Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338 Münstertal/Schwarzwald – WikipediaZum Inhalt springen
Knapp 20 Kilometer südlich von Freiburg im Breisgau führt das weitläufige Münstertal von Staufen im Breisgau tief hinein in den Südschwarzwald und grenzt an den Landkreis Lörrach an. Die Gemeinde Münstertal verteilt sich mit seinen mehreren Siedlungskernen auf zwei Haupttäler und zwar nördlich des Hausberges Belchen, über den Ortsteil Stohren in Richtung des Freiburger Hausberges Schauinsland und westlich des Belchen über den Ortsteil Münsterhalden in Richtung Badenweiler. Die Höhenlage des Münstertals liegt zwischen 330 m ü. NHN am Neumagen bis 1414 m ü. NHN auf dem Belchengipfel und weist damit einen Höhenunterschied von 1084 Meter auf. Zahlreiche Seitentäler mit ausgesprochen individueller Prägung führten zum Beinamen „Münstertal, das Tal der hundert Täler“.<ref name=":41" /><ref>Eberhard Gross: Faszinierendes "Tal der hundert Täler". 23. Oktober 2012, abgerufen am 13. Dezember 2025.</ref>
Münstertal/Schwarzwald ist 1971 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Obermünstertal und Untermünstertal entstanden. Diese wiederum wurden 1831 aufgrund der großherzoglichen Gemeindeordnung gegründet. Das Obermünstertal existierte als Gemeinde von 1831 bis 1971. Politisch autonom war es von 1922 bis 1971. Zuvor agierten die einzelnen Rotten noch überwiegend eigenständig. Das Untermünstertal existierte als politische Gemeinde von 1831 bis 1971.
Rotten
Vor 1831 gab es im Tal keine geschlossene Wohngemeinde, sondern eine Ansammlung von einzelnen Ortsgemeinschaften, die als Rotten bezeichnet wurden. Diese in Österreich gängige Bezeichnung wurde von Einwanderern aus Tirol eingeführt, die im 17. Jahrhundert aufgrund den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges u. a. ins Tal umsiedelten.<ref>Manfred Lange: Bessere Orientierung für den ortsunkundigen Gast - Kreis Breisgau. 30. September 2006, abgerufen am 21. August 2025.</ref><ref>Manfred Lange: Als alle Häuser noch Nummern trugen. 21. August 2018, abgerufen am 21. August 2025.</ref>
Stohren (mit Hörhalden)<ref name=":12">Manfred Lange: Wo die Straßen keine Namen haben. 4. März 2020, abgerufen am 21. August 2025.</ref><ref name=":13" /><ref name=":14" /><ref name=":15" /><ref name=":16" /><ref>Manfred Lange: Hörhalden war die Heimat der Holzwolle-Fabrikanten. 16. Januar 2020, abgerufen am 17. September 2025.</ref>
(vormals Rotte am Buck)<ref>Manfred Lange: "Rotte am Buck" hatte goldene Zeiten. 21. September 2019, abgerufen am 17. September 2025.</ref><ref name=":22" /><ref name=":23" /><ref name=":24" />
Zwischen den Rotten gab und gibt es einzelne Siedlungen, die zum Teil weit auseinander lagen. Dies sind insgesamt 65<ref>Manfred Lange: Als kommunale Ortsbezeichnung gibt es Münstertal erst seit 1971. 2. Juli 2019, abgerufen am 9. August 2025.</ref> Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuserbezeichnung, die in einer Liste einzusehen sind.
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Der Belchen ist der Hausberg des Münstertals, steht unter Naturschutz und zählt jährlich über 300.000 Besucher. Aufgrund seines markanten Profils und der größten Reliefenergie aller deutschen Mittelgebirgsberge wird er auch König des Schwarzwalds genannt.<ref>Der Belchen – König des Schwarzwalds. Abgerufen am 26. Juli 2025.</ref> Er ist nach dem Feldberg und dem Herzogenhorn der dritthöchste Berg des Schwarzwaldes. Per PKW und Bus ist die Talstation der Belchenseilbahn erreichbar.<ref>Die Belchen-Seilbahn. Abgerufen am 26. Juli 2025.</ref> An der Bergstation, nahe des Gipfels, befindet sich das Belchenhaus.<ref>Sarah Trinler: Geheimnisvoll, eindrucksvoll, kraftvoll: Der Belchen und seine mystische Aura. 7. Juli 2024, abgerufen am 18. August 2025.</ref> Dort gibt es einen Gipfelrundweg. Der Gipfel kann zu Fuß oder per Fahrrad erreicht werden. Von dort aus besteht bei gutem Wetter Rundumpanorama mit Aussicht bis in die Alpen (Bereich Zugspitze bis Mont Blanc).
Der Name Belchen stammt aus dem Mittelhochdeutschen (belche = „weißer Fleck“, der sich von dem ihn umgebenden dunklen Wald abhebt). Der Belchen ist Teil des Belchen-Systems, das vor über 2000 Jahren von den in der Region ansässigen Kelten zur kalendarischen Bestimmung der Tagundnachtgleichen und der Sonnenwenden benutzt wurde und in Verbindung mit Belenus, dem Gott des Lichtes der Kelten, gebracht wird.
Der Neumagen ist ein rund 26 Kilometer langer Fluss/Bach, der in die Möhlin mündet. Von seinen höchstgelegenen Quellen bis zur Mündung beträgt das Gesamtgefälle rund 940 Höhenmeter. Von den Flüssen auf der Westseite des Südschwarzwalds weist er den höchsten Gefällegradienten auf. Der Neumagen wird von 50 Bächen gespeist und speist selbst den Eschbach, der durch die gleichnamige Gemeinde fließt. Der höchste Quellpunkt liegt am Trubelsmattkopf. Der Name Neumagen entstammt dem keltischen Wort „novio-magus“, was so viel bedeutet wie Feld oder Ebene am Fluss bzw. am Bach. Das stärkste gemessene Hochwasserereignis war am 19. Mai 1994, als aufgrund von starken Niederschlägen über 40000 Liter pro Sekunde abliefen. Das folgenreichste Hochwasserereignis war im Juli 1744, als in Staufen wertvolle Viehweiden weg geschwemmt wurden. Die damaligen Flussbegradigungen für die Baumstammflößerei Richtung Breisach wurden weggerissen und der Bach suchte sich wieder ein neues Bett.<ref>Rainer Ruther: Krassestes Hochwasser 1744. 8. September 2020, abgerufen am 7. August 2025 (Registrierung notwendig).</ref><ref>Rainer Ruther: Die Wiege der Industrialisierung. 31. August 2020, abgerufen am 8. August 2025 (Registrierung notwendig).</ref><ref>Frank Schoch: Nasser Gruß vom Hochschwarzwald. 26. August 2020, abgerufen am 8. August 2025 (Registrierung notwendig).</ref><ref name=":41">Manfred Lange: Von Hochwasser- und Trockenzeiten: 50 Bäche bei Münstertal bilden den Neumagen. 17. Februar 2021, abgerufen am 22. August 2025.</ref><ref>Helmut Stingl: Wanderung durch das Münstertal entlang dem Flüsschen Neumagen. 22. August 2021, abgerufen am 13. Dezember 2025.</ref>
Auf 915 m Höhe gibt es nahe der Münstertäler Gemarkungsgrenze in einem Naturschutzgebiet den Bergsee Nonnenmattweiher, in dem auch gebadet werden kann.
Erzbergbau fand im Mittleren Schwarzwald sowie im Südschwarzwald (zum Beispiel im Münstertal) vermutlich schon in der Römerzeit statt (Gewinnung von Silber- und Bleierzen). Urkundlich belegt wurde die Münstertäler Bergbaugeschichte erstmals 1028 von Kaiser Konrad II. Im späteren Hochmittelalter (ab etwa 1100 n. Chr.) erlebte der Bergbau im Schwarzwald wieder einen Aufschwung, insbesondere um Todtnau, im Münstertal und Suggental, später auch am Schauinsland. Man nimmt an, dass bis zum Ausgang des Mittelalters etwa 800–1000 Bergleute im Münstertal lebten und arbeiteten. Nach der Pest, die das Tal 1516 heimsuchte, dem Deutschen Bauernkrieg (1524–1526) und dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) ging der Bergbau in der Region bis auf wenige Gruben zurück.<ref>Manz, M.; Fritsche, R.; Puchelt, H.: Schwermetallgehalte in Böden und Pflanzen alter Bergbaustandorte im Südschwarzwald. In: Baden-Württemberg Landesamt für Umwelt. Abgerufen am 18. November 2025.</ref><ref>Markus Herbener: Waldnutzungsinteressen des 18. Jahrhunderts - Fallstudien zum Kloster St. Trudpert im Münstertal (Schwarzwald). 2012 (uni-freiburg.de [abgerufen am 18. November 2025] Albert-Ludwigs-Universität Freiburg).</ref><ref>Herberner: Bergbaugeschichte - bergbau-muenstertal.de. In: Heimatitiative. Abgerufen am 18. November 2025.</ref><ref>Gustav Albiez: Geschichte des Bergbaus im Münstertal (Südschwarzwald). In: Digitales Archiv der Zeitschrift „Badische Heimat“ 1916 bis 1990 – Landesverein Badische Heimat e.V. Abgerufen am 18. November 2025.</ref><ref>Wolfgang Werner, Volker Dennert mit Beiträgen von Uwe Meyerdirks, Wilhelm Tegel: Lagerstätten und Bergbau im Schwarzwald (2004). In: Landesamt für Geologie Bergbau (Hrsg.): Auftreten und Verbreitung der bergbaulich nutzbaren Lagerstätten. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 31. Dezember 1927, S.13–23, doi:10.1515/9783486759358-003.</ref>
Einen erneuter Aufschwung des Bergbaus begann Anfang des 18. Jahrhunderts nach dem Verlust des Elsass an Frankreich. Er dauerte bis in das 19. Jahrhundert. Viele Gruben aus dieser Zeit können heute als Schaubergwerk besichtigt werden, wie beispielsweise die Grube Teufelsgrund (Münstertal). Dort endete der Bergbau relativ spät im Jahr 1958.<ref name=":35" /> Mitte des 19. Jahrhunderts gelang es dem „Badischen Bergwerksverein“, den Abbau von Blei im Münstertal mit rund 400 Bergleuten nochmals zu aktivieren, doch selbst eine deutsch-englische Auffanggesellschaft konnte 1852 die Aufhebung des Abbaubetriebes nur noch einige Jahre hinauszuzögern. Laut einem überlieferten „Katalog von dem ganzen Bergwerks-Etabilissement“ aus dem Jahre 1864 wurde der Bergbau (Abbau von Silber und Blei) im Tal offiziell eingestellt.
Dennoch gab es auch im 20. Jahrhundert nochmals kurze Bergbauperioden. Von 1932 bis 1938 lief im Münstertal der Abbau von Schwerspat im Tirolergrund im Etzenbach sowie von 1942 bis 1958 von Flussspat im Teufelsgrund. Vom Mundloch des Wilhelmstollens führte damals eine breite Abraumhalde (heute wieder bewaldet) hinab zum Zufahrtsweg, wo das Erz verladen wurde.<ref name=":24">Manfred Lange: Mulden-Kaltwasser – wie aus einem Bergbaustollen ein Kurbetrieb wurde. 26. September 2019, abgerufen am 10. August 2025.</ref>
Im Jahr 2010 gab es das erste Münstertäler Bergmannstreffen, an dem sich die noch lebenden, damaligen Bergleute, Hauer, Steiger und die Erzklauberinnen getroffen haben. Das Treffen fand an der Feuerwehrhütte statt, die heute auf der Abraumhalde und am Eingang des bis zuletzt befahrenen Wilhelmstollens steht. Hier befand sich das ehemalige Betriebsgebäude mit einer Sortieranlage und einem langen Klaube(fließ)band, an dem mehrere Frauen gutes und taubes Gestein auseinander klaubten.<ref>Manfred Lange: Zeitzeugen erinnern sich an die Arbeit im Bergwerk "Teufelsgrund". 8. Januar 2010, abgerufen am 28. August 2025.</ref>
Stadt Münster
Die abgegangene Stadt Münster (Schwarzwald) wurde bereits 926 erstmalig erwähnt und gab dem Münstertal seinen Namen. Münster wird in einer Urkunde aus dem Jahr 1317 als Stadt des Klosters St. Trudpert bezeichnet.
Die Rechte daran hatten zunächst die Zähringer und nach deren Aussterben im Jahre 1218 die Grafen von Urach, die sich später aufgrund des Verlustes des namensgebenden Stammsitzes „Grafen von Freiburg“ nannten.
