Natriumdisulfid
Natriumdisulfid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Sulfide.
Gewinnung und Darstellung
Natriumdisulfid kann durch Reaktion von Natrium mit Schwefel gewonnen werden.<ref name="steudel" />
- <math>\mathrm{8 \ Na + S_8 \longrightarrow 4 \ Na_2S_2}</math>
Möglich ist auch die Reaktion von in Alkohol gelöstem Natriumtetrasulfid mit Natrium oder Tetraphenylphosphoniumchlorid.<ref name="steudel" />
- <math>\mathrm{Na_2S_4 + 2 \ Na \longrightarrow 2 \ Na_2S_2}</math>
Bei Erhitzung von Natriumtrisulfid auf 100 °C zersetzt sich dieses zu einer 1:1 Mischung aus Natriumdisulfid und Natriumtetrasulfid.<ref name="steudel" />
Ebenfalls möglich ist die Reaktion von Natriumsulfid mit Schwefel<ref name="Brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 374.</ref>
- <math>\mathrm{Na_2S + S \longrightarrow Na_2S_2}</math>
oder Natrium mit Schwefel in flüssigem Ammoniak.<ref name="Brauer" />
- <math>\mathrm{2 \ Na + 2 \ S \longrightarrow Na_2S_2}</math>
Eigenschaften
Natriumdisulfid ist ein hellgelber, sehr hygroskopischer Feststoff. Beim Erhitzen färbt es sich allmählich dunkler und ist bei 400 °C hellrotbraun. Oberhalb 475 °C vertieft sich die Farbe nach dunkelbraun hin, und die Substanz beginnt stark zu sintern und ab 490 °C zu einer tief dunkelbraunen Flüssigkeit zu schmelzen. Die aus einer Alkohollösung dargestellten Produkte sind nach dem Schmelzen stets olivgrün gefärbt.<ref name="Brauer" /> Er tritt in zwei allotropen Formen auf, wobei unter 160 °C die α-Form und darüber irreversibel die β-Form vorliegt. Beide haben ein hexagonales Kristallsystem.<ref name="steudel" /><ref name="Brauer" />
Verwendung
Natriumdisulfid wird zur Herstellung anderer chemischer Verbindungen (z. B. Diallyldisulfid) verwendet.
Einzelnachweise
<references />