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Omega-3-Fettsäuren

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel der α-Linolensäure, links die Carboxygruppe (–COOH), rechts das Omega-Kohlenstoffatom (C)
Datei:EPAnumbering.png
Strukturformel der Eicosapentaensäure, links die Carboxygruppe (–COOH), rechts das Omega-Kohlenstoffatom (C) – (5Z,8Z,11Z,14Z,17Z)-Eicosa-5,8,11,14,17-pentaensäure
Datei:DHAnumbering.png
Strukturformel der Docosahexaensäure, links Carboxygruppe (–COOH), rechts das Omega-Kohlenstoffatom (C) – (4Z,7Z,10Z,13Z,16Z,19Z)-Docosa-4,7,10,13,16,19-hexaensäure

Die Omega-3-Fettsäuren sind eine Untergruppe innerhalb der Omega-n-Fettsäuren, die zu den ungesättigten Verbindungen zählen. Die Bezeichnung stammt aus der alten Nomenklatur der Fettsäuren. Bevor man sie als solche identifizierte, wurden sie gemeinhin als Vitamin F bezeichnet. Omega-3 bedeutet, dass die letzte Doppelbindung in der mehrfach ungesättigten Kohlenstoffkette der Fettsäure bei der – vom Carboxy-Ende aus gesehen – drittletzten C-C-Bindung vorliegt. Omega (ω) ist der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets und bezeichnet das von der Carboxygruppe entfernteste Ende der Kohlenstoffkette.

Vorkommen

Datei:Semillas de Chía.jpg
Chiasamen haben einen hohen Omega-3-Fettsäuregehalt

Lebensmittel

Omega-3-Fettsäuren sind in Algen, Fischen und Pflanzen als Carbonsäureester beziehungsweise Triglyceride enthalten. Pflanzen enthalten fast ausschließlich α-Linolensäure (ALA), während in Fettfischen – wie Aal, Karpfen und Sardine – und Algen, etwa Rotalgen, vorwiegend Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA)<ref name="römpp">Eintrag zu Eicosapentaensäure. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> vorkommen können.

Datei:Leinöl-01.jpg
Leinöl

Omega-3-Fettsäuregehalte (ALA) verschiedener Pflanzenöle:

Datei:Lachsölkapsel.jpg
Lachsölkapseln
Omega-3-Fettsäuregehalte (EPA und DHA) verschiedener Fische

Ursprung

Produziert werden die Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) durch Algen.<ref name=":1">Charlotte Jacobsen, Nina Skall Nielsen, Anna Frisenfeldt Horn, Ann-Dorit Moltke Sørensen: Food Enrichment with Omega-3 Fatty Acids. Elsevier, 2013, ISBN 978-0-85709-886-3, S. 391.</ref>

Fische nehmen sie über ihre Algennahrung auf, nur wenige Fischarten können sie auch selbst synthetisieren.<ref>Farmed fish: a major provider or a major consumer of omega-3 oils? | GLOBEFISH | Food and Agriculture Organization of the United Nations. Abgerufen am 3. Februar 2022.</ref>

Bestimmte Mikroalgen sind besonders geeignete Produzenten für die Fettsäuren. Mit ihnen lässt sich Algenöl in Bioreaktoren herstellen. Anders als bei Fischen, die über die Nahrungskette auch Schadstoffe aufnehmen, können die Inhalte des so erzeugten Algenöls genauestens kontrolliert werden. Außerdem wird beim Rückgriff auf Algenöl Druck von den überfischten Beständen genommen.<ref name=":1" />

Bekannte Omega-3-Fettsäuren

Trivialname Lipidname Chemischer Name
Roughaninsäure 16:3 (ω−3) (7Z,10Z,13Z)-Hexadecatriensäure
Alpha-Linolensäure (ALA) 18:3 (ω−3) (9Z,12Z,15Z)-Octadecatriensäure
Stearidonsäure 18:4 (ω−3) (6Z,9Z,12Z,15Z)-Octadecatetraensäure
Eicosatriensäure
(Dihomolinolensäure)
20:3 (ω−3) (11Z,14Z,17Z)-Eicosatriensäure
Eicosatetraensäure 20:4 (ω−3) (8Z,11Z,14Z,17Z)-Eicosatetraensäure
Eicosapentaensäure (EPA) 20:5 (ω−3) (5Z,8Z,11Z,14Z,17Z)-Eicosapentaensäure
Heneicosapentaensäure 21:5 (ω−3) (6Z,9Z,12Z,15Z,18Z)-Heneicosapentaensäure
Docosapentaensäure 22:5 (ω−3) (7Z,10Z,13Z,16Z,19Z)-Docosapentaensäure
Docosahexaensäure (DHA) 22:6 (ω−3) (4Z,7Z,10Z,13Z,16Z,19Z)-Docosahexaensäure
Tetracosapentaensäure
(Scoliodonsäure)
24:5 (ω−3) (9Z,12Z,15Z,18Z,21Z)-Tetracosapentaensäure
Tetracosahexaensäure
(Nisinsäure)
24:6 (ω−3) (6Z,9Z,12Z,15Z,18Z,21Z)-Tetracosahexaensäure

Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung

α-Linolensäure, Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure sind bekanntere Omega-3-Fettsäuren, die verstärkt für die menschliche Ernährung erforscht wurden.

Dabei werden pflanzliche Omega-3-Fettsäuren (α-Linolensäure, „ALA“) zur Energiegewinnung verstoffwechselt, in Zellmembranen eingebaut und sind Vorläufer von Serie-3-Prostaglandinen.

Umwandlung von ALA zu DHA und EPA

Der menschliche Körper eines Erwachsenen wandelt die pflanzliche Omega-3-Fettsäure ALA zu einem geringen Teil in Eicosapentaensäure (EPA), Docosapentaensäure und Docosahexaensäure (DHA) um.

