Nureddin Pascha
Nureddin Pascha (oder Nur ad-Din Pascha, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=tr|SCRIPTING=Latn|SERVICE=türkisch}}), auch „Bärtiger Nureddin“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}; * Dezember 1873 in Bursa; † 18. Februar 1932 in Istanbul), war ein türkischer Politiker und Offizier, der unter anderem im Ersten Weltkrieg und im Türkischen Befreiungskrieg kämpfte.
Osmanische Ära
Nureddin wurde 1873 in Bursa geboren. Sein Vater war der Feldmarschall İbrahim Pascha.<ref name="Genelkurmay31">T.C. Genelkurmay Harp Tarihi Başkanlığı Yayınları: Türk İstiklâl Harbine Katılan Tümen ve Daha Üst Kademlerdeki Komutanların Biyografileri. Genkurmay Başkanlığı Basımevi, Ankara 1972, S. 31 (türkisch)</ref> Nureddin Pascha begann seine militärische Ausbildung 1890 an der Militärschule (tr: Mekteb-i Füsûn-u Harbiyye-i Şâhâne) in Pangaltı. Er schloss die Schule 1893 als 31. bester Schüler des Jahrgangs ab und wurde in der Osmanischen Armee zum Leutnant (Efendi / افندی) der Infanterie.<ref name="Genelkurmay31" /> Er war einer der wenigen, die ohne Besuch der Generalstabsschule einen hohen militärischen Rang besaßen.<ref name="Effectiveness75">Edward J. Erickson: Ottoman Army Effectiveness in World War I: A comparative study. Routledge, New York 2007, ISBN 978-0-415-77099-6, S. 75.</ref> Zu den Fremdsprachen, die er beherrschte, gehörten Arabisch, Französisch, Deutsch und Russisch.<ref name="Genelkurmay31" />
Zwischen März und April 1893 diente er in der Fünften Armee und danach bis Oktober 1898 in der Ersten Armee.<ref name="Genelkurmay32">T.C. Genelkurmay Harp Tarihi Başkanlığı Yayınları: Türk İstiklâl Harbine Katılan Tümen ve Daha Üst Kademlerdeki Komutanların Biyografileri. S. 32 (türkisch)</ref> Am 31. Januar 1895 wurde er zum Oberleutnant und am 22. Juli desselben Jahres zum Hauptmann (Agha / اغا) befördert.<ref name="Genelkurmay31" />
Am Türkisch-Griechischen Krieg 1897 nahm er als Aide-de-camp des osmanischen Oberbefehlshaber Ethem Pascha teil.<ref name="Genelkurmay32" /> Danach ging er ins Hauptquartier der Ersten Armee in Istanbul. Im Oktober 1898 wurde er zum Aide-de-camp des Sultans Abdülhamid II. ernannt. 1901 stieg er zum Major auf und befehligte 1901-02 die Truppen an der Osmanisch-bulgarischen Grenze.<ref name="Genelkurmay32" /> Er bekämpfte zwischen 1902 und 1903 mazedonische Rebellen.<ref name="Effectiveness75" />
Im Dezember 1907 kam er ins Hauptquartier der prestigeträchtigen Dritten Armee in Saloniki. Er stieg 1907 zum Oberstleutnant und 1908 zum Oberst (Bey) auf. Als sein Vater İbrahim Pascha die osmanische Armee reformieren wollte, erhielt er vom geheimen Komitee für Einheit und Fortschritt über seinen Sohn eine Warnung, dies zu unterlassen.<ref>Andrew Mango: Atatürk. John Murray, 1999, ISBN 0-7195-6592-8, S. 73.</ref>
Nureddin wurde später Mitglied des Komitees für Einheit und Fortschritt (Jungtürken) und hatte die Mitgliedsnummer 6436.<ref>Kâzım Karabekir: İttihat ve Terakki Cemiyeti. Emre Yayınları, 1982, S. 180. (türkisch)</ref> Am 19. August wurde er auf Grund des Gesetzes über die militärischen Ränge (Tasfiye -i Rüteb-i Askeriye Kanunu) zum Major degradiert<ref name="Genelkurmay31" /> und zur Ersten Armee geschickt. September 1909 wurde Nureddin Bey zum Gouverneur von Küçükçekmece ernannt.
