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Orang Laut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:RIAU WEB.jpg
Ein Pfahlbautendorf der Orang Laut auf den Riau-Inseln
Datei:Siedlung von Urak Lawoi auf Ko Adang.jpg
Siedlung von Urak Lawoi auf Ko Adang (Nationalpark Tarutao)

Die Orang Laut, auch „Seevolk“ genannt, sind ein Überbegriff für ethnischen Gruppen, die in den Küstengewässern des südöstlichen Sumatra, Batam, dem südlichen Johor und den Riau-Inseln von Indonesien leben.<ref name="clifford320ff">Clifford, S. 320 ff.</ref> Aufgrund ihrer Lebensweise in Booten zählten sie zu den sogenannten Seenomaden.

Ethnologische Abgrenzung

Datei:Sea Nomads distribution map.jpg
Regionen, die von „Seenomaden“ bewohnt werden.
  • Orang Laut
  • Moken
  • Bajau
  • Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde angenommen, dass alle Seenomaden Südostasiens in einem direkten ethnolinguistischen Zusammenhang stehen. Die neuere Forschung zeigt jedoch, dass drei Hauptgruppen mit eigenen kulturellen und linguistischen Charakteristika zu unterscheiden sind:<ref name="clifford320ff" />

    Mit Ausnahme einer kleinräumigen Überschneidung bei den Moken und Orang Laut sind die drei Gruppen in verschiedene geographischen Regionen anzutreffen.<ref name="clifford320ff" />

    Etymologie

    Der malaiische Ausdruck Orang Laut bedeutet Leute des Meeres. Andere bekannte Bezeichnungen in der malaiischen Sprache sind Lanun, Celates und Orang Selat.

    Weitere Bezeichnungen lokaler Gruppen sind Mantong, Barok, Sekah, Rayat und Kuala. Eine Quelle von Missverständnissen im malaiischen Sprachraum liegt im Übrigen in der pauschalen Anwendung des Ausdrucks Orang Laut für malaiisch-sprechende Küstenbewohner.<ref>Clifford, S. 325.</ref>

    Geschichte

    In der Geschichtsschreibung tauchen die orang laut meistens als Piraten auf. Allerdings spielten sie auch eine bedeutende Rolle im Reich Srivijaya, im Sultanat von Malakka und im Sultanat von Johor. Sie patrouillierten die angrenzenden Meeresgebiete und sorgten ihrerseits für einen Schutz vor Piraten. Außerdem lotsten sie Handelsschiffe in die Häfen ihrer Herrscher und trugen so zur Dominanz des jeweiligen Reiches bei.<ref>Mary Somers Heidhues: Southeast Asia: A Concise History. S. 27, Hudson and Thames, London, 2000.</ref>

    Datei:Urak Lawoi von Ko Lipe.jpg
    Urak-Lawoi-Fischerjunge von Ko Lipe (Nationalpark Tarutao), z. T. vom Meerwasser erblondet

    Eda Green schrieb 1909:

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    Untergruppen der Orang Laut

    Folgende Untergruppen zählen zu den Orang Laut:<ref name="clifford327">Clifford, S. 327.</ref>

    1. Duano; diese Untergruppe ist in Ostsumatra beheimatet
    2. Urak Lawoi, diese Untergruppe bewohnt die Inseln vor der Westküste Thailands von Phuket bis zur Inselgruppe Adang/Rawi. Ihr Lebensraum überschneidet sich partiell mit dem der Moken.

    Kultur

    Boote der Orang Laut

    Datei:COLLECTIE TROPENMUSEUM Woonschuit van een Oerang-Laoet familie Ka. Toengkal TMnr 10010488.jpg
    Eine Orang-Laut-Familie auf ihrem Boot, etwa 1914–1921

    Die typischen Boote der Orang Laut, die bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts benutzt wurden, waren bemerkenswerterweise sehr einheitlich gehalten. Sie basieren auf der Form eines Kanus, sind jedoch mit ein oder zwei zusätzlichen Planken versehen, um den Freibord zu vergrößern. Das Boot trägt achtern einen Aufbau aus geschlitztem Bambus. Am Heck befindet sich eine Feuerstelle und der Kochbereich. Die Boote sind leicht und hervorragend manövrierfähig. Die Crew besteht immer aus einer einzelnen Familie.<ref name="clifford327" />

    Fischerei

    Im Gegensatz zu den benachbarten Malaien fischten die Orang Laut üblicherweise mit Speer und Harpune statt mit Netzen und Fallen. Bei den Duano entwickelte sich daraus eine hochspezialisierte Jagdmethode im Brackwasser und in Mangrovensümpfen.<ref name="clifford327" />

    Literatur

    • Clifford Sather: The Bajau Laut – Adaption, History, And Fate In A Maritime Fishing Society Of South-Eastern Sabah. Oxford University Press, Kuala Lumpur, 1997, ISBN 983-56-0015-5.
    • Frank M. LeBar (Hrsg.): Ethnic Groups of Insular Southeast Asia, Volume 1: Indonesia, Andaman Islands, and Madagaskar; Human Relations Area Files Press, New Haven, 1972.
    • Frank M. LeBar (Hrsg.): Ethnic Groups of Insular Southeast Asia, Volume 2: Philippines and Formosa; Human Relations Area Files Press, New Haven, 1972.

    Einzelnachweise

    <references />