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Szczytno

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(Weitergeleitet von Ortelsburg)

Vorlage:Infobox Ort in Polen

Datei:Pozostałości zamku w Szczytnie.jpg
Schlossruine und Rathauskomplex von oben
Datei:Szczytno - ratusz (01).jpg
Rathaus von Szczytno, erbaut 1936/1937
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Bezirksgericht, erbaut von 1867 bis 1869
Datei:Szczytno - budynek dawnego starostwa.jpg
Ehemalige Kreisverwaltung von 1885
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Ehemalige Schlossbrauerei Ortelsburg, erbaut von 1895 bis 1898
Datei:Jezioro Długie (powiat szczycieński).jpeg
Stadtstrand am Jezioro Długie (powiat szczycieński)

Szczytno [[[:Vorlage:IPA]]] (Vorlage:DeS Ortelsburg) ist eine Kreisstadt im Süden der Woiwodschaft Ermland-Masuren in Polen. Sie ist eine Stadtgemeinde mit etwa 23.250 Einwohnern und Sitz des Powiat Szczycieński.

Geographische Lage

Szczytno liegt im masurischen Seengebiet, am Südostrand der Allensteiner Seenplatte auf der Równina Mazurska 147 Meter über dem Meeresspiegel im historischen Preußen. In unmittelbarer Nähe liegen der Große und Kleine Haussee (Jezioro Domowe Duże, Jezioro Domowe Małe). Während sich nördlich die bis zu 200 Meter hohen Damerauberge erheben, ist die übrige Landschaft von Wäldern geprägt.

Geschichte

Die Ortsgründung geht auf die Ordensfeste Hauß Ortelßburg zurück, die zwischen 1350 und 1360 auf der Landverbindung zwischen dem Großen und dem Kleinen Haussee aus Holz und Erde errichtet wurde. Der Deutsche Orden nutzte sie als Grenzfeste gegenüber dem nahen, polnisch beherrschten Masowien und als Stützpunkt zur Besiedlung des als Urwald vorgefundenen ehemaligen Prußengaus Galinden, der südlich der bisher eroberten und besiedelten Gebiete lag und allgemein als „Wildnis“ bezeichnet wurde. Ein Pfleger des Ordens, der der Komturei Elbing unterstand, hatte seinen Sitz auf der Burg. Der Name der Ortelsburg wird zurückgeführt auf den Großgebietiger und Obersten Spittler des Ordens, Ortloff von Trier, der in seiner Eigenschaft als Komtur von Elbing mit einer Urkunde vom 24. September 1360 die Ansiedlung von Einwanderern aus Masowien veranlasste. Ihre Siedlung entstand zunächst auf der Nordseite des Kleinen Haussees, und sie lebten vorwiegend von der Imkerei. Bienenzüchter wurden zu dieser Zeit als Beutner bezeichnet, und so entstand für die neue Siedlung der Name Beutnerdorf (Vorlage:PlS).

Im Jahre 1370 fiel die Ortelsburg den Kämpfen zwischen dem Deutschen Orden und den Litauern zum Opfer. Unter ihrem Anführer Kynstut zerstörten die Litauer die Burg. Der Orden wollte seinen Stützpunkt jedoch nicht aufgeben und errichtete sofort eine neue Burg, die diesmal widerstandsfähiger war und aus Stein errichtet wurde. Während des Dreizehnjährigen Krieges (1454–1466) war sie hart umkämpft und wurde mehrfach von beiden Kriegsparteien besetzt.

Nach der 1525 erfolgten Säkularisation des Ordensstaates und Umwandlung in das weltliche Herzogtum Preußen wurde die Ortelsburg zum Sitz des Amtshauptmannes für das dem Oberländischen Kreis unterstehende Hauptamt Ortelsburg. Dem Hauptamt seinerseits unterstand das Amt Mensguth. Da das Herzogtum zu dieser Zeit unter der Lehnshoheit Polens stand, verlor die Ortelsburg ihre Bedeutung als Grenzfeste und begann zu verfallen.

Herzog Georg Friedrich, der die Gegend als sein Jagdrevier auserkoren hatte, stoppte die endgültige Zerstörung und baute die Burg ab 1580 zu einem Jagdschloss um. Viele der mit den Bauarbeiten beschäftigten Handwerker ließen sich bei der Burg nieder und gründeten 1581 unabhängig von der bereits bestehenden Ortschaft Beutnerdorf die Gemeinde Ortelsburg. Als der Amtshauptmann Andreas von Eulenburg um 1600 der neuen Gemeinde die Bierbrau- und Ausschankrechte verleihen wollte, kam es zu Auseinandersetzungen mit dem benachbarten Passenheim, das wirtschaftliche Einbußen befürchtete. Auf dem Höhepunkt der Streitigkeiten kam es auf den zwischen den Orten gelegenen Feldern zu einem regelrechten Waffengefecht. Der über Jahre andauernde Streit wurde erst am 23. März 1616 mit dem von Kurfürst Johann Sigismund verliehenen „Fundation und Confirmation“ beendet. Mit dieser Urkunde erlangte Ortelsburg das Stadtrecht<ref>GStA PK, XX. HA, Ostpreußischer Foliant 263, Seiten 258–261.</ref>!