Für die Umwandlung der pflanzlichen ALA benötigt der Körper die Enzyme Delta-6-Desaturase und Delta-5-Desaturase. Diese verarbeiten aber gleichzeitig die Omega-6-Fettsäure Linolsäure zu DGLA und Arachidonsäure. Durch ein hohes Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren wird so mehr Arachidonsäure und weniger EPA und DHA erzeugt. In unserer heutigen Nahrung ist das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren mit über 7:1 sehr ungünstig; die DGE empfiehlt 5:1.<ref>Kathi Dittrich: Omega-3-Fettsäuren – Fischöl besser als Pflanzenöl? – UGB-Forum 3/00. In: ugb.de. UGB-Vereine für Unabhängige Gesundheitsberatung in Europa, März 2000, S. 150–153, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. November 2010; abgerufen am 9. Oktober 2025.</ref>

In mehreren Studien erwies sich ein Verhältnis 4:1 als optimal für Kognition, Gedächtnis und die Verbesserungen von Alzheimer.<ref>Shlomo Yehuda: Omega–6/Omega–3 Ratio and Brain-Related Functions. Hrsg.: Psychopharmacology Laboratory, Department of Psychology. Bar Ilan University, Ramat Gan, Israel 2003, S. 44–51, doi:10.1159/000073791.</ref>

Um die Umwandlungsrate zu erhöhen, ist eine Reduzierung der Omega-6-Fettsäuren in der Ernährung empfehlenswert, damit mehr Enzyme für die Umwandlung von α-Linolensäure in EPA und DHA zur Verfügung stehen. Das dazu mit Abstand beste Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren hat Leinöl mit etwa 1:3. Es ist neben Leindotteröl, Chiaöl und Perillaöl eines der wenigen pflanzlichen Speiseöle, bei denen Omega-3 überwiegt. Weitere Speiseöle mit einem relativ günstigen Verhältnis sind Rapsöl (2:1) und Hanföl (3:1), unter der Empfehlung liegen Walnuss-, Weizenkeim- und Sojaöl (6:1) sowie Olivenöl (8:1); ferner Maiskeimöl (50:1), Sonnenblumenöl (120:1) und Distelöl (150:1).

Umwandlungsrate von ALA zu DHA und EPA

Gemessen wurde in einer Studie eine Umwandlungsrate von α-Linolensäure in Eicosapentaensäure von ca. 5 % und in Docosahexaensäure von unter 0,5 %.<ref name="PMID19269799">J. T. Brenna, N. Salem, A. J. Sinclair, S. C. Cunnane: alpha-Linolenic acid supplementation and conversion to n-3 long-chain polyunsaturated fatty acids in humans. In: Prostaglandins, leukotrienes, and essential fatty acids. Band 80, Nummer 2–3, Feb-Mar 2009, S. 85–91, doi:10.1016/j.plefa.2009.01.004. PMID 19269799. (Review).</ref> In einer anderen Studie sah man entsprechende Umwandlungsraten von 6 % und 3,8 %.<ref name="PMID9637947">H. Gerster: Can adults adequately convert alpha-linolenic acid (18:3n-3) to eicosapentaenoic acid (20:5n-3) and docosahexaenoic acid (22:6n-3)? In: Int J Vitam Nutr Res. 68(3), 1998, S. 159–173. PMID 9637947.</ref> Die höheren Umwandlungsraten waren in dieser Studie jedoch abhängig von einer hohen Zufuhr gesättigter Fettsäuren über die Nahrung. Wurden dagegen hohe Mengen von Omega-6-Fettsäuren zugeführt, sanken die Umwandlungsraten um 40–50 %. Ein Omega-6-zu-Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis von nicht mehr als 4:1 bis 6:1 wurde demnach als günstig angesehen.

Leinöl hat beispielsweise ein Omega-6-zu-Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis zwischen 1:6 und 1:3<ref name="vereshagin">A. G. Vereshagin, G. V. Novitskaya: The triglyceride composition of linseed oil. In: Journal of the American Oil Chemists’ Society. 42, 1965, S. 970–974. doi:10.1007/BF02632457</ref><ref name="dgf_fettsaeurenzusammensetzung">Hans-Jochen Fiebig: Fettsäurezusammensetzung wichtiger pflanzlicher und tierischer Speisefette und -öle. Münster, 21. Dezember 2011.</ref> und liegt damit deutlich unter 4:1. Olivenöl enthält keine Omega-3-Fettsäuren (in nennenswertem Umfang). Bei Butter liegt das Verhältnis zwischen 0,33 und 4,43 (also höchstens leicht über 4:1), wobei daneben ein sehr hoher Anteil an gesättigten Fettsäuren vorliegt.<ref name="dgf_fettsaeurenzusammensetzung" /> Allerdings ist der Gesamtanteil an Omega-3-Fettsäuren in Butter sehr gering. Das Omega-6-zu-Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis von (erucasäurearmem) Rapsöl liegt zwischen 1:1 und 6:1<ref name="dgf_fettsaeurenzusammensetzung" /> und überschreitet damit die 6:1-Grenze noch nicht. Der Anteil an Omega-3-Fettsäuren beruht bei Leinöl, Butter und Rapsöl jeweils vollständig auf α-Linolensäure.

