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Neritisch

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Neritisch, abgeleitet von der latinisierten Bezeichnung Nerine für eine Meeresnymphe der griechischen Mythologie (Nereïde),<ref>Die Bezeichnung Nerine für eine solche Nymphe geht zurück auf Vergils siebte Ekloge (Vers 37), siehe William Smith: A Dictionary of Greek and Roman biography and mythology. Band 2. John Murray, London 1873, S. 1160.</ref> ist das Attribut für die zumeist gut durchlichteten Flachwasserzonen des Meeres auf dem offenen Kontinentalschelf. Der neritische Meeresbereich erstreckt sich zwischen der Küstenzone, dem Litoral, und dem oberen Rand des Kontinentalhangs,<ref name="Herder neritisch" /> das heißt, über die relativ küstennahen Regionen bis in etwa 200 m Wassertiefe. In einigen ökologischen Klassifikationsschemata der Meeresregionen umfasst er nur die freie Wassersäule ohne das Benthal.<ref>Peter J. Russell, Paul E. Hertz, Beverly McMillan: Biology: The Dynamic Science. 2. Auflage. Volume 2, Brooks/Cole, 2011, ISBN 978-0-538-49373-4, S. 1135.</ref> Er gilt dann als Teil des Pelagials und wird als neritisch-pelagische Zone bezeichnet.<ref>Martin Speight, Peter A. Henderson: Marine Ecology: Concepts and Applications. Wiley-Blackwell, Chichester 2010, ISBN 978-1-4051-2699-1, S. 1 f.</ref> Der entsprechende Teil des Benthals wird dann sublit(t)orale Zone genannt<ref name="boaden&seed" /> (nicht zu verwechseln mit dem Sublitoral der Küstenzone). Meerwärts an die neritische Zone, am Übergang vom Schelf in das tiefe Ozeanbecken, schließt sich das Pelagial im engeren Sinne bzw. die ozeanisch-pelagische Zone sowie, bezüglich der Zonierung des Benthals, das Bathyal an.

Die neritischen Meeresbereiche nehmen nur etwa 5 % Fläche der Weltmeere ein,<ref name="boaden&seed" /> aber aufgrund ihrer guten Durchlichtung und des relativ hohen Gehalts an Nährstoffen, die durch Flüsse in die Schelfmeere eingetragen werden, sind sie besonders reich belebt. Infolge der geringen Tiefe findet dort zudem eine Durchmischung und damit Durchlüftung (Oxygenierung) der kompletten Wassersäule statt.<ref name="Herder neritisch" />

In der Geologie werden mit dem Adjektiv neritisch Schelfsedimente und -sedimentgesteine bezeichnet, sofern sie noch in relativer Nähe zur Küste abgelagert wurden (vgl. Faziestypen mariner Sedimentgesteine und Schelfbegriff im Sinne der Geologie).

Einzelnachweise

<references> <ref name="Herder neritisch"> neritisch. In: Herder-Lexikon der Biologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2003, ISBN 3-8274-0354-5.</ref> <ref name="boaden&seed"> Patrick J. S. Boaden, Raymond Seed: Introduction to Coastal Ecology. Blackie, Glasgow 1985, ISBN 0-216-91795-6, S. 18.</ref> </references>