Die Grafen von Freiburg setzten die Herren von Staufen als Vögte u. a. für die Stadt Münster ein. Im 12. Jahrhundert sind Streitigkeiten der Herren von Staufen mit dem Kloster über die Bergwerksrechte im Münstertal dokumentiert, die vor dem Bischof von Straßburg ausgetragen wurden. In den Jahren 1280/81 wird von einer ersten Fehde zwischen den Herren von Staufen und der Stadt Freiburg berichtet. Eine Urfehde mit Freiburg ab dem Jahr 1306 endete mit einer Niederlage der Herren von Staufen, die als Sühneleistung ab 1309 der Stadt Freiburg für zehn Jahre Kriegsfolge leisten mussten. 1325/26 befanden sich die Herren von Staufen in einem Kleinkrieg mit Freiburg um den Bergbau im Münstertal und widerstanden dabei angeblich einer Belagerung. Der Konflikt wurde zu Ungunsten der Herren von Staufen im April 1326 beigelegt, möglicherweise aufgrund des spätestens 1327 erfolgten Erwerbs von pfandschaftlichen Anteilen an der Burg Staufen durch die Stadt Freiburg. Johann von Staufen verkaufte 1330 die Stadt Münster, die Burg Scharfenstein sowie die Vogtei Münster. Obendrein ging dieser Verkauf an den Habsburger Herzog Otto von Österreich.
Lange Zeit ging man davon aus, dass die Stadt Münster bei dem Angriff der Freiburger 1346 vollständig zerstört wurde, sie wird jedoch zwischen 1348 und 1478 immer wieder in Zusammenhang mit Streitigkeiten mit den Herren von Staufen und in Zusammenhang mit dem Kloster St. Trudpert genannt. Inzwischen ist erforscht, dass die Stadt während des Dreißigjährigen Krieges, endgültig untergegangen ist, als auch das Kloster und die Burg Staufen im Jahr 1632 durch die Schweden unter Führung des schwedischen Feldherrn Gustaf Horn zerstört wurden.<ref>André Bechthold: Die Bergstadt Münster und die habsburgische Herrschaftsbildung am Oberrhein im 14. und 15. Jahrhundert. In: dl.ub.uni-freiburg.de. Albert-Ludwigs-Universitätsbibliothek Freiburg, Februar 2002, abgerufen am 26. August 2025.</ref> Damals tobten die Kämpfe im Breisgau, da das katholisch-kaiserliche, österreichische Haus Habsburg dem protestantischen Schweden und an dessen Seite das katholische Frankreich gegenüberstanden. Im Folgejahr wurden auch Kirchhofen, Ehrenstetten und Krozingen zerstört. 1638 Freiburg eingenommen und Breisach belagert.<ref>Frank Schoch: "Die Region blutete förmlich aus". 3. November 2018, abgerufen am 12. Oktober 2025.</ref><ref>Frank Schoch: Von den Ereignissen mitgerissen. 29. September 2018, abgerufen am 12. Oktober 2025.</ref><ref>Frank Schoch: "Der Tod schaut aus den Augen". 27. August 2018, abgerufen am 12. Oktober 2025.</ref>
Kloster
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Das Kloster St. Trudpert entstand im beginnenden 9. Jahrhundert n. Chr.
Der Sage nach wurde Trudpert, der aus adligen Haus stammte und als Mönch aus einem irischen Kloster entstammte, vom damaligen Papst Gregor dem Großen (590 bis 604) im Jahre 604 zur Missionierung nach Alemannien geschickt. Drei Jahre nach seiner Niederlassung als Einsiedler erlitt er das Martyrium. Im 9. Jahrhundert wurde die Einsiedelei in ein Kloster umgewandelt, ein Neubau ist zwischen 962 und 975 einzuordnen. Zum heiligen Trudpert traten im 11. oder 12. Jahrhundert Petrus und Paulus als Klosterpatrone hinzu.<ref name=":32">Andreas Büttner: Klöster in Baden-Württemberg: Benediktinerabtei St. Trudpert - Geschichte. In: Klöster in Baden-Württemberg,. Landesarchiv Baden-Württemberg, abgerufen am 10. November 2025.</ref> Ab dem 12. Jahrhundert sind auch zahlreiche Auseinandersetzungen des Klosters mit seinen Untertanen sowie den angrenzenden Klöstern und Adeligen überliefert. Eine besondere Rolle spielten dabei die Vögte des Klosters, die Herren von Staufen, vor allem in Zusammenhang mit den Rechten um den Silberbergbau. Zur Sicherung seiner Rechte erwirkte das Kloster päpstliche (1144, 1185, 1245) und kaiserliche (1235) Urkunden.<ref name=":32" /> Am 3. April 1144 nahm Papst Lucius II. das Kloster St. Trudpert in den Schutz des päpstlichen Stuhles auf. Im Jahr 1192 erhob Papst Cölestin III. St. Trudpert zur Wallfahrtskirche.<ref>Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde: Fallstudien zum Kloster St. Trudpert. Albert Ludwig Universität, abgerufen am 10. November 2025.</ref>
Das Kloster wurde durch die Zerstörung der nahe gelegenen Bergbaustadt Münster im Jahr 1346 geschwächt, auch vom allgemeinen Rückgang der Silberproduktion. In den folgenden Jahrzehnten finden sich immer wieder Nachrichten, die auf wirtschaftliche Schwierigkeiten hindeuten. Dennoch konnten Mitte des 15. Jahrhunderts mehrere Gebäude (Klausur, Abtshaus, Backhaus) sowie die Marienkappelle und der gotische Chor (Weihe 1456) neu gebaut werden - für eine vollständige Umgestaltung der Kirche fehlten jedoch die Mittel.<ref name=":32" />
Bei den Aufständen in Südwestdeutschland wurde das Kloster zwei Mal geplündert (1518 und 1525), die entstandenen Schäden konnten erst 1578 wieder behoben werden.<ref name=":32" /> Der damalige bauliche Zustand ist in einer Zeichnung von Gabriel Bucelin aus dem Jahr 1624 bewahrt. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Kirche und Klosteranlage von schwedischen Truppen niedergebrannt. Schreckenstag im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) war der 28. Dezember 1632, an welchem "tausend" Soldaten das Kloster und die Kirche und 70 Häuser im Tal zerstörten. Erst nach 1665 begann der Wiederaufbau unter dem aus Schlettstadt stammenden Benediktinermönch Abt Roman Edel, der sich in 29 Amtsjahren durch eine rege Bautätigkeit, aber auch durch die geistige Erneuerung des Klosters verdient gemacht hat. Im Zuge der Kriegswirren (1688 brach der Pfälzische Erbfolgekrieg aus, nachdem der "Holländische Krieg" 1674 bereits in Münstertal schrecklich gewütet hatte) floh der Konvent (Abt) ins Exil nach Sion, von wo er aus der Ferne die Bautätigkeit und Leitung weiter ausführte. Auf Roman Edel folgte als Klosterabt der ebenfalls aus Schlettstadt stammende Augustin Sengler, dessen Amtszeit von 1694 bis 1731 andauerte. Der Konstanzer Bischof gab ihm Ende des 17. Jahrhunderts die Erlaubnis zur Grundsteinlegung einer neuen Kapelle beim dortigen Trudpert-Brunnen, wo dereinst der Mord an Trudpert stattgefunden haben soll. Sengler beauftragte den bekannten Vorarlberger Baumeister Peter Thumb zum Bau einer Kapelle und wenige Jahre später auch zum Bau der neuen Barockkirche. In der Kapelle integrierte er die Quelle und die Brunnenstube. Damit wurde die Trudpert-Kapelle in der Folge zu einem viel besuchten Wallfahrtsort. Zwischen 1712 und 1722 wurde das Langhaus der Kirche neu erbaut und die Kirche durch den Baumeister Peter Thumb im barocken Stil neu gestaltet. Die neue Kirche wurde am 5. Oktober 1727 geweiht. Es folgten der Neubau des Klosters 1737 und die Neugestaltung der Kirchenfassade 1738.<ref>Kirchengemeinde: St. Trudpert Münstertal. Abgerufen am 6. Oktober 2025.</ref><ref name=":28" /><ref>Manfred Lange: Abt-Kreuz ist aus einem einzigen Stein gemeißelt - Kreis Breisgau. 19. Februar 2005, abgerufen am 8. Oktober 2025.</ref>
Unter dem letzten Abt Columban Christian, der sowohl Benediktinermönch als auch Bildhauer war, konnte die Ausgestaltung der Kirche mit der Weihe des prachtvollen Hochaltars im Jahr 1784 vollendet werden, den sein Bruder Franz Josef Friedrich Christian aus Riedlingen in frühklassizistischen Stil errichtet hatte.<ref name=":27" /> Im Zuge der Säkularisation 1806 mussten die Benediktinermönche das Kloster aufgeben.
Das Kloster und die klösterlichen Meierhöfe wurden vom Staat 1808 verkauft und gelangten so in adligen Besitz. 1808 an den Freiburger Regierungspräsidenten, späteren Badischen leitenden Staatsminister, späteren Innenminister und späteren Hofrichter Freiherr Conrad Karl Friedrich von Andlau-Birseck. Dann an seinen Erbfolger Heinrich mit Frau Antonia, später bis 1920 an den Diplomat Freiherr Friedrich von Mentzingen.<ref name=":5" /><ref name=":33">Manfred Lange: Kloster St. Trudpert in Münstertal ist erst niedergebrannt, dann wurde es neu erbaut. 19. April 2022, abgerufen am 23. August 2025.</ref> Das Hause Mentzingen war damals auch Eigentümer der Burg Staufen und bis 2025 des Schlosses Hugstetten.<ref name=":43">Manfred Frietsch: Die vier Schlösser in March gelten als Kulturdenkmäler. 2. Januar 2026, abgerufen am 4. Januar 2026.</ref> Teile des Klostergebäudes wurden damals abgebrochen. Der angehäufte Bauschutt von damals bildet heute eine steile Böschung unterhalb des Klostergeländes. Die bis dahin genutzte Klosterkirche diente nun als öffentliche Pfarrkirche. Anfang des 20. Jahrhunderts strebte Dekan Strohmeyer die Wiederbesiedelung durch die Benediktiner an. Nachdem dies nicht gelungen war, konnte er 1919 erreichen, dass das Kloster wieder einen kirchlichen Träger bekam.<ref>Katholische Kirchengemeinde St. Trudpert: Dekan Willibald Strohmeyer. Abgerufen am 10. November 2025.</ref> Bei den im Elsass schwer bedrohten Schwestern des Hl. Josef von St. Marc, waren zwei aus dem Münstertal stammende Nonnen, auf deren Vorschlag der Orden 1920 das Kloster für 440.000 Mark der Familie von Mentzingen abkaufte und eine Neugründung des Klosters durchführte.<ref name=":34" /> Das jetzige Klostergebäude und die rückseitige Kuppelkirche wurden erst im 20. Jahrhundert, zwischen 1929 und 1965 von den Josefsschwestern nach Plänen von Adolf Lenz und H. Graf gebaut. Sie nutzen die von ihnen neu errichtete Kuppelkirche und Hauskapelle für klostereigenene Gottesdienste.<ref name=":35" />
Die Schwestern arbeiten im sozialen Bereich, in den 1930er-Jahren gehörten etwa 450 Frauen der Schwesternschaft an. Im Jahr 2022 leben rund 70 Schwestern im Kloster, zudem zahlreiche Schwestern in Außenstellen.<ref name=":33" />
Geschichte – Gemeinde
Allgemein
Die Geschichte Münstertals ist geprägt von der mittelalterlichen Bergbauaktivität, der Zerstörung der Stadt Münster,<ref name=":0" /> der Land- und Forstwirtschaft in herausfordernder Gebirgsregion und dem Kloster St. Trudpert als jahrhunderte langer Mittelpunkt und der Entwicklung der 15 Einzelrotten zur heutigen Gemeinde, die 1971 aus Ober- und Untermünstertal entstand.<ref>Manfred Lange: Als kommunale Ortsbezeichnung gibt es Münstertal erst seit 1971. 2. Juli 2019, abgerufen am 7. August 2025 (Registrierung notwendig).</ref> Heute ist Münstertal ein beliebtes Urlaubsziel und Erholungsort im Südschwarzwald und seit 2013 ein Staatlich anerkannter Luftkurort und Ort mit Heilstollen-Kurbetrieb.<ref>Manfred Lange: Diese Luft tut amtlich gut: Münstertal wird anerkannter Heilstollen-Kurort. 26. August 2013, abgerufen am 2. Juli 2025 (Abonnementpflichtig).</ref>
Zeit des Habsburger Vorderösterreich / Markgraf von Baden (bis 1806)
1788 ließ die Habsburger Kaiserin Maria Theresia am erhöhten Standort über dem Neumagen das Ziegelplatz-Schulhaus erbauen.<ref name=":20" /><ref name=":27" />
Ab dem 17. und 18. Jahrhundert entstand im Talzentrum eine rege Fabrikation von „Backsteinen“ aus Lehm und Ton. Die Nachfrage dazu war von Abt Augustin Sengler ausgelöst worden, der ab 1694 an der Spitze des Benediktiner Konvents St. Trudpert stand und den barocken Kloster- und Kirchenbau in massiver Bauweise vorantrieb. Hergestellt wurden vor allem Mauerziegel und Dachziegel, später auch Drainagerohre und Kabelabdeckhauben.<ref name=":20">Manfred Lange: Im „Ziegelplatz“ gab es die erste Schule im Tal. 26. August 2019, abgerufen am 9. August 2025.</ref>
Der letzte Eigentümer der großen Ziegelhütte war seit 1896 der adlige Baron Max Freiherr von Landenberg, der auch Eigentümer der einst klösterlichen Meierhöfe Laisackerhof und Rammersbacher Hof war. 1913 wurde der Betrieb der Ziegelhütte eingestellt.<ref name=":27" />
Die Badische Gemeindeordnung von 1831 verlangte, dass im Münstertal politische Gemeinden gegründet werden mussten. So entstanden im Tal die zwei Gemeinden Untermünstertal und Obermünstertal. Die kommunale Grenze zwischen den beiden Talgemeinden, verlief zwischen den Ortsteilen Münster (Untertal) und Krumlinden (Obertal) und zwar unterhalb der Klosteranlage. Somit gab es erstmals eine Grenze zwischen den ehemals aufs Engste verwobenen Herrschaftsbereichen der Stadt Münster und des Klosters St. Trudpert. Laut der Badischen Gemeindeordnung fanden in beiden Gemeinden 1832 auch Bürgermeisterwahlen statt. Allerdings etablierte sich die Gemeinde Obermünstertal als autonome Kommune erst am 1. April 1922, aus dem Zusammenschluss der bis dahin noch eigenständig agierenden Rotten Krumlinden, Lehner (Spielweg), Neuhof und Stohren.