Ab Februar 1911 kämpfte Nureddin im XIV. Korps im Jemen gegen Aufständische und wurde wieder zum Oberstleutnant. 1913 kehrte er aus dem Jemen zurück und kämpfte in den letzten Tagen des Balkankrieges im 9. Infanterieregiment. Im selben Jahr diente er unter Liman von Sanders.<ref name="Genelkurmay32" /> Ende April 1914 erhielt er das Kommando über die 4. Division.<ref name="Effectiveness75" />
Erster Weltkrieg
Als der Befehlshaber der osmanischen Streitkräfte im Irak Süleyman Askerî Bey am 14. April 1915 Selbstmord beging, wurde Nureddin am 20. April 1915 zum neuen Befehlshaber (Pascha) an der Front in Mesopotamien bestimmt. Gleichzeitig wurde er zum Gouverneur der Vilayets von Basra und Bagdad ernannt.<ref name="Genelkurmay32" />
Im November 1915 stoppte Nureddin Pascha den Vormarsch von Townshends British Indian Army in der Schlacht von Ktesiphon<ref>Edward J. Erickson: Ottoman Army Effectiveness in World War I: A comparative study. S. 74–78.</ref> und drängte die Briten Richtung Kut al Amara. Die Stadt wurde belagert und die Briten ergaben sich.<ref>Edward J. Erickson: Ordered to Die: A history of the Ottoman Army in the First World War. Greenwood Press, Wesport, CT 2001, ISBN 0-313-31516-7, S. 112–115.</ref> Generalfeldmarschall Colmar von der Goltz kam am 21. Dezember 1915 in Bagdad an, benannte die osmanischen Truppen im Irak in Irakarmee (tr: Irak Ordusu) um<ref>Orhan Avcı: Irak'ta Türk ordusu (1914–1918). Vadi Yayınları, 2004, ISBN 975-6768-51-7, S. 30 (türkisch)</ref> und machte sich von dort auf, in den Iran einzufallen.<ref>Edward J. Erickson: Ottoman Army Effectiveness in World War I: A comparative study. S. 86.</ref> Am 20. Januar 1916 wurde Nureddin Pascha auf Anweisung des Kriegsministers Enver Pascha durch Oberst Halil Kut ersetzt.<ref>Edward J. Erickson: Ordered to Die: A history of the Ottoman Army in the First World War. S. 150.</ref> Nureddin Pascha wurde zum Kommandanten des IX. Korps und provisorischer Befehlshaber der Dritten Armee bestimmt.<ref name="Genelkurmay32" />
Im Oktober 1916 übernahm er die Armeen in den Regionen von Muğla und Antalya und hob ein neues Korps (XXI. Korps) aus, dessen Befehl er übernahm.<ref name="Genelkurmay32" /> Zusätzlich zu diesem Kommando war er ab dem 25. Oktober 1918 noch stellvertretender Gouverneur von Aydın.<ref>Kâmil Erdeha: Vilâyetler ve Valiler. Remzi Kitabevi, 1975, S. 373. (türkisch)</ref> Im selben Jahr stieg er in den Rang eines Mirliva auf.<ref name="Genelkurmay31" />
Nach dem Waffenstillstand
Nach dem Waffenstillstand von Mudros im November 1918 wurde Nureddin Pascha zum Kommandeur des XVII. Korps in Izmir und zum Gouverneur von Aydın. Am 30. Dezember 1918 erhielt er das Kommando des XXV. Korps in Istanbul.<ref name="Genelkurmay32" /> Nach dem Ausbruch eines Aufstandes in Urla bei Izmir, wurde er in die Region geschickt, um dort für Sicherheit zu sorgen.<ref name="Genelkurmay33">T.C. Genelkurmay Harp Tarihi Başkanlığı Yayınları: Türk İstiklâl Harbine Katılan Tümen ve Daha Üst Kademlerdeki Komutanların Biyografileri. S. 33 (türkisch)</ref>
