Menschlicher Schutzschild
Als menschlichen Schutzschild bezeichnet man das absichtliche Platzieren von Nichtkombattanten innerhalb, in der Nähe oder vor einem militärischen Ziel, um den Gegner so von einem Angriff abzuhalten.<ref>Vgl. für den Rückzug der deutschen Truppen in der Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs: Kathrin Janka, Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“: Geraubte Leben. Zwangsarbeiter berichten. Böhlau Verlag, Köln/Weimar 2008, ISBN 978-3-412-20092-3, S. 247</ref> Die Verwendung menschlicher Schutzschilde ist nach den Genfer Konventionen illegal.
Hintergrund
Der Begriff „menschlicher Schutzschild“ entstand erst nach dem Zweiten Weltkrieg, obwohl die Praxis des menschlichen Schutzschildes bereits seit langer Zeit verbreitet war. Im siebten Jahrhundert setzten beispielsweise chinesische Herrscher sogenannte „barbarische“ Stämme an der Turko-Mongolischen Grenze als menschliche Puffer ein, während die Mongolen während ihrer Eroberungen Gefangene als Schutzschilde verwendeten. Im elften Jahrhundert wurden Kreuzfahrer dazu angehalten ihre muslimischen Gefangenen nackt und in Ketten dem feindlichen Beschuss auszusetzen. Auch im gesamten Mittelalter wurden Geiseln in verschiedenen Schlachten und Konflikten als menschliche Schutzschilde eingesetzt.<ref>Neve Gordon, Nicola Perugini: Human shields: a history of people in the line of fire. University of California Press, Oakland, California 2020, ISBN 978-0-520-97228-5, S. 2.</ref>
Es gilt zwischen freiwillig gestellten und erzwungenen Menschlichen Schutzschilden zu unterscheiden, wobei unfreiwillige menschliche Schutzschilde eine bedeutendere Rolle gespielt haben als freiwillige Schutzschilder.<ref>Neve Gordon, Nicola Perugini: Human shields: a history of people in the line of fire. University of California Press, Oakland, California 2020, ISBN 978-0-520-97228-5, S. 3.</ref> So können menschliche Schutzschilde zum Schutz einsatzbereiter Waffen und Waffenlager eingesetzt werden.<ref>Gregoria Palomo Suárez: Kindersoldaten und Völkerstrafrecht. Die Strafbarkeit der Rekrutierung und Verwendung von Kindersoldaten nach Völkerrecht. BWV Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-8305-1651-4, S. 221.</ref> Dies gilt als besonders grausame Art der Kriegführung, da Zivilisten und allgemein Nichtkombattanten einem sehr hohen Risiko ausgesetzt werden. Teilweise wird hierbei auch expliziter Zwang angewendet. So ist es vorgekommen, dass Menschen angekettet wurden. Die Angreifer werden vor die Wahl gestellt, entweder Unschuldige umzubringen oder von einem Angriff auf das militärische Ziel abzusehen – mit den möglichen (militärischen) Folgen.<ref>Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (Hrsg.:) Internationale Politik. Band 61, 2006, Ausgaben 5–8, S. 30, ISSN 0014-2476.</ref> Die Nutzung menschlicher Schutzschilde zur Erlangung militärischer Ziele gilt laut dem Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs als Kriegsverbrechen.<ref>By Putting Civilians In Harm’s Way To Get To Militants, Army Violates Laws To Which India Is A Signatory. Abgerufen am 2. Juli 2024.</ref> Menschliche Schutzschilde wurden von Friedensaktivisten aber auch schon freiwillig gestellt.<ref>Neve Gordon, Nicola Perugini: Human Shields, a history of people in the line of fire. In: University of California Press. 2020, S. 4, abgerufen am 1. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Israelisch-Palästinensischer Konflikt
Während der Zweiten Intifada (2000–2005) setzte das israelische Militär wiederholt palästinensische Zivilisten als menschliche Schutzschilde ein, insbesondere bei Einsätzen in dicht besiedelten palästinensischen Städten. Soldaten zwangen willkürlich ausgewählte Zivilisten dazu, gefährliche Aufgaben zu übernehmen, die ihr Leben unmittelbar gefährdeten. Dazu gehörte das Betreten potenziell verminter Gebäude, das Entfernen verdächtiger Gegenstände von Straßen, das Verweilen in Häusern, die als militärische Stellungen dienten, sowie das Gehen vor bewaffneten Soldaten, um sie vor Beschuss zu schützen – teils unter direkter Bedrohung mit gezogener Waffe.<ref>Neve Gordon, Nicola Perugini: Human shields: a history of people in the line of fire. University of California Press, Oakland, California 2020, ISBN 978-0-520-97228-5, S. 206.</ref>
