinischen Übersetzung als Magnificat (deutsch: „Es erhebt ...“) bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um den größten zusammenhängenden Redeabschnitt der Maria im Neuen Testament. Marias Lobpreis des Handelns Gottes beginnt mit seinem Handeln an ihr und weitet sich zur Heilsgeschichte des ganzen Volkes Israel aus (Vorlage:Bibel/Link).

Die Kindheitsgeschichte in Lukas 1 und 2 zeigt eine „stark semitische Tönung“, während das übrige Lukasevangelium „ein gutes hellenistisches Griechisch“ aufweist.<ref>Donald A. Carson, Douglas J. Moo: Einleitung in das Neue Testament. Brunnen, Gießen 2010, S. 243.</ref> Diese sprachliche Besonderheit der Kindheitsgeschichte legt es nahe, dass sich der Autor hier eng an eine jüdische Quelle anlehnt. Als mögliche Auskunftsperson wäre an Maria zu denken, worauf auch (Vorlage:Bibel/Link) hindeutet: „Maria bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen“. Dass sich der Autor genau erkundigte, wovon Augenzeugen berichtet hatten, steht bereits im Prolog des Lukasevangeliums (Vorlage:Bibel/Link). Wenn Maria etwa 20 v. Chr. geboren wurde, war sie um 50 n. Chr. etwa 70 Jahre alt.<ref>Die These einer frühen Entstehung des Lukasevangeliums erläutert Franz Graf-Stuhlhofer: Ein oder zwei Jahrzehnte zwischen Entstehung und Veröffentlichung der Evangelien. Die Synoptiker entstanden in den 40er-Jahren, in: Glauben und Denken heute 2022, Nr. 1, S. 74–83.</ref> Falls Maria dieses Alter erreichte, konnte Lukas sie um 50 noch persönlich befragen. Bei einer späteren Datierung des Lukasevangeliums, etwa in die 80er Jahre, erscheint diese Möglichkeit als sehr unwahrscheinlich.

Im Johannesevangelium

Das Johannesevangelium erwähnt Maria nie mit Namen. Obwohl es keine Kindheitsgeschichte erzählt, tritt Maria als Mutter Jesu an zwei Stellen in Erscheinung:

  • Auf der Hochzeit zu Kana (Vorlage:Bibel/Link) ist Jesu Mutter anwesend. Sie wird noch vor den Jesu begleitenden Jüngern genannt. Auffällig ist die distanzierte Haltung, die Jesus seiner Mutter gegenüber einnimmt: Er spricht sie mit „Frau“ an, nicht mit „Mutter“, und seine Frage „Was willst du von mir, Frau?“ erscheint auch eher abweisend.
  • Nur das Johannesevangelium stellt Jesu Mutter als Zeugin der Kreuzigung dar. Der Lieblingsjünger, später identifiziert mit dem Zebedaiden Johannes und dem Verfasser des Evangeliums, wird von Jesus zum Sohn Marias und sie zu seiner Mutter eingesetzt (Vorlage:Bibel/Link). Diese Geschichte diente in der johanneischen Gemeinde besonders der Verankerung der Person des Lieblingsjüngers in der Familie Jesu und somit als Garantie für die Zuverlässigkeit der Überlieferung. Auch da diese Geschichte in den synoptischen Berichten nicht zu finden ist, in denen Jesu Mutter nicht als Zeugin des Todes Jesu genannt wird, liegt hier möglicherweise eine symbolische Szene vor.

In den übrigen Schriften

An einer Stelle in der Apostelgeschichte erscheint Maria nach Jesu Auferstehung im Kreis seiner Jünger in Jerusalem (Vorlage:Bibel/Link). Dort nimmt sie vor Pfingsten zusammen mit den Brüdern Jesu am Gebet dieser Gemeinschaft teil.

Die paulinischen Briefe, bei denen es sich um die ältesten neutestamentlichen Texte handelt, erwähnen Maria nicht namentlich. Im Galaterbrief heißt es an einer Stelle, die von der heilsgeschichtlichen Sendung Jesu Christi und dessen göttlicher und menschlicher Natur handelt: „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt“ (Vorlage:Bibel/Link). Die übrigen Paulusbriefe nennen die Mutter Jesu nicht.