Nureddin Pascha gründete ein beratendes Komitee aus Parteidelegierten, Interessenverbänden und Handelsvereinen aus Izmir und unterstützte die osmanische Gesellschaft zur Verteidigung der Rechte in Izmir (tr: İzmir Müdafaa-i Hukuk-ı Osmaniye Cemiyeti).<ref name="İMHOC">Mesut Çapa: "İzmir Müdafaa-i Hukuk-ı Osmaniye Cemiyeti (Aralık 1918-Mart 1920)", Atatürk Araştırma Merkezi Dergisi, Sayı 21, Cilt: VII, Temmuz 1991 (türkisch)</ref> Vor der Besetzung Izmirs durch die Alliierten wurde Nureddin Pascha aus Izmir zurückbeordert. Die Briten sahen in dem nationalistischen Nureddin Pascha ein Hindernis. "Kambur" Ahmet İzzet Bey wurde am 11. März zum neuen Gouverneur und der pensionierte General Ali Nadir Pascha am 22. März zum neuen Befehlshaber der Region ernannt.<ref name="İMHOC" />
Türkischer Befreiungskrieg
Im Juni 1920 machte sich Nureddin Pascha nach Anatolien auf und schloss sich der Widerstandsbewegung von Mustafa Kemal an. Dieser hatte den Widerstand gegen die Politik der Regierung des letzten osmanischen Sultans Mehmeds VI. in Konstantinopel zentralisiert und in Ankara eine Gegenregierung ins Leben gerufen. Nureddin Pascha wurde am 9. Dezember 1920 zum Kommandeur der Armee Mitte, die aus etwa 10.000 Mann bestand und ihren Stützpunkt in Amasya hatte, ernannt.<ref name="Genelkurmay33" /> Die Situation der Pontosgriechen verschlechterte sich dadurch.<ref>Andrew Mango: Atatürk. S. 329.</ref> Er verwies die amerikanischen Missionare des Landes und beschuldigte christliche Einwohner der Region des Verrats.<ref name="Mango330">Andrew Mango: Atatürk. S. 330.</ref>
Koçgiri-Aufstand
Als 1920 der Koçgiri-Aufstand ausbrach, wurde Nureddin Pascha mit einer Streitmacht von 3.000 Kavalleristen und Irregulären, darunter auch Topal Osmans lasische cut-throats gegen die Rebellen geschickt.<ref name="Mango330" /> Der Aufstand wurde am 17. Juni 1921 niedergeschlagen.<ref>Ergün Aybars: İstiklâl Mahkemeleri. Bilgi Yayınevi, 1975, S. 34. (türkisch)</ref>
Gemäß einigen Quellen sagte Nureddin Pascha:
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Die Härte, mit der der Aufstand niedergeschlagen wurde, führte zu wütenden Debatten im Parlament in Ankara. Die Versammlung entschied, Nureddin Pascha vor einen Untersuchungsausschuss zu stellen und zu verurteilen, doch das Verfahren wurde durch Mustafa Kemal verhindert, der auf Nureddin Pascha für die Fortsetzung des Unabhängigkeitskrieges nicht verzichten wollte.<ref name="Mango330" /><ref>Seventy-five Years of the Turkish Republic, Sylvia Kedourie, Routledge, 2000, S. 14.</ref>
Pontos-Griechen