Während der Militäroperation Protective Edge im Jahr 2014 veröffentlichte die israelische Armee zahlreiche Infografiken, die sich thematisch auf den Vorwurf des Einsatzes menschlicher Schutzschilde durch militante palästinensische Gruppen konzentrierten. Ein zentrales Motiv dieser Darstellungen war die Gleichsetzung der asymmetrischen Konfliktsituation zwischen der eingeschlossenen Bevölkerung Gazas und den israelischen Streitkräften. Durch Slogans wie „Some bomb shelters shelter people. Some shelter bombs“ („Manche Luftschutzkeller schützen Menschen, andere schützen Bomben“) wurde suggeriert, dass beide Seiten über vergleichbare räumliche und militärische Bedingungen verfügten, was die tatsächlichen Machtverhältnisse verzerrte.<ref>Neve Gordon, Nicola Perugini: Human shields: a history of people in the line of fire. University of California Press, Oakland, California 2020, ISBN 978-0-520-97228-5, S. 173.</ref> In den Infografiken wurde zudem behauptet, dass palästinensische Kämpfer zivile Räume wie Wohnhäuser, Schulen und Krankenhäuser zur Lagerung von Waffen nutzten. Diese Darstellung implizierte, dass die Funktion als Waffenversteck die ursprüngliche Bedeutung dieser Orte – etwa als Schutzraum oder privater Rückzugsort – überlagere. Angesichts der Tatsache, dass laut den Vereinten Nationen rund 18.000 Wohnhäuser während des Konflikts zerstört oder schwer beschädigt wurden, erscheint es jedoch unwahrscheinlich, dass alle als militärische Ziele dienten. Die Kategorisierung ziviler Gebäude als Schutzschilde diente unter anderem dazu, die mangelnde Präzision israelischer Angriffe zu verschleiern und die hohe Zahl ziviler Opfer sowie die Zerstörung von Infrastruktur zu rechtfertigen.<ref>Neve Gordon, Nicola Perugini: Human shields: a history of people in the line of fire. University of California Press, Oakland, California 2020, ISBN 978-0-520-97228-5, S. 175.</ref> Auch die Gegenseite ist mit diesen Vorwürfen konfrontiert. Laut israelischen Angaben forderten im Gazastreifen die islamistischen Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad sowie der Fernsehsender al-Aqsa TV während der Operation Protective Edge 2014 die Zivilbevölkerung mehrfach zur Formierung menschlicher Schutzschilde auf, um bestimmte Gebäude vor der Zerstörung durch die israelischen Streitkräfte zu schützen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bericht über Aufruf zum menschlichen Schutzschild ( des Vorlage:IconExternal vom 23. Januar 2009 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf al-Aqsa TV</ref>
Im Zuge des Terrorangriffs auf Israel 2023 und des daraus folgenden Krieges in Gaza habe sich laut Angaben von Heinrich Wefing (Die Zeit) die Hamas dieser Methode bedient. Nach Ansicht der Völkerrechtlerin Anne Peters stelle das ein Kriegsverbrechen dar.<ref>Heinrich Wefing: Darf man Leid aufrechnen? Recht auf Selbstverteidigung, Mitleid für Gaza – Israels Reaktion auf den Terrorangriff stellt nicht nur die eigene Armee vor grauenhafte Dilemmata. In: Die Zeit, Ausgabe Nr. 44, 19. Oktober 2023, S. 3.</ref> So sei nach israelischen Angaben zum Beispiel der Leichnam von Mohammed Sinwar, seinerzeit Führer der Qassam-Brigaden, in einem Tunnel aufgefunden worden, den die Hamas unter dem Europäischen Krankenhaus in Chan Yunis gegraben habe. Damit sei zivile Infrastruktur als Schutzschild missbraucht worden.<ref>BBC: Israel says Hamas Gaza chief Sinwar's body identified. 8. Juni 2025, abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Juni 2024 warfen die Vereinten Nationen (UNO) den israelischen Streitkräften vor, Palästinenser als Schutzschilde im Westjordanland missbraucht zu haben.<ref>Julian Borger: ‘Unprecedented scale’ of violations against children in Gaza, West Bank and Israel, UN report says. In: The Guardian. 11. Juni 2024, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 23. Juni 2024]).</ref> Die Zustimmung zur Anwendung dieser missbräuchlichen Praxis ist in Israel inzwischen hoch, wie eine Befragung des Israeli Voice Index vom 20. November 2024 ergab, als fast die Hälfte der Befragten angaben, sie würden den Einsatz palästinensischer Gefangener als menschliche Schutzschilde befürworten.<ref name=":0">Samy Cohen: Tuer ou laisser vivre : Israël et la morale de la guerre. Éditions Flammarion, Paris 2025, ISBN 978-2-08-046824-6, 185; 292 und Fußnote 43, S. 344.</ref>
