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Nalidixinsäure

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Strukturformel
Struktur von Nalidixinsäure
Allgemeines
Freiname Nalidixinsäure
Andere Namen

1-Ethyl-7-methyl-4-oxo-1,4-dihydro-1,8-naphthyridin-3-carbonsäure (IUPAC)

Summenformel C12H12N2O3
Kurzbeschreibung

weiße bis schwach gelbe, monokline Kristalle<ref name="roempp" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 206-864-7
ECHA-InfoCard 100.006.241
PubChem 4421
ChemSpider 4268
DrugBank DB00779
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Arzneistoffangaben
ATC-Code

J01MB02

Wirkstoffklasse

Antibiotikum, Chinolon

Wirkmechanismus

Gyrasehemmer

Eigenschaften
Molare Masse 232,24 g·mol−1
Schmelzpunkt

229,5 °C<ref name="chemid">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)Vorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar)</ref>

pKS-Wert

6,0<ref name="roempp" />

Löslichkeit

gering in Wasser (100 mg·l−1 bei 23 °C<ref name="chemid" />)

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
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Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: 301+312+330<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Nalidixinsäure ist eine synthetisch hergestellte chemische Verbindung aus den Gruppen der Diazanaphthaline und Chinolonen. Durch ihre Wirkung als Gyrasehemmer war sie 1962 die erste als Antibiotikum eingesetzte Verbindung dieser Klasse.<ref name="roempp">Eintrag zu Nalidixinsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Gewinnung und Darstellung

Die vierstufige Synthese startet im ersten Schritt mit der Umsetzung von 2-Amino-6-methylpyridin mit Ethoxymethylenmalonsäurediethylester. Das resultierende Zwischenprodukt wird dann zur 1,8-Naphthyridinstruktur zyklisiert. Nach der Verseifung der Ethylestergruppe mit Natronlauge wird die Zielverbindung durch eine N-Alkylierung mittels Ethyliodid erhalten.<ref name="Lesher">G. Y. Lesher, E. J. Froehlich, M. D. Gruett, J. H. Bailey, P. R. Brundage: 1,8-Naphthyridine Derivatives. A New Class of Chemotherapeutic Agents in J. Med. Chem. 5 (1962) 1063–1065, doi:10.1021/jm01240a021.</ref><ref>Patent US 3 149 104 (Sterling Drug, 15. September 1964).</ref><ref name="Kleemann">A. Kleemann, J. Engel, B. Kutscher, D. Reichert: Pharmaceutical Substances – Synthesis, Patents, Applications, 4. Auflage (2000), Thieme-Verlag Stuttgart, ISBN 978-1-58890-031-9.</ref>

Synthese von Nalidixinsäure

Wirkung

Der Wirkstoff hemmt das Enzym Gyrase in Bakterien. Nalidixinsäure wurde 1962 als hauptsächlich gegen Gram-negative Bakterien wirksames Antibiotikum mit niedriger Toxizität entdeckt (LD50 bei oraler Gabe in Mäusen von ca. 3 g·kg−1).<ref name="Lesher" /> Von Nalidixinsäure ausgehend wurde nach ähnlichen, aber wirksameren Antibiotika gesucht. Im Folgenden wurde es durch die wesentlich wirksameren Fluorchinolone verdrängt. Nalidixinsäure ist gegen Gram-positive und Gram-negative Bakterien wirksam. In geringer Konzentration wirkt es bakteriostatisch, das heißt, es verhindert die Vermehrung von Bakterien, während es in höheren Konzentrationen bakterizid wirkt und diese abtötet.<ref name="UNAIDS2006">R. K. Hamatake, R. Mukai, M. Hayashi: Role of DNA gyrase subunits in synthesis of bacteriophage phi X174 viral DNA März 1981; PMID 6262812; PMC 319165 (freier Volltext).</ref>

Verwendung

Eingesetzt wird es hauptsächlich, um Infektionen der Harnwege zu behandeln, die von Escherichia coli, Proteus, Shigellen, Enterobacter oder Klebsiella verursacht werden. Der Wirkstoff befindet sich aufgrund von raschen Resistenzentwicklungen und einem engen Wirkungsspektrum in Europa nicht mehr im Handel. Eine bessere Alternative der Chinoloncarbonsäuren der ersten Generation stellt die Pipemidsäure dar, welche durch einen 7-Piperazinyl-Substituenten auch gegen gramnegative Erreger wirksam ist.<ref>Schubert-Zsilavecz, Manfred., Roth, Hermann J.: Medizinische Chemie : Targets – Arzneistoffe – chemische Biologie; 191 Tabellen. 2., völlig neu bearb. und erw. Auflage. Dt. Apotheker-Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7692-5002-2.</ref>

Handelsnamen

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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