Am 9. Juni bombardierten die griechischen Zerstörer Panthir und das Kampfschiff Kilkis İnebolu. Nureddin Pascha schlug der Regierung in Ankara wegen der möglichen Landung der Griechen in Samsun vor, die männliche griechische Bevölkerung im Alter zwischen 16 und 50 Jahren nach Amasya, Tokat und Şebinkarahisar zu deportieren. 21.000 Pontos-Griechen wurde dann auf Befehl 2082 vom 12. Januar 1921 deportiert.<ref>Ahmet Güzel: Dünden Bugüne Yunanistan'ın Pontus Hedefi. IQ Kültür Sanat Yayıncılık, 2006, ISBN 975-255-109-2, S. 151. (türkisch)</ref> 485 Pontos-Griechen wurde vor den Unabhängigkeitsgerichten zum Tode verurteilt. Nachdem Samsun am 7. Juni 1922 durch den Panzerkreuzer Georgios Averoff beschossen wurde, wurden alle Griechen in West- und Südanatolien, das unter der Kontrolle der türkischen Nationalisten war, auf Befehl von Ankara deportiert.<ref name="Mango331">Andrew Mango: Atatürk. S. 331.</ref> Nureddin Pascha soll gemäß Taner Akçam für Massaker an Tausenden von osmanischen Griechen verantwortlich sein.<ref>Taner Akçam: A Shameful Act: The Armenian Genocide and the Question of Turkish Responsibility. Metropolitan Books, 2006, ISBN 0-8050-7932-7, S. 323.</ref> {{#invoke:Vorlage:Siehe auch|f}}
Die Großoffensive
Als der Kommandeur der Ersten Armee, die in Westanatolien gegen die Griechen kämpfte, Ali İhsan Sâbis, abgesetzt wurde, wurde die Stelle erst Ali Fuat Cebesoy und dann Refet Bele angeboten. Beide lehnten ab, weil sie nicht unter dem Kommando von Stabschef İsmet İnönü dienen wollten.<ref name="Mango334-335">Andrew Mango: Atatürk. S. 334–335.</ref> So wurde am 29. Juni 1922 Nureddin Pascha zum neuen Kommandeur bestimmt.<ref name="Genelkurmay33" /> Kurze Zeit später am 31. August wurde er zum Ferik (entspricht dem Generalleutnant und Generalmajor) befördert.<ref name="Genelkurmay31" />
Die Eroberung von Izmir
Nureddin Pascha erreichte mit der Ersten Armee am 9. September 1922 Izmir, das die Türken von den Griechen zurückerobert hatten. Gemäß Ütkan Kocatürk wurde er zum Militärgouverneur von Izmir ernannt,<ref>Utukan Kocatürk: Atatürk ve Türkiye Cumhuriyeti Tarihi Kronolojisi: 1918–1938. Türk Tarih Kurumu Basımevi, 1983, S. 342 (türkisch)</ref> andere Quellen verneinen dies.<ref name="Genelkurmay194">T.C. Genelkurmay Harp Tarihi Başkanlığı Yayınları: Türk İstiklâl Harbine Katılan Tümen ve Daha Üst Kademlerdeki Komutanların Biyografileri. S. 194 (türkisch)</ref><ref name="Çalışlar">İzzeddin Çalışlar: On Yıllık Savaşın Günlüğü: Balkan, Birinci Dünya ve İstiklal Savaşları, Orgeneral İzzettin Çalışlar'ın Günlüğü. Yapı Kredi Yayınları, 1997, ISBN 975-363-617-2, S. 393–394 (türkisch)</ref> Nureddin Pascha beschuldigte den Erzbischof von Izmir Chrysostomos Kalafatis der Kollaboration mit den Besatzern. Er ließ dann den Erzbischof von einem Mob lynchen.<ref name="Mango345">Andrew Mango: Atatürk. S. 345.</ref> Einige Tage nach der Besetzung Izmirs wurden im griechischen und im armenischen Stadtteil Izmirs am 13. September Brände gelegt, die zu einem mehrtägigen Großbrand (Brand von Izmir) anwuchsen und diese Stadtteile komplett zerstörten. Zugleich begingen türkische Soldaten und Freischärler ein Massaker, plünderten und vergewaltigten.
