Natriumselenid
Natriumselenid ist eine anorganische chemische Verbindung des Natriums aus der Gruppe der Selenide.
Gewinnung und Darstellung
Natriumselenid kann durch Reaktion von Natrium mit Selen in Ammoniak gewonnen werden.<ref>Georg Brauer (Hrsg.): Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie 3. Ausgabe, Band 1, Ferdinand Enke Verlag Stuttgart 1975, S. 415.</ref>
- <math>\mathrm{2 \ Na + Se \longrightarrow Na_2Se}</math>
Bei einem Überschuss an Selen entstehen auch Natriumdiselenid Na2Se2, Natriumtriselenid Na2Se3, Natriumtetraselenid Na2Se4 und Natriumhexaselenid Na2Se6, welche graue und an feuchter Luft instabile Feststoffe darstellen.<ref name="J. Newton Friend">Vorlage:Literatur</ref><ref name="Christos D. Malliakas">Vorlage:Literatur</ref>
Bei der Reaktion von Selen mit Hydrazin und Natriumhydroxid entsteht Natriumdiselenid, welches mit Natriumdithionit zu Natriumselenid reduziert werden kann.<ref name="Thomas Wirth">Vorlage:Literatur</ref>
- <math>\mathrm{4 \ Se + N_2H_4 + 4 \ NaOH \longrightarrow 2 \ Na_2Se_2 + 4 \ H_2O + N_2}</math>
- <math>\mathrm{Na_2Se_2 + Na_2S_2O_4 + 4 \ NaOH \longrightarrow 2 \ Na_2Se + 2 \ NaSO_3 + 2 \ H_2O}</math>
Eigenschaften
Natriumselenid ist ein hygroskopisches graues bis pinkes Pulver mit unangenehmem Geruch, das sich in Wasser zersetzt.<ref name="GESTIS" />
- <math>\mathrm{Na_2Se + H_2O \longrightarrow NaHSe + NaOH}</math>
In Reinform ist es weiß und löslich in Wasser, zerfließt aber an Luft unter Rotfärbung durch Selenabscheidung und Bildung von Polyseleniden. Es hat eine kubische Kristallstruktur (vom anti-Calciumfluorid-Typ<ref name="Will Kleber, Joachim Bohm">Vorlage:Literatur</ref>) mit der Vorlage:Raumgruppe.<ref name="Jean D'Ans, Ellen Lax">Vorlage:Literatur</ref> Von der Verbindung sind auch vier Hydrate bekannt.<ref name="J. Newton Friend" />
Mit Chlorwasserstoff reagiert es zu Selenwasserstoff.<ref name="G. Singh">Vorlage:Literatur</ref>
- <math>\mathrm{Na_2Se + 2 \ HCl \longrightarrow 2 \ NaCl + H_2Se}</math>
Verwendung
Natriumselenid kann für organische Synthesen verwendet werden.<ref name="Thomas G. Back">Vorlage:Literatur</ref>
Einzelnachweise
<references />