Eine Studie des Royal Adelaide Hospital in Australien zeigt, dass α-Linolensäure-reiches Pflanzenöl (zusammen mit einer Linolsäure-armen Ernährung) ähnlich den EPA-Spiegel im Gewebe steigen lässt wie eine Supplementierung mit Fischölen.<ref name="PMID7910999">E. Mantzioris, M. J. James, R. A. Gibson, L. G. Cleland: Dietary substitution with an alpha-linolenic acid-rich vegetable oil increases eicosapentaenoic acid concentrations in tissues. In: The American journal of clinical nutrition. Band 59, Nummer 6, Juni 1994, S. 1304–1309. PMID 7910999.</ref> Hingegen wird eine Steigerung des DHA-Spiegels im Blut durch Supplementierung zusätzlicher ALA, EPA oder anderer Vorstufen zur Umwandlung durch die International Society for the Study of Fatty Acids and Lipids (ISSFAL) verneint.<ref name="PMID19269799" /> Barcel-Coblijn und Murphy hingegen kommen zu dem Schluss, dass der Körper ausreichend DHA bilden kann, wenn genug α-Linolensäure (>1200 mg) pro Tag aufgenommen wird.<ref>Gwendolyn Barcel-Coblijn, Eric J. Murphy: Alpha-linolenic acid and its conversion to longer chain n–3 fatty acids: Benefits for human health and a role in maintaining tissue n–3 fatty acid levels. In: Progress in Lipid Research. 48, 2009, S. 355–374, doi:10.1016/j.plipres.2009.07.002.</ref> Der Stoffwechsel Neugeborener ist zu einer verstärkten Umwandlung fähig, da sie die Stoffe für ihre Hirnentwicklung benötigen.<ref>M. Plourde, S. C. Cunnane: Extremely limited synthesis of long chain polyunsaturates in adults: implications for their dietary essentiality and use as supplements. In: Appl Physiol Nutr Metab. 32(4), Aug 2007, S. 619–634.</ref> Ein Review von 2016, welches die Umwandlungsraten von ALA in DHA untersuchte, kommt zu dem Schluss, dass ALA ein ungeeignetes Substitut für DHA ist.<ref name="PMID27496755">E. J. Baker, E. A. Miles, G. C. Burdge, P. Yaqoob, P. C. Calder: Metabolism and functional effects of plant-derived omega-3 fatty acids in humans. In: Progress in lipid research. Band 64, Oktober 2016, S. 30–56, doi:10.1016/j.plipres.2016.07.002, PMID 27496755 (Review).</ref>

Direkte Zufuhr von DHA und EPA

Algenöl und Fischöl enthalten EPA und DHA direkt. Primär werden DHA und EPA von Algen produziert. Vegane Nahrungsergänzungsmittel enthalten Algenöl. Über die Nahrungskette nehmen außerdem frei lebende Fische entsprechende Algen und somit DHA und EPA auf. Aus diesen kann Fischölkonzentrat gewonnen werden.<ref name="The American Journal of Clinical Nutrition">Achieving optimal essential fatty acid status in vegetarians: current knowledge and practical implications. 1 September 2003.</ref> Bei Fischen in Aquakulturzucht hängt der Anteil vom Futtermittel ab.<ref>Omega-3 long-chain polyunsaturated fatty acids and aquaculture in perspective</ref>

In Rindfleisch finden sich deutlich weniger Omega-3-Fettsäuren, sowohl in Form von α-Linolensäure als auch als EPA und DHA. Jedoch ist das Omega-6-zu-Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis bei Tieren aus extensiver Weidehaltung deutlich günstiger als bei konventioneller Tierhaltung.<ref>M. R. L. Scheeder u. a.: Vergleich der Qualität von Fleisch verschiedener Rindfleischlabel in der Schweiz – Resultate einer Stichprobenerhebung. (PDF; 135 kB), Institut für Nutztierwissenschaften, Tierernährung, ETH Zürich, Zürich 2003.</ref>

Gesundheit

Täglicher Bedarf

Eine offizielle Zufuhrempfehlung gibt es nur für die pflanzliche Omega-3-Fettsäure ALA.<ref name="ods">Omega-3 Fatty Acids. Office of Dietary Supplements, abgerufen am 20. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Für DHA und EPA gibt es keine solche Empfehlung. Eine Ausnahme gilt für Schwangere, für welche die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 200 mg DHA pro Tag empfiehlt.<ref>Fett, essenzielle Fettsäuren. Abgerufen am 20. Dezember 2021.</ref>

Gleichwohl existiert ein großer Markt für Omega-3-Ergänzungsmittel. So übersteigt bspw. in den USA der Konsum von DHA- und EPA-Ergänzungsmitteln sogar die Aufnahme langkettiger Omega-3-Fettsäuren durch Fisch.<ref>Omega-3 fatty acids for the primary and secondary prevention of cardiovascular disease. Abgerufen am 21. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Studien

Ein Cochrane-Review aus dem Jahr 2020 stellt die bislang umfassendste systematische Übersichtsarbeit zur Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren und Herz-Kreislauf-Erkrankung (kardiovaskuläre Krankheit) dar. Sie kommt zu dem Schluss, dass lediglich eine moderate und unsichere Evidenz dafür besteht, dass DHA und EPA das Risiko für Koronare Herzkrankheit senken. Zudem sei der Effekt nur klein.<ref name=":0" /> Dabei führte auch eine erhöhte Zufuhr an DHA und EPA nicht zu besseren Ergebnissen.<ref>Omega-3 fatty acids for the primary and secondary prevention of cardiovascular disease. Abgerufen am 21. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ergänzungsmittel könnten aber möglicherweise den Triglycerid-Spiegel senken.