Nach dem Waffenstillstand von Mudanya, der den türkischen Befreiungskrieg beendete, wurde Nureddin Pascha im Oktober 1922 mit seiner Armee nach İzmit beordert.<ref>Mustafa Hergüner: "Başkomutan Gazi Mustafa Kemal Paşa Hereke’de", Atatürk Araştırma Merkezi Dergisi, Sayı 58, Cilt: XX, Mart 2004 (türkisch)</ref>
Ali Kemal Bey
Während seiner Zeit als Kommandeur in İzmit veranlasste er die Entführung des ehemaligen Innenminister Ali Kemal Bey. Der liberale Journalist und Schriftsteller Ali Kemal Bey war ein Gegner der Widerstandsbewegung gewesen. Dieser wurde am 4. November 1922 in einem Friseursalon vor dem Tokatlıyan-Hotel in Istanbul überwältigt und aus der Stadt geschafft. In İzmit wurde er vor Nureddin Pascha gebracht,<ref name="Rahmi262-263">Rahmi Apak: Yetmişlik Subayın Hatıraları. Türk Tarih Kurumu Basımevi, 1988, ISBN 975-16-0075-8, S. 262–263 (türkisch)</ref> der ihn vor ein Militärgericht stellen wollte. Ali Kemal Bey stimmte dem zu. Tatsächlich aber befahl Nureddin Pascha seinem Hauptmann Rahmi Apak:
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Als Ali Kemal Bey das Tor passierte, wurde er von einem Mob geschlagen, gesteinigt und erstochen. Der Mob raubte ihm seinen Schmuck, seine goldene Uhr und seinen neuen Anzug. Anschließend wurde er mit einem Seil an den Fußknöcheln durch den Ort geschleift.<ref name="Rahmi265">Rahmi Apak: Yetmişlik Subayın Hatıraları. S. 265.</ref> Nureddin Pascha ließ später seine Leiche bei einem Eisenbahntunnel aufhängen. So konnte İsmet İnönü, der auf dem Weg zur Konferenz von Lausanne hier vorbeikam, die Leiche sehen.<ref name="Rahmi265" />
Geçit Teşkilâtı
Auch bei der Rückeroberung von Istanbul spielten Nureddin Pascha und seine Geçit Teşkilâtı (dt.: Vorübergehende Organisation) eine große Rolle. Die Geçit Teşkilâtı war eine Abteilung der Ersten Armee. Im Osmanischen wurde sie mit K.T. ({{#invoke:Vorlage:lang|fold}}{{#if:Kef Te| {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:|, DMG {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:| <templatestyles src="IPA/styles.css" />
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Republik Türkei
Abgeordneter
Im Juni 1923 wurde die Erste Armee aufgelöst, sodass Nureddin Pascha seinen Posten verlor. Ein Jahr später wurde er Mitglied des Obersten Militärrates (tr: Yüksek Askerî Şûra). Bei den Nachwahlen zum Parlament 1924 gewann Nureddin Pascha als unabhängiger Kandidat in Bursa. Am 17. Januar 1925 wurde ihm sein Mandat genommen, weil er noch ein militärisches Amt innehatte. Daraufhin ließ er sich vom Militär pensionieren.<ref name="Genelkurmay33" /> Bei der wiederholten Wahl am 2. Februar gewann er sogar mit größerer Mehrheit.
Hutgesetz
Im November 1925 sprach sich Nureddin Pascha im Parlament gegen das Hutgesetz aus und bezeichnete es als einen Verstoß gegen die Verfassung. Die anderen Abgeordneten warfen ihm vor, ein Feind des Volkswillens zu sein. Er wurde vom Parlament ausgeschlossen und vor Gericht gestellt.<ref>Mehmet Mihri Özdogan: Nation und Symbol. Der Prozess der Nationalisierung am Beispiel der Türkei. Campus Verlag 2008, S. 269.</ref> Der Justizminister Mahmut Esat Bozkurt sagte dazu: „Die Gewährung der Freiheit darf kein Spielzeug in den Händen der Reaktionäre sein … Angelegenheiten im Interesse des Landes sind nicht gegen die Verfassung und können es auch nicht sein.“<ref name="Mango436-2">Turkish text: Hürriyetin nasibi, irticanın elinde oyuncak olmak değildir … Ülkenin çıkarlarına olan şeyler hiç bir zaman Anayasaya aykırı olamaz, olmaması mukayyettir. In: Andrew Mango: Atatürk. S. 436 (türkisch)</ref>
