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Morsárfoss

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Vorlage:Infobox Wasserfall Der Morsárfoss ist mit einer Höhe von etwa 227 Metern der höchste Wasserfall Islands. Er befindet sich innerhalb des Vatnajökull-Nationalparks auf dem Gebiet der Gemeinde Hornafjörður in der Region Suðurland im Südosten Islands.

Der Morsárfoss wurde erstmals 2007 beobachtet<ref name="icelandreview 2011/16/06"/> und 2011 vermessen. Mit der genannten Höhe übertrifft er den Glymur, der lange als höchster Wasserfall in Island galt, um rund 30 Meter. Die tatsächliche Höhe des Morsárfoss, d. h. inklusive der von Eis verdeckt liegenden Teile am oberen und unteren Teil des Wasserfalls, wird auf mehr als 240 Meter geschätzt<ref name="icelandreview 2011/07/08"/>.

Name

Vorlage:Lang ist ein isländischer Ortsname, der "Wasserfall der Morsá" bedeutet. Morsá heißt der Fluss, der sich aus dem Schmelzwasser des Gletschers Morsárjökull, auf den der Morsárfoss hinabstürzt, speist und der nach einigen Kilometern in die Skeiðará mündet.

Dieser Name ist seit dem 14. August 2011 gültig<ref name="icelandreview 2011/19/07"/>. Er wurde durch eine Volksbefragung bestimmt, welche die Tageszeitung Morgunblaðið vom 14. bis 30. Juni 2011 durchführte<ref name="icelandreview 2011/19/07">Vorlage:Webarchiv in Iceland Review am 19. Juli 2011</ref>. Dabei gingen 1991 Antworten ein, bei denen 986 verschiedene Namen vorgeschlagen wurden. Morsárfoss war mit 119 Nennungen der populärste Vorschlag, gefolgt von Klettafoss ("Felsfall") und Morsi mit jeweils 56 Nennungen<ref name="icelandreview 2011/07/08">Vorlage:Webarchiv in Iceland Review am 8. Juli 2011</ref>. 50 Nennungen entfielen auf den Namensvorschlag Jökulfoss ("Gletscherfall"), 45 auf Morsárfossar<ref name="icelandreview 2011/16/06"/>. Die Mehrzahl der Namensvorschläge nahm Bezug auf die Höhe des Wasserfalls, den von ihm ausgehenden Lärm, seine Eigenschaften, unter einem Gletscher hervorzutreten bzw. halb von Eis verdeckt zu sein oder auf Ortsnamen in seiner Umgebung<ref name="icelandreview 2011/07/08"/>. Der Geologe Jón Viðar Sigurðsson, der für die Höhenvermessung mitverantwortlich war, hat auch den Namen Þrymur vorgeschlagen, einen Begriff aus der Nordischen Sagenwelt, der auf die Geräusche anspielt, die die häufig am Wasserfall herunterfallenden Eisblöcke verursachen, und der durch seinen Klang auch an den Namen Glymur erinnert<ref name="icelandreview 2011/07/08"/>.

Lage, Entstehung und Aussehen

Der Morsárfoss befindet sich an der Stelle, wo die Gletscherzunge Morsárjökull<ref name="icelandreview 2011/07/08"/> vom Plateaugletscher Vatnajökull abgeht. Dort befindet sich eine ursprünglich unter dem Gletschereis verborgene, nahezu senkrechte Felswand, die über einen Kilometer lang und ca. 240 m hoch ist. Vermutlich infolge der globalen Klimaerwärmung ist der Morsárjökull innerhalb einiger Jahrzehnte soweit abgeschmolzen, dass in seinem zentralen Teil seine Verbindung zum Vatnajökull abgerissen ist<ref name="icelandreview 2011/16/06"/>. Dadurch kam die Felswand ans Tageslicht<ref name="icelandreview 2011/16/06">Vorlage:Webarchiv in Iceland Review am 16. Juni 2011</ref> und der Morsárjökull beginnt nun quasi "aus dem Nichts" am Fuße der Felswand. Er fließt, zwischen zwei Bergen eingezwängt, etwa dreieinhalb Kilometer zu Tal und bringt an seinem Ende den kleinen Fluss Morsá hervor.

Das an der Felswand endende Plateau bedeckt weiterhin der Vatnajökull. Teile seines Schmelzwassers fließen unter dem Eis auf dem Felsplateau<ref name="Morgunblaðið 2011/14/06"> Stórfenglegir fossar í klettabelti innst á Morsárjökli in Morgunblaðið am 14. Juni 2011</ref>. Am oberen Rand der Felswand tritt das Wasser unter dem Eis hervor und stürzt sofort in einem Haupt- und mehreren kleineren Wasserläufen hinab<ref name="Morgunblaðið 2011/14/06"/> auf den darunter beginnenden Morsárjökull. Dort hat es eine zehn bis fünfzehn Meter tiefe Vertiefung zwischen dem Eis und dem Fels geschaffen<ref name="icelandreview 2011/07/08"/>. Andererseits befindet sich am Fuß der Wasserfälle eine Art Schwemmkegel aus Eis<ref name="Morgunblaðið 2011/14/06"/>, gebildet von den Séracs, die häufig über die Felskante hinabstürzen<ref name="icelandreview 2011/07/08"/>. Die herabfallenden Eisblöcke sind es auch, die verbieten, bis unmittelbar an den Wasserfall vorzudringen, etwa um seine Höhe direkt zu bestimmen<ref name="icelandreview 2011/07/08"/>.

Zugang

Der am einfachsten erreichbare Aussichtspunkt, um den Morsárfoss zu beobachten, befindet sich am Berg Kristínartindar, dessen Gipfel sich sechs Kilometer Luftlinie südlich des Wasserfalls befindet<ref name="icelandreview 2011/07/08"/>. Man erreicht den Berg nach einem mehrstündigen Fußmarsch ab dem ehemaligen Skaftafell-Nationalparkzentrum via den Wasserfällen Svartifoss und Skaðafoss<ref name="icelandreview 2011/07/08"/>.

Den Wasserfall erreicht man auch durch eine Gletscherwanderung dem Morsárjökull aufwärts folgend. Dazu wird jedoch adäquate Ausrüstung benötigt<ref name="icelandreview 2011/07/08"/>.

Höhenbestimmung

Die erste Höhenbestimmung war eine am 12. Juni 2011 vorgenommene Schätzung, die sich auf 228 Meter belief<ref name="icelandreview 2011/07/08"/>. Am 29. Juni unternahmen der Geologe Jón Viðar Sigurðsson, die Leiterin des Naturschutzgebiets Lónsöræfi Unnur Jónsdóttir und der Vatnajökull-Nationalpark-Ranger Guðmundur Ögmundsson eine Expedition<ref name="icelandreview 2011/07/08"/>, bei der sie drei Messungen an drei unterschiedlichen Orten vornahmen und zum Ergebnis kamen, dass die sichtbare Höhe des Wasserfalls 227,3 Meter beträgt<ref name="icelandreview 2011/07/08"/>, während die Gesamthöhe unter Berücksichtigung der durch Eis verdeckten Teile mehr als 240 Meter betragen müsste<ref name="icelandreview 2011/07/08"/>.

Siehe auch

Weblinks

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Anmerkungen und Einzelnachweise

<references />