In der Offenbarung des Johannes ist in Vorlage:Bibel/Link von einer Frau die Rede, „mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.“ Ein Drache will das Kind nach der Geburt verschlingen, wird aber vom Erzengel Michael und seinen Engeln besiegt. Vor allem die katholische Tradition sieht in dieser sogenannten „apokalyptischen Frau“ die Gottesmutter Maria.

Datei:Michelangelo's Pieta 5450 cut out black.jpg
Michelangelos Pietà im Petersdom aus dem Jahr 1499

Marias Vorfahren

Die Namen der Eltern Marias sind in der Bibel nicht ausdrücklich erwähnt.

Abstammungsliste in Lukas 3

Eine mögliche Wiedergabe des Anfangs der Abstammungsliste bei Lukas lautet folgendermaßen: Jesus „war, während man meinte, er sei ein Sohn Josephs, in Wirklichkeit ein Sohn von Eli, Mattat, Levi“ usw.<ref>So vorgeschlagen von Ludwig Neidhart: Historische Nachrichten über die Apostel, Apostelschüler, Verwandte und Freunde Jesu sowie andere Heilige des Neuen Testaments, Kap. 16a: Die Stammbäume Jesu (S. 109–116), dort 110.</ref> Bei dieser Deutung würde die Abstammungsliste bei Lukas die Vorfahren Marias auflisten, und Eli der Name ihres Vaters oder ihres Großvaters.

Jesus als leiblicher Nachkomme Davids im NT

Auf die leibliche Abstammung Jesu von David verweist die Aussage des Paulus: Gottes Sohn, „der aus dem Samen Davids gekommen ist dem Fleisch nach“ (Vorlage:Bibel/Link). Ähnlich in Vorlage:Bibel/Link: Jesus ist „aus dem Samen Davids“. Petrus erinnert in der Pfingstpredigt daran, dass Gott dem David versprach, „einen aus der Frucht seiner Lende“ auf seinen Thron zu setzen (Vorlage:Bibel/Link). Und in der Offenbarung (Vorlage:Bibel/Link) sagt Jesus: „ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids“.

Protoevangelium des Jakobus

Im Protoevangelium des Jakobus, einem wirkungsgeschichtlich einflussreichen apokryphen Marienleben aus dem 2. Jahrhundert, sind die Namen Anna und Joachim als Eltern Marias genannt, die so in die hagiographische Überlieferung gelangten. Sie werden in manchen Konfessionen als Heilige verehrt. Ihr Gedenktag in der römisch-katholischen Kirche ist heute der 26. Juli.<ref name="Katholisch 2020-07-26">Fabian Brand: Erwähnung auch in nicht christlichen Schriften und der Kunst – Joachim und Anna: Die Großeltern Jesu gehören zur „Heiligen Sippe“. In: Katholisch.de. 26. Juli 2020, abgerufen am 8. September 2020.</ref> Im Protoevangelium des Jakobus wird außerdem behauptet, dass nicht nur Josef, sondern auch Maria von König David abstamme.

Dass der Vater Marias hier Joachim heißt, während die Liste bei Lukas von Eli spricht, muss kein Widerspruch sein. Eli ist eine Kurzform von Eljakim (Gott richtet auf), und das ist eine Variante von Jojakim (Jahwe richtet auf; Jo ist Vorsilbe für „Jahwe“); und Jojakim ist eine andere Schreibweise für Joachim.<ref>So Ludwig Neidhart: Historische Nachrichten über die Apostel …, Kap. 16a: Die Stammbäume Jesu (S. 109–116, dort 110).</ref>

Eli als Vater Marias im Talmud

Der Jerusalemer Talmud berichtet im Traktat Chagiga von einer Vision: Maria, die Tochter von Eli,<ref>Der Vater von Mirjam/Maria heißt dort: Eli Beçalim (Zwiebelblatt?).</ref> befindet sich in der Hölle.<ref>In der zweispaltigen Standardausgabe Venedig 1523: j Chag 2:2 (77d). Der Inhalt wird dargelegt von Ludwig Neidhart: Historische Nachrichten über die Apostel ..., Kap. 16a: Die Stammbäume Jesu (S. 109–116, dort 110; dazu Fn. 341).</ref> Das würde zur jüdischen Polemik gegen das Christentum passen.<ref>Vgl. die Beispiele bei Peter Schäfer: Kurze Geschichte des Antisemitismus. München: Piper Verlag, 2022, Kap. „Jüdische Polemik gegen das Christentum“ (S. 81–83) und „Angst vor selbstbewussten Juden“ (S. 134–137 über die Lebensgeschichte Jesu, Toledot Jeschu).</ref>

Maria als Verwandte Elisabeths, einer „Tochter Aarons“

Da die Juden damals vor allem auf die väterliche Abstammung achteten, ging Marias Abstammung von David wohl über den Vater Marias. Das schließt nicht aus, dass die Mutter Marias mit Elisabeth, einer Nachkommin Aarons, verwandt war – und damit auch Maria selbst (wie Lukas berichtet, siehe Vorlage:Bibel/Link).

