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Menzingen (Kraichtal)

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Menzingen
Stadt Kraichtal
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2092)&title=Menzingen 49° 8′ N, 8° 46′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2092) 49° 8′ 15″ N, 8° 46′ 21″ O
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Höhe: 182 m
Einwohner: 2092 (30. Sep. 2023)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. September 1971
Postleitzahl: 76703
Vorwahl: 07250

Menzingen (südfränkisch: Menzinge) ist ein Stadtteil von Kraichtal im Landkreis Karlsruhe im nordwestlichen Baden-Württemberg.

Geographie

Menzingen liegt in der Hügellandschaft des Kraichgaus im Tal des Menzinger Dorfbachs, der über den Börsbach weiter südwestlich bei Gochsheim in den Kraichbach entwässert. Die Gemarkungsfläche beträgt 1.567,6214 ha. Die Gemarkung wurde einst von stark zersplitterten Ackerparzellen sowie zahlreichen Hohlwegen geprägt, hat jedoch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch eine vollständige Flurbereinigung ihren ursprünglichen Charakter weitgehend verloren. Der historische Siedlungskern liegt im Norden des Ortes bei den beiden Herrensitzen. Die Siedlung hat sich durch Neubau- und Gewerbegebiete in jüngerer Zeit jedoch stark nach Süden ausgedehnt.

Geschichte

Datei:Menzingen-rathaus-web.jpg
Rathaus in Menzingen

Menzingen wurde Jahr 770 anlässlich einer Schenkung erstmals urkundlich im Lorscher Codex erwähnt.<ref>Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2207, 23. Mai 770 – Reg. 494. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 73, abgerufen am 14. Februar 2016.</ref> In der Folge erlangte das Kloster Lorsch umfangreichen Besitz am Ort.<ref>Ortsliste zum Lorscher Codex, Menzingen, in: Archivum Laureshamense – digital, Universitätsbibliothek Heidelberg</ref> Im Spätmittelalter vergaben die Grafen von Katzenelnbogen die Ortsherrschaft an die Herren von Mentzingen, die den Ort als Teil des Ritterkantons Kraichgau bis 1805 beherrschten. Bereits 1359 wurden zwei Burgen am Ort erwähnt, vermutlich die Vorgängerbauten des Menzinger Wasserschlosses und der Schwanenburg. Die Oberlehensherrschaft lag ab dem 15. Jahrhundert bei den Landgrafen von Hessen. Der Ortsherr Peter von Mentzingen führte 1521 die Reformation und 1546 eine Dorfordnung ein. Mathäus Kochhaf († 1559), der Vater des Reformators David Chyträus, war ab 1530 evangelischer Pfarrer in Menzingen.

Die Schreibweisen des Ortsnamens und der Ortsherrschaft wechselten mehrfach. Die damals herrschaftliche Familie schreibt sich heute Mentzingen, während der Ortsname seit dem 19. Jahrhundert Menzingen geschrieben wird. Menzingen kam 1805 an Baden, gehörte dann zunächst zum Oberamt Gochsheim, ab 1813 zum Bezirksamt Bretten und ab 1924 zum Bezirksamt Bruchsal.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden unter anderem das Rathaus und das Wasserschloss durch einen Bombenangriff zerstört.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. Juni 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kraichtal.de Geschichte Menzingens</ref>

Am 1. September 1971 vereinigte sich Menzingen mit den Städten Gochsheim und Unteröwisheim sowie mit den Gemeinden Bahnbrücken, Landshausen, Münzesheim, Neuenbürg, Oberacker und Oberöwisheim zur neuen Stadt Kraichtal.<ref></ref>

Am 31. Dezember 2005 gab es in Menzingen 2094 Einwohner.

Wappen Menzingens
Wappen Menzingens

Wappen

Das Wappen des ehemals eigenständigen Menzingen zeigt auf silbernem Grund ein schwarzes Mühlrad.

Sehenswürdigkeiten

Datei:Menzingen-ruine18-web.jpg
Ruine von Wasserschloss Menzingen
Datei:Menzingen-schwanenburg-web.jpg
Schwanenburg

Das Wasserschloss Menzingen geht vermutlich auf die 1359 als Tiefburg erwähnte Burg zurück. Sie wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört und unter Peter von Mentzingen (1498–1565) von 1529 bis 1539 neu als dreistöckige und dreiflügelige Anlage im Stil der Renaissance errichtet. Das Schmuckwappen über dem Hauptportal stammt von 1707. Das Schloss war von 1723 bis 1790 unbewohnt, wurde danach aufgestockt und galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts als das authentischste Wasserschloss im Kraichgau. Die nach der Zerstörung am 2. April 1945 überwachsene Ruine wurde erst nach 1991 wieder freigelegt und gesichert.

Südöstlich oberhalb des Wasserschlosses befindet sich die Schwanenburg, die 1569 erbaut wurde und im Kern auch auf ein älteres Bauwerk zurückgeht. Das Hauptgebäude ist bis heute erhalten.

