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Newe Zeytung

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Datei:Brasilien Bericht.jpg
"Copia de Newen Zeitung aus Presillg Landt"

Als Newe Zeytung (oder Neue Zeitung) werden die ersten, gedruckten Nachrichtenblätter bezeichnet. Die bereits erscheinenden Zeitungen, wie z. B. die Fuggerzeitung, waren noch handschriftliche Nachrichtensammlungen. Die „Neuen Zeitungen“ gelten dagegen als die Vorläufer der modernen Zeitung. „Neue Zeitungen“ ist der Sammelbegriff für verfasste und dann gedruckte Nachrichten und Berichte.

Nach Gutenbergs Erfindung des Druckverfahrens um 1450 traten nach den anfangs hauptsächlich gedruckten theologisch-kirchlichen Druckwerken wie der Gutenberg-Bibel sehr schnell säkulare Druckerzeugnisse hinzu, die in kurzer Zeit zu einer ungeahnten Expansion des Druckwesens führten, wobei das meistverbreiteste Druckwerk die „Zeitung“ werden sollte. Dieser Gattungsname leitet sich davon ab, dass der Titel dieser ersten Druckwerke häufig den Ausdruck „Newe Zeytung“ trugen, wobei damals das „w“ in „Newe“, eigentlich ein Doppel-v, lautmäßig wie unser heutiges „u“ ausgesprochen wurde.<ref name = "Jürgen Wilke">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Der Begriff „Zeitung“ tauchte als „zidunge“ mit der Bedeutung „Kunde“ oder „Nachricht“ im Raum Köln bereits am Anfang des 14. Jahrhunderts auf.

Newe Zeytung vom orient und auff gange“, so lautete beispielsweise die Überschrift eines Artikels, der 1502 erstmals die Bezeichnung „Zeitung“ für ein gedrucktes Nachrichtenblatt verwendete.<ref>Hans H. Bockwitz (Hrsg.): Newe zeytung von orient du auff gange. Faksimiledruck eines zeitungsgeschichtlichen Dokuments vom Jahr 1502 mit Begleitwort, Leipzig 1920</ref> In dieser ersten Zeitung wurde die Wiedereroberung der Insel Lesbos durch die Franzosen mitgeteilt. Die „Neuen Zeitungen“ waren in der Regel thematisch begrenzte, jeweils nach Bedarf und aus besonderem Anlass veröffentlichte Nachrichtenblätter von 1 bis 20 Seiten Umfang.

Titelzeilen und Text waren häufig mit Holzschnitten, Illustrationen, Rahmenleisten, Initialen und Vignetten ausgeschmückt und bildeten somit ein erstes Zeitungslayout heraus. Sie waren zumeist großformatig.

In Frankreich nannte man sie „Feuilles occasionels“, „Canards“ oder „Récits“, in England „Corontos“, „Newsbooks“, „Discourses“ oder „Diurnalls“ (Journals).<ref name = "Jürgen Wilke"/>

Sie berichteten von aktuellen Ereignissen oder fassten die politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Begebenheiten der letzten Zeit zusammen. Bevorzugt Sensationsnachrichten wurden veröffentlicht. Sie erschienen regelmäßig, besaßen somit damals schon eine gewisse Periodizität und Aktualität.

Circa bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts gab es die „Neuen Zeitungen“, die Titelanzahl zwischen 1500 und 1700 wird auf 5000 bis 8000 geschätzt.

Zu den ältesten gedruckten deutschen „Neuen Zeitungen“ zählt die FlugschriftCopia der Newen Zeitung auß Presillg Land“ (=Brasilien-Land). Sie zählt zu den so genannten „Entdeckerzeitungen“.

Einer der frühesten Zeitungsherausgeber in Deutschland war Christoph von Scheurl. Er war in Nürnberg Jurist und Politiker und sammelte Informationen und Nachrichten, die er in einer „Neuen Zeitung“ zusammenfasste und Adligen und Kaufleuten verkaufte. Von 1512 bis 1537 schrieb er diese zunächst handschriftlich und druckte sie dann, somit konnten sie verstärkt verbreitet werden. 1535 veröffentlicht er eine Newe zeytung vom Tunisfeldzug Kaiser Karls V.<ref>Newe zeytung, von der Römischen Kay. May, zug, vnd eroberung des Künigreychs Thunesse. Steiner, Ausgpurg 1535</ref>

Ausgaben (Auswahl)

Datei:Newe Zeitung. Des Türckischen Keisers Absagbrieff 03.jpg
Newe Zeitung. Des Türckischen Keisers Absagbrieff

Literatur

  • Karl Schottenloher: Flugblatt und Zeitung. Ein Wegweiser durch das gedruckte Tagesschrifttum. Band 1: Von den Anfängen bis 1848.Schmidt, Berlin 1922. Neu herausgegeben, eingeleitet und ergänzt von J. Binkowski, Klinkhardt und Biermann, München 1985, ISBN 3-7814-0228-2.
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Weblinks

Siehe auch

Einzelnachweise

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