Für einen Priester galt es als ehrenvoll, eine Nachkommin Aarons zu heiraten. Aber er war bei der Partnerwahl nicht auf einen bestimmten Stamm beschränkt, also auch nicht auf Leviten.<ref>So Frédéric Godet: Das Evangelium des Lukas (Kommentar).Hannover 1890 (Nachdruck, Brunnen Verlag, Gießen 1986), S. 54 und 68.</ref>

Marias Nachkommen

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Ob Maria außer Jesus noch weitere Kinder gebar, wie es mehrere biblische und außerbiblische Zeugnisse nahelegen, die von Geschwistern Jesu berichten, gehört aufgrund von Lehrkontroversen über die Jungfräulichkeit Marias zu den strittigen Fragen zwischen den Konfessionen. Die Namen der Brüder Jesu sind in Vorlage:Bibel/Link aufgezeichnet: Jakobus, Joses, Judas und Simon; daneben sind an derselben Stelle auch Schwestern genannt.

In der orthodoxen und in der katholischen Kirche fasst man die Geschwister Jesu als Vettern und Basen Jesu oder – seltener – als Kinder Josefs aus einer früheren Ehe auf, da Josef in apokryphen Quellen als Witwer bezeichnet wird. Das griechische Wort für ‚Brüder‘, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} adelphoi, lässt diese Deutung zu. Andere behaupten aber, dass sie unwahrscheinlich erscheine, da es im Griechischen ein eigenes Wort für Vettern gibt ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} anepsios, auch biblisch verwendet in Vorlage:Bibel/Link); außerdem sei diese Verwendung von adelphoi möglich, aber nicht üblich gewesen. In Vorlage:Bibel/Link wird Jesus als „erstgeborener“ Sohn Marias bezeichnet, was nahelegt, dass Jesus Geschwister hatte. In der Antike waren jedoch mit der (männlichen) Erstgeburt bestimmte Rituale, Verantwortlichkeiten und erbrechtliche Sonderstellungen verbunden, unabhängig davon, ob das Kind danach Einzelkind blieb oder nicht.

Nach der biblischen Erzählung in Vorlage:Bibel/Link nahm Josef Maria zur Frau. Eingangs heißt es, dass Maria durch das Wirken des Heiligen Geistes ein Kind erwartete, „noch bevor sie [Maria und Josef] zusammengekommen waren“ (Vers 18). Dem entspricht auch die Formulierung am Ende der Perikope, Josef habe die Ehe mit Maria nicht vollzogen (wörtlich: er habe sie nicht „erkannt“), „bis sie ihren Sohn gebar“ (Vers 25). Zur Ehe gehörte jedenfalls nach damaligem Verständnis auch der Geschlechtsakt. Aus dem Bericht wird deshalb teilweise der Schluss gezogen, dass es nach der Heirat zum Geschlechtsverkehr gekommen sei. Demgegenüber vertreten die katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen die Lehre, Maria sei immerwährend Jungfrau geblieben.<ref>Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 499–501</ref>

In den Evangelien werden Jesu „Mutter und seine Brüder“ mehrmals zusammen genannt. In keinem Bibeltext wird ausdrücklich erwähnt, dass es sich bei den Brüdern und Schwestern Jesu um entfernte Verwandte handele (über die auch sonst keine Details genannt werden). Aus dem Kontext der Stellen über Geschwister Jesu folgern einige, es handele sich um den engeren Familienverband. Zur „Menschwerdung“ des Sohnes Gottes gehört nach neuerer protestantischer Auffassung zudem, dass Jesus mit Vater, Mutter und Geschwistern aufwuchs, obwohl die Reformatoren selbst dies noch anders gedeutet hatten.

Jesu ältester Bruder Jakobus übernahm nach Vorlage:Bibel/Link und Vorlage:Bibel/Link in der Jerusalemer Urgemeinde später eine Führungsrolle.