Das Badische Forstgesetz von 1833 schränkte die Holznutzung der ländlichen Bevölkerung ein, Waldweiden wurden generell verboten und die private Jagd wurde zur illegalen Wilderei.<ref>Peter Weidenbach: Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rahmenbedingungen der Waldentwicklung seit 1800. Aus der Zeitschrift "Der deutsche Wald". In: Bürger und Staat. 2001, abgerufen am 17. November 2025.</ref> Die Maßnahmen führten zu massiver sozialer Not und zu Auswanderung. Die Menschen führten ein ärmliches und karges Leben. Sie hungerten, konnten oft ihre Höfe nicht halten. Der Staat bot Landwirten an, ihren Hof zu kaufen, um mehr Flächen für den Wald zu haben. Es gab Rekrutierungsbüros, die Bürger für das Auswandern nach Amerika anwarben. Allein im Münstertal wanderten ca. 200 Erwachsene mit ihren Kindern aus, die Hochphase war dabei um 1850. Die Großherzöge ließen den Wald aufforsten und Fichten als Monokulturen von Kulturarbeiterinnen pflanzen, was das Erscheinungsbild des Waldes veränderte.<ref>Sonja Zellmann: Wie die Not die Schwarzwälder erfinderisch machte. 28. August 2025, abgerufen am 28. August 2025.</ref>
Passstraßen
Die heute vom Spielweg bis zum Neuhof verlaufende mehrere Kilometer lange Bergstraße (Kunststraße) wurde 1847 fertiggestellt, inklusive dem steinernen Rundbogen-Brückenbauwerk, das am Fuße des Scharfensteinfelsens den jungen Neumagen überquert und damit zum ersten Mal den Fahrweg Richtung Neuhof, Wiedener Eck und Wiesental freimachte.<ref name=":17" /> Bis dahin war stattdessen das Muldental ein stark befahrenes Durchgangstal für den Personen- und Warenverkehr ins Wiesental. Der Aufstieg mit Pferdegespannen führte an der Belchen-Nordwand rund 700 Meter hinauf zur 1117 Meter hohen Passhöhe „Krinne“ – einst Gasthaus und Raststätte für Mensch und Tier. Von hier ging es neben dem Dietschelbach bergab nach Multen und dem Aiternbach bis Utzenfeld. Nach dem Bau der neuen „Kunststraße“ im Jahre 1847 von Münstertal-Spielweg über Neuhof und Wiedener Eck (1035 Meter hoch) hatte die Krinne-Trasse ausgedient, was 1869 zum Ende der Krinne-Wirtschaft führte. Das Steinmaterial für den Straßenbau kam aus Steinbrüchen im Münstertal. Diese Steinbrüche lieferten auch Material für die Tulla’sche Rheinbegradigung, die ab 1817 durchgeführt wurde. Bis Ende der 1950er Jahre gab es die Steinbruchbetriebe.<ref>Manfred Lange: Von der beschwerlichen und gefährlichen Arbeit der Steinbrecher und Felsklopfer. 12. Januar 2023, abgerufen am 20. August 2025.</ref>
In der Rotte Hof (Wogenbrunn) ließ sich 1870 die Freiburger Carl MEZ AG - Seidenfabrik<ref>Manfred Gallo: Carl Mez - einst eine Firma von Weltruf. 22. Juli 2013, abgerufen am 14. August 2025.</ref> nieder, in der bis 1930 zuerst Hanf zu kleinen „Siede-Strängli“ verarbeitet wurde und später Rohseide aus Mailand zu Garn und Feinseide. Danach wurde das Gebäude zur Zigarren- und Stumpenfabrik Faist, zum Wehrmachtsstützpunkt, dann zum Bundeswehrlager und inzwischen zum Gemeinde-Bauhof. Vor dem Bau der Fabrik war an diesem Ort das Schmelzwerk des Bergwerks.<ref name=":34">Waldemar Ortlieb: Hausnamen der Münstertäler Höfe, Häuser und ihre Herkunft. Hrsg.: Waldemar Ortlieb. 3. Auflage.</ref> Die Fa. MEZ erweiterte sich im Münstertal und kaufte als weitere Produktionsstätte auch das Poche-Gebäude in der Mulden, in dem bis 1864 das Gestein aus dem Bergbau zerkleinert wurde.
Starken Aufschwung kam ab 1915 durch den Bau der Münstertalbahn. Davon profitierte z. B. die Hof-Säge, die vor und nach dem Ersten Weltkrieg eine Blütezeit erlebte. Am Ortseingang entstand in dieser Zeit das Elektrizität-Wasserkraftwerk, das die Bevölkerung des unteren Münstertales fast ein halbes Jahrhundert lang von 1922 bis in die 1960er-Jahre hinein mit gemeindeeigener elektrischer Energie versorgte.<ref>Manfred Lange: Mit der Bahn kam der Aufschwung nach Hof. 6. Juli 2019, abgerufen am 9. August 2025.</ref>
Die Planungen für dieses Kraftwerk sowie auch der Neubau der Rotenbuck-Schule (1913), der benachbarten Rotenbuck-Kapelle (1913) und die Förderung des Eisenbahnbaues ins Münstertal (1915) entstanden in der 26-jährigen Amtszeit des Bürgermeisters Pius Pfefferle II, dessen Vater Pius Pfefferle I bereits 16 Jahre zuvor Bürgermeister war.<ref name=":36">Manfred Lange: Das Münstertal im Wandel der Zeit. Hrsg.: Manfred Lange. Band1. Schillinger Verlag, Freiburg 2014.</ref>
Im Obermünstertal wurde 1913 die neue Spielwegeschule fertiggestellt und 1915 wurde von Ortspfarrer Willibald Strohmeyer das neu gebaute Krumlinden-Schulhaus geweiht, als damals sechste Schule im Tal. Mitte der 1920er Jahre wurde die Bergstraße nach Neuenweg (Haldenhof-Pass) im Ortsteil Münsterhalden entlang des Sirnitzbaches gebaut. In diesem Zuge wurde auch erstmals die Kälbelescheuer an das Straßennetz angebunden.<ref name=":36" />
In die Amtszeit des nachfolgenden Bürgermeisters Karl-Heinrich Burgert, fallen im Tal der Aufbau einer kommunalen elektrischen Versorgung (1920–1928), der Neubau des heutigen Rathauses (1923–1926) sowie um 1920 der Kauf der alten Klostergebäude durch den Orden der St. Josef-Schwestern. Das Rathaus wurde unter Architekt Josef Schlenker aus Staufen als multifunktionales Gebäude errichtet um neben der Gemeindeverwaltung, einen Bürgersaal, eine Kochschule, eine Fortbildungsschule sowie Dienstwohnungen unterzubringen. Die verwendeten Mauersteine aus Granit stammten aus dem Steinbruch in der Gabel.<ref name=":35">Manfred Lange: Äbte, Vögte, Bergleute: Die Gewerbechronik vom Münstertal. Hrsg.: Manfred Lange. Schillinger Verlag, Freiburg.</ref>
Der SPD-Bürgermeister Burgert wurde am 23. Juni 1933 durch das NS-System verhaftet und vom Amt enthoben und durch Baron Hanns von Landenberg als Bürgermeister ersetzt. Nach Kriegsende 1945 wurde Karl-Heinrich Burgert von der französischen Besatzungsmacht wieder als Bürgermeister in seinem Amt eingesetzt, das er aber 1946 aus gesundheitlichen Gründen wieder abgeben musste. Von Landenberg wurde lange nach seiner Amtszeit, aufgrund seiner Verdienste um die Förderung des Gästewesens, 1968 zum Ehrenbürger ernannt. Die Straße, die nach ihm benannt wurde, wurde allerdings in den 2010er Jahren, aufgrund seines unrechtmäßigen Amtsantritts, wieder umbenannt zum Peter-Thumb-Weg.<ref name=":40">Rainer Ruther: Münstertal benennt Nazi-Straße in Baumeister-Straße um. 10. Oktober 2018, abgerufen am 10. August 2025.</ref> Auch Karl-Heinrich Burgert ließ man diese Ehre postum zukommen. 1999 wurde vom Gemeinderat beschlossen, eine neue Straße im Münstertal Karl-Heinrich-Burgert-Weg zu nennen.<ref name=":31" /><ref name=":40" />
Vom eigentlichen Kriegsgeschehen des Zweiten Weltkriegs war im Münstertal selbst bis 1944 wenig zu spüren. 1940 wurde die ehemalige MEZ-Fabrik von der Wehrmacht als Stützpunkt für die kriegsgetriebenen Straßenbaumaßnahmen Richtung Frankreich genutzt. Auf dem Untermünstertäler Sportplatz (Bereich jetzige „Siedlung“) wurden von der Wehrmacht Baracken als Vorratslager errichtet. Ab 1944 begann der regelmäßige Bombenalarm. Die Eisenbahnlinie wurde Ziel der Jagflieger, aber auch einzelne Wohnhäuser wurden bombardiert, als auch Einzelpersonen beschossen. Die Wehrmacht nutze das Tal gegen Kriegsende als Rückzugsort, auch hunderte Bürger und Gemeindeverwaltungen aus dem Umland suchten im Münstertal Schutz, da die Angriffe und Bombardierungen in den Nachbarortschaften verheerender waren.<ref>Manfred Lange: Die letzten Kriegswochen im Südlichen Breisgau. 11. Mai 2020, abgerufen am 10. August 2025.</ref><ref>Manfred Lange: Wie aus einem Kriegsgefangenen ein Freund und Ehemann wurde. 8. Mai 2020, abgerufen am 11. September 2025.</ref> Im Münstertal quartierten sich Wehrmachtssoldaten ein. Ein SS-Armeekorps hielt sich im Noviziatsbäude von St. Trudpert auf, welches sie verwüsteten. In der Münsterhalde quartierte sich das SS-Jagdkommando Süd ein, das die Bevölkerung terrorisierte. Es hatte sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit anderen moralischen Wertevorstellungen zu zeigen, wer mehr Macht besaß. Nicht linientreue Münstertäler, die ihren Unmut über das Regime zeigten, wurden von ihnen einbestellt, getadelt und bestraft. Es wurde ihnen mit Erschießung gedroht, manche wurden inhaftiert im Freiburger Gefängnis. Truppenführer Perner war wie Hitler ein fantastischer Kirchenhasser. Nur drei Tage vor dem Einzug französischer Truppen ins Münstertal wollte er ein Exempel statuieren. Am Vormittag des 22. April 1945 drang er zusammen mit Unterscharführer Wauer ins Kloster St. Trudpert ein und gab Pfarrer Strohmeyer zwei Minuten Zeit, sich zum Mitkommen fertig zu machen. Im Auto wurde Strohmeyer mit zum Haldenhof genommen. Dort stieg ein desertierter baskischer Legionär namens Roglin zu, der die grausame Tat letztlich zusammen mit zwei weiteren Legionären per Genickschuss ausführte. Die Leiche wurde etwa 15 Meter weiter geschleift, ausgeraubt und verscharrt und die Grube notdürftig mit Erde, Rasen und Tannreisig bedeckt.
