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Morbus Köhler I

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Der Morbus Köhler I oder die Juvenile Osteochondrose des Tarsus („jugendliche Umwandlung von Knorpel zu Knochen an der Fußwurzel“) ist die aseptische Knochennekrose des Os naviculare (Kahnbein der Fußwurzel) bei Kindern und Jugendlichen.<ref>Duden: Wörterbuch medizinischer Fachbegriffe. Dudenverlag, 10. Auflage, Berlin 2021, ISBN 978-3-411-04837-3, S. 444.</ref>

Das seltene Auftreten beim Erwachsenen wird als Müller-Weiss-Syndrom bezeichnet. Die Krankheit ist benannt nach Alban Köhler.<ref>Peter Reuter (Hrsg.): Springer Lexikon Medizin. Springer-Verlag, Berlin 2004, ISBN 978-3-540-20412-1, Lemma Köhler.</ref> Sie gehört zu den sogenannten präarthrotischen Fußdeformitäten.<ref>Wolfgang Dihlmann: Gelenke – Wirbelverbindungen. 2. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart / New York 1982, ISBN 3-13-471202-4, S. 408 f.</ref>

Definition und Abgrenzungen

Diese Köhlersche Krankheit heißt auch Köhler I oder aseptische Knochennekrose des Os naviculare pedis. Es handelt sich um eine aseptische juvenile Epiphyseonekrose des Kahnbeins am rechten oder linken Fuß. Diese Entwicklungsstörung tritt oft doppelseitig auf.<ref>Walter Guttmann: Medizinische Terminologie. 10. und 11. Auflage, Verlag Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1919, Spalte 618.</ref> Es besteht eine Androtropie. Es kommt zu schmerzhaften Weichteilschwellungen. Im Röntgenbild sieht man Verschmälerungen der Knochenbälkchen. Im späteren Verlauf kommt es zur Strukturverdichtung mit einer sogenannten Bisquitform des Knochens. Regelhaft kommt es nach drei Jahren zur Spontanheilung.<ref>Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Verlag Urban & Schwarzenberg, Loseblattsammlung, München / Berlin / Wien 1971, 4. Ordner (Hyperm–Mel), ISBN 3-541-84004-8, S. K 158.</ref>

Andere Namen sind Köhler-Krankheit und Köhler-Müller-Weiss-Syndrom. Es ist eine aseptische und avaskuläre Kahnbeinnekrose an einem Fuß.<ref>Peter Reuter: Springer Klinisches Wörterbuch 2007/2008. Springer-Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34601-2, S. 965.</ref> Der Morbus Köhler I ist vom Morbus Köhler II abzugrenzen; das ist die Köhler-Freiberg-Krankheit (Köhler-Syndrom II). Die Benennungen Köhler I und II sind Klinikjargon.

Die Köhlersche Krankheit (Köhler I) tritt meist einseitig auf, in 30 Prozent der Fälle aber beidseitig. Meistens sind Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren betroffen. Es kommt zu Fußschmerzen besonders bei Druck und Belastung.

Geschichte

Die Krankheit Köhler I wurde zuerst 1908 von Alban Köhler<ref>Alban Köhler: Ueber eine häufige, bisher anscheinend unbekannte Erkrankung einzelner kindlicher Knochen. In: Münchner Medizinische Wochenschrift vom 18. September 1908, 55. Jahrgang, S. 1823–1825. Ueber eine häufige, bisher anscheinend unbekannte Erkrankung einzelner kindlicher Knochen. Münchener medizinische Wochenschrift.</ref> und 1910 von Kay Schäfer beschrieben. Anfänglich sprach man nur von der Köhlerschen Krankheit.

Ursachen

Die Ätiologie ist unbekannt.

Klinik, Diagnostik und Differenzialdiagnostik

Datei:Köhler I.png
Morbus Köhler I bei einem achtjährigen Mädchen, normale Gegenseite

Es bestehen belastungsabhängige Schmerzen im Mittelfuß. Bei der klinischen Untersuchung findet man Druckschmerz und gelegentlich Schwellung über dem betroffenen Os naviculare.

Im Röntgenbild imponieren eine scheibenförmige Verschmälerung und eine zunehmende Knochendichte im Os naviculare. Ein schollenförmiger Zerfall des Knochens ist möglich. Weiterhin besteht eine Gelenkspaltverbreiterung zwischen Talus und Os naviculare.

Die Differenzialdiagnosen beinhalten eine posttraumatische Vaskularisationsstörung, einen Tumor, eine Entzündung sowie ein Os naviculare bipartitum. „Eine Fußwurzeltuberkulose muß differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden.“<ref>Günter Dahmen, Gerhard Josenhans, Karl Tillmann (Hrsg.): Erkrankungen des Bewegungsapparates. In: Praxis der Allgemeinmedizin, Band 14, Verlag Urban & Schwarzenberg, München / Wien / Baltimore 1985, ISBN 3-541-10911-4, S. 195.</ref>

Fehlt hingegen die klinische Symptomatik bei lediglich auffallender Struktur des Os naviculare im Röntgenbild, liegt in der Regel eine harmlose Normvariante vor (Ossifikationsvariante).<ref>Alban Köhler, Emil A. Zimmer, J. Brossmann, C. Czerny, Jürgen Freyschmidt: Grenzen des Normalen und Anfänge des Pathologischen in der Radiologie des kindlichen und erwachsenen Skeletts. 14. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart / New York 2001, ISBN 978-3-13-362214-1.</ref>

Therapie und Prognose

Bei akuten Schmerzen Ruhigstellung im Unterschenkelgips und Entlastung für acht bis zwölf Wochen, danach Einlagenversorgung in beiden Schuhen zur Unterstützung der Längswölbung. Meist erfolgt eine Restitutio ad integrum. Eine sekundäre Arthrose ist möglich.

Hinweise

Es gibt insgesamt fünf nach Alban Köhler benannte orthopädische Krankheiten an den Extremitäten (Köhlersche Krankheiten, Köhlersche Syndrome):

Irrtümlich wurden die Krankheiten Köhler I und Köhler II von Maxim Zetkin und Herbert Schaldach dem deutschen Biologen Georges Jean Franz Köhler zugeschrieben.<ref>Maxim Zetkin, Herbert Schaldach: Lexikon der Medizin, 16. Auflage, Ullstein Medical, Wiesbaden 1999, ISBN 978-3-86126-126-1, S. 1066.</ref>

Literatur

  • Thomas von Rothkirch, O. Schwarz, Rüdiger Döhler: Morbus Köhler I – Langzeitbeobachtungen bei 31 Fällen. In: Beiträge zur Orthopädie und Traumatologie. Band 34 (1987), S. 351–364.
  • Andreas B. Imhoff, Ralf D. Linke, René Baumgartner: Checkliste Orthopädie. 2., komplett überarbeitete und erweiterte Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart u. a. 2011, ISBN 978-3-13-142282-8.
  • Eva von Stillfried, Marc-André Weber: Aseptische Osteonekrosen bei Kindern und Jugendlichen. In: Der Orthopäde. Jahrgang 43 (2014), Nummer 8, S. 750–757.
  • Heidi L. Tuthill, Evan R. Finkelstein, Allen M. Sanchez, Paul D. Clifford, Ty K. Subhawong, Jean Jose: Imaging of Tarsal Navicular Disorders, A Pictorial Review. In: Foot & Ankle Specialist. Jahrgang 7 (2014), Nummer 3, S. 211–226.

Einzelnachweise

<references />

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