Musa Dağı
Der Musa Dağı, auch Musa Dagh (armenisch Musa Ler, „Mosesberg“), ist ein 1355 Meter hoher Berg im Nurgebirge im Süden der Türkei. Er liegt südwestlich von İskenderun, rund 25 Kilometer westlich von Antakya an der nordöstlichen Mittelmeerküste im historischen kilikischen Kleinarmenien. Er wurde mitsamt seiner Historie um den Genozid an den Armeniern durch Franz Werfels Roman Die vierzig Tage des Musa Dagh bekannt.<ref>Wolfgang Treitler: Die Aktualität von Franz Werfels Roman "Die vierzig Tage des Musa Dagh"., In: Der Standard, 20. November 2023, abgerufen am 22. Dezember 2023.</ref>
Geschichtliches
Der Musa Dağı war Zufluchtsort einer widerständigen Gruppe Armenier. Mehr als 4000 Menschen flohen dorthin 1915 vor dem Völkermord, den die Regierung des Osmanischen Reiches an den Armeniern verübte. Angeführt wurden sie vom ehemaligen Offizier Moses Der Kalousdian.<ref>Mord an den Armeniern. Die Kinder des Musa Dagh Spiegel Online, 21. Mai 2007. Abgerufen am 20. Dezember 2010</ref>
Im Bericht über die Lage des armenischen Volkes in der Türkei von Johannes Lepsius aus dem Jahre 1916 wird das Ereignis erwähnt: Vorlage:Zitat
Tatsächlich waren fünf französische Kriegsschiffe am 12./13. September 1915 an der Rettung der insgesamt 4092 überlebenden Armenier vom Musa Dağı und deren Evakuierung nach Port Said beteiligt. Die Aktion fand unter dem Befehl von Konteradmiral Gabriel Darrieus statt<ref>Vizeadmiral Pierre Gabriel Darrieus</ref><ref>Le Contre-Amiral Darrieus, Commandant la 2e Division et p. i. la 3e Escadre de la Méditerranée, à M. Victor Augagneur, Ministre de la Marine, Dépêche n° 293. Secret. A bord du Jauréguiberry, en mer, le 22 septembre 1915.</ref>, Befehlshaber der 2. Division des 3. Mittelmeer-Geschwaders.<ref>Pierre Joseph Gabriel Georges Darrieus (* 21. Februar 1859 in Toulouse; † 21. September 1931 in Toulon), 1912 Konteradmiral, 1916 Vizeadmiral; 1889 war er Kommandant des ersten U-Boots der französischen Marine, der Gymnote.</ref> Beteiligt waren der Panzerkreuzer Amiral Charner (347 gerettete Armenier), der Panzerkreuzer Desaix (303), der Geschützte Kreuzer D’Estrées (459)<ref>Französischer Kreuzer D’Estrées</ref>, das Flugzeugmutterschiff Foudre (1042) und der Geschützte Kreuzer Guichen (1941)<ref>Französischer Kreuzer Guichen.</ref>
Von den armenischen Gedenkstätten auf dem Mosesberg ist so gut wie nichts übrig geblieben: Der Friedhof der Widerstandskämpfer ist zerstört,<ref>Foto des ehemaligen Friedhofs [1]</ref> und das Denkmal auf der Spitze des Berges, Versammlungsort für Gedenkfeiern<ref>Foto des ehemaligen Denkmals [2]</ref>, wurde gesprengt.<ref>Die vier Tage des Musa Dagh., Reisebericht von Blogger gpearl72, 11. April 2011, abgerufen am 22. Dezember 2023.</ref>
Literarische und filmische Behandlung
Bekannt geworden ist der Berg als Musa Dagh durch seine Schilderung im Roman Die vierzig Tage des Musa Dagh von Franz Werfel, in dem Werfel den Völkermord an den Armeniern in literarischer Form beschreibt. Auch im Film „The Promise – Die Erinnerung bleibt“ von Terry George befasst sich der letzte Akt mit der Evakuierung der Armenier vom Musa Dağı.
Siehe auch
- Vakıflı
- The Promise – Die Erinnerung bleibt, amerikanischer Spielfilm von Terry George, 2016
- Liste von Bergen in der Türkei
Weblinks
Einzelnachweise
<references />