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Nanz-Willershausen

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Nanz-Willershausen
Gemeinde Lohra
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(246)&title=Nanz-Willershausen 50° 45′ N, 8° 39′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(246) 50° 45′ 23″ N, 8° 39′ 11″ O
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Höhe: 257 m ü. NHN
Fläche: 3,44 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 246 (Mai 2011)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35102
Vorwahl: 06462
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Nanz-Willershausen ist ein Ortsteil der Großgemeinde Lohra im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Geographie

Nanz-Willershausen besteht aus den Siedlungsplätzen Nanzhausen und Willershausen sowie dem Einzelgehöft Wüsteburg nahe der Bundesstraße 255. Der Ortsteil liegt auf 257 m ü. NHN (Gemeindeverwaltung) am Quelllauf des Walgerbaches (Willershausen) bzw. am Quelllauf eines nordöstlichen Salzböde-Nebenflusses (Nanzhausen) im Naturraum Salzbödetal.

Geschichte

Ortsgeschichte

Schon seit dem 17. Jahrhundert bildeten die Ortschaften Nanzhausen und Willershausen faktisch eine Gemeinde, wurden aber bis ins 20. Jahrhundert einzeln aufgeführt. Willershausen wird bekanntermaßen erstmals in der Zeit von 1200 bis 1220 als Willicheshausen in einer Urkunde des Kanonissenstifts Wetter erwähnt, das hier ein Mannlehen von einer Hufe besaß. Die erste bekannte Erwähnung Nanzhausens als de Nadelshusen in der „Analecta Hassiaca III“ stammt aus dem Jahr 1339. Die ebenfalls zu Nanz-Willershausen gehörige Gehöftgruppe Wüsteburg wurde vermutlich im 19. Jahrhundert als Straßenwirtschaft errichtet.<ref name="lagis" />

Zum 31. Dezember 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständige Gemeinde Nanz-Willershausen zusammen mit den Gemeinden Damm und Rodenhausen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Lohra eingegliedert.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 22. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 2, S. 47, Punkt 50 Abs. 8 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 4,8 MB]).</ref><ref></ref> Für die so entstandenen Ortsteile und die Kerngemeinde wurde je ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 23 kB) § ?6. In: Webauftritt. Gemeinde Lohra, abgerufen im August 2021.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Nanz-Willershausen angehört(e):<ref name="VG">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref name="lagis" />

Gerichte seit 1821

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Fronhausen war als Gericht in erster Instanz für Nanzhausen und Willershausen zuständig.<ref name="NK" /> Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Fronhausen.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)</ref><ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10509837~SZ%3D237~doppelseitig%3D~LT%3DPr.%20JMBl.%20S.%20221%E2%80%93224~PUR%3D)</ref> Das Amtsgericht Fronhausen wurde 1943 geschlossen. Es wurde zunächst als Zweigstelle des Amtsgerichts Marburg geführt und 1948 endgültig aufgelöst. Der Gerichtsbezirk wurde dem Amtsgericht Marburg zugeteilt.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Nanz-Willershausen 246 Einwohner. Darunter waren 9 (3,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 48 Einwohner unter 18 Jahren, 108 zwischen 18 und 49, 45 zwischen 50 und 64 und 45 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 111 Haushalten. Davon waren 30 Singlehaushalte, 33 Paare ohne Kinder und 30 Paare mit Kindern sowie 12 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 75 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1577: 12 Hausgesesse (Nur Willershausen)
• 1630: 13 Hausgesesse (1 dreispännige, 9 zweispännige Ackerleute, 3 Einläuftige)
• 1681: 11 hausgesessene Mannschaften
• 1838: 128 Einwohner (Familien: 12 nutzungsberechtigte, 7 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger)
• 1885: 147 Einwohner (davon 102 Willershausen)
Nanz-Willershausen: Einwohnerzahlen von 1744 bis 2011
Jahr  Einwohner
1744
  
50
1800
  
?
1834
  
120
1840
  
132
1846
  
142
1852
  
150
1858
  
143
1864
  
156
1871
  
145
1875
  
136
1885
  
147
1895
  
130
1905
  
120
1910
  
127
1925
  
134
1939
  
121
1946
  
196
1950
  
200
1956
  
170
1961
  
153
1967
  
196
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
246
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1861: alle Einwohner evangelisch-lutherisch
• 1961: 122 evangelische (= 79,7 %), 30 römisch-katholische (= 19,0 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1744: alle Einwohner Ackerleute
• 1838: Familien: 14 Ackerbau, 2 Gewerbe, 3 Tagelöhner.
• 1961: Erwerbspersonen: 64 Land- und Forstwirtschaft, 17 Produzierendes Gewerbe, 5 Handel und Verkehr, 5 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik

Für Nanz-Willershausen besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Nanz-Willershausen.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat Nanz-Willershausen besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 63,10 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Nanz-Willershausen“ an.<ref>Ergebnis der Ortsbeiratswahlen Nanz-Willershausen. In: Votemanager. Gemeinde Lohra, abgerufen im September 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Michael Keil zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsvorsteher der Gemeinde Lohra. In: Webauftritt. Gemeinde Lohra, abgerufen im September 2023.</ref>

Sehenswürdigkeiten

Datei:Nanzhäuser Heide (0001).JPG
Naturdenkmal Nanzhäuser Heide

Besonders sehenswert an Nanz-Willershausen sind die zahlreichen Fachwerkbauten sowie die Nanzhäuser Heide als ausgewiesenes Naturdenkmal.<ref>Faltblatt Heide Nanzhausen (PDF; 292 kB) der Agentur Naturentwicklung Marburg-Biedenkopf</ref>

Persönlichkeiten

Literatur

  • Alfred Horst: Die Chronik von Lohra. 1970
  • Karl Huth: Die Gemeinde Lohra und ihre 10 Ortsteile im Wandel der Jahrhunderte. 1989
  • Vorlage:HessBib

Weblinks

Commons: Nanz-Willershausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="lagis">Nanz-Willershausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 21. Oktober 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 30 und 68, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020; abgerufen im Juli 2021. </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 112 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="NK"> Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> </references>

Anmerkungen

<references group="Anm." />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein