Zum Inhalt springen

Nawaphon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Nawaphon (Thai {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, RTGS: Khabuan Kan Nawaphon, kann sowohl mit „Neue Kraft“ oder „Kraft der Neun“ (Anspielung auf König Rama IX.) übersetzt werden)<ref name="BakerPasuk">Chris Baker, Pasuk Phongpaichit: A History of Thailand. Cambridge University Press, 2009 S. 192.</ref> war eine rechtsextreme patriotisch-buddhistische<ref name="SchmidJongman">Alex P. Schmid, Albert J. Jongman: Political Terrorism. Transaction Publishers, 2005, S. 671.</ref> und antikommunistische<ref>Elinor Bartak: The Student Movement in Thailand, 1970-1976. Centre of Southeast Asian Studies, Monash University, 1993, S. 27.</ref><ref>Alan Klima: The Funeral Casino. Meditation, Massacre, and Exchange with the Dead in Thailand. Princeton University Press, Princeton (NJ)/Woodstock (Oxon), 2002 S. 26.</ref> Bewegung, die während der Mitte der 1970er-Jahre in Thailand aktiv war. Nawaphon war aktiv gegen die parlamentarische Demokratie gerichtet, die nach dem Volksaufstand 1973 einen Durchbruch erringen konnte.<ref name="Leifer">Michael Leifer: Dictionary of the modern politics of South-East Asia. Routledge, 1995. ISBN 0-415-13821-3. S. 118, Artikel „Nawaphon Movement“.</ref>

Gründung

Nawaphon wurde 1974 durch Wattana Kiewvimol initiiert, nachdem er vorher Leiter der thailändischen Studentenorganisation in den USA und von der Seton Hall University nach Thailand zurückgekehrt war.<ref name="Leifer"/> Die Gründung wurde vom Kommando für Operationen der Inneren Sicherheit (ISOC; 1974 hervorgegangen aus dem Kommando für Operationen zur Kommunistenbekämpfung, CSOC) der Thailändischen Streitkräfte<ref name="Puey11">Puey Ungphakorn: Violence and the Military Coup in Thailand. In: Bulletin of Concerned Asian Scholars. Band 9, Nummer 3, 1977, S. 11.</ref> und dem Innenministerium unterstützt.<ref name="BakerPasuk"/>

Geschichte

Nawaphon zog mit Hilfe verdeckter Unterstützung des Militärs viele Unterstützer an, die dem Aufruf zur Unterstützung von Nation, Religion und Monarchie folgten, die sie durch linksgerichtete Gruppen gefährdet sahen.<ref name="Leifer"/> Der Gruppe wurden Beziehungen zu reichen Geschäftsleuten, Politikern, dem Nationalen Sicherheitsrat und dem thailändischen Militärgeheimdienst nachgesagt.<ref name="SchmidJongman"/> Unter ihren Anhängern waren vor allem Händler, Geschäftsleute und Mönche, die Demokratie und gesellschaftlichen Wandel ablehnten, da sie um ihre Privilegien fürchteten.<ref name="Puey11"/> Der Organisation stand der bekannte Mönch Kittiwuttho Bhikkhu nahe, von dem der berüchtigte Ausspruch stammt, dass es keine Sünde sei, Kommunisten zu töten.<ref>Puey Ungphakorn: Violence and the Military Coup in Thailand. In: Bulletin of Concerned Asian Scholars. Band 9, Nummer 3, 1977, S. 4.</ref><ref>Politics and religion mix for Asia's activist monks. Knight Chair in Media and Religion, USC Annenberg School for Communication, 11. September 2007</ref> Auf dem Höhepunkt ihrer Popularität hatte die Bewegung 500.000 Mitglieder.<ref name="Leifer"/>

Die durch die Agitation der Nawaphon mitausgelöste Stimmung führte zwischen dem 4. und 6. Oktober 1976 schließlich zum Massaker an 46 Menschen, meist Studenten der Thammasat-Universität auf dem Bangkoker Campus und dem Sanam Luang. Anschließend übernahm das Militär nach einem Staatsstreich die Regierung des Landes.<ref name="Leifer"/> Der Richter Tanin Kraivixien, ein Mitglied von Nawaphon, wurde als Ministerpräsident eingesetzt.<ref>Jim Glassman: Thailand at the margins. State power, uneven development, and industrial transformation. University of Minnesota, 1999, S. 239.</ref> Nach der Wiederherstellung des Einflusses des Militärs wurde Nawaphon mehr und mehr als Vehikel angesehen, dass den persönlichen Ambitionen einzelner höherer Offiziere diente, und nahm an Einfluss ab.<ref name="Leifer"/>

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />