Zum Inhalt springen

Michael Steiner (Diplomat)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Steiner-Rassoul-Grossman in June 2011.jpg
Michael Steiner (links) mit Zalmay Rassoul (Mitte) und Marc Grossman bei einer Pressekonferenz in Kabul im Juni 2011

Michael Steiner (* 28. November 1949 in München) ist ein deutscher Diplomat im Ruhestand und war zuletzt, bis zu seiner Pensionierung 2015, Botschafter in Indien.

Leben

Steiner studierte in München und Paris Rechtswissenschaft und trat 1981 in den Auswärtigen Dienst ein. Nach Verwendungen in Zaire (jetzt Demokratische Republik Kongo), New York (an der Ständigen Vertretung bei den Vereinten Nationen), Prag und Zagreb koordinierte Steiner die deutsche Beteiligung an den Friedensbemühungen im ehemaligen Jugoslawien und ging von 1996 bis 1997 als Erster Stellvertretender Hoher Repräsentant nach Sarajevo. Am 30. September 1989 stand Steiner nach eigenen Angaben hinter Bundesaußenminister Genscher auf dem Balkon des Palais Lobkowitz.<ref>Dilli, Dilli – Geschichten aus Delhi. In: ARD-aktuell ARD-Aktuell. 8. Oktober 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Juni 2015; abgerufen am 20. Juni 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ardmediathek.de</ref>

Von 1998 bis 2001 war er als Nachfolger von Joachim Bitterlich der Außen- und Sicherheitspolitische Berater des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder im Amt eines Ministerialdirektors im Bundeskanzleramt. Nach der so genannten Kaviar-/Arschloch-Affäre musste er diesen Posten räumen und Dieter Kastrup folgte auf ihn. Von 2002 bis 2003 war Steiner Chef der UN-Übergangsverwaltung im Kosovo.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ehemalige Leiter des UNMIK (Englisch) (Memento vom 1. Oktober 2011 im Internet Archive)</ref> Ab dem Jahr 2003 vertrat er Deutschland bei den Vereinten Nationen in Genf. Im August 2007 folgte ihm Reinhard Schweppe in dieses Amt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ankunft Botschafter Schweppe (Memento vom 10. September 2007 im Internet Archive) Internetauftritt der Vertretungen Deutschlands in Genf</ref>

Steiner hätte daraufhin Deutscher Botschafter in Warschau werden sollen, jedoch verhinderte ein Kanzleramts-Veto seine Berufung. Nach Medienberichten galt Michael Steiner dem CDU-geführten Kanzleramt als zu SPD-nah und „raubauzig“.<ref>Kanzleramt bremst Steinmeier aus Spiegel Online, 28. April 2007</ref> Stattdessen erhielt den Posten Michael H. Gerdts, der zuvor Botschafter der Bundesrepublik in Italien war. Steiner übernahm im Gegenzug dessen Nachfolge in Rom, wo er bis zu seiner Berufung als Afghanistan/Pakistan-Beauftragter im März 2009 als Botschafter amtierte. Von April 2010 bis Februar 2012 war er Sonderbeauftragter der deutschen Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan.<ref>Auswärtiges Amt, Lebenslauf: Michael Steiner</ref> In diesem Amt folgte er Botschafter Bernd Mützelburg.

Ab Sommer 2012 wurde Steiner Botschafter in Indien<ref name="FAZTandoori">Stephan Löwenstein, Majid Sattar: Tandoori Chicken statt Froschschenkel. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29. Februar 2012, abgerufen am 1. März 2012.</ref> und am 30. Juni 2015 pensioniert.

Er ist (Stand März 2026) Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.<ref>Präsidium. In: DGVN. Abgerufen am 23. März 2026.</ref>

Michael Steiner ist verheiratet und lebt in München.

Weblinks

Commons: Michael Steiner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

VorgängerAmtNachfolger
Joachim BitterlichAußenpolitischer Berater des Bundeskanzlers
1998–2001
Dieter Kastrup
Thomas MatussekDeutscher Botschafter in Indien
2012–2015
Martin Ney

Vorlage:Hinweisbaustein