Nahe den beiden Herrensitzen im historischen Ortskern stehen noch zahlreiche historische Gebäude, darunter viele Fachwerkhäuser. Markant sind das Fachwerkgebäude mit dem Säulenvorbau in der Oberen Schlossstraße, das barocke Anwesen mit Tordurchfahrt unterhalb der Schwanenburg und ein Wohnhaus mit Kieselmosaikfassade aus dem späten 19. Jahrhundert in der Heilbronner Straße.

Datei:Menzingen-evmethkirch-web.jpg
Evangelische Kirche

Die evangelische Kirche geht auf eine im Jahr 770 erwähnte Nazariuskirche zurück, wurde jedoch 1846 bis 1848 an anderer Stelle als die kleinere und baufällige Vorgängerin neu errichtet. Das Denkmal für die Krieger von 1870/71 bei der evangelischen Kirche gestaltete der Brettener Bildhauer Ludwig Christof Meffle.<ref>Herbert Lohrer: Ludwig Christof Meffle, Stein- und Bildhauer in Bretten, in: Kraichgau 17, 2002, S. 191–196.</ref> Gegenüber der Kirche befindet sich das historische evangelische Pfarrhaus. Unweit der davon wurde 1958/59 die katholische Kirche St. Anna als Filialkirche von Landshausen erbaut.

Verkehr

Der Bahnhof Menzingen ist der Endbahnhof der Bahnstrecke von Ubstadt Ort (Kraichtalbahn). Er wird von Tram Trains der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft bedient.

Linie Linienverlauf Takt
S-Bahn

S 32

Menzingen (Baden) – Bahnbrücken – Gochsheim (Baden) – Münzesheim Ost – Münzesheim – Oberöwisheim – Unteröwisheim – Unteröwisheim Martin-Luther-Straße – Ubstadt Salzbrunnenstraße – Ubstadt Ort – Bruchsal Stegwiesen – Bruchsal Schlossgarten – Bruchsal – Bruchsal Gewerbliches Bildungszentrum – Untergrombach – Weingarten (Baden) – Karlsruhe-Durlach – Karlsruhe Hbf 20/40-Minuten-Takt, zu HVZ dritter Zug pro Stunde nach Bruchsal
Freizeitexpress Albtäler

(S-Bahn)

FEX

Menzingen (Baden) – Bahnbrücken – Gochsheim (Baden) – Münzesheim Ost – Münzesheim – Oberöwisheim – Unteröwisheim – Unteröwisheim Martin-Luther-Straße – Ubstadt Salzbrunnenstraße – Ubstadt Ort – Bruchsal Stegwiesen – Bruchsal Schlossgarten – Bruchsal – Bruchsal Gewerbliches Bildungszentrum – Untergrombach – Weingarten (Baden) – Karlsruhe-Durlach – Karlsruhe Hbf – Ettlingen West – Ettlingen Stadt – Busenbach – Etzenrot – Fischweier – Marxzell – Frauenalb-Schielberg – Bad Herrenalb Kullenmühle – Bad Herrenalb An Sonn- & Feiertagen um 08:20 Uhr &

15:20 Uhr

Bus

138

Menzingen Bahnhof – Menzingen Rathaus – Menzingen Schule – Landshausen Röhrbrunnen Von Montag bis Freitag:

20-Minuten-Takt

Bus

139

Neuenbürg Raiffeisenbank – Oberöwisheim Feuerwehrhaus – Oberöwisheim Friedhof – Oberöwisheim Neuenwegstraße – Oberöwisheim Bahnhof – Münzesheim Bahnhof – Oberacker Rathaus – Gochsheim Bauerbacher Straße – Gochsheim Krone – Bahnbrücken Gochsheimer Straße – Bahnbrücken Kindergarten – Bahnbrücken Bahnhof – Menzingen Bahnhof – Menzingen Rathaus – Landshausen Röhrbrunnen Von Samstag bis Sonntag, sowie an Feiertagen:

2-Stunden-Takt

Persönlichkeiten

  • Ernestine von Geusau, geb. Freiin von Mentzingen (1788–1852), Hofdame in Karlsruhe, komponierte und arrangierte Musik für Glasharmonika
  • Lippmann Hirsch Loewenstein (* 1. Dezember 1809 in Menzingen; † am 12. Dezember 1848 in Frankfurt-Rödelheim), Orientalist und Bibelübersetzer
  • Ferdinand Bernauer (* 23. Juli 1892 in Menzingen; † 16. Mai 1945 in Berlin), Geologe und Mineraloge

Literatur

  • Karl Diefenbacher: Ortssippenbuch Menzingen, Stadtteil von Kraichtal, Landkreis Karlsruhe. Lahr-Dinglingen: Interessengemeinschaft Badischer Ortssippenbücher 1987 (= Badische Ortssippenbücher 66); Bearbeiteter Zeitraum 1605–1900

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Menzingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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