Erst am 6. Mai wurde er von einem fünfköpfigen Suchkommando entdeckt, bestehend aus August Böhler, Karl Dietsche, Engelbert Neuner, Urban Pfefferle und dem letzten Pächter des einst klösterlichen Rammersbacher Hofes Johann Riesterer. Strohmeyer wurde auf dem Friedhof des Klosters beigesetzt. Bereits zwei Jahre nach Kriegsende entschied die Kirchengemeinde Münstertal - St. Trudpert, dass dem gemeuchelten Dekan eine ehrwürdige Gedenkstätte als Mahnmal gegen den Faschismus am Ort der Tat errichtet wird. In der Gedenkkapelle am Heubronner Eck findet alljährlich am 1. Mai ein Gedenkgottesdienst zum Gedenken an Dekan Willibald Strohmeyer statt.<ref>Gerald Niel: Von der SS gefoltert und ermordet, aber im Kleinen Wiesental nicht vergessen: Priester Willibald Strohmeyer. 22. April 2025, abgerufen am 10. August 2025.</ref><ref>Heinz Scholz: Vor 65 Jahren: SS-Männer erschiessen Willibald Strohmeyer. In: Textatelier. Abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref><ref name=":38" />
Nachdem Freiburg kurz vor Kriegsende bereits im Februar 1945 von französischen Truppen besetzt war, erfolgte dies am 24. April auch in Staufen und am 26. April im Münstertal. Letzte Handlungen der Wehrmachtssoldaten des 18. SS-Armeekorps war es, die meisten Brücken im Münstertal zu sprengen, bevor sie am 24. April aus dem Münstertal in Richtung Schwarzwald flüchteten. Daraufhin plünderte die verarmte und hungernde Bevölkerung die Speisevorräte der Wehrmacht, die sich noch in Güterwaggons und den Lagerbaracken befanden.<ref name=":42" /><ref name=":6" />
Die Französische Besatzung
Mit dem Einmarsch der französischen Besatzungsarmee in das Markgräflerland wurden auch die beiden Gemeindeverwaltungen von Unter- und Obermünstertal sowie die Ortspolizei außer Kraft gesetzt. Die Soldaten quartierten sich in den Schulhäusern ein. Der Münstertäler Bürgermeister von Landenberg sowie ca. 20 Parteimitglieder wurden festgenommen und im Nebengebäude des Postgebäudes inhaftiert. In Müllheim etablierte sich 1945 die französische Militärbehörde, das "Gouvernement Militaire de la Zone Française", die von der Münstertäler Bevölkerung fortlaufend Reparationen einforderte. Eine Auflistung Obermünstertals führt alleine im ersten Jahr folgende, abgegebene Gegenstände auf: ein Auto, vier Motorräder, 15 Fahrräder, 30 Radios, 42 Taschenuhren, sechs Ferngläser, sieben Fotoapparate sowie viele Kleidungsstücke, Einrichtungsgegenstände und Geschirr. Angesichts der ohnehin schwierigen Ernährungslage fielen entwendete Nahrungsmittel besonders schmerzlich ins Gewicht: fünf Kühe, acht Kälber, sechs Schafe, 21 Kaninchen, 204 Hühner, 162 kg Fleisch und Speck, 55 Zentner Kartoffeln, 910 Liter Milch, 120 Liter Wein, viele weitere Lebensmittel sowie 380 Doppelzentner Heu und 210 Ster Holz. Die Gemeinde Obermünstertal bezifferte den Wert der entwendeten Güter auf knapp 29 Tausend Reichsmark. Hinzu kamen 18 Tausend Mark entwendetes Bargeld. Im Jahre 1946 wanderten aus beiden Talgemeinden, für französische Familien in Müllheim, über ein Dutzend komplette Schlafzimmer, Esszimmer- und Kücheneinrichtungen, Geschirr, Bestecke, Reinigungsgeräte Tischdecken, Bettwäsche, Handtücher, Wolldecken, kurz alles, was in einem neu einzurichtenden Haushalt benötigt wurde. Dies setzte sich bis ins Jahr 1948 fort. Im gleichen Zeitraum wurde als Reparationsmaßnahme Raubbau im Wald durch "Franzosenhiebe" betrieben. Zuerst ausländische Waldarbeiter, später zwangsrekrutierte, einheimische Waldarbeiter führten großflächige Abholzungen durch. Das Holz wurde per Eisenbahn abtransportiert.
Politische Säuberung bzw. Entnazifizierung wurde im Münstertal durchgeführt. Hierzu mussten die Bürger Fragebögen ausfüllen und die Männer wurden auf die beiden Rathäuser einbestellt um sie auf eine Mitgliedschaft in der SS zu überprüfen. Im öffentlichen Dienst kam es daraufhin zu 15 Entlassungen. Von den Parteimitgliedern erhielten 43 Personen ein Verfahren mit Bestrafung. Bürgermeister Hanns von Landenberg wurde zum Abschluss der "Reinigungsverfahren" im Jahr 1950 als "Minderbelastet" eingestuft.<ref name=":6" /><ref name=":42">Konrad Ruh: Die Geschichte des Münstertals, Band 1. Band1. Rombach, Freiburg.</ref>
Zum Zeitpunkt der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 lebten die Münstertäler Familien noch in ärmlichen Verhältnissen. Die Straßen waren noch nicht asphaltiert, es gab keine zentrale Trinkwasserversorgung, keine Kanalisation, die Stromversorgung war unzureichend und die von der SS gesprengten Brücken waren noch durch provisorische Holzkonstruktionen ersetzt. Die Nahrungsmittel waren bis dahin rationiert. Die wenigen Steuereinnahmen der Gemeinde kamen aus der Holzverarbeitung (Forstwirtschaft, Sägewerke, Bürstenholz). Die Arbeitslosigkeit war sehr hoch und so zogen nicht wenige Bürger weg. Ein Hauptansinnen des damaligen Untermünstertäler Bürgermeisters Franz Anton Riesterer war deshalb, Industriebetriebe im Tal anzusiedeln. Dies gelang Anfang der 1950er Jahre mit Neubauten der Fa. Wäschetruhe KG<ref>Wäschetruhe KG, Hans Denk, KG, Wöschekonfektion und Textilversand, Untermünstertal - Deutsche Digitale Bibliothek. Abgerufen am 14. August 2025.</ref> (Textilfabrikation) in der Rotte Münster und der Fa. Gubor (Schokoladenproduktion) in der Rotte Hof.
Datei:Wäschetruhe—Eugen Mayer.jpgWäschetruhe KG (1952–1960) Textilproduktion und Versand, Eugen Mayer KG (1960–1983) Wirk- und Strickwarenfabrik
Die Firmen florierten und Ende der 1950er Jahre arbeiteten mehr als 600 Personen dort. Das Untermünstertal entwickelte sich vorübergehend zu einer sehr wohlhabenden Gemeinde. Der drittgrößte Arbeitgeber im Tal war in den 50ern das Bergwerk Teufelsgrund (Barbara Erzbergbau AG). Die Grube wurde 1950 in Betrieb genommen, nachdem sie kriegsbedingt 1945 geschlossen worden war. 1958 endeten allerdings die Vorkommen an Flussspat und so endete auch die mehr als 1000-jährige Bergbaugeschichte des Münstertals.<ref name=":6">Konrad Ruh: Die Geschichte des Münstertals, Band 2. Hrsg.: ROmbach. Band2.</ref> An den einstmals regen Bergbau im Münstertal und speziell im Muldental erinnert das 1970 eröffnete Besucherbergwerk Teufelsgrund mit der integrierten Atemtherapiestation. Diese touristische und medizinisch-therapeutische Einrichtung ist im Jahre 2013 vom Land Baden-Württemberg mit der Verleihung des Prädikats „Heilstollenkurbetrieb“ geadelt worden. Geblieben ist aus der letzten großen Bergbaublütezeit mit 400 aktiven Bergleuten im 19. Jahrhundert das Laurentiusfest, das die heutige Generation zum Gedenken an ihre Vorfahren alljährlich Ende Juli feiert.
Im Obermünstertal wurde unter Bürgermeister Hermann Wiesler 1954 das 100 Jahre alte Schulhäuschen im Ortsteil Stohren ersetzt. Auf Drängen der Alleinlehrerin Agathe Steck wurde ein Neubau der Stohrenschule geplant und ausgeführt als kleinste und höchstgelegene Schule Baden-Württembergs. Im Jahr 1956 wurde der Kindergarten St.Trudpert als erster seiner Art im Münstertal gebaut und eröffnet. Zuvor stand für ca. 100 Kindergartenkinder lediglich ein Raum im Rathaus zur Verfügung.
Die ersten Wasserwerke
Von 1954 bis 1957 wurde im Untermünstertal eine neue Trinkwasserversorgung gebaut (Generationenprojekt Wasserversorgung I), die erstmals zentral einen Großteil der Haushalte versorgte. Gespeist wurde sie aus Quellen aus dem Kaltwasser, die der Bürgermeister Franz Anton Riesterer als Wünschelrutengänger gefunden hatte.
1967 erfolgte das Generationenprojekt Wasserversorgung II, bei dem das sich im ehemaligen Bergwerk Wilhelmstollen ansammelnde Trinkwasser erschlossen wurde um es in die zentrale Wasserversorgung hinzuzuspeisen. Im Obermünstertal entstand unter großen finanziellen Anstrengungen 1965 die erste Quellfassung mit zentraler Trinkwasserversorgung im Stollbächletal in der Rotte Krumlinden. Das gleiche Vorhaben im Stampf zur Versorgung der Spielwegsiedlung scheiterte in den 60ern noch an den zu hohen Kosten.<ref name=":6" /><ref name=":26" />
Tourismus
Die erste touristische Blütezeit erlebte das Münstertal im Spielweg in den 1930er-Jahren, als zahlreiche (auch ausländische) Feriengäste, sogenannte „Sommerfrischler“, Urlaub und Erholung in frischer Schwarzwaldluft am kühlen Bergbach suchten (1937: 1600 Gäste und 7000 Übernachtungen). Auch nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich dies fort.<ref name=":8">Manfred Lange: Seit den 1930er-Jahren zieht es die „Sommerfrischler“ an den Spielweg. 8. November 2019, abgerufen am 10. August 2025.</ref> (1957: 14505 Übernachtungen). Es entstanden kleine und große Hotelbetriebe sowie Fremdenzimmer und die Übernachtungszahlen stiegen an (200.000 Übernachtungen 1977). In den 1980er Jahren, als die deutschen Bürger begannen vermehrt international Urlaub zu machen, ließen wie in anderen Schwarzwaldregionen auch die Hotelübernachtungen nach. Dafür stiegen die Zahlen für das Camping sowie Urlaub auf dem Bauernhof an, auf heutzutage 75.000 Übernachtungsgäste und ca. 360.000 Übernachtungen pro Jahr (Stand 2024). Die Förderung und Entwicklung des Tourismus im Tal wurde von dem im Jahre 1935 gegründeten Verkehrsverein betreut. 1972 übernahm die neu gegründete Gesamtgemeinde Münstertal diese Aufgaben.<ref>Andrea Löw: Tourismusbericht. In: Landkreis. Landkreis, 2024, abgerufen am 13. August 2025.</ref><ref name=":26" />
Die Schwierigkeiten um das Bürgermeisteramt in den 60er Jahren
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In den 7 Jahren, bevor Eugen Burgert 1967 zum Bürgermeister gewählt worden war, hatte das Untermünstertal keinen Bürgermeister und war politisch tief in zwei Lager gespalten. Die Auflistung der Geschehnisse:
1957: Bürgermeister Franz Anton Riesterer wird mit Unterstützung der CDU und Freien Wählern zum zweiten Mal wiedergewählt (55%). Sein unterlegener, von der SPD unterstützte Mitbewerber Hubertus von Landenberg (Laisackerhof) (45%) klagt zweimal gegen die Gültigkeit der Wahl, da am Vortag der Wahl ein Flugblatt mit unwahrer Behauptung verteilt wurde (Die Gemeinde müsse 80.000 Mark Ruhegehalt zahlen, wenn Riesterer abgewählt wird). Der Einspruch, die erste als auch zweite Klage dagegen werden jedoch zurückgewiesen.