Marienverehrung

Maria wird vor allem im Christentum, daneben auch in anderen Religionen verehrt.

Marienverehrung im Christentum

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Datei:Blaues Tor 2, Madonna (J. Fell).jpg
Maria in blauem Tor – Symbol für das Universum und die Symbiose von Alt und Neu (Jimmy Fell, 2010)

Die Verehrung Marias drückt sich unter anderem in den Marientiteln, Marienfesten, bestimmten Andachtsformen wie dem Rosenkranz, der Gründung marianischer Kongregationen sowie vielfältigen Formen der Volksfrömmigkeit aus und wird in der christlichen Ikonographie in vielfachen bildlichen Darstellungen sichtbar (siehe Marienbildnis, Mariensymbol und Marienleben). Die Jungfrau Maria erscheint auch in der Heraldik in verschiedenen Darstellungen in Wappen.

Marienverehrung im Hinduismus

Im Hinduismus der Tamilen, besonders der Sri-Lanka-Tamilen, spielt die Verehrung Marias wie auch bei den christlichen Tamilen eine herausragende Rolle. Etwa 80 bis 90 % der in Deutschland lebenden Tamilen sind Hindus, 10 % Katholiken; in Sri Lanka ist die Verteilung ähnlich. Der weit überwiegende Teil der christlichen Tamilen ist römisch-katholisch. Alle Tamilen verehren Maria.<ref>Kevelaer: Tausende Tamilen zu Gast bei der „Trösterin der Betrübten“. In: Katholisch.de, 10. August 2019, abgerufen am selben Tag.</ref>

Marienverehrung im Islam

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Maria ist die einzige im Koran namentlich erwähnte Frau. Ihr Name wird in sechs Suren in etwa 40 Versen genannt.<ref name="bauschke" /> Zudem trägt die 19. Sure ihren Namen. Auch in der nachkoranischen Überlieferung und Frömmigkeit spielt Maryam eine bedeutende Rolle,<ref>Friedmann Eißler: Jesus und Maria im Islam. In: Christfried Böttrich, Beate Ego, Friedmann Eißler: Jesus und Maria in Judentum, Christentum und Islam. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, S. 120–205 (hier: 182 ff.).</ref> und sie gehört neben den Frauen aus der unmittelbaren Umgebung Mohammeds (Khadijah und Fatima) zu den am meisten verehrten Frauen im Islam.<ref>Maria im Islam. In: Forum am Freitag, ZDF, Beitrag vom 2. Oktober 2010, abgerufen am 19. Dezember 2016.</ref>

Mariologie

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Die Mariologie ist ein Teilbereich der katholischen Dogmatik, der sich in enger Verbindung zur Christologie sieht. Maria wird hier als erste Adressatin des Heilshandelns Gottes an den Menschen betrachtet und ihre Rolle und ihr Verhalten im Hinblick auf das Erlösungswerk ihres Sohnes untersucht. Ausgangspunkt ist das dritte ökumenische Konzil in Ephesos (431), das Maria zur {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} Theotókos, zur „Gottesgebärerin“ (gegen die Auffassung als {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} Anthropotókos =„Menschengebärerin“) erklärte.

Im 19. und 20. Jahrhundert verkündigte die katholische Kirche Mariendogmen, zuletzt 1950 die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel. Dass solche Dogmen als Kennzeichen der Rechtgläubigkeit dargelegt wurden, vergrößerte die Distanz zur Orthodoxie und zum Protestantismus.

Gedenktage

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Im Laufe des Jahres werden von den unterschiedlichen Konfessionen zahlreiche Fest- und Gedenktage zu Ehren Marias begangen.

