Zum Inhalt springen

Octamethylcyclotetrasiloxan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Infobox Chemikalie

Octamethylcyclotetrasiloxan (D4) ist eine farblose Flüssigkeit mit schwachem Geruch. Es gehört zur Gruppe Organosiliciumverbindungen, d. h., es ist eine organische Verbindung, bei der die Siliciumatome direkt an Kohlenstoffatome gebunden sind.

Verwendung

Octamethylcyclotetrasiloxan wird beispielsweise als Ausgangsstoff für die basisch oder sauer katalysierte Ringöffnungspolymerisation<ref>ChemgaPedia: Vorlage:Toter Link.</ref>, für die Herstellung von Gummi, Fahrzeugpflegeprodukten, Entschäumern und in Abdichtungen verwendet.<ref>KemI-stat – schwedisches Produkteregister.</ref> Weiterhin wird es in der NMR-Spektroskopie als Referenzsubstanz verwendet.<ref>Uni Regensburg: Standards in der NMR-Spektroskopie (PDF; 98 kB), abgerufen am 24. März 2013.</ref> Als einer der Bestandteile eines Stoffgemisches, das unter dem Handelsnamen Cyclomethicon (oder Cyclemeticon) bekannt ist, findet es Verwendung in Anti-Kopflausmitteln als Trägermittel des Wirkstoffes Dimeticon. Weiteres Einsatzgebiet ist die Hydrophobierung von pyrogener Kieselsäure (Aerosil D4).<ref>Schriftenreihe Pigmente, Degussa Kieselsäuren, Nummer 12, S. 14ff.</ref> Der Verbrauch lag in Schweden zwischen 1999 und 2003 bei 5–50 t/Jahr.<ref>Eva Brorström-Lundén, Lennart Kaj, Jeanette Andersson, Anna Palm Cousins, Mikael Remberger, Martin Schlabach, Norbert Schmidbauer: Screening of New Chemicals in Sweden: The Siloxane Case (PDF; 425 kB). Workshop on Emerging environmental pollutants: Key Issues and Challenges. Stresa, Italien.</ref> Im bzw. in den EWR werden jährlich 100 000 bis 1 000 000 Tonnen Octamethylcyclotetrasiloxan hergestellt bzw. importiert.<ref>Vorlage:ECHA-InfoCard</ref>

D4 ist eine der wenigen bekannten Verbindungen, die bei ihrer Polymerisation eine Floor-Temperatur aufweisen.<ref>G. G. Odian: Principles of polymerization. John Wiley and Sons, 2004, ISBN 0-471-27400-3, S. 79–81</ref><ref>J. E. Brandrup, E. H. Immergut, E. A. Gulke: Polymer Handbook. 3. Auflage, Wiley-Interscience, 1989, ISBN 0-471-81244-7, S. 316.</ref>

Regulierung

Octamethylcyclotetrasiloxan erfüllt die Kriterien für die Identifizierung persistenter, bioakkumulierbarer und toxischer Stoffe sowie sehr persistenter und sehr bioakkumulierbarer Stoffe.<ref name="SVHC_100.008.307" />

Octamethylcyclotetrasiloxan wurde am 27. Juni 2018 in der Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe aufgenommen.<ref name="SVHC_100.008.307" />

Im EWR dürfen seit dem 31. Januar 2020 keine abwaschbaren kosmetischen Mittel mit einer Octamethylcyclotetrasiloxan-Konzentration von 0,1 Gewichtsprozent oder höher in Verkehr gebracht werden.<ref>Vorlage:EU-Verordnung.</ref>

Ab dem 6. Juni 2026 darf D4 generell nicht mehr eingesetzt werden, mit Ausnahmen und Übergangsfristen für gewisse Anwendungen, u. a. für die Herstellung von Siliconpolymeren.<ref>Vorlage:EU-Verordnung</ref>

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />