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Mercedario

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Vorlage:Infobox Berg Der Mercedario ist ein Vorlage:Höhe hoher Berg der Anden in Argentinien.

Der Cerro del Mercedario gehört zur Hauptgebirgskette der Anden (Cordillera Principal) in der Region Cuyo, Provinz San Juan, im mittleren Westen Argentiniens nahe an der Grenze zu Chile. Er ist einer von mehreren Gipfeln der so genannten Cordón de la Ramada (Ramada-Kette<ref name="Steffen_1905" />), die alle 5500 m Höhe übersteigen. Als einer der höchsten Berge der Anden belegt er Platz acht in der Liste der Berge Südamerikas. Von seinem Gipfel aus ist über die anderen Berge hinweg der etwa 140 km entfernte Pazifik sichtbar.<ref name="Ceruti_2007" /> Die Höhenmessungen während des 19. und 20. Jahrhunderts ergaben rund 6800 m ü. M. (6797 m (Pisis, 1875),<ref name="Pissis_1875" /> 6770 m (Steffen, 1905),<ref name="Steffen_1905" /> 6800 m (Daszynski, 1934)<ref name="Daszynski_1934" />). SRTM-Daten zeigten in einer Version von vor 2006 einen Maximalwert von 6701 m, bzw. 33 m weniger, also 6668 m (ü. M. im EGM96 Geoid Modell).<ref name="Bolius_2006" /> Das zuständige Instituto Geográfico Nacional gab 2022 eine Gipfelhöhe von Vorlage:Höhe an.<ref name="IGN-AR" />

Der Mercedario liegt in einem Gebiet, das klimatisch als subtropisch semiarid klassifiziert wird.<ref name="Tamburini_2018" /> Die mittlere Jahresniederschlagshöhe beträgt dort weniger als 500 mm<ref name="Bolius_2006" /> und unterliegt großen Schwankungen.<ref name="Tamburini_2018" /> Für den Berg wird die mittlere Temperatur im Januar, dem Hochsommermonat auf der Südhalbkugel, auf –6 °C bis –11 °C geschätzt.<ref name="Bolius_2006" /> Es gibt zwei große Gletscher. Der Gletscher auf der Nordseite, La Ollada<ref name="Bolius_2006" /> oder La Hoyada<ref name="Tamburini_2018" /> genannt, liegt in einer Bodensenke<ref name="Tamburini_2018" /> etwa 1 km vom Gipfel entfernt mit einer gemessenen maximalen Eisdicke von 137 m (±13 %).<ref name="Bolius_2006" /> Bei einer Länge von etwa 3,5 km und einer variablen Breite von 1,3 bis 0,6 km reicht die Gletscherzunge hinab bis etwa 5700 m Höhe.<ref name="Bolius_2006" /> Die durchschnittliche Jahresnettoakkumulation des Schnees am Gletscher betrug bisher 450 mm Wasseräquivalent.<ref name="Bolius_2006" /> Der große Gletscher auf der Südostseite wird Caballito („Pferdchen“) genannt.<ref name="Tamburini_2018" />

Der Mercedario galt zu prähispanischen Zeiten als heiliger Berg, auf dem ein Bergheiligtum errichtet wurde. Unterhalb des Gipfels, am eisfreien nord-östlichen Abhang verteilt in 6000 bis 6500 m Höhe, befindet sich ein Zeremonialkomplex, der aufgrund der dort geborgenen Funde auf die Epoche der Inka datiert wird, die in dieser Region etwa von 1470 bis 1530 gedauert hat. Archäologen gehen davon aus, dass es sich um einen der wichtigsten seiner Art im Süden des Inkareiches handelte. Dazu gehört am unteren Hang auf um die 5300 m eine logistische Anlage, „Tambería de Pircas de Indios“ genannt. Es handelt sich dabei um einen Beherbergungs- und Versorgungskomplex, der wahrscheinlich der Akklimatisation der Priester und deren Helfer vor dem Aufstieg zum Gipfel diente.<ref name="Ceruti_2007" /> Das Gelände an dieser Anlage wird auch gegenwärtig noch als Ort zum Aufschlagen eines Basislagers zur Gipfelbesteigung genutzt.

Der Mercedario ist also schon vor wenigstens 500 Jahren zum ersten Mal bis zum Gipfel bestiegen worden. Ab dem 16. Jahrhundert wurde das durch die Zerstörung des Inkareiches und der nachfolgenden Zwangskatholisierung systematisch unterbunden. Erst wieder im 20. Jahrhundert entdeckten europäische Bergsteiger auf der Suche nach neuen Herausforderungen den abgelegenen Gipfel für ihre Zwecke. Victor Ostrowski und Adam Karpiński, zwei Mitglieder einer polnischen Expeditionsgruppe, erreichten den Gipfel am 18. Januar 1934.<ref name="Daszynski_1934" /> Die beiden folgenden dokumentierten Aufstiege sind die einer Gruppe argentinischer Soldaten von 1946,<ref>https://www.andeshandbook.org/montanismo/cerro/192/Mercedario</ref> und von argentinischen Bergsteigern am 9. Januar 1949.<ref name="CAB-4" />

Heute ist die Gipfelbesteigung als organisierte kommerzielle Touristenattraktion ohne technische Anforderungen für jeden durchführbar, der dazu körperlich in der Lage ist.<ref>https://www.argentinaextrema.com/ascenso-al-cerro-mercedario-las-10-mas-altas-de-america-san-juan-es-406.php</ref> Da der Berg im Grenzgebiet liegt, gibt es mehrere Kontrollstellen der Gendarmerie. Es wird im größeren Umkreis Kupferabbau betrieben. Der Zugang erfolgt oftmals vom Ort Barreal. Nach ca. 35 km erreicht man die Hauptkontrollstelle Las Juntas am Zusammenfluss von zwei Gewässern. Der Zugang erfolgt über eine Brücke. Die Bergwerksgesellschaft fordert ein Permit. Das Bergwerk selbst erreicht man von Las Juntas aus nach 121 km. Der Gendarmerie Posten Las Juntas existiert schon seit Jahren nicht mehr. Daher freie Durchfahrt über die Brücke. Ob noch ein Permit vom aktiven Bergwerk el Pachón (der Dachsbau) gefordert wird, ist nicht bekannt.

Wer ins Coloradotal mit Südwand will, wird im südlichen Posten Santa Ana abgesetzt. Wer Richtung Ostwand oder Normalroute will, wird bis oberhalb von Laguna Blanca zur brüchigen Schutzhütte vom Club Andino befördert. Auch von dort wieder abgeholt. Seit ca. 2007 können auch Sat.-Telefone gemietet werden.

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references>

<ref name="Bolius_2006" > Bolius, David et al. A first shallow firn-core record from Glaciar La Ollada, Cerro Mercedario, central Argentine Andes. Annals of glaciology 43 (2006): 14-22. (pdf, 671 KB, abgerufen am 7. Mai 2022) </ref>

<ref name="Ceruti_2007" > Ceruti, María Constanza. Panorama de los santuarios Inca de alta montaña en Argentina. Arqueología y Sociedad, Nº 18, 2007 (pdf, 1,73 MB, abgerufen am 7. Mai 2022) </ref>

<ref name=" Daszynski_1934" > Daszynski, S. W. A Polish expedition to the High Andes. The Geographical Journal 84.3 (1934): 215-223. (online, abgerufen am 7. Mai 2022) </ref>

<ref name="Steffen_1905" > Steffen, Hans. Neue Forschungen in den chilenisch-argentinischen Hochkordilleren. Geographische Zeitschrift 11.1. H (1905): 39-51. (online, abgerufen am 7. Mai 2022) </ref>

<ref name="Pissis_1875" > Pissis, Aimé. Geografía física de la República de Chile. Instituto Geográfico de Paris, C. Delagrave, 1875. (online, abgerufen am 7. Mai 2022) </ref>

<ref name="Tamburini_2018" > Tamburini Beliveau, Guillermo. Magnitudes y caracterısticas de los procesos geodinámicos en el ambiente glacial y periglacial del Cordón de la Ramada (Andes Centrales argentinos) mediante técnicas de teledetección. Dissertation Universidad Nacional de Rosario, 2018. (pdf, 8,23 MB, abgerufen am 7. Mai 2022) </ref>

<ref name="CAB-4" > Tercera Ascensión Al Cerro Mercedario - Club Andino Bariloche - Anuario -1950. (online) </ref>

<ref name="IGN-AR"> Instituto Geográfico Nacional: Alturas y Depresiones Máximas. (online, abgerufen am 19. Juni 2022) </ref> </references>