Nutuk
In seiner Marathonrede Nutuk im Oktober 1927 kritisierte Atatürk Nureddin Pascha. So habe Nureddin Pascha im Jahr 1923 Âbit Süreyya angewiesen, eine Biografie zu schreiben, worin er sich fälschlicherweise als Umzingler der Briten in Kut al-Amara, als Verteidiger von Bagdad, als Sieger in den Schlachten vom Jemen, Ktesiphon, Westanatolien, Afyonkarahisar und Dumlupınar und als Eroberer von Izmir darstellen ließ.<ref>In Turkish: Kûtülamare muhasırı, Bağdat müdafii, Yemen, Selmanpâk, Garbı Anadolu, Afyon Karahisar, Dumlupınar, İzmir muharebatı galibi ve İzmir fâtihi. "Nurettin Paşa'nın bağımsız milletvekili olma teşebbüsü ve yayınladığı hal tercümesi", Nutuk (türkisch)</ref>
Tod
Am 18. Februar 1932 starb Nureddin Pascha in seinem Haus in der Kızlarağası Çeşmesi Straße Nr. 23 (heute: Müverrih Ağa Straße) in Kadıköy. Er war mit Nazmiye Türe († 1951) verheiratet und hatte zwei Töchter namens Semiha (1896–1950) und Memduha (1904–1970). Semiha war mit Hüseyin Pascha und Memduha mit Generalmajor Eşref Alpdoğan verheiratet.<ref name="Üsküdar1365" /> Die Inschrift auf Nureddin Paschas Grabstein lautet:
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Nach dem Militärputsch 1980 beschloss die Militärregierung, in Ankara einen Staatsfriedhof zu errichten, wo die engsten Weggefährten Atatürks begraben sein sollten. Nureddin Pascha wurde vom Türk Tarih Kurumu nach Atatürk, İsmet İnönü und Fevzi Çakmak als der viertwichtigste Mann des Befreiungskrieges bestimmt und in den Rang eines Generals erhoben.<ref>Atatürk Kültür, Dil ve Tarih Yüksek Kurumu Kanunu (türkisch)</ref> Die Überführung seines Leichnams nach Ankara scheiterte wegen des öffentlichen Protestes. Er liegt auf dem Friedhof Beylerbeyi Küplüce Mezarlığı begraben.<ref name="Üsküdar1365">Mehmet Nermi Haskan: Yüzyıllar Boyunca Üsküdar. Band 3, Üsküdar Belediyesi, 2001, ISBN 975-97606-3-0, S. 1365 (türkisch)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20110722001207
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}}
}}, Üsküdar Belediyesi official site (türkisch)</ref><ref name="Gerçekler196">Necati Fahri Taş: Nureddin Paşa ve Tarihî Gerçekler. Nehir Yayınları, 1997, ISBN 975-551-150-4, S. 196 (türkisch)</ref>
Medaillen und Auszeichnungen
- Mecidiye-Orden, V. Klasse
- Osmanje-Orden, III. Klasse
- Osmanje-Orden mit Schwert, II. Klasse
- Order of Merit
- Ehrenlegion
- Eisernes Kreuz, 2. Klasse
- İstiklâl Madalyası
Weblinks
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| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}Vorlage:Wikidata-Registrierung
- Fikret Karagöz: Biz Nurettin Paşa yaktı biliyorduk. In: Taraf. 15. April 2008 (türkisch)
- Engin Ardıç: Yaklaşıyor paşam! In: Sabah. 9. April 2010 (türkisch)
- Mehmet Altan: Sakallı Nurettin Paşa torunları. In: Star. 21. April 2010 (türkisch)
Einzelnachweise
<references />
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- Abgeordneter der Großen Nationalversammlung der Türkei
- Militärperson (Osmanisches Reich)
- Person im Italienisch-Türkischen Krieg
- Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Osmanisches Reich)
- Person im Türkischen Befreiungskrieg
- Pascha
- Militärperson (Türkei)
- Mitglied des Komitees für Einheit und Fortschritt
- Mitglied der Cumhuriyet Halk Partisi
- Mitglied der Ehrenlegion
- Träger des Osmanié-Ordens
- Träger der İstiklâl Madalyası
- Träger des Mecidiye-Ordens
- Mitglied des Order of Merit
- Türke
- Geboren 1873
- Gestorben 1932
- Mann