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Nischni Tagil

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Vorlage:Infobox Ort in Russland

Nischni Tagil (Vorlage:RuS, wissenschaftliche Transliteration Nižnij Tagil); bis 1919 Nischnetagilski Sawod /Vorlage:Lang (Nižnij = russisch für „Nieder-“, „Unter-“; Tagil = mansisch für „viel Wasser“ nach dem Flussnamen) ist eine Stadt in Russland mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD).<ref name="einwohner_aktuell" /> Sie liegt in der Oblast Swerdlowsk am Fluss Tagil im mittleren Ural nördlich von Jekaterinburg.

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Der Bahnhof von Nischni Tagil
Datei:Nizhnijtagil-tram-20070128.jpg
Straßenbahn in Nischni Tagil
Datei:Nizhniy tagil StAlexander Nyevsky Cathedral.JPG
Alexander-Newski-Kathedrale
Datei:Nizhny tagil industry.jpg
Industrie in Nischni Tagil

Geschichte

Die Geschichte von Nischni Tagil begann 1696, als mit dem Abbau der reichen Eisenerzvorkommen in der Umgebung begonnen wurde. In der Folge wurde der Ort zu einem der frühen Zentren der russischen Industrialisierung und zu einer wichtigen Produktionsstätte von Gusseisen und Stahl. 1833 konstruierten hier die Ingenieure Jefim und Miron Tscherepanow die erste russische Dampflokomotive; sie wurden im Jahre 1956 mit einer acht Meter hohen Bronzestatue geehrt.

In der Sowjetzeit existierte in Nischni Tagil ein großes Zwangsarbeitslager innerhalb des Gulag-Systems. Das Tagil-ITL (Besserungsarbeitslager) bestand von Januar 1942 bis April 1953, seine Verwaltung befand sich in der Stadt. Die Zahl der Inhaftierten lag zeitweise bei über 43.000 Personen, die im Metallurgiekombinat von Nischni Tagil und in anderen Industriebetrieben sowie im Straßen- und Wasserbau, zur Förderung von Bodenschätzen und in der Holzgewinnung eingesetzt wurden.<ref>Vorlage:Memorial</ref>

Weiterhin befanden sich die beiden Kriegsgefangenenlager 153 und 245 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs in der Stadt. Schwer Erkrankte wurden im Kriegsgefangenenhospital 2929 versorgt.<ref>Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.</ref>

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1897 30.000
1926 39.000
1939 159.867
1959 338.501
1970 378.410
1979 398.146
1989 439.521
1990 424.000
2000 390.900
2010 361.811
2020 349.008

Anmerkung: Volkszählungsdaten (bis 1926 gerundet)

Verkehr

Die Stadt hat Anbindung an die wichtigsten Straßen- und Eisenbahnanbindungen der Umgebung. Nationale und internationale Flüge finden über den in der Nähe gelegenen Flughafen Jekaterinburg statt.

Kultur

Nischni Tagil verfügt über ein städtisches Theater, das D. N. von Mamin-Sibirjak, ein Jugend- und Puppentheater, einen Zirkus, ein Kino- und Videozentrum, zwei Kulturpaläste sowie mehrere Museen und Bibliotheken. In der Stadt und der Umgebung gibt es viele noch erhaltene oder liebevoll restaurierte kulturhistorische Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die Eindrücke der damaligen Baukunst vermitteln. Daneben gibt es noch einen Nationalpark, der über die Geschichte der Eisengewinnung und -verarbeitung informiert. Die Schule Nr. 32 und das Berufsschulzentrum Ellwangen betreiben eine Schulpartnerschaft.<ref>Vorlage:Webarchiv auf ostalbkreis.de</ref>

Wirtschaft

Die Stadt ist bekannt durch Eisengewinnung und -verarbeitung. Die weiteren wichtigen wirtschaftlichen Zweige sind Maschinenbau, Metallverarbeitung und Chemie. Das Metallurgie-Kombinat wurde unter der Leitung der Firma Thyssen reorganisiert. Weitere am Aufbau der Stadt beteiligte deutsche Unternehmen sind die Firmen KHD Humboldt Wedag International und Erich Friedrich. 1996 begann das deutsch-russische Unternehmen Tagil-Technoterm mit der Produktion von wärmedämmenden Materialien. In der Stadt befindet sich auch das Stahlwerk NTMK mit Firmensitz.

Wichtigstes Unternehmen in Nischni Tagil ist die Maschinenbaufabrik, der weltgrößte Panzerfahrzeughersteller Uralwagonsawod. Heute ist das Unternehmen weltweit für die Produktion russischer Kampfpanzer wie dem T-72, dem meistproduzierten Panzer weltweit, dem T-90 sowie dem derzeit aktuellsten Modell T-14 bekannt.

Eine verbreitete Theorie besagt, dass das für die Freiheitsstatue verwendete Kupfer aus Nischni Tagil stammt (ähnliches behauptet aber auch der Kupfer-Bergbauort Sulitjelma in Norwegen von seinem Kupfer).<ref> Statue of Liberty Made of Russian Copper?</ref>

Bildung

Neben den Gymnasien gibt es mehrere Berufsschulen, eine medizinische Fachhochschule, College der Künste (mit Musik- und Schauspielabteilungen) sowie die weltweit anerkannte Akademie für angewandte Kunst. Verschiedene weiterführende Bildungsmöglichkeiten sind

  • Zweigstelle der Staatlichen Technischen Universität des Uralgebiets
  • Zweigstelle des Hauptstädtischen geisteswissenschaftlichen Instituts
  • Zweigstelle des Instituts für Ökonomie, Verwaltung und Recht des Uralgebiets
  • Milizschule des Innenministeriums
  • Staatliches Pädagogisches Institut Nischni Tagil

Sport

Der Eishockeyverein Sputnik spielte bis 2018 in der zweithöchsten russischen Spielklasse.

In Nischni Tagil steht der Skisprungschanzenkomplex Aist, der eine Großschanze (HS134), eine Normalschanze (HS97) und zwei Kleinschanzen (K40, K10) beinhaltet.<ref>www.skisprungschanzen.com</ref> Seit 2013 werden dort auch internationale Wettkämpfe veranstaltet.

Städtepartnerschaften

Nischni Tagil listet folgende neun Partnerstädte auf:<ref name="Twins">Vorlage:Internetquelle</ref>

Stadt Land seit
Brest Datei:Coat of Arms of Brest, Belarus.svg Vorlage:BLR 1998
Chattanooga Datei:Seal of Chattanooga, Tennessee.svg Vorlage:USA 1996
Cheb Datei:Cheb coat of arms.svg Vorlage:CZE 1966 – 2022<ref name="Abbruch" group="Abbruch">Vorlage:Cite web</ref>
Františkovy Lázně Datei:Frnatiškovy Lázně CoA.png Vorlage:CZE 2007 – 2022<ref name="Abbruch" group="Abbruch"/>
Jewpatorija Datei:COA of Evpatoria.svg Vorlage:UKR 2019
Krywyj Rih Datei:Coat of Arms of Kryvyi Rih.svg Vorlage:UKR 1994
Luhansk Datei:Coat of arms of Luhansk.svg Vorlage:UKR 2022
Marienbad Datei:Mariánské Lázně CoA.png Vorlage:CZE 2009 – 2022<ref name="Abbruch" group="Abbruch"/>
Nowokusnezk Datei:Герб Новокузнецка 2018.png Vorlage:RUS 2005

<references group="Abbruch" />

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

Vorlage:Commonscat Vorlage:Wiktionary

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:NaviBlock

Vorlage:Normdaten