1960: Bürgermeister Franz Anton Riesterer wird nach 14 Jahren Amtszeit durch das Landratsamt wegen Untreue suspendiert (finanzielle Verstrickung der Gemeinde mit dem Konkurs des einstmals größten Arbeitgebers Fa. Wäschetruhe. Der Firmeneigner Hans Denk überredete Riesterer Wechsel (Kredite und Bürgschaften) zu gewähren.)
Als Ersatz für den suspendierten Bürgermeister wird Bürgermeisterstellvertreter Artur Ortlieb vom Gemeinderat als Amtsverweser einstimmig gewählt und übernimmt die Dienstgeschäfte.
1965 Verurteilung Riesterers und des Ratschreibers Zimmermann und danach sein offizieller Verzicht auf das Bürgermeisteramt. Nun kann es Bürgermeisterwahlen geben, es gibt 4 Bewerber. Der von der CDU unterstützte Amtsverweser Artur Ortlieb gewinnt in der Stichwahl mit lediglich 8 Stimmen Vorsprung gegen den von der SPD unterstützten Kandidaten Oskar Müller aus Freiburg.
Müller legt (zusammen mit der SPD) Einspruch gegen die Gültigkeit der Wahl ein, da am Tag vor der Wahl von der gegnerischen Wählergemeinschaft ein Flugblatt mit unwahren Behauptungen über ihn verteilt wurde (Oskar Müller sei Mitglied der SPD). Daraufhin eskaliert die sowieso schon weitgehende, gesellschaftliche Spaltung der Bürger/der Gemeinde in zwei Lager. Nach zwei Jahren an Gerichtsverfahren gewinnt Müller auch die dritte juristischen Instanz, vor dem Verwaltungsgericht Mannheim. Somit ist der Weg frei für —
Bürgermeisterneuwahlen 1967, dieses Mal mit 7 Bewerbern (incl. den Konkurrenten Müller und Ortlieb und auch dem o. g. von Landenberg). Der 25-jährige, schwäbische Eugen Baur erhält im ersten Wahlgang sensationell nahezu 50 % der Stimmen und gewinnt auch den zweiten Wahlgang (Stichwahl) ohne, dass sich noch ein Gegenkandidat zur Wahl stellt. Nach sieben Jahren ohne Bürgermeister wird der Amtsverweser Artur Ortlieb unter großem Beifall verabschiedet.Datei:Bürgermeisterwahl 1967.jpgBürgermeisterwahl 1967 (Untermünstertal)
Der Untermünstertäler Bürgermeister Eugen Baur gewinnt 1972 auch die Bürgermeisterwahl der neuen Gesamtgemeinde Münstertal gegen den Obermünstertäler Bürgermeister Konrad Ruppert.<ref name=":26">Konrad Ruh: Die Geschichte des Münstertals, Band 3. Band3. Rombach.</ref>
Bauliche Ortsentwicklung in den 60er Jahren
Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in den 50er Jahren war der Bedarf nach neuen Wohngebäuden sehr groß.
Deshalb starteten 1959 die Planungen für einen Ortsbauplan durch Willy Pfefferle (Bad Krozingen). Im Untermünstertal wurden u. a. acht Neubaugebiete vorgesehen: Prestenberg, Fischmatte, Breitmatte, Hasengrund, Dietzelbach, Hof, Rotenbuck, Mulden (Roter Rücken). Ab Mitte 1960er startete die Umsetzung und der Bau der ersten Neubaugebiete.
Das Gebiet Hasengrund mit 15 Gebäuden wurde nicht realisiert wegen der vom Regierungspräsidium geplanten Trasse für eine Umgehungsstraße
Vom Regierungspräsidium ebenfalls abgelehnt wurde zu Beginn der 1970er eine Terrassensiedlung am Fuße des Köpfle und ein Terrassenhaus am Laisacker.
In den 1960er Jahren wurde ebenfalls eine Planung für ein zentrales Freizeitzentrum durchgeführt mit Frei- und Hallenbad und Liegewiesen (evtl. incl. Thermalwasser) im Bereich des heutigen Belchenhallen-Parkplatzes/Fussballhartplatzes/Spielplatzes.Datei:Freizeitzentrum.jpgFreizeitzentrum am Neumagen
Berücksichtigt wurde Mitte der 1960er auch ein Platz zum Bau einer Filialkirche durch die katholischen Kirchengemeinde an Stelle der Ziegelplatzschule.
Ende der 1960er Jahre wurde von Investoren eine Kurklinik mit 200 Betten in Bergwerknähe (Langeck/Hohkelch, in der Rotte Mulden) geplant sowie ein Freizeit- und Ferienzentrum mit fünfzig Ferienhäusern, einem See, Hallenbad und Gastronomieeinrichtungen. 1971 scheiterten beide Projekte an Anwohnereinsprüchen und Widerständen.
Von 1960 bis 1970 gab es lebhafte Diskussionen und Planungen für die vom Regierungspräsidium (RP) geforderte Trasse für eine Umgehungsstraße im Untermünstertal. Der Gemeinderat bevorzugte die „Waldtrasse“ (vom Etzenbach hanglagig über den Laisacker bis zum Moos), das RP bevorzugte die „Gemeindetrasse“ entlang der Bahnlinie, beim Bahnhof Richtung Gasthaus Belchenblick und dann entlang des Bachlaufes (südliche Uferseite) bis zum Kloster. Zur Querung der bestehenden Ortsstraße wäre eine Brücke vor dem Rathaus vorgesehen gewesen. Diese Variante wurde nach gutachterlicher Untermauerung dann auch vom Rat verabschiedet. Der bis heute einzig realisierte Teil dieser Umgehungsstraße ist die 2013 fertiggestellte Belchenstraße entlang der Bahnlinie (Gebiet Bahnhof/Supermarkt).<ref>Manfred Lange: Der "Durchstich" ins Gewerbegebiet kommt. 26. Juli 2012, abgerufen am 9. Dezember 2025.</ref>
Bau der neuen Abt-Columban-Schule 1966 und der Belchenhalle 1971, jeweils von Willy Pfefferle. In der Abstimmung über die Wahl des Schulnamens waren ebenfalls die Namen Trudpert-Schule, Dekan-Strohmeyer-Schule und bis zuletzt Alemannen-Schule. Anfangs wurde der katholische Namenszusatz Abt vom Schulamt verboten, aber vom späteren Rektor Konrad Ruh trotzdem wieder ergänzt.
Im Obermünstertal wurde ab 1964 das Neubaugebiet Laitschenbach mit 21 Gebäuden sowie in den 1970ern das Gebiet Kohlerweg und das Gebiet Mühlenmatten I (Bühl) mit acht Einheiten geplant und umgesetzt.
Im Obermünstertal vorangetriebene, aber nicht umgesetzte Planungen gab es für das Gebiet Mühlenmatten II mit 54 Wohneinheiten (Gewann Bühl). Aufgrund der aufwendigen Erschließung wurde es 1972 vom neuen Gesamtgemeinderat abgelehnt, nachdem der Obermünstertäler Rat 1971 zugestimmt hatte.
Zuvor ebenfalls abgelehnt wurde das in den 1960er geplante Gebiet Vogelsang mit 40 Wohneinheiten, aufgrund der kostenaufwendigen Erschließung. Das Gebiet „Rund um die Krumlindenschule“ wurde auch nicht weiter verfolgt.
Wie im Untermünstertal bestand die Pfarrgemeinde auch im Bereich Spielweg auf das Vorhalten eines Grundstücks für eine Filialkirche und für einen Kindergarten.<ref name=":26" />
Im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform in Baden-Württemberg wurden seit 1968 alle Kommunen dazu angehalten, größere Verwaltungseinheiten zu schaffen, um die Leistungsfähigkeit der Gemeinden zu verbessern. Daraufhin wurde sondiert, welche Gemeinden sich überhaupt zusammenschließen sollen. Ein Zusammenschluss der Gemeinden Bad Krozingen, Staufen und Untermünstertal zu „Bad Staufental“, wäre vom Land Baden-Württemberg mit 7,7 Millionen Mark gefördert worden. Grunern stand vor der Entscheidung, ob es sich Staufen oder Münstertal anschließen soll und haderte jahrelang mit der Entscheidung, bis es sich 1974 der Stadt Staufen anschloss.<ref>Manfred Lange: Grunern stand 1971 vor der Wahl: Münstertal oder Staufen? 8. November 2021, abgerufen am 21. August 2025.</ref> Ober- und Untermünstertal bewegten sich aufeinander zu und diskutierten, wie eine neue gemeinsame Gemeinde heißen soll, wobei u. a. der Name Sankt Trudpert im Gespräch war. In einer Bürgerbefragung bejahten schließlich die Fusion 65,3 Prozent der Obermünstertäler und 85,8 Prozent der Untermünstertäler und so schlossen sich am 1. Dezember 1971 die selbstständigen Gemeinden Obermünstertal und Untermünstertal zur Gemeinde Münstertal/Schwarzwald zusammen, was mit gut 2 Mio. Mark vom Land gefördert wurde.<ref>Manfred Lange: Fast hätte es Bad Staufental gegeben. 16. August 2021, abgerufen am 22. Juli 2025 (Registrierung notwendig).</ref><ref>Manfred Lange: Die Initiative ging vom Verkehrsverein aus. 17. November 2021, abgerufen am 26. Juli 2025 (Registrierung notwendig).</ref><ref>Manfred Lange: Die entscheidende Frage lautete vor 50 Jahren im Südlichen Breisgau: Wer mit wem? 22. August 2021, abgerufen am 21. August 2025.</ref><ref>Manfred Lange: Freiwillig zur gemeinsamen Zukunft. 26. Juni 2021, abgerufen am 21. August 2025.</ref> Zum 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Müllheim aufgelöst, dem Münstertal bis dahin angehörte. Somit wechselte die Gemeinde in den neu gebildeten Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.<ref></ref>
25 Jahre Münstertal / bis 1998
1968 erwarb die Gemeinde die alten Teufelsgrund-Bergwerksgruben und eröffnete sie nach einer Umbauphase bereits im Jahre 1970 als Besucherbergwerk um die alten Stollen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Grube Teufelsgrund ist somit eines der ältesten Besucherbergwerke des Schwarzwalds. Seit 1972 finden in einem dafür abgeteilten Bereich auch Asthmakuren statt. Als weitere Infrastrukturmaßnahme wurde 1976 für die fusionierte Freiwillige Feuerwehr eine neue Wache im Untermünstertal erbaut sowie ein Feuerwehrhaus im Obermünstertal. Das Rettungszentrum im Untermünstertal wurde 1998 um einen weiteren Neubau als Wache für die Bergwacht und den Malteser Rettungsdienst ergänzt. Das Bienenkundemuseum eröffnete 1978 im ehemaligen Obermünstertäler Rathaus seine Pforten. Damals galt das Münstertal als „Mekka“ der Imkerei, da hier maßgebende Methoden der Bienenzucht entwickelt und praktiziert wurden. 1998 entstand im Obermünstertal der Kindergarten Don Bosco, in dem auch ein Vereins- und Veranstaltungszentrum untergebracht ist.<ref>Manfred Lange: Ein Helikopter als Star des Tages. 11. September 2012, abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref><ref>Eberhard Gross: 20 Jahre unter einem Dach. 25. September 2018, abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref>
Zum 1. Dezember 1997 feierte die Gemeinde Münstertal ihr 25-jähriges Jubiläum. Der damalige Bürgermeister Peter Jehle (Amtszeit von 1991 bis 2007) empfing dazu seine Amtsvorgänger Karl Walz (1975–1991), Eugen Baur (1967–1975) und Artur Ortlieb (1960–1967).<ref name=":29">Manfred Lange: Kein Selbstläufer. 21. Dezember 2021, abgerufen am 22. Juli 2025 (Abonnementpflichtig).</ref><ref>Manfred Lange: Vom Modellfall zur harmonischen Ehe. 1. Dezember 2011, abgerufen am 13. Oktober 2025.</ref>
50 Jahre Münstertal / bis 2022
Im Jahr 2003 eröffnete das Jugendzentrum in der ehemaligen Krumlindenschule und wurde als Vorzeigeprojekt im Kreisgebiet geadelt. Bis 2006 wurde das Rathausumfeld in mehreren Bauabschnitten neu gestaltet, was die Aufenthaltsqualität dort deutlich steigerte und die Durchführung von Märkten ermöglicht.<ref>Manfred Lange: Das Rathausumfeld wird neu gestaltet - Kreis Breisgau. 27. März 2003, abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref><ref>Manfred Lange: Ein Vorzeigeprojekt der Jugend. 17. September 2015, abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref><ref>Manfred Lange: Ein Jugend(t)raum hat sich erfüllt. 13. Oktober 2009, abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref><ref>Manfred Lange: Aus Schulhaus wird Jugendzentrum - Kreis Breisgau. 16. Mai 2002, abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref>
Die größten Infrastrukturprojekte in der jüngeren Talgeschichte sind: - die Entwicklung des Bahnhofsumfelds, - die Erneuerung der Münstertäler Durchfahrtsstraße L123.