Eine erhöhte Zufuhr von ALA (durch Lebensmittel oder Ergänzungsmittel) kann möglicherweise das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Herzrhythmusstörungen senken.<ref name=":0">Abdelhamid AS, Brown TJ, Brainard JS, Biswas P, Thorpe GC, Moore HJ, Deane KHO, Summerbell CD, Worthington HV, Song F, Hooper L.: Omega‐3 fatty acids for the primary and secondary prevention of cardiovascular disease. In: Cochrane Database of Systematic Reviews 2020, Issue 3. Art. No.: CD003177. DOI: 10.1002/14651858.CD003177.pub5.</ref> Allerdings ist der Effekt bezogen auf Mortalität und Koronare Herzkrankheit höchstens klein oder auch gar nicht vorhanden.<ref>Omega-3 fatty acids for the primary and secondary prevention of cardiovascular disease. Abgerufen am 21. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Uneinheitlich ist die Studienlage in Bezug auf Krebs, Alzheimer, Demenz, Syndrom des trockenen Auges, Rheumatoide Arthritis. Studien konnten bislang keine überzeugenden Ergebnisse liefern.<ref name="ods" /> In der Schwangerschaft kann sich Fischkonsum möglicherweise positiv auswirken, jedoch nur dann, wenn Fischarten gewählt werden, die wenig Quecksilber enthalten.<ref name="ods" />

Im November 2023 warnte die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, dass unter der Behandlung mit Omega-3-Fettsäure-haltigen Arzneimitteln im Vergleich zu Placebo ein dosisabhängiges erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen oder kardiovaskulären Risikofaktoren bestehe. Das Risiko wurde in systematischen Übersichten und Metaanalysen randomisierter kontrollierter Studien, die insgesamt mehr als 80.000 Patienten zumeist mit kardiovaskulären Erkrankungen oder kardiovaskulären Risikofaktoren einschlossen, im Vergleich zu Placebo gezeigt. Das beobachtete Risiko für Vorhofflimmern war bei einer Dosis von 4 g/Tag am höchsten. Bei Vorhofflimmern sollte die Behandlung dauerhaft abgesetzt werden, so die Empfehlung.<ref>Rote-Hand-Brief zu Omega-3-Fettsäure-haltigen Arzneimitteln: Erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern bei kardiovaskulären Erkrankungen oder kardiovaskulären Risikofaktoren. 16. November 2023, abgerufen am 16. November 2023.</ref> Die Deutsche Apothekerzeitung fasst diese Erkenntnis mit „Die Dosis macht das Gift“ zusammen.<ref>Deutsche Apotheker Zeitung / dm: Sind Omega-3-Fettsäuren nicht mehr gesund? In: deutsche-apotheker-zeitung.de. 21. November 2023, abgerufen am 27. November 2023.</ref> 2024 kam eine Studie zu einem ähnlichen Ergebnis. Dabei war die regelmäßige Einnahme von Fischöl-Supplementen mit einem um etwa 13 % erhöhten Risiko für Vorhofflimmern sowie einem um rund 5 % erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert. Die Autoren machen jedoch deutlich, dass ihr Studiendesign keine Aussagen zur Ursache erlaubt und daher aus den Ergebnissen dieser Studie kein kausaler Zusammenhang zwischen der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren und dem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern abgeleitet werden kann.<ref>Ge Chen, Zhengmin (Min) Qian, Junguo Zhang, Shiyu Zhang, Zilong Zhang, Michael G. Vaughn, Hannah E. Aaron, Chuangshi Wang, Gregory YH Lip, Hualiang Lin: Regular use of fish oil supplements and course of cardiovascular diseases: prospective cohort study. In: BMJ Medicine. Band 3, Nr. 1, 1. April 2024, doi:10.1136/bmjmed-2022-000451.</ref>

Health Claims

Im Rahmen der Health-Claims-Verordnung hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit die behaupteten Gesundheitseffekte von EPA- und DHA-Fettsäuren bewertet. Gültige Health Claims sind u. a.:<ref>Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to docosahexaenoic acid (DHA), eicosapentaenoic acid (EPA) and gamma-linolenic acid (GLA) and contribution to normal cognitive function (ID 532) and maintenance of normal bone (ID 642, 697, 1552) pursuant to Article 13(1) of Regulation (EC) No 1924/2006, von 2011, abgerufen am 3. Februar 2022</ref><ref>Die Zulässigkeit von Health Claims bei Nahrungsergänzungsmitteln am Beispiel von Omega-3-Fettsäuren – EPA, DHA und ALA, vom 26. Juni 2014, abgerufen am 3. Februar 2022</ref><ref>Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von KindernVorlage:Abrufdatum</ref><ref>Verordnung (EG) Nr. 983/2009 der Kommission vom 21. Oktober 2009 zur Zulassung bzw. Verweigerung der Zulassung bestimmter gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel betreffend die Verringerung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von KindernVorlage:Abrufdatum</ref>

  • ALA – Essenzielle Fettsäuren werden für ein gesundes Wachstum und eine gesunde Entwicklung bei Kindern benötigt
  • ALA trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei
  • DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei
  • DHA trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei
  • DHA trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Triglyceridspiegels im Blut bei
  • DHA und EPA tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei
  • DHA und EPA tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Triglyceridspiegels im Blut bei
  • DHA und EPA tragen zu einer normalen Herzfunktion bei

Daneben listet die EU-Behörde eine Reihe ungültiger bzw. veralteter Health Claims und Bedingungen für die Verwendung der autorisierten Angaben sowie Bedingungen und/oder Beschränkungen hinsichtlich der Verwendung des Lebensmittels und/oder zusätzliche Erklärungen oder Warnungen auf.

