Oemleria cerasiformis
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| Oemleria cerasiformis | ||||||||||||
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| Datei:Oemleria cerasiformis 07.jpg
Oemleria cerasiformis, Zweig mit einfachen Laubblättern und Blütenständen | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Oemleria | ||||||||||||
| Rchb. | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Oemleria cerasiformis | ||||||||||||
| (Torr. & A.Gray ex Hook. & Arn.) J.W.Landon |
Oemleria cerasiformis, manchmal auch Oregonpflaume<ref name="Roloff2008" /> genannt, ist die einzige Art der monotypischen Pflanzengattung Oemleria innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie ist im westlichen Nordamerika heimisch.
Beschreibung
Erscheinungsbild und Blatt
Bei Oemleria cerasiformis handelt es sich um einen selbständig aufrecht wachsenden<ref name="Roloff2008" />, locker verzweigten<ref name="VirginiaTech" />, laubabwerfenden<ref name="VirginiaTech" /><ref name="Jepson" />, sommergrünen Strauch, der Wuchshöhen von 1 bis 5 Meter erreicht oder kleinen Baum, der Wuchshöhen von bis zu 6 Meter erreicht. Es werden Ausläufer gebildet<ref name="Roloff2008" />. Die glatte Borke ist rötlich-braun bis dunkel-grau<ref name="VirginiaTech" />. Die Rinde der schlanken Zweige ist kahl<ref name="Roloff2008" />, anfangs grün später sich rötlich-braun färbend und besitzt deutlich sichtbare orangefarbene Lentizellen<ref name="VirginiaTech" />. Die Endknospen besitzen eine Länge von 7 bis 9 Millimeter und die Seitenknospen sind kürzer<ref name="Roloff2008" />.
Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert<ref name="Jepson" />. Der Blattstiel ist mit einer Länge von 5 bis 15 mm<ref name="Jepson" /> relativ kurz<ref name="Roloff2008" />. Die einfache, ganzrandige, grau-grüne<ref name="Roloff2008" /> Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 13 Zentimeter und einer Breite von 2 bis 5 Zentimeter lanzettlich<ref name="Roloff2008" />, elliptisch bis schmal verkehrt-eiförmig<ref name="Jepson" /> mit spitzen Spreitengrund und spitzem oberen Ende<ref name="Roloff2008" />. Der glatte Blattrand rollt sich mehr oder weniger nach unten. Die Blattunterseite ist heller sowie manchmal schwach flaumig behaart und verkahlend. Die Blattoberseite ist kahl. Im Frühjahr ist es eine der am frühesten laubaustreibenden Arten in ihrem Heimatgebiet<ref name="VirginiaTech" /><ref name="Roloff2008" />. Die frisch ausgetriebenen Laubblätter schmecken nach Gurke<ref name="VirginiaTech" />. Die Nebenblätter fallen früh ab.<ref name="Jepson" />
Blütenstand, Blüte und Frucht
Die Blütezeit reicht in Nordamerika von April bis Mai<ref name="VirginiaTech" />. Oemleria cerasiformis ist meist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch)<ref name="VirginiaTech" /><ref name="Jepson" />. An kurzen seitlichen Zweigen befinden sich 3 bis 10 cm lange, hängende, traubige Blütenstände. Es sind je Blütenstand ein oder zwei Tragblätter, aber keine Deckblätter vorhanden.<ref name="Jepson" />
Die duftenden, meist eingeschlechtigen, selten zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Blütenbecher (Hypanthium) ist 3 bis 4,5 mm hoch. Die fünf freien, weißen, genagelten Kronblätter sind 3 bis 6 mm lang, wobei die der männlichen Blüten etwas größer als bei den weiblichen sind. In den männlichen und zwittrigen Blüten sind drei Kreise mit je fünf Staubblättern vorhanden; sie ragen etwas aus der Blütenkrone heraus. Es sind fünf freie Fruchtblätter vorhanden. Der größte Teil des Blütenbechers und Griffel verwelken bald nach der Bestäubung.<ref name="Jepson" />
Es bilden sich je Blüte ein bis fünf Steinfrüchte. Die an einem roten Stiel<ref name="VirginiaTech" /> hängende Steinfrucht ist bei einer Länge von 5 bis 15 mm<ref name="Jepson" /> eiförmig<ref name="VirginiaTech" /> sowie etwas bohnenförmig. Die blaugrün bereifte Steinfrucht ist anfangs orangefarben bis gelb<ref name="VirginiaTech" /> und verfärbt sich bei Reife blau-schwarz.<ref name="Jepson" />
Chromosomenzahl
Die Chromosomengrundzahl beträgt x=8<ref name="Jepson" />.
Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Oemleria cerasiformis befindet sich nur im westlichen Nordamerika. Oemleria cerasiformis ist im südlichen Teil der kanadischen Provinz British Columbia und in den westlichen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten im westlichen Oregon, westlichen Washington sowie nördlichen Kalifornien beheimatet<ref name="GRIN" />.
Oemleria cerasiformis kommt vor allem in kühl-feuchten Wäldern auf sauren bis schwach alkalischen, nährstoffreichen, sandig-lehmigen bis lehmigen, humosen Böden vor. Daneben kommt sie auch in Strauchflächen und Hecken vor. Sie bevorzugt lichtschattige Standorte mit mildem Winter. Sie gedeiht bis zur USDA-Klimazone 6a.<ref name="Roloff2008" />
Systematik
Die Erstbeschreibung erfolgte 1841 (1839) unter dem Namen (Basionym) Nuttallia cerasiformis durch John Torrey und Asa Gray in William Jackson Hooker und George Arnott Walker Arnott: The Botany of Captain Beechey’s Voyage, S. 337, Tafel 82<ref name="biodiversitylibrary" />. Die Gattung Oemleria wurde 1841 durch Ludwig Reichenbach in Das Herbarienbuch, S. 236 aufgestellt. Die Neukombination zu Oemleria cerasiformis veröffentlichte John Waddell Landon 1975 in Taxon, Volume 24, Issue 1, S. 200.<ref name="GRIN" /><ref name="tropicos" /> Der Gattungsname Oemleria ehrt den deutschen Naturforscher Augustus Gottlieb Oemler (1773–1852)<ref name="Jepson" />. Das Artepitheton cerasiformis bedeutet kirschenförmig. Ein weiteres Synonym für Oemleria cerasiformis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Torr. & A.Gray ex Hook. & Arn.) J.W.Landon ist Osmaronia cerasiformis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Torr. & A.Gray) Greene<ref name="GRIN" />.
Oemleria cerasiformis ist die einzige Art der monotypischen Gattung Oemleria aus der Tribus Osmaronieae in der Unterfamilie Spiraeoideae innerhalb der Familie Rosaceae.
Nutzung
Die Früchte von Oemleria cerasiformis werden roh oder gegart gegessen. Die etwa nach kleinen Pflaumen aussehenden Früchte sind sehr bitter mit einem Mandelgeschmack, der bei Vollreife etwas abnimmt. Die Frucht besitzt nur eine dünne Schicht Fruchtfleisch. Sie kann getrocknet und über den Winter gelagert werden. Vorsicht ist auf Grund der Giftigkeit durch Blausäure geboten.<ref name="PFAF" />
Die medizinischen Wirkungen wurden untersucht.<ref name="PFAF" /> Pflanzenteile wurden in der Volksheilkunde verwendet<ref name="NAE" />.
Quellen
- Daniel Potter & Barbara Ertter: Eintrag Gattung und Art bei Jepson eFlora.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Roloff2008"> </ref> <ref name="VirginiaTech"> Datenblatt bei The Department of Forest Resources and Environmental Conservation bei VirginiaTech. Abgerufen am 8. März 2013 </ref> <ref name="Jepson"> Daniel Potter & Barbara Ertter: Eintrag Gattung und Art bei Jepson eFlora. Abgerufen am 8. März 2013 </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.Abgerufen am 8. März 2013 </ref> <ref name="tropicos"> Eintrag bei Tropicos. Abgerufen am 8. März 2013 </ref> <ref name="biodiversitylibrary"> Erstbeschreibung eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="PFAF"> Eintrag bei Plants for A Future. Abgerufen am 8. März 2013 </ref> <ref name="NAE"> Eintrag bei Native American Ethnobotany – A database of plants used as drugs, foods, dyes, fibers, and more, by native Peoples of North America. Abgerufen am 8. März 2013 </ref> </references>