2012 wurde das zentral im Ort gelegene Bahnhofsumfeld komplett umgestaltet zu einem neuen, weiteren Ortszentrum und erhielt mit einem großen Lebensmittelmarkt eine zentrale Versorgungseinrichtung. Teil dieser Maßnahme war auch der Straßen-„Durchstich“ zur Belchenstraße im Gewerbegebiet Hof-Breitmatte für eine verbesserte Verkehrssituation im Ortszentrum.<ref>Manfred Lange: Das „Bilderbuch-Projekt“ hat sich bewährt. 21. Dezember 2022, abgerufen am 9. Dezember 2025.</ref><ref>Manfred Lange: Inzwischen liegt der dreizehnte Entwurf vor. 17. November 2010, abgerufen am 9. Dezember 2025.</ref><ref>Manfred Lange: Eine erneute Zäsur nach 100 Jahren. 28. Februar 2012, abgerufen am 9. Dezember 2025.</ref><ref>Manfred Lange: Bahnhofsareal: Kaufvertrag ist unterzeichnet. 21. Juni 2011, abgerufen am 9. Dezember 2025.</ref>
Zum 1. Dezember 2021 feierte die Gemeinde Münstertal ihr 50 jähriges Jubiläum unter Bürgermeister Rüdiger Ahlers (Amtszeit von 2007 bis 2023).<ref>Bert Kohl: Fusioniertes Münstertal feiert 50. Geburtstag. 30. November 2021, abgerufen am 13. Oktober 2025.</ref>
Geschichte – Sonstiges/Sonderthemen
Burg Scharfenstein
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Die Burg Scharfenstein ist die Ruine bzw. der Burgstall einer Höhenburg auf einer Felsengruppe im Obermünstertal. 1218 wurde sie erstmals zuverlässig schriftlich belegt.
Zur Festigung ihrer Herrschaft und der Sicherung der Silberbergwerke, im Zuge der Herausbildung der Stadt Staufen und der Bergbaustadt Münster, wurden Burg Scharfenstein und Burg Staufen an den Zugängen zum östlichen und westlichen Münstertal errichtet.
Über den Schauinsland vordringend, zerstörten im September 1346 Freiburger Bewaffnete die Burg Scharfenstein und verwüsteten die mit Mauern und Türmen bewehrte Bergbaustadt Münster. Dies war die Vergeltungsmaßnahme gegen Johann von Staufen, u. a. weil er diese Liegenschaften verkaufte, obwohl sie bereits an die Freiburger verpfändet waren. Obendrein ging dieser Verkauf an den Habsburger Herzog Otto von Österreich, der in Konkurrenz zu dem von den Freiburgern unterstützten Kaiser Ludwig dem Bayern stand.
Die Burganlage wurde danach nicht wieder hergestellt. 1480 erfolgte die Nennung als Burgstall im Besitz des Klosters St. Trudpert.
Laisackerhof
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Als einst bedeutender Meierhof des Klosters, wo im Mittelalter auch Gericht gehalten wurde, ging der Laisackerhof im Jahre 1806 im Zuge der Säkularisation an den Badischen Staat, durch Kauf im Jahre 1808 mitsamt der ganzen Klosteranlage an den Freiburger Regierungspräsidenten, späteren Badischen leitenden Staatsminister, späteren Innenminister und späteren Hofrichter Freiherr Conrad Karl Friedrich von Andlau-Birseck. Während sein Erbfolger Heinrich mit Frau Antonia in den Besitz des Klosters gelangt, erhält 1826 Tochter Beatrix von Landenberg, Ehefrau des Baron Baptist Maximilian Eusebius Freiherr von Landenberg den Rammersbacherhof und den Laisackerhof im Münstertal, der zuvor Meierhof des Klosters war, und der nun für die nächsten 160 Jahre Familienbesitz und Stammsitz wird für das Geschlecht derer von Landenberg.
Auf der Freitreppe des Laisackerhofs entstand im September 1921 diese Fotoaufnahme anlässlich der Hochzeit von Hanns von Landenberg mit Baronin Antonie von Schoenebeck. Unter den Festgästen war auch der adlige Diplomat und Marokko-Gesandter Freiherr Friedrich von Mentzingen (ganz rechts). Die Familie Von Mentzingen waren familiär eng mit der Familie von Andlau verbunden und kamen so in den Besitz des Klosters St. Trudpert und in Erbfolge auch in Besitz des Schloss Hugstetten, das bis zum Jahr 2025 im Besitz dieses Adelsgeschlechts war.<ref name=":43" /> Auch die Staufener Burgruine war bis 1896 Eigentum des Hauses Mentzingen. Das Klosters St. Trudpert verkaufte Friedrich von Mentzingen als Gesamtes im Jahr 1920 an die Schwestern vom hl. Josef aus dem Elsass, die es wieder als kirchliche Einrichtung aufleben ließen. Baron Hanns Freiherr von Landenberg wurde am 19. Dezember 1893 in Untermünstertal geboren. Nach dem Tode seines Vaters Max im Jahre 1932 übernahm er als ältester Sohn den Laisackerhof. Sein Sohn Baron Hubertus Freiherr von Landenberg (1922–2016) ließ den westlichen Zwischenflügel mit dem typischen bombierten Dach (einst Ökonomiegebäude) abreißen und musste aus finanziellen Gründen im Jahr 1986 das Anwesen an die Gemeinde Münstertal verkaufen, die aus dem Objekt ein Haus des Gastes machen wollte. Um das Jahr 2000 wurde es weiter an einen Privateigentümer verkauft, der es von Grund auf sanierte und durch einen ergänzenden Neubau die ursprüngliche U-Form des Ensembles wieder herstellte.<ref>Redaktion BZ: Laisackerhof erhält ursprüngliche Form - Kreis Breisgau. 21. Juni 2002, abgerufen am 20. September 2025.</ref>
Hausnamen
Eine Besonderheit im Münstertal ist die ausgeprägte Verwendung von Hausnamen und Hofnamen, die zusätzlich bzw. anstelle der Familiennamen verwendet werden. Eine Sammlung und die Geschichte dazu ist in dem heimatgeschichtlichen Buch von Waldemar Ortlieb nachzulesen.<ref>Manfred Lange: Die Geschichte von Münstertals Hausnamen erforscht. 23. Juni 2022, abgerufen am 24. Juli 2025 (Registrierung notwendig).</ref> Beispiele hierfür sind Simmelis, Drehbachers, Langeckers, Lehnbaschis, s’Martine, s’Liesebüre, Schuhmachers, Gerbers, Zirnzbür, Gmeisäg, Basili, Platzi, s’Vasis, Barnabasbecks, Bonifazis, Chäs-Michels, Chrämerlis, Felsedominik, Gassemeiers, Gässlimolers, Gervasis, Gigerlis, Großnaglers, Huetmachers, Karrers, Knopfe, Nagelis, Nazis (Ignatius), Ölers, Salzbure, Schlossers, Schnieders (Uhremachers), Strickers, Stroßriese, Strumpfwebers, Vizense, Wächters oder Waldschnieders.<ref name=":34" />
Auf den waldfreien Höhen des Schwarzwaldes wurde das Vieh der Bergbauern von den Kindern der Bauernfamilien oder deren Verwandtschaft gehütet. War dies nicht möglich, musste ein fremder Hirtenbub eingestellt werden. Hierzu wurden auch Kriegswaisen, die sich in Heimen befanden, von den Jugendbehörden als „Hirtenbuben“ an Bauernhöfe vermittelt, damals wurde gesagt „sie wurden verstellt“. Die Lebensmittelknappheit nach dem Krieg hatte zur Folge, dass besonders Kindern aus Städten vermittelt wurden, deren verwitweten Mütter nicht in der Lage waren, ihre Kinder ausreichend zu versorgen. Dies geschah noch bis Ende der 1950er Jahre. Die Kinder waren oft jahrelang auf den Höfen „verstellt“ und gingen zwischen dem Hüten zum Beispiel in die Stohrenschule. Im Jahr 2017 gab es auf einem Stohren-Bauernhof ein erstes Wiedersehenstreffen der ehemaligen Hirtenbuben.<ref>Manfred Lange: Das harte Schicksal von Hirtenbuben im Hochschwarzwald. 22. Dezember 2017, abgerufen am 19. August 2025.</ref><ref>Manfred Lange: Das Schicksal der Hirtenbuben bewegt die BZ-Leser. 5. Januar 2018, abgerufen am 19. August 2025.</ref><ref>Manfred Lange: Die Erinnerungen des Hirtenbuben Walter Wiesler. 27. Dezember 2018, abgerufen am 19. August 2025.</ref>
Naturkatastrophen
Im Münstertäler Wald hat Tornado Gerrit 2005 eine Schneise der Verwüstung von der Sirnitz oberhalb der Kälbelescheuer bis zum Spielweg in Obermünstertal hinterlassen. Zahlreiche Gebäudedächer wurden beschädigt, ein Dachstuhl stürzte ein. In Kirchzarten ging der Sturm in ein Gewitter mit golfballgroßen Hagelkörnern über. Am Nachmittag des 29. Juli 2005 ging über dem Landkreis ein schweres Unwetter nieder. Zwei Hitzetage mit Temperaturen über 35 °C und eine von Südwesten her einfallende Kaltluftrinne waren die Voraussetzungen für das schwere Gewitter und die Entstehung einer Windhose.<ref>Unwetter durch Tief "Gerrit" im Südlichen Breisgau 29.07.2005. In: cs-meteo.de. Abgerufen am 30. August 2025.</ref><ref>Gabriele Hennicke: Wo Tornado Gerrit in Münstertal wütete, wächst heute ein Mischwald. In: badische-zeitung.de. 22. August 2022, abgerufen am 30. August 2025.</ref>
Am 17. August 1986 überzog ein Hagelunwetter das Münstertal. Knapp 20 Minuten reichten, um über dem Tal eine „sechs Kilometer lange Schneise der Verwüstung“ anzurichten. Die Hagelkörner, größer als Hühnereier, beschädigten vor allem den Ortsteil Münster, wobei es insbesondere die großen Dachflächen der Pfarrkirche, der Klostergebäude und des Pfarrhauses betraf. Weitere Dächer und Fenster wurden in Mitleidenschaft gezogen, allein am Campingplatz wurden 300 beschädigte Fahrzeuge gemeldet.<ref>Manfred Lange: Zwanzig katastrophale Minuten. 17. August 2011, abgerufen am 30. August 2025 (Hinter Paywall).</ref>
Das folgenreichste, historische Hochwasserereignis war im Juli 1744, als in Staufen wertvolle Viehweiden und sogar Gebäude weggeschwemmt wurden. Damals war dort der Neumagen noch kanalisiert um den Abtransport von Baumstämmen Richtung Breisach zu erleichtern.<ref name=":30">Rainer Ruther: Krassestes Hochwasser 1744. 8. September 2020, abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref>
Das stärkste gemessene Hochwasserereignis war am 19. Mai 1994, als aufgrund von starken Niederschlägen über 40000 Liter pro Sekunde im Neumagen abliefen.<ref name=":30" />
Das Basler Erdbeben von 1356 war das stärkste in historischer Zeit in Zentraleuropa dokumentierte Erdbeben. Auch im benachbarten Staufen wurden damals Schäden daraus dokumentiert.<ref name=":27">Manfred Lange: Das Münstertal in alten Bildern. Hrsg.: Manfred Lange. Schillinger Verlag.</ref>
Im August 1950 fegte ein orkanartiger Gewittersturm mit Starkregen und Hagel über Staufen und Münstertal. Die Stromversorgung brach zusammen. Die Weinernte und Obsternte wurde vernichtet. Der Staufener Marktplatz stand unter Wasser.<ref name=":6" />
1954 erlebte das Münstertal einen Jahrhundertwinter. Ab Januar fiel so viel Schnee, dass die Straßen trotz Räumaktionen durch Schneestürme und Lawinen lange Zeit blockiert waren. Der Belchen meldete 2,60 m Schneehöhe. Hochgelegene Höfe und Hotels waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten<ref name=":6" />
Bau der Münstertalbahn
Bereits im Jahre 1847 war Krozingen Bahnstation an der Eisenbahn-Hauptstrecke Mannheim-Freiburg geworden. Staufen und Sulzburg bekamen ihren Bahnanschluss innerhalb eines halben Jahres vom Juni bis zum Dezember 1894. Die deutlichen wirtschaftlichen Vorteile einer Bahnverbindung bewogen im Jahre 1896 eine Freiburger Bankgesellschaft zur Ausarbeitung eines Projekts für den Bau einer Eisenbahn Staufen-Münstertal mit Anschluss einer Drahtseilbahn zum Belchen. Ebenso war eine Bahnstrecke bis ins Obermünstertal angedacht.
