Nothnagel-Syndrom
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Das Nothnagel-Syndrom (Synonym: Oberes Syndrom des Nucleus ruber) ist ein Symptomenkomplex in der Neurologie, der durch eine Läsion in der Vierhügelregion des Mittelhirns, einem Teil des Hirnstamms, verursacht ist. Es ist gekennzeichnet durch das Auftreten einer Okulomotoriusparese, die bezogen auf die Lage der Schädigung auf der gleichen Seite (ipsilateral) zu finden ist, und einer Hemiataxie auf der Gegenseite (kontralateral).<ref name="Hacke">W. Hacke: Neurologie. 13. Auflage. Springer-Verlag, 2010, ISBN 978-3-642-12381-8, S. 190.</ref> Da ein Teil der Symptome auf der Seite der Läsion, andere aber auf der Gegenseite auftreten, wird das Nothnagel-Syndrom auch zu den alternierenden Hirnstamm- oder Mittelhirnsyndromen gezählt. Häufigste Ursache sind Tumoren der Zirbeldrüse.<ref>Rudolf Sachsenweger: Neuroophthalmologie. 3. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 1983, ISBN 3-13-531003-5, S. 260.</ref>
Medizingeschichte
Die Bezeichnung geht auf eine erste Beschreibung des Symptomenkomplexes von Carl Wilhelm Hermann Nothnagel 1879 in dessen Monographie Gehirnkrankheiten, Eine Klinische Studie<ref>H. Nothnagel: Corpora Quadrigemina. In: Gehirnkrankheiten. Eine Klinische Studie. Verlag von August Hirschwald, Berlin 1879, S. 204–220.</ref> zurück. Den Komplex hat Otto Marburg später Nothnagel-Syndrom genannt.<ref>Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil: Enzyklopädie Medizingeschichte. 1. Auflage. Gruyter-Verlag, 2004, ISBN 3-11-015714-4, S. 1057.</ref><ref>I. Derakhshan, M. Sabouri-Deylami, B. Kaufman: Bilateral Nothnagel syndrome. Clinical and roentgenological observations. In: Stroke. 1980 Mar-Apr;11(2), S. 177–179, PMID 7368246, doi:10.1161/01.STR.11.2.177.</ref> Nach einem anderen Autor bezieht sich die Bezeichnung Nothnagel-Syndrom nicht auf die 1879 veröffentlichte Monographie, sondern auf eine spätere Publikation aus dem Jahr 1889.<ref>H. Nothnagel: On the diagnosis of diseases of the corpora quadrigemina. In: Brain. 1889; 12, S. 21–35. Online</ref><ref>D. Schmidt: Die klassischen Hirnstammsyndrome Definitionen und Geschichte. In: Ophthalmologe. 2000 Jun;97(6), S. 411–417. PMID 10916384</ref>
Weiterführende Literatur
- G. T. Liu, C. W. Crenner, E. L. Logigian, M. E. Charness, M. A. Samuels: Midbrain syndromes of Benedikt, Claude, and Nothnagel: setting the record straight. In: Neurology. Band 42, Nummer 9, September 1992, S. 1820–1822, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0028-3878|0}}{{#ifeq:1|0|[!]
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}}. PMID 1513475.
Einzelnachweise
<references />