Menschenrechtsorganisationen
2002 beschuldigte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Israel, in der Operation Schutzschild in der Stadt Dschenin im Westjordanland menschliche Schutzschilde eingesetzt zu haben.<ref name=":0" /> Im Bericht Promoting Impunity: The Israeli Military’s Failure to Investigate Wrongdoing von 2005 kritisiert Human Rights Watch, dass israelische Streitkräfte während Militäroperationen in den besetzten palästinensischen Gebieten wiederholt palästinensische Zivilpersonen als menschliche Schutzschilde eingesetzt haben. Der Bericht dokumentiert unter anderem Fälle aus Dschenin, bei denen palästinensische Männer unter Zwang vor israelischen Soldaten hergingen. Diese Praxis verstößt gegen die Vierte Genfer Konvention und wurde vom Obersten Gerichtshof Israels im Jahr 2005 verboten, der sie als „grausam und barbarisch“ bezeichnete. Dennoch stellte Human Rights Watch fest, dass solche Methoden weiterhin angewendet wurden und die israelische Militärjustiz kaum wirksame Ermittlungen gegen beteiligte Soldaten einleitete.<ref>Promoting Impunity. In: Human Rights Watch. 21. Juni 2005 (hrw.org [abgerufen am 11. Juli 2025]).</ref>
2005 schrieb Human Rights Watch in seinem Bericht zum Gaza-Krieg 2008–2009: „Human Rights Watch fand in den dokumentierten Fällen keine Hinweise darauf, dass die zivilen Opfer von palästinensischen Kämpfern als menschliche Schutzschilde benutzt wurden oder im Kreuzfeuer zwischen kämpfenden Parteien starben. In allen Fällen schienen die israelischen Streitkräfte die Lage unter Kontrolle zu haben und palästinensische Kämpfer hatten das jeweilige Gebiet bereits verlassen.“<ref>Fred Abrahams: White Flag Deaths. In: Human Rights Watch. 13. August 2009 (hrw.org [abgerufen am 11. Juli 2025]).</ref> Behauptungen von israelischer Seite über den Einsatz menschlicher Schutzschilde seitens Palästinensern im Gaza-Krieg 2008–2009 wies Amnesty International zurück: „Entgegen wiederholten Behauptungen israelischer Offizieller über den Einsatz von ‚menschlichen Schutzschilden‘ fand Amnesty International keine Hinweise darauf, dass Hamas oder andere palästinensische Kämpfer Zivilisten gezielt dazu bewegten, militärische Ziele abzuschirmen […], ebenso wenig, dass sie Bewohner zwangen, in der Nähe solcher Gebäude zu bleiben oder diese nicht zu verlassen.“<ref>Israel/Gaza: Operation "Cast Lead": 22 days of death and destruction. 2. Juli 2009, abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2014 schrieb Amnesty International zur Operation Protective Edge: „Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt keine Beweise dafür, dass palästinensische Zivilisten von der Hamas oder anderen bewaffneten Gruppen während der aktuellen Kampfhandlungen absichtlich eingesetzt wurden, um bestimmte Orte, militärisches Personal oder Ausrüstung vor israelischen Angriffen zu ‚schützen‘“.<ref>Israel/Gaza: Operation "Cast Lead": 22 days of death and destruction. 2. Juli 2009, abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem führt auf ihrer Website eine eigene Rubrik „Human Shields“ (Menschliche Schutzschilde) auf und sammelt Berichte aus dem Westjordanland.<ref>https://www.btselem.org/ota/104/all?page=0</ref>
Ereignisse