Obwohl auch die Gemeinde Untermünstertal ein lebhaftes Interesse an einer Fortführung der Bahn mehrfach und auch schriftlich beim Großherzoglichen Finanzministerium in Karlsruhe bekundet hatte, ließ die Genehmigung bis zum 30. Juli 1913 auf sich warten. Die Gemeinden Staufen und Münstertal mussten das benötigte Gelände unentgeltlich zur Verfügung stellen. Der Staat finanzierte jeden Bahnkilometer mit 30000 Mark, Münstertal musste für jeden Bahnkilometer 10.000 Mark aufbringen.
Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges dauerten die Bauarbeiten erheblich länger als angenommen. Am 1. Mai 1916 wurde der neue Streckenabschnitt Staufen-Münstertal ohne besondere Feierlichkeiten (wegen der Kriegsverhältnisse) in den vorhandenen Bahnbetrieb mit einbezogen. Mit durchweg älteren Arbeitskräften wurde der Bau der Bahnstrecke Staufen-Münstertal zu Beginn vorangetrieben, denn die jüngeren Kräfte wurden im Ersten Weltkrieg eingesetzt.
Die Fotografie zeigt im Jahre 1915 die Bahnbaukolonne auf einem Materialwagen, davor die kleine zweiachsige Lok Nr. 2 im Bahnhofsbereich Münstertal.
Mit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie ins Münstertal stieg der Gütertransport bis zum Jahre 1920 rapide an und erreichte eine nie mehr erzielte Höhe von fast 100 000 Tonnen im Jahr. Entscheidend hierfür war der Holzreichtum der Gemeinde, aus deren Waldungen bis zu 40 000 Festmeter Holz (vorwiegend Bau-, Papier- und Brennholz) aufbereitet und wegtransportiert wurden. Bis Ende der 1930er-Jahre dominierte auf der Münstertalbahn der Gütertransport, der nach dem Zweiten Weltkrieg stark zurückging. Gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der beförderten Personen auf rund 400 000 Fahrgäste pro Jahr an. Damit hatte sich die Münsteralbahn trotz inzwischen deutlich rückläufiger Fahrgastzahlen - ihren Platz als Personentransportmittel vor allem im Fremdenverkehr sowie im Pendler- und Schülerverkehr bis heute gesichert.<ref name=":27" /><ref>Rainer Ruther: Seit 100 Jahren mit dem Zug ins Münstertal. 5. Januar 2017, abgerufen am 15. Dezember 2025.</ref>
Politik
<templatestyles src="Wahldiagramm/styles.css" />
Kommunalwahl 2024<ref>Valentin Heneka, Konstantin Görlich: Kommunalwahl 2024: Wahlergebnis Münstertal. In: badische-zeitung.de. 10. Juni 2024, abgerufen am 30. Juli 2025 (Registrierung notwendig).</ref>
Ehemalige Bürgermeister in der Gemeinde Untermünstertal:
1832–1836 Josef Riesterer, 1836–1841 Columban Pfefferle, 1841–1852 Dominikus Wild, 1852–1862 Ludwig Riesterer, 1862–1877 Pius Pfefferle I., 1877–1880 Heinrich Gutmann, 1880–1882 Cölestin Gutmann, 1882–1887 Felizian Walter, 1887–1893 Benjamin Gutmann, 1893–1919 Pius Pfefferle II., 1919–1933 Karl-Heinrich Burgert,<ref name=":31">Manfred Lange: Späte Ehre für Heinrich Burgert. 22. September 2018, abgerufen am 8. August 2025.</ref> 1933–1945 Hanns von Landenberg,<ref>Rainer Ruther: Münstertal benennt Nazi-Straße in Baumeister-Straße um. 10. Oktober 2018, abgerufen am 8. August 2025.</ref> 1945–1946 Karl-Heinrich Burgert, 1946–1960 Franz Anton Riesterer, 1960–1967 Artur Ortlieb (Amtsverweser), 1967–1971 Eugen Baur.
ehemalige Bürgermeister in der Gemeinde Obermünstertal:
1832–1838 Bürgermeister Pfefferle, 1838–1870 Trudpert Wiesler, 1870–1889 Constantin Gutmann, 1889–1894 Valentin Gutmann, 1894–1910 Stefan Riesterer, 1910–1928 Karl Pfefferle, 1928–1934 Josef Riesterer, 1934–1935 Trudpert Gutmann, 1935–1939 Fridolin Brender, 1939–1945 Trudpert Riesterer (1942 in den Krieg eingezogen), 1942–1945 Xaver Gutmann (kommissarisch für Trudpert Riesterer), 1945–1946 Josef Riesterer (gestorben Februar 1946), 1946–1946 Josef Muckenhirn (Amtsverweser von Februar–September 1946), 1946–1966 Hermann Wiesler (gestorben 1966), 1967–1971 Konrad Ruppert
Wappen
Blasonierung: In Silber (Weiß) ein erniedrigter roter Wappenschild mit silbernem (weißem) Balken, darüber schwebend eine rote Mitra mit roten Zierbändern, begleitet von zwei schräggekreuzten schwarzen Schlägeln und Eisen.
Das Wappen wurde 1972 der ein Jahr zuvor neu gebildeten Gemeinde vom Innenministerium des Landes Baden-Württemberg verliehen. Es knüpft in seiner Darstellung an die Geschichte des Ortes an: Die Mitra steht für das Kloster St. Trudpert, dessen Grundherrschaft das Münstertal bis 1806 unterstand. Das Bindenschild weist auf die Rolle der Habsburger als Obervögte hin. Schlägel und Eisen erinnern an die Bedeutung des Bergbaus im Gemeindegebiet, die bis ins 18. Jahrhundert andauerte.<ref>Wappen von Münstertal/Schwarzwald. In: leo-bw.de. Landesarchiv Baden-Württemberg, abgerufen am 30. Juli 2025.</ref>
Mittlere Verwaltungsbehörde (Vertretung des Landes Baden-Württemberg) – Regierungspräsidium Freiburg (Schulen, Verkehr, Wirtschaft, u. v. a.)
Untere Verwaltungsbehörde (Behörde des Landkreises) – Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald (Baugenehmigungen, Führerschein, Sozialamt, KFZ-Zulassung, u. v. a.)
Gemeindeverwaltung Münstertal (Standesamt, Landwirtschaftsamt, u. v. a.)
Grundbuchamt Emmendingen
Nachlassgericht Freiburg
Tourismus, Wirtschaft und Infrastruktur
Tourismus
Das Münstertal ist eine ländliche, von der Natur geprägte Gemeinde, die jährlich über 70.000 Übernachtungsgäste beherbergt mit ca. 360.000 Übernachtungen pro Jahr.<ref>Tourismus. In: breisgau-hochschwarzwald.de. Abgerufen am 26. Juli 2025.</ref><ref>Susanne Ehmann: Warum das Münstertal immer mehr Gäste anzieht. 11. April 2024, abgerufen am 18. August 2025.</ref>
sowie beim Schwarzwald Tourismus<ref>Home. In: schwarzwald-tourismus.info. Abgerufen am 21. Juli 2025.</ref>
Dank des für deutsche Mittelgebirge einmaligen Höhenunterschiedes von 1100 Metern zwischen dem Belchengipfel und dem Talausgang sowie der guten Erschließung durch ein Bergstraßennetz wählen viele Radsportler diese Region als Trainingsquartier und Wanderer als Wandergebiet. Familiengeführte Gasthöfe, gemütliche Ferienwohnungen, ein europaweit berühmter Campingplatz und kleine Hotels sorgen für die Erholung nach dem Training. Als Übernachtungsgast erhält man mit der KONUS-Gästekarte freie Fahrt im öffentlichen Verkehrsnetz des gesamten Schwarzwalds zwischen Karlsruhe und Basel, wodurch sich vielfältige Möglichkeiten für stressfreie Stadtbummel in Freiburg, Colmar und Basel oder Kurztrips an den Titisee und Schluchsee ergeben. Die Region ist bekannt für seine genussvolle Küche.<ref>Restaurants & Gasthöfe. In: muenstertal-staufen.de. Abgerufen am 27. Juli 2025.</ref><ref>Redaktion: Einige Hauben für hiesige Restaurants. 21. Juni 2022, abgerufen am 20. August 2025.</ref> Eine Besonderheit sind die Almgaststätten im Ortsteil Münsterhalden und Stohren.
Nordwärts führt die steile Stohrenstraße auf die Schauinsland(-Straße/Pass). Der lange, z. T. über 18 Prozent steile Anstieg war sehr berüchtigt bei den Fahrradprofis auf der Regio-Tour (1200 m Passhöhe).<ref>Schauinsland (1200 m). Abgerufen am 28. Juli 2025.</ref><ref name=":13">Manfred Lange: Auf engen und steilen Wegen zum Stohren. 23. März 2023, abgerufen am 7. August 2025.</ref>
Diese Straßen waren u. a. Trainingsrouten des in Merdingen lebenden Tour-de-France-Siegers Jan Ullrich.
Waldwege, Wandern, Mountainbiken
Es gibt geführte Wanderung und Biketouren. Für selbstgeführte Ausflüge sind interaktive Online-Wanderkarten mit Tourenempfehlungen hilfreich. Beliebt sind die Apps der Anbieter: komoot, Bergfex oder outdooractive.
Die Tourismus-Info Münstertal stellt online Tourenempfehlungen zur Verfügung.<ref>Bergtouren. Abgerufen am 6. Oktober 2025.</ref>
Stohrenschule – die kleinste und höchstgelegene Schule Baden-Württembergs.<ref name=":14">Manfred Lange: Wie auf dem Stohren im Münstertal die kleinste und höchstgelegene Schule Baden-Württembergs entstand. 31. Dezember 2023, abgerufen am 18. Juli 2025 (Abonnementpflichtig).</ref> Die Stohrenschule ist eine Grundschule im Ortsteil Stohren in Münstertal/Schwarzwald. Sie liegt auf 990 Metern Höhe und wird auch als „Zwergschule“ bezeichnet. Sie wurde 1954 neu erbaut; zuvor wurde der Schulunterricht auf dem Stohren in anderen Räumlichkeiten durchgeführt. Die Schule wurde durch den TV-Film Die Kinder von der Stohrenschule<ref name=":15">Die Kinder von der Stohrenschule. Abgerufen am 24. Juli 2025.</ref> überregional bekannt.
Spielwegschule, Grundschule. Seit 1913 genutzt, werden momentan circa 40 Schülerinnen und Schüler in jahrgangsgemischten Klassen<ref>Manfred Lange: Eine Kleinschule im Obertal gibt es seit über hundert Jahren. 23. September 2023, abgerufen am 7. August 2025.</ref> unterrichtet.