Kontaminanten, Grenzwerte und Prüfprogramme bei Omega‑3‑Fischölpräparaten (Nahrungsergänzungsmittel)

Omega‑3‑Fettsäuren werden u. a. in Form von Fischölpräparaten als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Dioxine und polychlorierte Biphenyle (PCB) sind lipophile Umweltkontaminanten, die sich vor allem in fettreichen tierischen Lebensmitteln anreichern können.<ref name="BfR_Diox_PCB">Fragen und Antworten zu Dioxinen und PCB in Lebensmitteln (FAQ des BfR). (PDF) In: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). 4. Dezember 2018, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref> Für bestimmte Kontaminanten sind in der Europäischen Union Höchstgehalte in definierten Lebensmittelkategorien festgelegt (u. a. für „marine Öle“ sowie für Nahrungsergänzungsmittel).<ref name="EU2023_915">Règlement (UE) 2023/915 de la Commission du 25 avril 2023 concernant les teneurs maximales pour certains contaminants dans les denrées alimentaires. (PDF) In: Journal officiel de l’Union européenne (L 119/103). 5. Mai 2023, abgerufen am 26. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Daneben existieren freiwillige Spezifikationen von Branchenorganisationen, die teilweise strengere Grenzwerte oder zusätzliche Parameter vorsehen (z. B. die freiwillige Monographie der Global Organization for EPA and DHA Omega‑3s, GOED).<ref name="GOED_Monograph">GOED Voluntary Monograph (Version 8.1). (PDF) In: Global Organization for EPA and DHA Omega‑3s (GOED). 6. Januar 2022, abgerufen am 26. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Typische Kontaminantengruppen

Zu den bei Fischölpräparaten häufig diskutierten Kontaminantengruppen zählen insbesondere:

  • Halogenierte persistente organische Schadstoffe (POPs): Dioxine/Furane (PCDD/F) sowie dioxinähnliche PCB (dl‑PCB) und nicht dioxinähnliche PCB (ndl‑PCB).<ref name="BfR_Diox_PCB" /><ref name="EU2023_915" />
  • Schwermetalle: u. a. Blei (Pb), Cadmium (Cd) und Quecksilber (Hg).<ref name="EU2023_915" /><ref name="GOED_Monograph" />
  • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK/PAHs): z. B. Benzo[a]pyren und die Summe definierter PAK (PAH4).<ref name="EU2023_915" />
  • Prozesskontaminanten in raffinierten Ölen: z. B. 3‑Monochlorpropandiol (3‑MCPD) und 3‑MCPD‑Fettsäureester sowie Glycidyl‑Fettsäureester (als Glycidol ausgedrückt).<ref name="EU2023_915" />

Rechtliche Höchstgehalte und freiwillige Spezifikationen (Beispielvergleich)

Die folgende Tabelle stellt beispielhaft ausgewählte EU‑Höchstgehalte (VO (EU) 2023/915) ausgewählten freiwilligen Spezifikationen (GOED‑Monographie) gegenüber. Je nach Produktkategorie und Matrix (Öl als Endprodukt, Kapseln oder andere Nahrungsergänzungsmittel) können unterschiedliche Teile der EU‑Verordnung einschlägig sein.<ref name="EU2023_915" />

Ausgewählte Grenzwerte/Spezifikationen (EU vs. GOED)
Parameter / Stoffgruppe EU‑Höchstgehalt (VO (EU) 2023/915) – Beispielkategorie GOED Voluntary Monograph (v8.1) Hinweise zur Vergleichbarkeit
Summe Dioxine (PCDD/F) Marine oils (Endverbraucher): 1,75 pg WHO‑PCDD/F‑TEQ/g Fett<ref name="EU2023_915" /> 1,75 pg WHO‑PCDD/F‑TEQ/g<ref name="GOED_Monograph" /> EU rechnet für Dioxine/dl‑PCB als „upper bound“ (Werte < LOQ = LOQ).<ref name="EU2023_915" />
Summe Dioxine + dl‑PCB (TEQ) Marine oils (Endverbraucher): 6,0 pg WHO‑PCDD/F‑PCB‑TEQ/g Fett<ref name="EU2023_915" /> Total Dioxins, Furans and Dioxin‑like PCBs: max. 3 pg WHO‑TEQ/g<ref name="GOED_Monograph" /> EU‑ und GOED‑Definitionen sind nur eingeschränkt direkt vergleichbar (u. a. wegen Summendefinitionen und Berichtsweisen).<ref name="EU2023_915" /><ref name="GOED_Monograph" />
ndl‑PCB Marine oils (Endverbraucher): 200 ng/g Fett (ICES‑6)<ref name="EU2023_915" /> PCBs: max. 0,09 mg/kg (= 90 ng/g) als Σ209 Kongenere<ref name="GOED_Monograph" /> EU definiert ndl‑PCB als ICES‑6; GOED fordert Σ209. Dadurch sind Zahlenwerte nicht 1:1 übertragbar.<ref name="EU2023_915" /><ref name="GOED_Monograph" />
Blei (Pb) Nahrungsergänzungsmittel: 3,0 mg/kg<ref name="EU2023_915" /> < 0,05 mg/kg<ref name="GOED_Monograph" /> EU‑Wert gilt für Nahrungsergänzungsmittel allgemein; GOED ist eine freiwillige Spezifikation für EPA/DHA‑Öle.<ref name="EU2023_915" /><ref name="GOED_Monograph" />
Cadmium (Cd) Nahrungsergänzungsmittel: 1,0 mg/kg<ref name="EU2023_915" /> < 0,1 mg/kg<ref name="GOED_Monograph" /> Kategorien/Matrices unterscheiden sich; Einordnung kontextabhängig.<ref name="EU2023_915" /><ref name="GOED_Monograph" />
Quecksilber (Hg) Nahrungsergänzungsmittel: 0,10 mg/kg<ref name="EU2023_915" /> < 0,1 mg/kg<ref name="GOED_Monograph" /> –<ref name="EU2023_915" /><ref name="GOED_Monograph" />

