Neuwelthäher
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| Neuwelthäher | ||||||||||||
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| Datei:Cyanocitta-cristata-004.jpg
Blauhäher (Cyanocitta cristata) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cyanocoracinae | ||||||||||||
| Kaup, 1855 |
Die Neuwelthäher (veraltet Blauhäher) sind eine Vogelgruppe innerhalb der Familie der Rabenvögel (Corvidae). Sie umfassen alle Gattungen der Familien, die ausschließlich in Amerika vorkommen. Sie zeigen mehrere Gemeinsamkeiten, die sie vom Rest der Familie unterscheiden, beispielsweise im Gefieder oder der Anatomie des Kiefergelenkes.
Die Neuwelthäher waren die ersten Rabenvögel, die den amerikanischen Kontinent erreichten und sich dort etablieren konnten. Obwohl sie monophyletisch sind, also alle von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen, sind die Neuwelthäher kein Taxon im eigentlichen Sinne. Informell wird diese Klade zuweilen als Unterfamilie Cyanocoracinae geführt.<ref name="jboyd">John Boyd: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. CorvoideaSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. John H. Boyd III., Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden., S. 64 ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
Merkmale
Die Neuwelthäher sind kleine bis mittelgroße Rabenvögel. Mit dem nur etwa 40 g schweren Zwerghäher (Cyanolyca nana) umfassen sie den kleinsten Vertreter der Familie Corvidae. Fast alle Arten haben zehn Armschwingen, die einzige Ausnahme bildet der Nacktschnabelhäher (Gymnorhinus cyanocephalus) mit elf. Blaues Gefieder ist unter den Neuwelthähern sehr häufig, außerhalb der Gruppe unter Rabenvögeln dagegen vergleichsweise selten. Es wird nicht durch Pigmente, sondern durch die Mikrostruktur der Federn gebildet, die Licht auf spezifische Weise bricht und reflektiert. Gleichwohl gibt es auch einige wenige Arten der Neuwelthäher, etwa den Braunhäher (Cyanocorax morio), die kaum oder überhaupt keine blauen Federpartien aufweisen.<ref name="hoyo2009-510-514" />
Alle Neuwelthäher besitzen eine charakteristische Kiefermorphologie, die eine Anpassung an das Aufhacken von Nüssen und Samen darstellt: Das Unterkiefergelenk stützt den Unterschnabel durch eine Einbuchtung am Ende des Kieferknochens. Das ermöglicht es den Neuwelthähern, den Unterkiefer auch bei geöffnetem Schnabel als Meißel oder Spieß einzusetzen und mit dem Oberschnabel gleichzeitig die Schale der Samen zu entfernen. Dadurch können etwa Eicheln oder Erdnüsse sehr schnell und effektiv geöffnet werden.<ref name="zusi1987-671-672" /> Dieses Merkmal ist bei den ursprünglicheren Dohlenhähern (Cyanolyca) relativ schwach, bei den jüngeren Blauraben (Cyanocorax) und nordamerikanischen Neuwelthähern hingegen stark ausgeprägt.<ref name="zusi1987-677" />
Systematik und Entwicklungsgeschichte
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| Innere Systematik der rezenten Neuwelthäher nach Bonaccorso & Peterson 2007 |
Die Neuwelthäher sind monophyletisch, stammen also vor einem gemeinsamen Vorfahren ab. Dieser Vorläufer der heutigen Arten ähnelte wahrscheinlich der ostasiatischen Blauelster (Cyanopica cyana) und wanderte im späten Miozän vor 8–10 Millionen Jahren nach Nordamerika ein. Im damaligen Warmklima bestand zwischen Eurasien und Nordamerika eine Landbrücke mit weitläufigen Laubwäldern, die die Ausbreitung des Neuwelthäher-Vorfahren begünstigte. Im Pliozän vor 5,3–3,6 Millionen Jahren stießen mehrere Arten unabhängig voneinander über den entstehenden Isthmus von Panama nach Südamerika vor.<ref name="hoyo2009-505" />
Die Neuwelthäher umfassen 34 rezente und drei ausgestorbene Arten, die sich auf insgesamt neun Gattungen verteilen. Neben diesen Gattungen werden bisweilen auch noch zwei weitere anerkannt, die monotypischen Braunhäher (Psilorhinus) und Calocitta mit zwei Arten. Beide Gattungen stehen jedoch systematisch innerhalb der Blauraben (Cyanocorax), womit diese Gattung entweder geteilt werden müsste oder aber zur Wahrung ihrer Monophylie auch Calocitta und Psilorhinus umfassen muss. DNA-Untersuchungen weisen auch darauf hin, dass die Blauraben einige bisher nicht erkannte Kryptospezies enthalten, womit sich die Zahl der bekannten Neuwelthäher-Arten weiter erhöhen könnte.<ref name="bonaccorso2010-904" />
Die ursprünglichsten lebenden Neuwelthäher gehören der Gattung Cyanolyca an. Sie stellen eine frühe Radiation in Mittelamerika dar und besiedelten später auch Südamerika. Ebenfalls in Mittelamerika entwickelten sich die Blauraben. Eine jüngere Gruppe bilden der Nacktschnabelhäher (Gymnorhinus) sowie die Buschhäher (Aphelocoma) und Schopfhäher (Cyanocitta), die überwiegend in Nordamerika verbreitet sind.<ref name="bonaccorso2007-474" /><ref name="hoyo2009-498-502" />
Die fossilen Gattungen Henocitta und Protocitta aus dem späten Pleistozän Nordamerikas sind wahrscheinlich nahe mit den Blauraben verwandt. Miocitta aus dem späten Miozän von Colorado ist dagegen die älteste bekannte Form der Neuwelthäher.<ref name="brodkorb1972-347" />
Quellen
Literatur
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Elisa Bonaccorso, A. Townsend Peterson: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. 42, 2007. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden., S. 467–476.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Elisa Bonaccorso, A. Townsend Peterson, Adolfo G. Navarro-Sigüenza, Robert C. Fleischer: Molecular Systematics and Evolution of the Cyanocorax Jays. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. 54, 2010. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden., S. 897–909.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Pierce Brodkorb: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. 74 (3), 1972). S. 347–349.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Derek Goodwin: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. 2. Auflage. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., London 1986, ISBN 0565009796.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Josep del Hoyo, Andrew Elliott, David Christie (Hrsg.): Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Lynx Edicions, Barcelona 2009. ISBN 9788496553507.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Steve Madge, Hilary Burn: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. Princeton University Press, Princeton 1994. ISBN 0-691-08883-7.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Richard L. Zusi: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. 104, 1987. S. 665–680.
Einzelnachweise
<references> <ref name="bonaccorso2007-474">Bonaccorso & Peterson 2007, S. 474.</ref> <ref name="bonaccorso2010-904">Bonaccorso et al. 2010, S. 904.</ref> <ref name="brodkorb1972-347">Brodkorb 1972, S. 904.</ref> <ref name="hoyo2009-498-502">del Hoyo et al. 2009, S. 498–502.</ref> <ref name="hoyo2009-505">del Hoyo et al. 2009, S. 505.</ref> <ref name="hoyo2009-510-514">del Hoyo et al. 2009, S. 510–514.</ref> <ref name="zusi1987-671-672">Zusi 1987, S. 671–672.</ref> <ref name="zusi1987-677">Zusi 1987, S. 677.</ref> </references>