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Millonsche Base

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Die Millonsche Base ist eine hellgelbe Stickstoff-Quecksilber-Verbindung der Zusammensetzung (Hg2N)OH · 2 H2O. Sie ist nach ihrem Entdecker Eugène Millon benannt.<ref name="Römpp">Vorlage:RömppOnline</ref>

Gewinnung und Darstellung

Dargestellt wird die Millonsche Base bzw. deren Chlorid durch Kochen des „unschmelzbaren Präzipitats“:

<math>\mathrm{2\ Hg(NH_2)Cl \longrightarrow [Hg_2N]Cl + NH_4Cl}</math>

Auch aus Quecksilber(II)-oxid und wässrigem Ammoniak ist die Base zugänglich.<ref name="woc" />

<math>\mathrm{2 \ HgO + NH_3 \longrightarrow [Hg_2N]OH \cdot 2 H_2O \xrightarrow{110 \ ^\circ C} [Hg_2N]OH \cdot H_2O}</math>

Das Bromid lässt sich durch Reaktion von Quecksilber(II)-bromid mit Ammoniak gewinnen.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1059.</ref>

<math>\mathrm{2 \ HgBr_2 + 4 \ NH_3 \longrightarrow [Hg_2N]Br + 3 \ NH_4Br}</math>

Eigenschaften

Die Millonsche Base bildet kubische Kristalle. Die Kationen [Hg2N]+ bilden ein Raumgerüst ähnlich der Cristobalitstruktur (Modifikation von Siliciumdioxid, SiO2)<ref>Vorlage:Literatur</ref>, dessen Hohlräume durch Hydroxid-Ionen und Wassermoleküle besetzt werden.<ref name="woc" /> Hierbei ist jedes Quecksilberatom linear mit je zwei Stickstoffatomen verbunden, jedes Stickstoffatom ist tetraedrisch von 4 Quecksilberatomen umgeben. Die Millonsche Base sowie ihre Salze stellen somit den Zeolithen ähnliche Ionenaustauscher dar.<ref>Cotton-Wilkinson, Anorganische Chemie, 3. Auflage, Verlag Chemie 1974, ISBN 3-527-25503-6</ref>

Viele andere Salze der Millonschen Base sind bekannt, beispielsweise das Bromid, das orangebraune Iodid, das gelblichweiße, wasserunlösliche Nitrat und das Perchlorat.

Durch die intensive rotbraune Färbung des Iodids der Millonschen Base kann Ammoniak mit Hilfe von Neßlers Reagenz auch noch in Spuren nachgewiesen werden.<ref name="Ebel">S. Ebel, H. J. Roth (Herausgeber): Lexikon der Pharmazie. Georg Thieme Verlag, 1987, ISBN 3-13-672201-9, S. 440.</ref>

Die Base selbst wie auch ihre Salze sind wenig beständig und können insbesondere im trockenen Zustand auf Stoß oder Schlag explodieren.<ref>Vorlage:BibISBN</ref> Durch vorsichtiges Erhitzen lässt sich die Base reversibel in die braunen Hydrate (Hg2N)OH · H2O und (Hg2N)OH · 1/2 H2O überführen.<ref name="woc" /> Durch vollständige Entfernung des Hydratwassers entsteht das „Anhydrid der Millonschen Base“, (Hg2N)OH.<ref name="Römpp" />

Einzelnachweise

<references />