Weitere Beispiele für EU‑Höchstgehalte in Ölen/Fetten (einschließlich Fischölen) sind u. a. Grenzwerte für Benzo[a]pyren (2,0 µg/kg) und PAH4 (10,0 µg/kg) sowie für 3‑MCPD‑Ester (2 500 µg/kg als 3‑MCPD) und Glycidyl‑Ester (1 000 µg/kg als Glycidol) in Fischölen bzw. marinen Ölen für den Endverbraucher.<ref name="EU2023_915" />

Prüfverfahren, Definitionen und Transparenz (Hintergrund zur Vergleichbarkeit)

  • Unterschiedliche Ebenen (Recht vs. freiwillige Standards): EU‑Höchstgehalte definieren zulässige Obergrenzen für bestimmte Kontaminanten in konkreten Lebensmittelkategorien.<ref name="EU2023_915" /> Freiwillige Standards können zusätzliche oder strengere Spezifikationen enthalten (in der GOED‑Monographie u. a. für Umweltkontaminanten, Schwermetalle und oxidative Qualitätsparameter).<ref name="GOED_Monograph" />
  • Definitionen und Summenbildung: Bei PCB werden je nach Regelwerk unterschiedliche Summendefinitionen verwendet (EU: ICES‑6 bei ndl‑PCB; GOED: Σ209).<ref name="EU2023_915" /><ref name="GOED_Monograph" />
  • Berichtskonzepte unterhalb der Bestimmungsgrenze (LOQ): Für Dioxine/dl‑PCB werden EU‑Höchstgehalte als „upper bound“ angegeben, während für einzelne Summenbildungen (z. B. PAH4, 3‑MCPD‑Summen) ein „lower‑bound“‑Ansatz vorgesehen ist.<ref name="EU2023_915" />
  • Methodik und Laborqualität: Die GOED‑Monographie empfiehlt validierte Methoden und akkreditierte Labore (z. B. ISO/IEC 17025).<ref name="GOED_Monograph" />
  • Verarbeitungsbegriffe und Produktklassen: Technische Leitfäden unterscheiden u. a. zwischen raffinierten/konzentrierten Ölen und „minimally‑processed“ Ölen; Letztere werden als mechanisch gewonnene Öle beschrieben, die keine weiteren Raffinationsschritte (z. B. Destillation, Bleichen, Deodorierung) durchlaufen.<ref name="GOED_TGD">GOED Technical Guidance Documents (Issue Date August 21, 2024). (PDF) In: Global Organization for EPA and DHA Omega‑3s (GOED). 21. August 2024, abgerufen am 26. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Leitfaden empfiehlt zudem, unscharfe Marketingbegriffe wie „virgin“, „natural“ oder „cold‑pressed“ zu vermeiden und stattdessen konsistente Prozessbegriffe zu verwenden („minimally‑processed“), um Verwechslungen zu reduzieren.<ref name="GOED_TGD" />

Verbraucherinformation und Einordnung von Qualitätsangaben

Nahrungsergänzungsmittel werden in Deutschland vor dem Inverkehrbringen beim BVL angezeigt; eine behördliche Vorab‑Prüfung oder Zulassung wie bei Arzneimitteln ist dabei nicht vorgesehen.<ref name="VwPortal_BVL">Nahrungsergänzungsmitteln zum Verkauf in Deutschland mitteilen (Anzeige beim BVL). In: Verwaltungsportal Hessen / Bundesportal. Abgerufen am 26. Februar 2026.</ref><ref name="VZ_Gesetz">Nahrungsergänzungsmittel: Was das Gesetz erlaubt. In: Verbraucherzentrale. 24. Januar 2025, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref> Messwerte zu Kontaminanten werden auf dem Produktetikett in der Regel nicht ausgewiesen; eine Veröffentlichung aktueller Analysen (z. B. zu Schwermetallen) ist nicht verpflichtend.<ref name="VZ_Schadstoffe">Schadstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln. In: Verbraucherzentrale. 24. März 2025, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref> In der Praxis sind allgemeine Werbeaussagen zu Qualität und Prüfung daher nur eingeschränkt interpretierbar, wenn Angaben zum Prüfprogramm (Analytikumfang, Grenzwerte/Spezifikationen, Einheiten/Definitionen, Chargenbezug und Berichtsweise) fehlen.<ref name="VZ_Gesetz" /><ref name="GOED_TGD" />

Oxidation

Omega-3-reiche Öle sind aufgrund ihres hohen Anteils mehrfach ungesättigter Fettsäuren besonders oxidationsempfindlich; Oxidationsprozesse können zu Qualitätsverlusten sowie sensorischen Veränderungen (Geruch/Geschmack) bis hin zu Ranzigkeit führen.<ref>Hande Yenipazar; Neşe Şahin-Yeşilçubuk: Effect of packaging and encapsulation on the oxidative and sensory stability of omega-3 supplements. In: Food Science & Nutrition. Band 11, Nr. 3, 2023, S. 1426–1440, doi:10.1002/fsn3.3182, PMID 36911843, PMC 10003024 (freier Volltext).</ref>

Qualitätsparameter

Zur analytischen Beurteilung des Oxidationszustands werden häufig der Peroxidwert (PV; primäre Oxidationsprodukte) und der p-Anisidinwert (AV; sekundäre Oxidationsprodukte) bestimmt. Als Summenkennzahl wird häufig der TOTOX‑Wert (Total Oxidation) berechnet (TOTOX = (2 × PV) + AV).<ref>Stefan A. Jackowski u. a.: Oxidation levels of North American over-the-counter n-3 (omega-3) supplements and the influence of supplement formulation and delivery form on evaluating oxidative safety. In: Journal of Nutritional Science. Band 4, 2015, S. e30, doi:10.1017/jns.2015.21, PMID 26688721, PMC 4678768 (freier Volltext).</ref>

Ranzigkeit

Eine Untersuchung von Fischöl aus dem Jahr 2022 zeigte, dass einige der am Markt angebotenen Produkte ranzige Öle enthalten. Dabei wird der ranzige Geruch häufig durch Aromen überdeckt. Eine Studie aus dem Jahr 2015 kam zu einem ähnlichen Ergebnis, hier waren 20 % der Produkte ranzig. Unklar ist, ob ranziges Fischöl ungesund ist. Einige Studien zeigen, dass stark ranziges Fischöl den Cholesterinspiegel erhöhen kann.Tierversuche zeigten außerdem, dass stark ranziges Öl toxische Effekte hat. Darüber hinaus hat ranziges Öl vermutlich nicht die gleiche positive Wirkung wie frisches Öl.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Revealed: many common omega-3 fish oil supplements are ‘rancid’.] In: the Guardian. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 17. Januar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Top 10 Fish Oil Supplements.] In: labdoor. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 17. Januar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Aromatisierung und sensorische Maskierung

Omega-3-Produkte sind teilweise aromatisiert (z. B. Zitronen- oder Orangenaroma bzw. Zitrusöl); in sensorischen Lagerstudien wurde ein Maskierungseffekt beschrieben, bei dem ein ausgeprägter Zitrusgeruch fischige Geruchsnoten überdecken kann (sensorische Maskierung).<ref name="Yenipazar2023">Hande Yenipazar; Neşe Şahin-Yeşilçubuk: Effect of packaging and encapsulation on the oxidative and sensory stability of omega-3 supplements. In: Food Science & Nutrition. Band 11, Nr. 3, 2023, S. 1426–1440, doi:10.1002/fsn3.3182, PMID 36911843, PMC 10003024 (freier Volltext).</ref> In derselben Studie nahmen fischige Geruchs-/Aromanoten im Verlauf der Lagerung zu.<ref name="Yenipazar2023" /> Aromastoffe können außerdem die Bestimmung des p-Anisidinwerts beeinflussen (z. B. durch aldehydhaltige Komponenten wie Citral in Zitronenaroma), sodass p-AV und daraus abgeleitete Kennzahlen wie der TOTOX-Wert bei aromatisierten Ölen nur eingeschränkt aussagekräftig sein können.<ref name="Yenipazar2023" /> Zur Stabilisierung gegen Oxidation werden in vielen Fischölen Tocopherole (α-Tocopherol oder Misch-Tocopherole) zugesetzt.<ref name="Phung2020">Austin S. Phung u. a.: Chemical Compositional Changes in Over-Oxidized Fish Oils. In: Foods. Band 9, Nr. 10, 2020, S. 1501, doi:10.3390/foods9101501, PMID 33092165, PMC 7590219 (freier Volltext).</ref>

Verpackung und Lagerung

Die Anforderungen an Verpackung und Lagerung betreffen nicht nur Fischölkapseln, sondern allgemein omega-3-reiche Öle und Präparate, darunter Fisch-, Krill- und Algenöle sowie ALA-reiche Pflanzenöle wie Leinöl. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren können durch Sauerstoff, Licht, Wärme und Lagerzeit oxidieren; dabei laufen Prozesse der Lipidperoxidation ab, an denen kurzlebige freie Radikale beteiligt sein können und die zu Ranzigkeit und anderen Qualitätsverlusten führen können.<ref name="Ryckebosch2013">Eline Ryckebosch; Charlotte Bruneel; Romain Termote-Verhalle; Charlotte Lemahieu; Koenraad Muylaert; Jim Van Durme; Koen Goiris; Imogen Foubert: Stability of Omega-3 LC-PUFA-rich Photoautotrophic Microalgal Oils Compared to Commercially Available Omega-3 LC-PUFA Oils. In: Journal of Agricultural and Food Chemistry. Band 61, Nr. 42, 2013, S. 10145–10155, doi:10.1021/jf402296s.</ref><ref name="Zhang2022">Zhenshan Zhang; Yunyi Wei; Ni Guan; Bingzheng Li; Yong Wang: Changes in Chemical Composition of Flaxseed Oil during Thermal-Induced Oxidation and Resultant Effect on DSC Thermal Properties. In: Molecules. Band 27, Nr. 20, 2022, S. 7135, doi:10.3390/molecules27207135, PMID 36296728, PMC 9607143 (freier Volltext).</ref>

Technische Leitlinien zur Oxidationskontrolle empfehlen deshalb u. a. geringe Kopfraumvolumina, geschlossene Systeme, Schutz vor Sauerstoff und Licht, kontrollierte Temperaturen sowie den Einsatz von Inertgasen wie Stickstoff oder Argon.<ref name="GOEDOxidation">GOED Best-Practice Guidelines on Oxidation Control. In: Global Organization for EPA and DHA Omega-3s (GOED). 12. September 2017, abgerufen am 26. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Besonders sauerstoffexponiert sind flüssige Omega-3-Öle in Mehrdosenflaschen: Nach dem ersten Öffnen kann sauerstoffhaltige Luft in den Kopfraum eintreten und über die Öloberfläche mit der verbleibenden Gesamtmenge des Öls in Kontakt stehen. Das erneute Verschließen einer Flasche oder eines Kunststoffbehälters begrenzt zwar den weiteren offenen Luftzutritt, stellt den ursprünglichen sauerstoffarmen oder inertisierten Zustand jedoch nicht wieder her, weil der bereits eingedrungene Sauerstoff im Kopfraum verbleibt. Kühlung kann Oxidationsprozesse verlangsamen, beseitigt aber weder den Sauerstoff im Kopfraum noch die materialabhängige Sauerstoffdurchlässigkeit einer Verpackung.<ref name="GOEDOxidation" />

Bei Packungen mit vielen Tagesdosen kann sich diese Situation über längere Zeit erstrecken. Eine Packung mit 120 Kapseln bleibt bei einer Einnahme von zwei Kapseln täglich rechnerisch etwa 60 Tage in Gebrauch; bei flüssigen Ölen in Flaschen steht die verbleibende Gesamtmenge während dieser Nutzungsdauer wiederholt mit dem sauerstoffhaltigen Kopfraum in Austausch.

