Zum Inhalt springen

Nimrod Förlag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Nimrod Förlag
(Deutschsprachige Reihe: Edition Rugerup)
Rechtsform Aktiebolag
Gründung 1994
Sitz Hörby, Schweden
Leitung Stefan Borg,
Margitt Lehbert
Branche Buchverlag
Website Nimrod Förlag
Edition Rugerup

Die Nimrod Förlag AB ist ein schwedischer Buchverlag aus Hörby, der sich auf philosophische Werke spezialisiert hat. In der Edition Rugerup, der deutschsprachigen Reihe, gibt der Verlag in erster Linie Lyrik heraus.

Der Nimrod Förlag

Geschichte

Der Nimrod Förlag wurde 1994 in der schwedischen Gemeinde Lindesberg von dem Literaturwissenschaftler Stefan Borg gegründet.<ref name="arsint-Borg">Angaben über Stefan Borg. Ars Interpres Publications, Stockholm u. a., abgerufen am 9. Dezember 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Borg, der Anfang der 1980er-Jahre in Stockholm und Moskau Russische Sprache und Literaturwissenschaft studierte und danach in Schweden als literarischer Übersetzer arbeitete, ist seit Anfang der 2000er-Jahre mit der deutschen literarischen Übersetzerin Margitt Lehbert verheiratet. Das Ehepaar hat zwei Kinder und lebt in der südschwedischen Provinz Skåne län (historische Provinz Schonen) in der Nähe des zur Gemeinde Hörby gehörenden Dorfs Önneköp in dem Weiler Rugerup auf einem ehemaligen Bauernhof.<ref name="arsint-Borg" /><ref name="dradio">Nils Kahlefendt: Weltliteratur vom Bauernhof: „Es muss flutschen!“ Deutschlandradio Kultur, 18. Februar 2009, abgerufen am 9. Dezember 2009.</ref>

Mittlerweile wird der Nimrod Förlag von Borg in der Rechtsform einer schwedischen Kapitalgesellschaft, als Aktiebolag (AB) geführt.

Der Verlag hatte seinen Sitz früher in dem kleinen Ort Guldsmedshyttan in der Gemeinde Lindesberg; heute befindet sich der Sitz an Borgs jetzigem Wohnort, in der südschwedischen Gemeinde Hörby.

Programm des Nimrod Förlags und Autoren

Borg hatte nach seinem Studium Werke der russischen Philosophen Nikolai Berdjajev (schwedisch Nikolaj Berdjajev) und Leo Schestow (schwedisch Lev Sjestov) aus dem Russischen in die schwedische Sprache übertragen, die vom schwedischen Artos Bokförlag in Skellefteå veröffentlicht wurden.<ref name="arsint-Borg" />

Nach Gründung seines eigenen Verlags begann er Übersetzungen von Werken des philosophischen Existenzialismus in schwedischer Sprache herauszugeben, zunächst von Schestow und dann vor allem von dem dänischen Existenzphilosophen Søren Kierkegaard (schwedisch Sören Kierkegaard). Unter anderem hat Borg seit 1995 elf Schriften von Kierkegaards philosophischem Werk übersetzt und publiziert. Außerdem verlegte er eine Arbeit des schwedischen Philosophen Gunnar Odhner und einen Roman des russischen Literatur-Nobelpreisträgers Ivan Bunin.

Bis 2009 gab der Verlag insgesamt 15 Bücher in schwedischer Sprache heraus:

  • Lev Sjestov: Kierkegaard och den existentiella filosofin (rösten som ropar i öknen) (1994), Sola fide (tron allena) (1995),
  • Sören Kierkegaard: Fruktan och bävan (1995), Upprepningen (1995), Begreppet ångest (1996), Sjukdomen till döds (1996), Filosofiska smulor (1997), Avslutande ovetenskaplig efterskrift (Band 1 und 2, 1999), Antingen-eller, ett livsfragment (Band 1 und 2, 2002), Stadier på livets väg (Band 1 und 2, 2007)
  • Gunnar Odhner: Den tredje möjligheten (1996)
  • Ivan Bunin: Byn (1998)

Die Edition Rugerup

Geschichte

Margitt Lehbert wurde 2005 Verlagspartnerin ihres Mannes und leitete bis Dezember 2010 die deutschsprachige Reihe des Nimrod Förlags, die unter dem Namen Edition Rugerup erscheint.

Lehbert studierte Philosophie und Deutsch in Konstanz und ab 1980 Vergleichende Literaturwissenschaften in den USA an der University of Iowa, wo sie ihren Master of Fine Arts (Translation) machte. Danach arbeitete sie zunächst für zwei internationale Buchverlage und eine Literaturzeitschrift, dann als freie Übersetzerin in Utrecht in den Niederlanden und in Berlin, wo sie auch zeitweise an der Freien Universität Berlin unterrichtete. Lehbert übertrug bisher vor allem literarische Werke der Lyrik und teils auch Kurzprosa von internationalen Schriftstellern aus dem Englischen ins Deutsche.<ref name="dradio" /><ref name="arsint-Lehbert">Angaben über Margitt Lehbert. Ars Interpres Publications, Stockholm u. a., abgerufen am 9. Dezember 2009.</ref>

Die Publikationen der Edition Rugerup erschienen ebenfalls am Verlagssitz des Nimrod Förlags, in der südschwedischen Gemeinde Hörby. Dort wohnte und arbeitete das Verlegerehepaar in dem zur Gemeinde gehörenden Dorf Önneköp in dem Weiler Rugerup, woher die Edition ihren Namen hat.<ref name="dradio" /> Seit 2011 ist die Edition Rugerup ein eigenständiger Berliner Verlag.

Programm der Edition Rugerup und Autoren

In der Edition Rugerup in der schwedischen Nimrod Förlag AB publizierte und publiziert Margitt Lehbert vor allem internationale Schriftsteller in deutscher Sprache, darunter den australischen Literaturnobelpreis-Kandidaten Les Murray und den schottischen Dichter Iain Crichton Smith. Die Übertragungen der fremdsprachigen Werke ins Deutsche nahm sie teilweise selbst vor. Die Veröffentlichungen erfolgten meistens zweisprachig. Im bisherigen Verlagsprogramm sind auch Arbeiten von deutschen Lyrikern enthalten. Die Edition Rugerup ist seit 2009 jährlich auf der Leipziger Buchmesse vertreten.

Bis 2013 gab die Edition Rugerup gut 40 Bücher in deutscher Sprache heraus, 30 Lyrikbände, Kurzprosabände und mehrere Romane:

Außerdem gab die Edition Rugerup bislang zwei Hörbücher als CD heraus:

  • Les Murray: Translations from Nature. Les Murray reads his poems (Englisch, 2008)
  • Gerard Manley Hopkins: Auf dem Rückflug zur Erde. Gerard Manley Hopkins – eine Einführung in seine poetische Welt (2009)

Zitate

„… Edition Rugerup ist einer der interessantesten Lyrikverlage.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Frank Schäfer: ZEIT Online<ref>Frank Schäfer: Der Bäcker bringt Gedichte. ZEIT Online, 5. März 2008, abgerufen am 24. Januar 2010.</ref>

„Die entdeckungsfreudige und auf Buchästhetik höchst bedachte Edition Rugerup …“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Jürgen Brôcan: NZZ Online<ref>Jürgen Brôcan: Das Atmen der Landschaften. NZZ Online, 16. Dezember 2008, abgerufen am 24. Januar 2010.</ref>

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

<references />