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Marienthal (Rockenhausen)

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Marienthal
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(325)&title=Marienthal 49° 38′ N, 7° 53′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(325) 49° 38′ 6″ N, 7° 53′ 11″ O
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Höhe: 340 m ü. NHN
Fläche: 6,93 km²
Einwohner: 325 (31. Dez. 2007)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 10. Juni 1979
Postleitzahl: 67806
Vorwahl: 06361
Marienthal (Rheinland-Pfalz)
Marienthal (Rheinland-Pfalz)
Lage von Marienthal in Rheinland-Pfalz
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Datei:Kirche Marienthal.jpg
Evangelische Kirche

Marienthal (pfälzisch: Maiedahl)<ref>Claudia Bardon: Gelungene und fröhliche Tage - Marienthaler Kerwe. In: wochenblatt-reporter.de. Die Rheinpfalz, 22. Oktober 2022, abgerufen am 9. Januar 2025.</ref> ist ein Stadtteil der im rheinland-pfälzischen Donnersbergkreis liegenden Stadt Rockenhausen. Bis 1979 war er eine selbständige Gemeinde.

Lage

Der Ort liegt etwa sieben Kilometer östlich der Kernstadt im Nordpfälzer Bergland unweit des Donnersbergs, des mit 687 m höchsten Berges der Pfalz. Durch den Westen der Gemarkung fließt der Appelbach, der das Siedlungsgebiet jedoch nicht berührt. Am südwestlichen Siedlungsrand verläuft der Mordkammertalbach, ein orographisch linker Nebenfluss des Appelbachs. In ihn mündet vor Ort der Königsbach. In nächster Nähe liegen die Ortsgemeinden Falkenstein, Ruppertsecken und Dannenfels.

Geschichte

Um 1145 wurde das Prämonstratenserinnenkloster Marienthal durch Graf Ludwig III. von Arnstein als „valle sancte Marie“, im heutigen Ortsbereich gegründet und der Aufsicht des Abtes von Münsterdreisen unterstellt. In seinem Umfeld entwickelte sich das heutige Dorf. Um 1250 bis 1277 wurde die Kirche des Klosters erbaut. Im Jahre 1541 fiel der Besitz an die Kurpfalz, das Kloster war damals schon nicht mehr existent und seine Kirche diente als Pfarrkirche. Nach der Reformation nutzte man sie als protestantisches Gotteshaus von Marienthal und trug sie 1843 wegen Baufälligkeit ab. Im Zeitraum von 1848 bis 1850 errichtete man am gleichen Platz die heutige protestantische Kirche, unter Verwendung von zahlreichen Spolien (Maßwerkfenster, Pfeiler, Portal) aus der alten, gotischen Klosterkirche.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Marienthal in den Kanton Rockenhausen im Departement Donnersberg eingegliedert. Nach dem Wiener Kongress von 1815 wurde der Ort im selben Jahr Österreich zugeschlagen. Ein Jahr später wurde er wie die gesamte Region dem Königreich Bayern zugeordnet. Von 1818 bis 1862 war Dörnbach Bestandteil des Landkommissariat Kirchheim, später Landkommissariat Kirchheimbolanden. Letzteres wurde anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt. Am 1. Dezember 1900 wechselte die Gemeinde in das neu geschaffene Bezirksamt Rockenhausen.

1928 hatte Marienthal 371 Einwohner, die in 78 Wohngebäuden lebten.<ref name="ortschaftenverzeichnis">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 785–786 (Digitalisat). </ref> Von 1939 an war die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Rockenhausen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Marienthal innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort in den neu geschaffenen Donnersbergkreis, drei Jahre später wurde er zudem Bestandteil der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Rockenhausen. Der Ortsgemeinderat von Marienthal beschloss am 25. Juli 1977, der Nachbarstadt Rockenhausen beizutreten, was schließlich am 10. Juni 1979 vollzogen wurde. 1990 feierte Marienthal sein 800-jähriges Bestehen.

Religion

Ab 1827 existierte vor Ort eine Synagoge, die 1912 zu einer Scheune umfunktioniert wurde. Bereits auf Gemarkung der benachbarten Ortsgemeinde Falkenstein befindet sich der den in Marienthal lebenden Juden dienende, 1850 angelegte Jüdische Friedhof. Noch 1928 lebten insgesamt vier Leute jüdischen Glaubens in Marienthal. Die Protestanten gehörten seinerzeit zur Pfarrei von Rockenhausen, die Katholiken zu derjenigen von Gerbach.<ref name="ortschaftenverzeichnis" />