Die Wirtschaft im Münstertal ist geprägt von Handwerksbetrieben, von Hotellerie und Gastronomie, der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Einzelhandel. Die lokalen Firmen sind organisiert im Gewerbe- & Handelsverein Münstertal,<ref>Gewerbeverein & Handelsverein Münstertal im Schwarzwald. Abgerufen am 23. Juli 2025.</ref> größte Firmen sind die Hatec Leuchtenfabrik und der Campingplatz. Für die Ansiedlung von Großbetrieben fehlen, topographisch bedingt, die geeigneten Flächen zur Ausweisung von größeren Gewerbegebieten.<ref>Rainer Ruther: Kein Gewerbegebiet am Münstertäler Ortseingang. 26. Oktober 2022, abgerufen am 20. August 2025.</ref>
Zur elektrischen Energiegewinnung gibt es mehrere private sowie die teilöffentliche Wasserkraftanlage Untermünstertal – Staufen,<ref>Wasserkraftanlage Untermünstertal – Staufen. Abgerufen am 23. Juli 2025.</ref> deren Einlauf sich am Bachlauf des Neumagens, am Ortseingang des Münstertals, befindet. Dieses im Jahr 2015 errichtete Wasserkraftwerk produziert im Jahr 1,3 Millionen Kilowattstunden Strom und versorgt damit ca. 400 Haushalte.<ref>Rainer Ruther: Sauberer Strom für 400 Haushalte. 26. Oktober 2020, abgerufen am 8. August 2025.</ref>
Auf dem Dach der Abt-Columban-Schule (seit 2005), des Kindergarten Obermünstertal und des Trinkwasserhochbehälters Bühl gibt es Photovoltaikanlagen als Bürger-Sonnenkraftwerke.<ref>bürger-sonnen-kraftwerk – Münstertal – home. Abgerufen am 23. Juli 2025.</ref>
Bühl. Dieses Werk ist seit dem Neubau 2009 ein interkommunales Wasserwerk zusammen mit der Stadt Staufen. Die Staufener hatten hier 1899 das Recht für die Nutzung des Quellwassers im Bereich Breitnauer Kopf von der Kommunalverwaltung im Spielweg (Rotte Lehner) erworben, nachdem der Staufener Bürgermeister Albert Hugard mit der Wünschelrute die Quellen ausfindig gemacht hatte. Seitdem wurde das Quellwasser vom Stampf aus nach Staufen abgeleitet und seit 2009 vom gemeinsamen Wasserwerk im Bühl aus.<ref>Manfred Lange: Trinkwasser für zwei Gemeinden. 22. Mai 2009, abgerufen am 29. Juli 2025 (Abonnementpflichtig).</ref><ref name=":18">Manfred Lange: "Untere Gasse" und „Stampf“ beliefern noch heute Staufen mit Trinkwasser. 5. Dezember 2019, abgerufen am 29. Juli 2025 (Registrierung notwendig).</ref> Dieses Wasserrecht führte in den 2010er Jahren zum Streit zwischen den Gemeinden, da die Staufener den Münstertälern untersagten, dort gutachterliche Untersuchungen durchführen zu lassen, um den möglichen Bau von Windrädern abklären zu lassen.<ref>Manfred Lange: Wie die Elemente entzweien können. 11. Juli 2018, abgerufen am 29. Juli 2025 (Registreirung notwendig).</ref><ref>Rainer Ruther: Positionen erscheinen unvereinbar. 14. Juli 2018, abgerufen am 29. Juli 2025 (Abonnementpflichtig).</ref><ref>Rainer Ruther: Chancen und Risiken. 12. Juli 2018, abgerufen am 29. Juli 2025 (Abonnementpflichtig).</ref><ref>Rainer Ruther: Rückgang bei Quellschüttungen: Wie Münstertal seine Wasserversorgung modernisieren will. 20. Oktober 2024, abgerufen am 18. August 2025.</ref>
Skisportanlagen
Ski-Alpinpisten gibt es am:
Wiedener Eck/Heidstein, Der Heidsteinlift gilt mit seinen 1300 Metern als längster Schlepplift Deutschlands (Höhenlage 1240 m).<ref name=":4" />
Hundesportplatz Hundesportverein Münstertal e.V.<ref>Hundeplatz und Vereinsheim. Abgerufen am 6. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Reitsportplatz Reiter- & Fahrergruppe Münstertal e.V.<ref>Impressum. Abgerufen am 6. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Kultur, Religion und Sehenswürdigkeiten
Museen
Im Schwarzwaldhaus 1902 (ehemals: der Kaltwasserhof), in dem die gleichnamige ARD-Serie gedreht wurde, die 2003 den Adolf-Grimme-Preis bekam, befindet sich ein Museum, das sowohl über die Fernsehproduktion als auch über das Leben auf dem Bergbauernhof berichtet.
Das Bienenkundemuseum ist weit über die Grenzen Badens hinaus bekannt und berichtet über das Zusammenleben des Menschen mit den Bienen von den Anfängen in der Steinzeit bis in die Gegenwart. Es ist das größte seiner Art in Europa.Datei:Bienenkundemuseum Münstertal.JPGBienenkundemuseum
Das Besucherbergwerk Teufelsgrund berichtet von der Bergbautradition des Schwarzwalds. Im Mittelalter wurde hier Silber abgebaut, was der damaligen Stadt Münster großen Reichtum bescherte. Bis 1958 wurde Fluss- und Schwerspat abgebaut. In den vorangegangenen Jahrhunderten wurden überwiegend Bleierze gewonnen, die zum Teil vor Ort im Münstertal weiterverarbeitet wurden. Das Bergwerk verfügt heute über einen Asthma-Therapie-Stollen, in dem Atemwegserkrankungen sowie Hautleiden behandelt werden. Es gibt geführte Besichtigungen und Schatzsuche für Kinder.Datei:Grube Teufelsgrund - Münstertal 02.jpgBesuchsbergwerk Teufelsgrund
Die Münstertäler Mundart gehört zu den Alemannische Dialekten. Genauer zum Hochalemannischen Sprachraum, zu dem auch Teile des französischen Elsass und die nördliche Schweiz gehören. Von Ort zu Ort gibt es Unterschiede bei Aussprache und Wortwahl.
An der L 130 zwischen den Ortsteilen Rotenbuck und Münsterhalden haben Unbekannte auf einem Felsen in der Nacht auf den 1. Mai 2016 eine lebensgroße Hirschskulptur aufgestellt.<ref>Manfred Lange: Münstertal: Lebensgroße Tierfigur: Auch das Münstertal hat jetzt einen Hirschsprung. Badische Zeitung, 2. Mai 2016, abgerufen am 26. Februar 2017 (Abonnementpflichtig).</ref>
Vereine
Im Münstertal gibt es über 50 Vereine.<ref>Vereine – Münstertal. In: muenstertal.de. Abgerufen am 1. August 2025.</ref>
Fasnet
Das Fasnachts-Brauchtum, die Fasnet, wird im Münstertal von zwei Narrenzünften durchgeführt.
Ori Müvo – Originelle Münstertäler Votzelzunft e. V.<ref>Startseite. In: ori-muevo.de. Abgerufen am 2. August 2025.</ref>
(s'Maidlene, 1880 in Münstertal – 1961), Maler, Graphiker und Lithograph, Mitglied Münchner Künstlergenossenschaft<ref>Rainer Ruther: Bilder von Erwin Pfefferle zu sehen. 4. Juli 2023, abgerufen am 9. August 2025.</ref><ref>Erwin Pfefferle, der Maler aus Münstertal. In: badische-zeitung.de. 4. Oktober 2005, abgerufen am 9. August 2025.</ref>
(Laisackerhof, 1893 in Münstertal - 1974), Gemeinderat und Kreisrat, Vorsitzender Verkehrsverein und verdienter Förderer des Gästewesens; umstrittene Person, da er während des Nationalsozialismus als Bürgermeister eingesetzt wurde<ref name=":40" /><ref>Manfred Lange: Das Münstertal im Wandel der Zeit – Zwischen den Kriegen von 1915 bis 1945. Band2. Schillinger Verlag, Freiburg.</ref>
Marco Böhler (* 1985), mehrfach ausgezeichneter Spitzenkoch<ref>Marco Böhler: der Alleskönner im «Stucki». Abgerufen am 17. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Daniel Böninger: Und wo essen Sie gern, Marco Böhler? Abgerufen am 10. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Markus Bach (1927–2014), Rektor und 38 Jahre Lehrer im Münstertal. Ehrenvorsitzender Altenwerk St.Trudpert, Ehrenmitglied Gesangsverein, Träger Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg (1998)<ref>Eberhard Gross: Mit der Gemeinde und den Menschen eng verbunden. 10. Februar 2014, abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref><ref>Eberhard Gross: "Nehmt Abschied, Freunde". 25. Januar 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref><ref>Eberhard Gross: Markus Bach wird Ehrenvorsitzender. 17. Januar 2009, abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref>
Josef Pfefferle (Laile Sepp, 1929–2025), verdienter Akteur im kulturellen Gemeindeleben, bei der Volksliedinitiative und der Heimatmusik. Über 80 Jahre aktiv als Musiker. (geehrt 2022)<ref>Manfred Lange: Verdienstmedaille an den „Laile-Sepp“. In: badische-zeitung.de. 2. Dezember 2022, abgerufen am 7. August 2025.</ref><ref>Manfred Lange: Der "Laile-Sepp" ist so alt wie seine Handharmonika. 24. August 2019, abgerufen am 2. Oktober 2025.</ref>
Eduard Mutterer (1896–1982), Bürstenholzfabrikant, Träger Bundesverdienstkreuz (1980) Feuerwehrkommandant, Vorsitzender Krankenverein und Pfarrgemeinde. Ging in den Kriegswirren auf die Suche nach dem verschleppten Pfarrer Strohmeyer.<ref>Engagiert in der Pfarrgemeinde. In: Badische Zeitung. 27. Mai 2011, abgerufen am 23. Juli 2025.</ref><ref>Die letzten Kriegstage 1945 im Münstertal. (PDF) In: Badische Zeitung. Abgerufen im Juli 2025.</ref>
Frida Stemmle-Fuchs (geb. Burgert, 1909-†), Spielweg-Gastronomin, Trägerin Bundesverdienstkreuz (1979) geehrt als äußerst mutige, tatkräftige und entschlossene Wirtin. U. a. lehnte sie sich gegen die französischen Besatzer auf, als diese drohten den o. g. Eduard Mutterer zu erschießen.<ref>Ein Erzbischof als Urlaubsgast. In: Badische Zeitung. 16. Juli 2011, abgerufen am 23. Juli 2025.</ref><ref>Das besondere Restaurant (4): Ein Haus mit Kultstatus. In: faz.net. 19. November 2012, abgerufen am 23. Juli 2025.</ref>
Konrad Ruh: Die Geschichte des Münstertals nach dem Zweiten Weltkrieg. 3 Bände. Band 1 : 1945–1950. Band 2: 1950–1960. Band 3: 1960–1970. rombach Freiburg
Manfred Lange: Das Münstertal im Wandel der Zeit – Vom Beginn des Fotografie-Zeitalters bis 1914 Band 1, Schillinger Verlag<ref>Nikola Voigt: "Die wertvollsten Bilder dieser Zeit". 1. Dezember 2015, abgerufen am 7. August 2025 (Abonnementpflichtig).</ref>
Manfred Lange: Das Münstertal in alten Bildern, Schillinger Verlag
Manfred Lange: Äbte, Vögte, Bergleute: Die Gewerbechronik vom Münstertal, Schillinger Verlag
Manfred Lange: Das Münstertal im Wandel der Zeit – Zwischen den Kriegen von 1915 bis 1945. Band 2, Schillinger Verlag
Waldemar Ortlieb: Hausnamen der Münstertäler Höfe, Häuser und ihre Herkunft
André Bechtold: Die Bergstadt Münster und die habsburgische Herrschaftsbildung am Oberrhein im 14. und 15. Jahrhundert. In: Das Markgräflerland, Band 2/2003, Schopfheim 2003, S. 81–91. Digitalisat der UB Freiburg
Korinna Thiem: Die Historische Landschaftsanalyse als Methode für die Fließgewässerbewertung am Beispiel des Münstertals im Schwarzwald. (= Culterra; 46). Universität Freiburg, Freiburg im Breisgau 2006
August Villinger: "Die Münstertalbahn – Aus der Geschichte der Nebenbahn von Bad Krozingen über Staufen nach Sulzburg und Untermünstertal", Kenning-Verlag 2017
Karl Pfefferle: Unser Imkern mit dem Magazin (Standardwerk der Imkereiwesens)
H. Maus (1988b): Besuchsbergwerk Teufelsgrund. 43 S., Schwarzwald (Gemeinde Münstertal)