Michael Güttler
Michael Güttler (* 1966 in Steinheidel) ist ein deutscher Dirigent.
Leben
Güttler besuchte die Dresdner Kreuzschule und absolvierte ein Studium im Fach Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.<ref name="Ortenau"> Sebastian Thomas: Am Ende spielt seine Familie die erste Geige. In: Stadtanzeiger Ortenau vom 25. Januar 2019. Abgerufen am 17. April 2026.</ref><ref name="NRW"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Michael Güttler ( vom 2. Mai 2016 im Internet Archive) – Vita; Kulturserver NRW.</ref> Anschließend wurde er in das Förderprogramm Dirigentenforum des Deutschen Musikrates aufgenommen.<ref name="NRW" /> Er gewann erste Preise beim Wettbewerb der Europäischen Gemeinschaft „Franco Capuana“ in Spoleto (1996), sowie „Bottega“ in Treviso (1994), dem Internationalen Dirigentenforum in Hamm 1993 und „Conduct for Dance“ in London (1993).<ref name="NRW" />
Ab 1995 arbeitete er am Teatro San Carlo in Neapel, wo er über 70 Vorstellungen dirigierte.<ref name="Ortenau" /><ref name="Masek">Karl Masek: Michael GÜTTLER – in St. Petersburg hat manches begonnen. Online Merker vom 9. Februar 2018. Abgerufen am 17. April 2026.</ref> Von 1998 bis zu seiner fristlosen Kündigung durch Intendant Dietmar Pflegerl im Mai 2002 war er Chefdirigent am Stadttheater Klagenfurt, wo er das Orchester vergrößerte, und zum damaligen Zeitpunkt der jüngste Chefdirigent Österreichs war.<ref name="Ortenau" /><ref>Anton Cupak: MICHAEL GÜTTLER: Sprachen sind für einen Dirigenten wichtig. Online Merker vom 13. September 2017. Abgerufen am 16. April 2026.</ref><ref>Stadttheater: Fristlose Entlassung des Chefdirigenten - Dirigentenkrieg von Klagenfurt ist zu Ende. In: Wiener Zeitung. 7. Mai 2002, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 19. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>"Dirigentenstreit" in Klagenfurt nimmt kein Ende auf www.derstandard.at, abgerufen am 22. Mai 2023</ref>
Nach seinem Einspringen für den erkrankten Valery Gergiev<ref name="Ortenau" /><ref name="Masek" /> am Mariinski-Theater in Sankt Petersburg mit Dirigaten von Wagners Der Ring des Nibelungen und Parsifal war Güttler von 2003 bis 2017 an diesem Theater ständiger Gastdirigent und dirigierte mehrere komplette Ring-Zyklen und die Wagner-Opern Tristan und Isolde, Lohengrin und Der fliegende Holländer. Er leitete am Mariinski-Theater außerdem Opern von Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini und Richard Strauss sowie verschiedene Konzertprogramme.
Von 2005 bis 2007 war er Generalmusikdirektor am Opernhaus in Jekaterinburg.<ref name="Ortenau" /> Mit dem Fliegenden Holländer, der in deutscher Sprache aufgeführt wurde, leitete er zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg eine Neuproduktion einer Oper von Richard Wagner an diesem Haus.<ref>Der Fliegende Holländer. Offizielle Internetpräsenz der Ural Opera. Abgerufen am 17. April 2026</ref> Diese und weitere Neuproduktionen unter seiner Leitung (u. a. Boris Godunow und Carmen<ref>Carmen. Offizielle Internetpräsenz der Ural Opera. Abgerufen am 17. April 2026</ref>) wurden für die „Goldene Maske“, den russischen Theaterpreis, nominiert.<ref name="Masek" /><ref>John Freedman: Golden Mask Nominees Announced. In: The Moscow Times vom 14. November 2013. Abgerufen am 17. April 2026</ref> Güttler selbst wurde mehrmals für die „Goldene Maske“ als „Bester Dirigent“ nominiert.<ref>Michael Güttler. Vita beim Musikfestival Ortenau. Abgerufen am 17. April 2026</ref>
Als Gastdirigent trat er unter anderem an der Wiener Staatsoper, an der Opéra National de Paris, an der Washington National Opera, am New National Theatre Tokyo und am Teatro Real de Madrid auf. Einen großen Erfolg hatte er im Mai 2007, als er kurzfristig an der Bastille-Oper mit Lohengrin (u. a. mit Waltraud Meier und Ben Heppner) einsprang.<ref>Pariser Oper: Dramatische Romanze aus Japan und ein Korb aus Russland in: Die Presse vom 29. Mai 2007</ref>
Er dirigierte außerdem an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, an der Hamburgischen Staatsoper, am Théâtre des Champs-Élysées und am Teatro Nacional de São Carlos Lissabon. Er leitete als Gastdirigent unter anderem das Israel Philharmonic Orchestra, das Orchestre de Paris, die Moskauer Philharmonie, die Russische Nationalphilharmonie und das Schwedische Radio-Sinfonieorchester.
In der Spielzeit 2009/10 dirigierte Güttler an der Deutschen Oper am Rhein Verdis Oper Un ballo in maschera. Seit der Spielzeit 2010/11 dirigiert er regelmäßig Aufführungsserien und Repertoirevorstellungen an der Wiener Staatsoper.<ref name="Masek" />
Von 2013 bis 2017 war Güttler Chefdirigent der Finnischen Nationaloper Helsinki.<ref name="Ortenau" /> Dort dirigierte er u. a. die Opern Boris Godunow, Pelléas et Mélisande, Die Meistersinger von Nürnberg, Aida, Die Zauberflöte, La Bohème, Der Rosenkavalier, Don Carlos, Die Nase und eine Anzahl von Konzertprogrammen.
Im Sommer 2015 leitete er die Neuproduktion der Oper Tosca bei den Opernfestspielen St. Margarethen.<ref>Gerald Heidegger: Tosca sucht den Blitzableiter. Aufführungskritik auf ORF.at vom 10. Juli 2015. Abgerufen am 16. April 2026.</ref> Im Sommer 2016 dirigierte er beim Glyndebourne Festival Richard Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg.<ref>Helmut Pitsch: Tradition und schöne Bilder dominieren. Aufführungskritik. Abgerufen am 16. April 2026.</ref>
2019 debütierte er bei den Tiroler Festspielen in Erl mit Dirigaten bei den Opern Parsifal und Guillaume Tell. Im Dezember 2019 leitete er das erste Gastspiel der Wiener Staatsoper in der Schweiz mit einer Aufführung von Don Giovanni in der Genfer Victoria-Hall.<ref>Rocco Zacheo: Le Staatsoper de Vienne a enchanté avec un «Don Giovanni» lumineux. In: Tribune de Genève vom 14. Dezember 2019. Abgerufen am 16. April 2026.</ref>
Am Hessischen Staatstheater Wiesbaden dirigierte er in der Spielzeit 2022/23 die Opernproduktionen Tristan und Isolde, Pique Dame, Nabucco und Konzertprojekte. Im Januar 2023 debütierte er mit Salome an der Mailänder Scala.<ref>Salome. Besetzung und Prioduktionsdetails. Abgerufen am 16. April 2026.</ref> Im Juni 2025 übernahm Güttler an der Wiener Staatsoper kurzfristig das Dirigat für eine Vorstellung der Oper Pique Dame.<ref>Pique Dame. Vorstellungsarchiv der Wiener Staatsoper. Abgerufen am 29. Juni 2025.</ref> Im Juni 2025 dirigierte er eine Aufführungsserie der Oper Tannhäuser in Budapest.<ref>Wagner: Tannhäuser. Abgerufen am 17. April 2026</ref> Im Dezember 2025 leitete er im Tschaikowsky-Konzertsaal in Moskau eine konzertante Lohengrin-Aufführung, die ausschließlich mit russischen Sängern besetzt war.<ref>Norman Lebrecht: German conductor earns $35,000 in Moscow gold. Abgerufen am 17. April 2026.</ref>
Sein Vater ist der Trompeter Ludwig Güttler.<ref name="Masek" /> Michael Güttler ist verheiratet und Vater von drei Kindern.<ref name="Ortenau" /><ref name="Masek" />
Weblinks
- Vorlage:Operabase
- Michael Güttler – Vita bei der Wiener Staatsoper
- Vorlage:Genitiv-s Auftritte an der Wiener Staatsoper
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Güttler, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Dirigent |
| GEBURTSDATUM | 1966 |
| GEBURTSORT | Steinheidel |