Melkendorf (Kulmbach)
Melkendorf Große Kreisstadt Kulmbach
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(699)&title=Melkendorf 50° 5′ N, 11° 25′ O
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| Höhe: | 311 (296–312) m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 699 (23. Juli 2013)<ref name="Kulmbach">https://www.kulmbach.de/xist4c/web/Kulmbach-Rathaus-Stadtteile_id_275_.htm</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1976 | |||||
| Postleitzahl: | 95326 | |||||
| Vorwahl: | 09221 | |||||
Melkendorf (oberfränkisch: Melgndoaf<ref>E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „melgndoʳf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Kulmbach im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Melkendorf hat eine Fläche von 4,546 km². Sie ist in 1121 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 4055,53 m² haben.<ref>Gemarkung Melkendorf (091755). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 14. Dezember 2024.</ref> In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Oberauhof, Steinenhausen und Unterkodach.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 14. Dezember 2024.</ref>
Geographie
Das Pfarrdorf liegt am Zusammenfluss von Rotem und Weißem Main zum Main.
Die Staatsstraße 2190 führt nach Katschenreuth (1,8 km südwestlich) bzw. nach Kulmbach zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 289 (1,6 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Kulmbach zur Bundesstraße 85 (2,2 km nordöstlich) und nach Unterzettlitz (1,6 km südöstlich). Anliegerwege führen nach Steinenhausen (1 km südwestlich) und nach Oberauhof (0,9 km westlich).<ref>Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 14. August 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Bis 1993 wurde ein Haltepunkt an der Strecke Thurnau–Kulmbach bedient. Diese wurde stillgelegt und weitgehend abgebaut.
Geschichte
Melkendorf lag an der Fernhandelsstraße Bamberg–Böhmen. 1303 wurde er als „Melchendorf“ erstmals urkundlich erwähnt und 1317 mit dem heutigen Namen „Melkendorf“. Das Bestimmungswort ist Madaleich, der Personenname des Siedlungsgründers.<ref>E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 109f.</ref>
Das Schloss Steinenhausen der Grafen von Henneberg wurde im Jahr 1316 befestigt. Im Jahr 1430 wurde der Ort, ebenso wie Kulmbach, beim Einfall der böhmischen Hussiten zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Im Zuge der Reformation wurde Melkendorf 1525 protestantisch. Noch zweimal wurde er im Bundesständischen Krieg am 14. Juli 1553 sowie im Dreißigjährigen Krieg am 15. März 1634 durch die Soldaten des Herzogs von Weimar zerstört.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Melkendorf 55 Anwesen, eine Kirche und ein Pfarrhaus. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Dieses hatte zugleich die Dorf- und Gemeindeherrschaft. Grundherren waren
- das Kastenamt Kulmbach (6 Anwesen: 1 Mahlmühle, 1 Wirtshaus, 1 Schmiede, 1 Höflein, 1 Söldengütlein, 1 Haus),
- der Markgräfliche Lehenhof Bayreuth (11 Anwesen: 1 Gut, 2 Gütlein, 2 Söldengüter, 3 Tropfgüter, 2 Tropfhäuser, 1 Hofstatt),
- das Rittergut Steinenhausen (13 Anwesen: 4 Höfe, 9 Gütlein),
- das Seniorat von Guttenberg-Guttenberg (10 Anwesen: 3 Güter, 2 Gütlein, 1 Söldengut, 3 Häuser, 1 Kaplaneihaus),
- das Rittergut Kirchleus (11 Anwesen: 1 Halbhof, 1 Gut, 6 Gütlein, 1 Tropfgütlein, 1 Haus, 1 Hofstättlein),
- das Rittergut Breitenreuth (1 Hof),
- das Rittergut Katschenreuth (1 Gut),
- die Pfarrei Melkendorf (2 Gütlein).<ref>R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 619. Dort werden fälschlicherweise nur 53 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.</ref>
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach.<ref name="B765">R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 765f.</ref> Mit dem Gemeindeedikt wurde 1811 der Steuerdistrikt Melkendorf gebildet, zu dem Affalterhof, Ameisloch, Frischenmühle, Herlas, Hitzmain, Kessel, Oberauhof, Oberzettlitz, Plosenberg, Unterkodach, Unterzettlitz, Weiher und Windischenhaig gehörten.<ref>R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 786.</ref> 1812 wurde der Steuerdistrikt neu strukturiert. Zu diesem gehörten nun Oberauhof, Steinenhausen und Unterkodach. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Melkendorf, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kulmbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kulmbach (1919 in Finanzamt Kulmbach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden einige Anwesen bis 1848 Patrimonialgerichten, die an die Stelle der ehemaligen Rittergüter traten. Ab 1862 gehörte Melkendorf zum Bezirksamt Kulmbach (1939 in Landkreis Kulmbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kulmbach (1879 in das Amtsgericht Kulmbach umgewandelt).<ref name="B765"/> Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 4,546 km².<ref name="OV 1961"/>