Heute ist Marienthal eine eigenständige protestantische Pfarrei im Dekanat Alsenz-Lauter der Evangelischen Kirche der Pfalz, die zusätzlich Ruppertsecken, Würzweiler und einige Höfe in der Umgebung umfasst.<ref>Pfarramt Rockenhausen-Marienthal. In: dekanat-alsenzundlauter.de. Evangelische Kirche der Pfalz, abgerufen am 12. Mai 2025.</ref>

Politik

Ortsbezirk

Marienthal ist als Ortsbezirk ausgewiesen und wird von einem Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher politisch vertreten.<ref>§ 2. (PDF) In: Hauptsatzung. Stadt Rockenhausen, 12. Juli 2019, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 24. August 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.rockenhausen.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Ortsbeirat

Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsvorsteher als Vorsitzendem.<ref>Wahl zum Ortsbeirat (Mehrheitswahl): 9. Juni 2024, Marienthal. Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land, abgerufen am 31. August 2025.</ref>

Ortsvorsteher

Richard Schmidt wurde am 22. Dezember 2025 erneut Ortsvorsteher von Marienthal,<ref>Sitzung des Ortsbeirates des Stadtteils Marienthal. In: Rats- und Bürgerinfosystem. Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land, 22. Dezember 2025, abgerufen am 14. Februar 2026.</ref> nachdem er dieses Ehrenamt bereits von 1999 bis 2014 ausgeübt hatte. Da für eine am 9. November 2025 angesetzte Direktwahl kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Ortsbeirat, der sich einstimmig für Richard Schmidt aussprach.<ref>Tommy Rhein: Einstimmig: Richard Schmidt wird wieder Ortsvorsteher. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, 18. November 2025, abgerufen am 14. Februar 2026.</ref>

Zwischen 2014 und 2025 hatte Thomas Bauer das Amt inne.<ref>Treten die Ortsbürgermeister in der VG Nordpfälzer Land wieder an? (Teil 1). In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 22. Februar 2024, abgerufen am 31. August 2025.</ref> Nach seiner erstmaligen Wahl 2014 war er bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 mit einem Stimmenanteil von 79,01 %<ref>Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 25. August 2019 (siehe Nordpfälzer Land, Verbandsgemeinde, letzte Ergebniszeile).</ref> und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 80,8 % jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden.<ref>Wahl zum Ortsvorsteher: 9. Juni 2024, Marienthal. Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land, abgerufen am 31. August 2025.</ref> Am 17. Juli 2025 teilte er jedoch mit, sein Amt zum folgenden Monatsende aus persönlichen Gründen vorzeitig niederzulegen. Bis zur Amtseinführung des neuen Ortsvorstehers führte sein Stellvertreter Rudolf May die Amtsgeschäfte weiter.<ref>Tommy Rhein: Ortsvorsteher Thomas Bauer hat sein Amt niedergelegt. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 15. August 2025, abgerufen am 31. August 2025.</ref>

Kultur

Mit der Synagoge, der Protestantischen Pfarrkirche und dem südwestlichen Strebepfeiler der hochgotischen Klosterkirche befinden sich vor Ort insgesamt drei Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.<ref>Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Vorlage:KulturdenkmälerRP/Donnersbergkreis</ref> Die 1848/50 errichtete Ortskirche auf den Grundmauern der von etwa 1250 bis 1277 erbauten und 1843 abgerissenen frühgotischen Klosterkirche ist die bedeutendste Sehenswürdigkeit. Die vom Vorgängerbau übernommenen Maßwerkfenster stehen auf der gleichen Stilstufe wie die in Hof Iben. Im Inneren der Kirche befinden sich zwei aufwändige Renaissance-Grabmäler der Grafen von Daun-Falkenstein von 1575 und 1587.<ref>Dieter Krienke (Bearbeiter), Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 15: Donnersbergkreis, Werner’sche Verlagsbuchhandlung, Worms 1998, S. 467, 468; ISBN 3-88462-153-X</ref><ref>Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Rheinland-Pfalz und Saarland, Deutscher Kunstverlag, München 1984, S. 646; ISBN 3-422-00382-7</ref>

Wirtschaft und Infrastruktur

Es gibt mehrere Vereine aus den Bereichen Sport und Kultur. In Rockenhausen befindet sich ein Bahnhof der Alsenztalbahn. Die Buslinie 901 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar verbindet den Ort jeweils stündlich mit Rockenhausen und Kirchheimbolanden. Außerdem liegt Marienthal an der Landesstraße 386 und an der Deutschen Schuhstraße. Südöstlich des Siedlungsgebiets befand sich früher mit der Grube bei Marienthal ein Bergwerk, in dem Kupfer abgebaut wurde, das im Rhyolith schwach vererzt war.

Persönlichkeiten

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein