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Nyanaponika

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Datei:Nyanaponika Maha Thera.jpg
Nyanaponika Mahathera, 1993

Nyanaponika Mahathera, birmanisch න්‍යානපොනික ථෙර, (geboren 21. Juli 1901 in Hanau als Siegmund Schlomo Feniger<ref>Asaf Federman: His excellency and the monk: A correspondence between nyanaponika thera and david ben-gurion. Contemporary Buddhism, (2009) Vol. 10, No. 2, S. 197–219, http://dx.doi.org/10.1080/14639940903239769, auf wrap.warwick.ac.uk [1] S. 5</ref>; gestorben 19. Oktober 1994 in Forest Hermitage, Kandy, Sri Lanka) war 57 Jahre lang buddhistischer Mönch in der Theravada-Tradition. Sein Wirken als buddhistischer Lehrer und Gelehrter, als Übersetzer und Autor buddhistischer Schriften und als Herausgeber und Vortragender haben ihn zu einer inspirierenden Gestalt für die Erneuerung des Buddhismus in Asien, insbesondere Sri Lanka gemacht. Seine Teilnahme am 6. Konzil in Rangun ist Beleg für die große Wertschätzung, die ihm in Asien entgegengebracht wurde. Darüber hinaus ist sein Wirken insbesondere für den Buddhismus in Deutschland und der Schweiz von großer Bedeutung.

Leben

Siegmund Feniger wurde am Sonntag, dem 21. Juli 1901 als einziges Kind von Scheindel Feniger, geborene Fränkel (gestorben 1956) und Isaak Feniger (gestorben 1932)<ref>Bhikkhu Bodhi (Hrsg.): Nyanaponika. A Farewell Tribute. Bodhi Book Publication No: 611S, Buddhist Publication Society, Kandy 1995, auf dhammatalks.net [2] S. 7</ref>, einem Ladenbesitzer in Hanau, in der Nürnberger Straße 39, bei Frankfurt am Main geboren.<ref>Objekt der Woche #173 Ñyāṇaponika Mahāthera. Museen Hanau, auf museen-hanau.de [3]</ref> Siegmund genoss eine traditionelle jüdische Erziehung und war sehr an religiösen Dingen interessiert. Im Jahre 1916 absolvierte er seine Mittlere Reife in Königshütte (Schlesien), um danach in Kattowitz eine Buchhändlerlehre zu beginnen, im Jahre 1920 lebte er in Leipzig und in München. Er war Mitglied der HaPoel HaZair. Finanzielle Schwierigkeiten der Familie hinderten ihn an den Besuch einer Universität, weshalb er eine Lehre in einer örtlichen Buchhandlung begann, wo seine Lesegewohnheiten seine intellektuellen Interessen an klassischen Texten und philosophischen Werken förderten.<ref>Bhikkhu Bodhi (Hrsg.): Nyanaponika. A Farewell Tribute. Bodhi Book Publication No: 611S, Buddhist Publication Society, Kandy 1995, auf dhammatalks.net [4] S. 8</ref> Während seiner Arbeit im Buchhandel und stieß dabei auch auf den Buddhismus. Nach der Übersiedlung der Familie nach Berlin 1922 kam er auch in Kontakt mit Buddhisten. Im Jahre 1924 zog die Familie Feniger nach Königsberg in Ostpreußen. Bei einem öffentlichen Vortrag über Buddhismus lernte Siegmund einen überzeugten Buddhisten kennen, der ihn einem größeren Kreis buddhistischer Bekannter vorstellte. Gemeinsam mit seinen Freunden gründete er in der Stadt einen buddhistischen Studienkreis, der sich regelmäßig zu Sutta-Lesungen und Dhamma-Diskussionen traf. Außerdem richtete er in dem Geschäft seines Vaters eine buddhistische Leihbibliothek ein. Durch diese Bibliothek kam Feniger mit Helmuth von Glasenapp, einem deutschen Indologen, in Kontakt, der damals an der Universität Königsberg lehrte. So erfuhr er auch von Nyanatiloka, dem deutschen Mönch, der in Ceylon die „Island Hermitage“ gegründet hatte, eine Einsiedelei, die auch westlichen Mönchen offenstand.

Datei:Island Hermitage on (Polgasduwa) Dodanduwa Island, Galle District, Sri Lanka.jpg
Berühmtes buddhistisches Waldkloster, Dodanduwa Island, Galle District, gegründet 1911 von Ehrwürden Nyanatiloka Mahathera, zeitgenössisches Bild

Angesichts des zunehmenden Rassenwahns in seiner Heimat emigrierte er, zusammen mit seiner Mutter, 1935 nach Österreich, um 1936 schließlich seinen Plan, sich Nyanatiloka in Sri Lanka anzuschließen, zu verwirklichen. Noch im selben Jahr erhielt er die Novizenordination<ref>siehe auch Buddhistisches Mönchtum</ref>, und im Jahr darauf wurde er zum vollordinierten Bhikkhu mit dem Namen Nyanaponika („zur Erkenntnis geneigt“).

Gemeinsam mit seinem Lehrer Nyanatiloka wurde er beim Ausbruch des Krieges von den Briten als „feindlicher Deutscher“ im Lager Diyatalawa von 1941 bis 1946 interniert und später nach Nordindien in das durch Heinrich Harrers Buch Sieben Jahre in Tibet bekannt gewordene Lager Dehra Dun verlegt. Nyanaponika nutzte diese Zeit für Übersetzungen aus dem Pali-Kanon ins Deutsche. Nach Ende des Krieges konnte er 1946 in die Island Hermitage zurückkehren. Nachdem Ceylon 1948 von Großbritannien unabhängig geworden war, nahm Nyanaponika 1951 die Staatsbürgerschaft seiner Wahlheimat an. Gemeinsam mit seinem Lehrer übersiedelte er in das neue Meditationszentrum „Forest Hermitage“ in Kandy im Hochland von Sri Lanka.

Die Vorbereitungen auf das 6. Konzil in Rangun, Burma brachten ihm die Gelegenheit, den Meditationsmeister Mahasi Sayadaw kennenzulernen. Sein wohl bekanntestes Buch Geistestraining durch Achtsamkeit spiegelt teilweise diese Erfahrungen wider.

1958 konnte Nyanaponika die Erfahrungen seines Ursprungsberufes nutzen, als er gebeten wurde, Leiter und Herausgeber der neu gegründeten BPS (Buddhist Publication Society) zu werden. Die BPS, die er bis 1984 leitete, wurde zu einem weltweit anerkannten Verlag für die Verbreitung der Theravada-Lehre. Mit dieser Tätigkeit wurde der Vertrieb von Publikationen zum Dhamma zu einer etablierten Form der Weitergabe der Lehren sowie zur Sicherung des Lebensunterhalts. Seine Werke sind heute in Besitz verschiedener Verlage.<ref>Zum wohle Vieler, von Bhikkhu Bodhi – Eine persönliche Würdigung des Lebens und der Arbeit des verstorbenen Ehrw. Nyanaponika Mahathera (1901-1994), der als Gründer, Bearbeiter, Präsident und zu guter Letzt als Patron von BPS diente. (3rd Aussendung, 1994) </ref><ref>Dana-Project BPS Deutsche Übersetzung und Kritik</ref>

Bei Reisen von den späten 60er bis in die frühen 80er Jahre, vornehmlich in die Schweiz, traf Nyanaponika mit vielen Persönlichkeiten des europäischen Buddhismus zusammen und wurde von ihnen auch in seiner Waldeinsiedelei besucht.

In den letzten Lebensjahren wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil. Während des Besuchs in Burma traf Ben-Gurion mit Nyanaponika zusammen. Beide standen in brieflichen Kontakt.

Werk

Übersetzungen von Nyanaponika

  • Gruppierte Sammlung (Samyutta Nikaya) Buch II (17–21) und das ganze Buch III (22–34)[Erstveröffentlichung: 1925/30]. ISBN 3-931095-16-9
  • Angereihte Sammlung (Anguttara Nikaya) Herausgabe und Überarbeitung der Übersetzung von Nyanatiloka. ISBN 3-59108218-X
  • Der einzige Weg. Buddhistische Texte zur Geistesschulung in rechter Achtsamkeit. Aus dem Pâli und Sanskrit übersetzt und erläutert von Nyânaponika. ISBN 3-931095-04-5

Schriften von Nyanaponika (Auswahl)

  • Geistestraining durch Achtsamkeit. 1970 (Besonders wertgeschätzt von Erich Fromm), ISBN 3-931095-02-9
  • Geistestraining durch Achtsamkeit. Freie Version im Internet
  • Im Lichte des Dhamma. 1989. Hrsg. Kurt Onken, ISBN 3-931095-01-0.

Literatur

  • Kurt Onken (Hrsg.): Des Geistes Gleichmaß. Festschrift zum 75. Geburtstag des Ehrwürdigen Nyãnaponika Mahãthera. Verlag Christiani, Konstanz 1976, ISBN 3-931095-48-7.
  • Kurt Onken (Hrsg.): Zur Erkenntnis geneigt. Gedenkschrift zum 85. Geburtstag. Christiani 1986, ISBN 3-931095-07-X.
  • Scharlipp, Matthias Nyanacitta (Hrsg.): Ein edler Freund der Welt. Nyanaponika Mahathera (1901-1994) Gedenkschrift zum 100. Geburtstag. Jhana 2002, ISBN 3-931274-21-7.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references/>

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