2003 wurde die US-amerikanische Studentin Rachel Corrie durch einen israelischen Bulldozer getötet, während sie versuchte, ein palästinensisches Haus vor der Zerstörung zu bewahren.<ref>Promoting Impunity: The Israeli Military's Failure to Investigate Wrongdoing. Abgerufen am 2. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Mai 2024 setzten israelische Soldaten einen 80-jährigen Palästinenser in Gaza als menschlichen Schutzschild ein. Der Mann wurde gezwungen, verlassene Gebäude zu durchsuchen, während ihm eine Sprengschnur um den Hals gelegt wurde. Der betroffene Mann wurde nach dem Einsatz zusammen mit seiner Ehefrau freigelassen, jedoch kurz darauf von einer anderen Einheit, die nicht über die Freilassung informiert war, erschossen.<ref>Ben Reiff: Israeli soldiers used 80-year-old Gazan as human shield, then killed him. 16. Februar 2025, abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bei einem Einsatz des israelischen Militärs im Westjordanland im Juni 2024 banden israelische Soldaten einen verletzten Palästinenser auf die Motorhaube eines Militärjeeps und fuhren so mit ihm durch die Stadt Dschenin.<ref>Ibrahim Dahman, Benjamin Brown, Tim Lister, Lauren Izso, CNN: Israeli military straps injured Palestinian man to hood of jeep. 23. Juni 2024, abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Eine investigative Recherche der New York Times vom Oktober 2024 dokumentiert die systematische Praxis israelischer Streitkräfte, während des Gaza-Kriegs gefangene Palästinenser zu lebensgefährlichen Aufklärungsmissionen zu zwingen. Diese Einsätze, bei denen die Betroffenen verminte Gebäude, Tunnel oder potenzielle Hinterhalte erkunden mussten, sollten israelische Soldaten vor Risiken schützen. Die Zeitung identifizierte mindestens elf militärische Einheiten in fünf Städten, die diese Methode regelmäßig anwendeten, oft unter direkter Koordination mit Geheimdienstoffizieren.<ref>Natan Odenheimer, Bilal Shbair, Patrick Kingsley: How Israel’s Army Uses Palestinians as Human Shields in Gaza. In: The New York Times. 14. Oktober 2024, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 11. Juli 2025]).</ref>
Das sogenannte „Mosquito-Protokoll“ bezeichnet eine während des Kriegs in Gaza ab dem Jahr 2023 entwickelte Praxis innerhalb der israelischen Streitkräfte, bei der palästinensische Zivilpersonen oder Gefangene gezwungen wurden, vor israelischen Soldaten in potenziell gefährliche Gebäude, Tunnel oder andere militärisch verdächtige Orte zu gehen. Laut Recherchen von AP News und CNN wurde diese Methode während des Gaza-Kriegs systematisch in mehreren Regionen angewendet, darunter Gaza-Stadt, Chan Yunis und Rafah. Betroffene berichteten, dass sie mit Militäruniformen und Kameras ausgestattet wurden und Aufgaben wie das Öffnen von Möbeln, das Filmen unter Treppen oder das Entfernen von Gegenständen übernehmen mussten.<ref>Israeli use of human shields in Gaza was systematic, soldiers and former detainees tell the AP. 24. Mai 2025, abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Mick Krever, Jeremy Diamond: The Israeli military has used Palestinians as human shields in Gaza, soldier and former detainees say. 24. Oktober 2024, abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Irak
Vor dem Golfkrieg im Jahre 2003, reisten Friedensaktivisten in den Irak um den Krieg zu verhindern.<ref>Human shield protest in Iraq: Ask campaign leader. 16. Januar 2003 (bbc.co.uk [abgerufen am 2. Juli 2024]).</ref><ref>Human Shield Action to Iraq. Abgerufen am 2. Juli 2024.</ref>
Völkerrechtliche Einschätzung
In Bezug auf den Luftangriff bei Kundus im Jahr 2009 äußerte der Völkerrechtler Claus Kreß, dass Zivilpersonen, die sich freiwillig als menschliche Schutzschilde zur Verfügung stellen und dadurch einen gezielten Angriff auf militärische Ziele verhindern, aus völkerrechtlicher Sicht problematisch seien. Er vertrat jedoch die Auffassung, dass Zivilisten, die sich ohne feindlichen Willen in eine potenziell gefährdete Position begeben, nicht als legitime militärische Ziele gelten dürften.<ref>Thomas Darnstädt: »Da gilt Kriegsrecht«. In: Der Spiegel. 25. September 2009, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 11. Juli 2025]).</ref>
Literatur
- Glenda Lockwood, Christopher Mowbray: Mein Kind, ein menschlicher Schutzschild. Luebbe, Bergisch Gladbach 1991, ISBN 3-404-61227-2.
- Neve Gordon, Nicola Perugini: Human Shields: A History of People in the Line of Fire. University of California Press 2020, ISBN 978-0520301849.
Weblinks
- Menschlicher Schutzschild verhindert Luftangriff. Welt Online, 19. November 2006, abgerufen am 24. Mai 2013.
Einzelnachweise
<references />