Kapseln bieten gegenüber flüssigen Ölen in Mehrdosenflaschen einen zusätzlichen Schutz, weil das Öl portioniert und von einer Kapselhülle umgeben ist. Diese Barriere ist jedoch nicht absolut: Für Weichgelatinekapseln wurde eine messbare Sauerstoffdurchlässigkeit der Kapselhüllen untersucht.<ref name="Hom1975">F. S. Hom; S. A. Veresh; W. R. Ebert: Soft gelatin capsules II: Oxygen permeability study of capsule shells. In: Journal of Pharmaceutical Sciences. Band 64, Nr. 5, 1975, S. 851–857, doi:10.1002/jps.2600640528, PMID 1151660.</ref> In einer Lagerstudie zu Omega-3-Produkten waren Kapseln gegenüber flüssigen Sirupformen besser gegen oxidative Veränderungen geschützt; zugleich wurde beschrieben, dass einzeln verpackte Formen einen Schutz gegen Oxidation bieten können.<ref name="YenipazarVerpackung2023">Hande Yenipazar; Neşe Şahin-Yeşilçubuk: Effect of packaging and encapsulation on the oxidative and sensory stability of omega-3 supplements. In: Food Science & Nutrition. Band 11, Nr. 3, 2023, S. 1426–1440, doi:10.1002/fsn3.3182, PMID 36911843, PMC 10003024 (freier Volltext).</ref>

Auch Verbraucherpackungen unterscheiden sich deutlich in ihrer Barrierewirkung. Für pharmazeutische Flaschen wurden materialabhängige Unterschiede zwischen Glas-, PET- und HDPE-Flaschen hinsichtlich Feuchte- und Sauerstoffbarriere beschrieben; Glas zeigte dabei die stärkste Sauerstoffbarriere, gefolgt von PET und HDPE.<ref name="Jaime2022">Sandra B. M. Jaime; Rosa M. V. Alves; Paula F. J. Bócoli: Moisture and oxygen barrier properties of glass, PET and HDPE bottles for pharmaceutical products. In: Journal of Drug Delivery Science and Technology. Band 71, 2022, S. 103330, doi:10.1016/j.jddst.2022.103330.</ref> Bei Blisterverpackungen hängt die Barrierewirkung vom Materialaufbau ab: einfache thermoformbare Kunststoffkavitäten weisen nur begrenzte Barriereeigenschaften auf, während Aluminium/Aluminium-Systeme eine wesentlich stärkere Barriere gegen Feuchtigkeit, Sauerstoff und Licht bieten.<ref name="Pilchik2000">Ron Pilchik: Pharmaceutical Blister Packaging, Part I: Rationale and Materials. In: Pharmaceutical Technology. Band 24, Nr. 11, 2000, S. 68–78 (com.br [PDF; abgerufen am 26. April 2026]).</ref>

Die geringste wiederholte Sauerstoffexposition der nicht entnommenen Dosen ergibt sich unter diesem Gesichtspunkt bei einzeldosierten Hochbarriereverpackungen, da jede Dosis bis zur Einnahme verschlossen bleibt und nicht wiederholt dem Kopfraum eines geöffneten Mehrdosenbehälters ausgesetzt wird. Dieser Schutz hängt jedoch vom Materialaufbau der Einzelverpackung ab; einfache Kunststoffkavitäten sind von Hochbarriere- oder Aluminium/Aluminium-Systemen zu unterscheiden.<ref name="YenipazarVerpackung2023" /><ref name="Pilchik2000" />

Argon ist ein Edelgas und wird als Lebensmittelzusatzstoff E 938 als Schutzgas verwendet. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bewertete Argon 2024 erneut und kam zu dem Schluss, dass seine Verwendung als Lebensmittelzusatzstoff keine Sicherheitsbedenken aufwirft.<ref name="EFSAArgon2024">EFSA Panel on Food Additives and Flavourings (FAF): Re-evaluation of argon (E 938) and helium (E 939) as food additives. In: EFSA Journal. Band 22, Nr. 10, 2024, S. e9048, doi:10.2903/j.efsa.2024.9048, PMID 39469433, PMC 11515913 (freier Volltext).</ref> Das zugrunde liegende Prinzip der Schutzgasverpackung wird auch bei anderen fetthaltigen Lebensmitteln eingesetzt: Bei Kartoffelchips und ähnlichen Snacks wird häufig Stickstoff verwendet, um Sauerstoff im Packungsinneren zu verdrängen und oxidative Ranzigkeit zu vermindern.<ref>Nitrogen – A Packaging Gas and Beyond. In: Centre for Food Safety, The Government of the Hong Kong Special Administrative Region. 21. April 2021, abgerufen am 26. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Elisa Marasca; Karin Greetham; Andrew R. Clark; u. a.: Impact of nitrogen flushing and oil choice on the progression of lipid oxidation in unwashed fried sliced potato crisps. In: Food Chemistry. Band 199, 2016, S. 81–86, doi:10.1016/j.foodchem.2015.11.136, PMID 26775909.</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Omega-3-Fettsäuren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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