Melkendorf wurde mit der Eröffnung der Bahnstrecke Bayreuth Altstadt–Kulmbach im Jahr 1908 an das Eisenbahnnetz angebunden. Seit dem 3. September 1993 (Einstellung des Bahnverkehrs auf der letzten Teilstrecke von Kulmbach) verkehren dort keine Personenzüge mehr.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Melkendorf am 1. Juli 1976 nach Kulmbach eingegliedert.<ref> </ref><ref>Kulmbach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 14. Dezember 2024.</ref>
Baudenkmäler
In der Bayerischen Denkmalliste sind 11 Baudenkmäler aufgeführt:
- St. Aegidius. Sie gilt als eine der ältesten Kirchen Oberfrankens.
- Friedhof
- Ehemaliges Kantorat
- Ehemaliges Schulhaus
- Drei Wohnhäuser
- Zwei Türrahmungen von Wohnhäusern
- Kleinbauernhaus
- Felsenkeller
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Abgegangenes Baudenkmal:
- Haus Nr. 4: Zweigeschossiger Sandsteinbau, von drei zu fünf Achsen, nach Mitte des 18. Jahrhunderts. Zweiläufige Freitreppe, Portalrahmung und Gebälksims profiliert.<ref>A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Kulmbach, S. 74. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.</ref>
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Melkendorf
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 440 | 462 | 435 | 432 | 400 | 426 | 401 | 419 | 449 | 458 | 451 | 463 | 463 | 442 | 484 | 522 | 539 | 606 | 662 | 1016 | 1078 | 947 | 1018 | 1020 |
| Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> | 65 | 71 | 78 | 79 | 76 | 86 | 110 | 147 | ||||||||||||||||
| Quelle | <ref name="B765"/> | <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 150, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> | <ref name="HGV" /> | <ref name="HGV" /> | <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 897, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> | <ref>
Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 140 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1070, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1018 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1065 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1100 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 952 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 700 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 162 (Digitalisat).</ref> |
Ort Melkendorf
| Jahr | 1809 | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2010 | 2013 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 322 | 389<templatestyles src="FN/styles.css" /> * | 357 | 365 | 410 | 423 | 488 | 878 | 866 | 890 | <templatestyles src="FN/styles.css" /> † | 718 | 699 |
| Häuser<ref name="Häuser" /> | 58<templatestyles src="FN/styles.css" /> * | 70 | 70 | 79 | 103 | 140 | <templatestyles src="FN/styles.css" /> † | ||||||
| Quelle | <ref>R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 725.</ref> | <ref name="B765"/> | <ref name="OV 1861" /> | <ref name="OV 1875" /> | <ref name="OV 1885" /> | <ref name="OV 1900" /> | <ref name="OV 1925" /> | <ref name="OV 1950" /> | <ref name="OV 1961" /> | <ref name="OV 1970" /> | <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 314 (Digitalisat).</ref> | <ref name="Kulmbach"/> |
<templatestyles src="FN/styles.css" />
Religion
Melkendorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Aegidius.<ref>R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 619.</ref><ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783769665543 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Johann Kaspar Bundschuh: Melkendorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 525–526 (Digitalisat).
- Vorlage:Gebessler Stadt und Landkreis Kulmbach
- Vorlage:Guttenberg Land- und Stadtkreis Kulmbach
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Melkendorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Melkendorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
<references responsive />
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