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Methylkautschuk

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Vorlage:Infobox Polymer

Methylkautschuk ist ein Polymerisat aus 2,3-Dimethylbutadien (Methylisopren), dessen industrielle Herstellung 1909 von Fritz Hofmann patentiert wurde.<ref>Vorlage:Patent</ref><ref>Biografien von Pionieren der Kunststofftechnik - Fritz Hofmann.</ref><ref name=":0">Vorlage:Literatur</ref> Vorher hatte schon Iwan Lawrentjewitsch Kondakow die Verbindung entdeckt, ohne ihre Bedeutung zu erkennen.<ref name="I. Franta">Vorlage:Literatur</ref>

Die Herstellung erfolgte seit 1912 aus Dimethylbutadien in einer drei bis fünf Monate dauernden Polymerisation bei 30 bzw. 70 °C unter Druck.<ref>Vorlage:Webarchiv.</ref> Die Monomere wurden bei der sogenannten Kaltpolymersation in Blechdosen eingelötet bzw. bei der Warmpolymersation in Stahlkesseln.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Obwohl sich die Synthese des Methylkautschuks im Vergleich zu Naturkautschuk als unrentabel herausstellte, wurde dieser während des Ersten Weltkrieges von den Farbfabriken Bayer (Leverkusen) hergestellt,<ref>Roland Burgard: Kunststoffe und freie Formen. Ein Werkbuch. Springer, Wien 2004; ISBN 3-211-21077-6; S. 20.</ref> da das Deutsche Kaiserreich von Naturkautschukimporten abgeschnitten war. Während des Ersten Weltkrieges produzierten die Werke etwa 2.400 Tonnen.<ref>Susanne Heim: Kalorien, Kautschuk, Karrieren. Pflanzenzüchtung und landwirtschaftliche Forschung in Kaiser-Wilhelm-Instituten 1933 bis 1945. Wallstein Verlag 2003; ISBN 3-89244-696-2, S. 128.</ref> Im Vergleich hierzu wurden im ersten Halbjahr 1913 10.600 Tonnen Naturkautschuk nach Deutschland importiert.<ref name=":0" /> Der Methylkautschuk hat annehmbare Hartgummi-, aber schlechte Weichgummieigenschaften. Aufgrund dieser schlechten Eigenschaften und des etwa zehnmal so hohen Preis wurde die Produktion nach dem Ersten Weltkrieg eingestellt.<ref>Kunststoff Lexikon, Carl Hanser Verlag München Wien, 8. aktualisierte und erweiterte Auflage, 1992.</ref> Künstlicher Kautschuk wurde zu Beginn der 1930er Jahre durch das wichtige Buna-Verfahren hergestellt.

Datei:2,3-Dimethyl-1,3-butadiene.svg
Das Monomer, 2,3-Dimethylbutadien

Einzelnachweise

<references />