Literatur

in der Reihenfolge des Erscheinens

  • Karl Rahner SJ: Maria – Mutter des Herrn. Theologische Betrachtungen. Herder, Freiburg i. Br. 1956.
  • Hilda Graef: Maria. Eine Geschichte der Lehre und Verehrung. Herder, Freiburg i. Br. 1964.
  • René Laurentin: Die marianische Frage. (Übersetzung von La question mariale. Paris 1963), Herder-Verlag, Freiburg i. Br. 1965.
  • Hermann Lemperle: Madonnen: Die Madonna in der deutschen Plastik, 1965.
  • Paul J. Achtermayer, Raymond E. Brown und andere (Hrsg.): Maria im Neuen Testament. Eine ökumenische Untersuchung. (Übersetzt von Ursula Schierse, Originaltitel: Mary in the New Testament. Philadelphia/New York 1978), Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 1981.
  • Alois Müller: Glaubensrede über die Mutter Jesu. Versuch einer Mariologie in heutiger Perspektive. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1983.
  • Wolfgang Beinert und andere: Maria – eine ökumenische Herausforderung. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1984.
  • Christa Mulack: Maria. Die geheime Göttin im Christentum. Stuttgart 1986.
  • Johannes Paul II.: Maria – Gottes Ja zum Menschen. (Enzyklika „Mutter des Erlösers“, Hinführung von Joseph Ratzinger, Kommentar von Hans Urs von Balthasar), Herder-Verlag, Freiburg i. Br. 1987.
  • Max Thurian, Frère de Taizé: Maria. Mutter des Herrn – Urbild der Kirche. Matthias-Grünewald Verlag, Mainz, 4. Aufl. 1988 (= Topos-Taschenbücher 72).
  • Franz Mußner: Maria, die Mutter Jesu im Neuen Testament. Eos-Verlag, St. Ottilien 1993.
  • {{#if: Werner Leich|Werner Leich: }}Maria von Nazaret. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL){{#if:5|. Band 5, Bautz, {{#switch:5

|1=Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1 |2=Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8 |3=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2 |4=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7 |5=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3 |6=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1 |7=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4 |8=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0 |9=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1 |10=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X |11=Herzberg 1996, ISBN 3-88309-064-6 |12=Herzberg 1997, ISBN 3-88309-068-9 |13=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7 |14=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-073-5 |15=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8 |16=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-079-4 |17=Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8 |18=Herzberg 2001, ISBN 3-88309-086-7 |19=Nordhausen 2001, ISBN 3-88309-089-1 |20=Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3 |21=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-110-3 |22=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-133-2 |23=Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-155-3 |24=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9 |25=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-332-7 |26=Nordhausen 2006, ISBN 3-88309-354-8 |27=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2 |28=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-413-7 |29=Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6 |30=Nordhausen 2009, ISBN 978-3-88309-478-6 |31=Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-544-8 |32=Nordhausen 2011, ISBN 978-3-88309-615-5 |33=Nordhausen 2012, ISBN 978-3-88309-690-2 |34=Nordhausen 2013, ISBN 978-3-88309-766-4 |35=Nordhausen 2014, ISBN 978-3-88309-882-1 |36=Nordhausen 2015, ISBN 978-3-88309-920-0 |37=Nordhausen 2016, ISBN 978-3-95948-142-7 |38=Nordhausen 2017, ISBN 978-3-95948-259-2 |39=Nordhausen 2018, ISBN 978-3-95948-350-6 |40=Nordhausen 2019, ISBN 978-3-95948-426-8 |41=Nordhausen 2020, ISBN 978-3-95948-474-9 |42=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-505-0 |43=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-536-4 |44=Nordhausen 2022, ISBN 978-3-95948-556-2 |45=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-584-5 |46=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-590-6 |47=Nordhausen 2024, ISBN 978-3-689-11006-2 |48=Nordhausen 2025, ISBN 978-3-689-11017-8 }}{{#if:|, Sp. }}{{#if:812-815|, Sp. {{#iferror:{{#expr:812-815}}|812-815|{{#expr:1*812-815*0}}–{{#expr:-(0*812-815*1)}}}}}}}}{{#if:|}}{{#if:https://web.archive.org/web/20110205043232/http://www.bautz.de/bbkl/m/maria von nazaret.shtml|}}.{{#if: 5 | |{{#ifeq:||}}}}

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  • {{#if: 51981
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}}Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart {{#if: 2011-05 | {{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}|2011-05}} | 2006 ff.}}{{#if: 51981

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}}
  • Thomas A. Seidel, Ulrich Schacht (Hrsg.): Maria. Evangelisch. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig / Bonifatius, Paderborn 2011, ISBN 978-3-374-02884-9 (Evangelische Verlagsanstalt), ISBN 978-3-89710-498-3 (Bonifatius).
  • Franz Graf-Stuhlhofer: Zu Heiligen beten? Heiligenverehrung gemäß der Bibel, bei Kirchenvätern sowie in heutiger kirchlicher Praxis und Lehre. Folgen Verlag, Langerwehe 2014 (E-Book), 1. gedruckte Auflage Asslar 1988.
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}

Siehe auch

Weblinks

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Einzelnachweise

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