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Markus Fugger

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Datei:Markus Fugger d.Ä.jpg
Markus Fugger d. Ä., 1529–1597. Kupferstich aus Custos, Atrium heroicum (1601).
Datei:St. Ulrich und St. Afra (Augsburg) 12.JPG
Grabstein in St. Ulrich und Afra
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Wappen der Fugger von der Lilie

Freiherr Markus Fugger (Marx Fugger) von der Lilie (* 14. Februar 1529 in Augsburg; † 18. Juni 1597 ebenda) war ein deutscher Handelsherr, Humanist, Kämmerer, kurbayerischer Rat und Stadtpfleger von Augsburg.

Leben

Er war der älteste Sohn des Freiherrn Anton Fugger und der Anna Fugger, geb. Rehlinger. Markus Fugger erreichte eine Reihe hoher Ämter und Würden: Kämmerer des Erzherzogs Ernst von Österreich, Rat am Reichskammergericht in Speyer, kurbayrischer Rat, Pfleger in Landshut, Stadtpfleger in Augsburg.

Nach dem Tod des Vaters 1560 verwaltete Markus Fugger mit seinen Brüdern Hans und Jakob gemeinschaftlich den Herrschaftsbesitz des Vaters. Nach der Güterteilung von 1575 erhielt er einen Teil des väterlichen Herrschaftskomplexes mit Schwerpunkt in Nordendorf. Er bewohnte mit anderen Familienmitgliedern einen Teil der Fuggerhäuser in Augsburg.

Ebenso führte Fugger nach dem Tode seines Vaters als ältester Sohn erfolgreich über mehr als 30 Jahre die neu gegründete Firma Marx Fugger und Gebrüder. Er interessierte sich für Kirchengeschichte, trat als Mäzen hervor und sammelte Bücher und Antiquitäten. Nikolaus Juvenel holte er als Porträtmaler nach Augsburg. Er veranstaltete prächtige Feste mit Stunden dauernden Feuerwerken. Markus Fugger erlitt 1595 einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Das Geschäft ging auf seinen Bruder Hans über. Fugger starb etwa zwei Jahre später und wurde in der Andreaskapelle der katholischen Kirche St. Ulrich und Afra in Augsburg bestattet.

Hippologe

Pferdeliebhaber kennen Markus Fugger bis heute als Verfasser eines der ersten neuzeitlichen Handbücher über Pferdezucht. Von der Gestüterey erschien 1578 in Frankfurt und erneut 1584.<ref name='olms'/> Beide Ausgaben liegen in Kleinfolio vor und sind mit Holzschnitten versehen. Es ist das erste bekannte in deutscher Sprache verfasste Werk über Gestütskunde. Für dieses Werk beauftragte Fugger seine Stallmeister, Arbeiten zu verschiedenen Themenbereichen wie Reitkunst, Gebisskunde und Pferdeheilkunde zu verfassen. Zu den Stallmeistern Fuggers gehörten unter anderem Mang Seuter, der 14 Jahre für ihn arbeitete, sowie Veit Forster, der auch als Dufft oder Tufft bezeichnet wurde. Forster gilt als Begründer einer veterinärmedizinischen Schule und als Förderer der deutschen und ausländischen Tierheilkunde.<ref name='got'>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Die Ausgabe 1611 von trägt den vollen Titel: Von der Gestüterey/ Das ist Ein /grundtliche Beschreibung/ wie vnd wa man ein Gestüt von guten/ edlen Kriegsrossen auffrichten/ vnderhalten/ und wie man/ die jungen von einem Jar zu dem andern erziehen soll/ biß sie einem/ Bereiter zum abrichten zuvndergeben/ vnd so sie abgericht in langwiriger Gesundheit zu erhalten:/ Allen liebhabern der Reytterey hoch und nideren Stands zu/ ehren vnd gefallen gestellet und an tag gegeben/ durch den wolgebornen/ Herrn Marxen Fuggern/ Herrn von Kirchberg und Weissenhorn. Anno MDCXI. Diese Ausgabe hat 130 Doppelseiten und 24 Kapitel.<ref name='fugger'>Von der Gestüterey, Markus Fugger, Verlag Nicolaus Rothen, Frankfurt am Main, 1611</ref>

Das 24. Kapitel hadelt Von den Gebrechlichkeiten vnnd mangel der Roß/ auch was daran zubetrachten/ so mans kauffen will. Er rät ab Seite 122 r dazu, das Pferd vor dem Kauf genau zu begutachten und sich einen Gesamteindruck zu verschaffen. Man sollte sich die Gliedmaßen und den Kopf genau anschauen, auf Auffälligkeiten in der Bewegung und bei Belastung unter dem Reiter achten, selbst Probereiten, das Fressverhalten beobachten und auf Hinweise für Rosstäuscherei achten.<ref name='fugger'/><ref name='got'/>

Eine von Johann Gottlieb Wolfstein um einen zweiten Teil ergänzte Übersetzung aus dem Altdeutschen kam 1802 in Wien unter dem Titel Von der Zucht der Kriegs- und Bürgerpferde heraus.<ref name='olms'>Reprint: Georg Olms, Augsburg 1999 (bei Google Books)</ref>

Familie

1557 heiratete er Gräfin Sibylla von Eberstein (1531–1589). Die Heirat verband die Familie Fugger mit einer Reihe von Geschlechtern des Hochadels in Südwestdeutschland: den Markgrafen von Baden-Sponheim, den Grafen von Hanau-Lichtenberg und den Grafen von Eberstein. Sie hatten 13 Kinder, 8 Mädchen und 5 Jungen. Allerdings starb der durch ihn begründete Familienzweig 1671 im Mannesstamm aus. Seine Kinder waren:

  1. Katharina (*/† 1557)
  2. Johanna (1558–1597), ⚭ 1576 Karl von Wolkenstein
  3. Anna (*/† 1559)
  4. Georg (1560–1634), ⚭ 1583 Helena von Madruzzo
  5. Regina (1561–1562)
  6. Anton (1563–1616), 1.) ⚭ 1591 Barbara von Montfort, 2.) ⚭ 1602 Elisabeth Fugger
  7. Maria Magdalena (1566–1646), ⚭ 1583 Nikolaus Palffy
  8. Wilhelm (*/† 1566)
  9. Susanna (*/† 1567)
  10. Philipp (1567–1601), ⚭ 1594 Barbara Fugger
  11. Anna Sibylla (1569–1587), ⚭ 1587 Wolf Jakob zu Schwarzenberg
  12. Elisabeth (* 1570), ⚭ 1589 Wilhelm von Oettingen-Wallerstein
  13. Helena (1572–1618)
  14. Albrecht (1574–1614), 1595 ⚭ Veronika Fugger

Einzelnachweise

<references />

Literatur

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  • Klaus Lötzsch: Historische Beziehungen der Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach Schwaben im 16. Jahrhundert. Dynastische Verbindung zum Hause Fugger – Graf Philipp IV. auf dem Reichstag zu Augsburg 1566. In: Babenhäuser Mosaik = Babenhausen einst und jetzt, 20. Babenhausen 1990. S. 7–19.
  • Mark Häberlein: Die Fugger. Geschichte einer Augsburger Familie (1367–1650). Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-17-018472-5.
  • Franz Herre: Die Fugger in ihrer Zeit, 12. Auflage, Wißner Verlag, Augsburg 2005, ISBN 3-89639-490-8.
  • Martin Kluger: Die Fugger. Die deutschen Medici in und um Augsburg, Context Verlag, Augsburg 2009, ISBN 978-3-939645-13-9.

Weblinks

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