1629 trafen sich der brandenburgische Kurfürst Georg Wilhelm und der polnische König Władysław IV. Wasa zur Vorbereitung des Christburger Waffenstillstands, der de facto den Ersten Polnisch-Schwedischen Krieg beendete. Mehrere Brände und die 1656 ausgebrochene Pest warfen die Gemeinde immer wieder in ihrer Entwicklung zurück. Die im gleichen Jahr in den Süden des Landes eingefallenen Tataren richteten ebenfalls große Schäden an und töteten zahlreiche Einwohner. Nach dem Stadtbrand von 1669 ließ der Magistrat der Stadt ein neues Stadtsiegel anfertigen<ref>Hermann Gollub, Geschichte der Stadt Ortelsburg, 1926.</ref>. Die Inschrift lautete „MAGISTRAT SIGEL 1669 DER STADT ORTELSBURCK“. Erneut brannte Ortelsburg 1698 ab und auch die Jahre von 1709 bis 1711, während der Pestepidemie, machte Fortschritte zunichte. 1718 führte der König in Preußen die „Accise“ ein. Diese Abgabe betraf nur die Städte, darunter auch Ortelsburg<ref>GStA PK, II HA. Abt. 7, IV, 3004, Stadtgerechtigkeit des Fleckens Ortelsburg 1718.</ref>. Damit war auch das Missverständnis wegen des Stadtrechts von Ortelsburg beendet. Für König Friedrich Wilhelm I. war Ortelsburg seit 1616 eine Stadt! Obwohl der König den Ortelsburgern im August 1718 eine neue Stadtgerechtigkeit genehmigte, blieb es bei dem Stadtrecht von 1616. Mit dem Edikt vom 12. Juni 1723 führte Friedrich Wilhelm I. die Neuordnung der preußischen Städte und deren Einteilung in drei Größenkategorien ein. Ortelsburg gehörte in die kleinste, die dritte Kategorie, wie auch Passenheim<ref>Reinhold Friedrich von Sahme, Gründliche Einleitung zur Preußischen Rechtsgelahrtheit, worinnen das Land-Recht des Königreich Preußen durch deutliche Lehrsätze in einem richtigen Zusammenhang vorgestellt und erklärt wird, Königsberg 1741, Seite 858–866</ref>. 1744 wurde Ortelsburg preußische Garnisonsstadt und beherbergte ein Feldjägerkorps, das sich später als „Ortelsburger Jäger“ wegen seiner ausgezeichneten Kundschafter und Scharfschützen einen guten Namen machte.

Anlässlich einer preußischen Verwaltungsreform wurde 1752 der Oberländische Kreis aufgelöst, und das Hauptamt Ortelsburg wurde in den neu geschaffenen Kreis Neidenburg eingegliedert. Während des preußisch-napoleonischen Krieges hielt sich das preußische Königspaar, Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise, auf seiner Flucht aus Berlin vom 21. November bis 19. Dezember 1806 in Ortelsburg auf. Hier verfasste der König am 1. Dezember das „Publicandum an die Armee und das deutsche Volk“, mit dem er seine Maßnahmen zur Erneuerung der Armee und der Zentralverwaltung bekanntgab (so genanntes Ortelsburger Publikandum). Am 31. Dezember 1806 besetzte die napoleonische Armee die Stadt und plünderte sie aus. Bis 1812 hatte Ortelsburg die Einquartierungskosten zu tragen.

Am 1. Februar 1818 wurde Ortelsburg im Zuge einer erneuten Verwaltungsreform zur Kreisstadt des neuen gleichnamigen Kreises erhoben. Mitte des 19. Jahrhunderts waren die späteren Reichsstraßen R 128 von Königsberg über Ortelsburg nach Willenberg und die R 134 von Ortelsburg nach Allenstein als Chausseen ausgebaut worden und 1883 erfolgte der Anschluss an die Eisenbahnstrecke Allenstein–Johannisburg. Damit waren die Voraussetzungen für industrielle Ansiedlungen geschaffen worden, und zum Ende des Jahrhunderts verfügte die Stadt über mehrere Ziegeleien, darunter eine moderne Ringofenziegelei, über ein Dampfsägewerk und eine Dampfmahlmühle. Das zuvor in Friedrichshof beheimatete Lehrerseminar wurde 1884 nach Ortelsburg verlegt. 1890 hatte die Stadt ohne das noch selbständige Beutnerdorf 2885 Einwohner, darunter 700 Polnischsprachige und 159 Juden. Für die polnischsprachige Minderheit wurde 1910 die „Bank Mazurski“ gegründet. 1913 wurde Beutnerdorf eingemeindet; die neuformierte Stadt hatte nun über 8000 Einwohner.

Ortelsburg wurde Ende August 1914 von russischen Truppen fast vollständig zerstört. Der Wiederaufbau der zwischen dem 27. und 30. August 1914 vernichteten 160 Wohn- und 321 Wirtschaftsgebäude wurde noch während des Krieges mit Unterstützung der Partnerstädte Berlin und Wien begonnen.<ref name="Salm">Jan Salm: Ostpreußische Städte im Ersten Weltkrieg. Wiederaufbau und Neuerfindung. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2012, ISBN 978-3-486-71209-4, S. 168 ff.</ref> Ein Entwurf des Wiener Architekten Josef Hoffmann für den Bau eines Rathauses wurde nicht umgesetzt; stattdessen erhielt Ortelsburg 1938 ein Rathaus nach den Plänen von Kurt Frick, das seit 1991 unter Denkmalschutz steht.<ref name="Salm" /><ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Erste Planungen von Bruno Möhring flossen ebenfalls in den Wiederaufbau ein.<ref name="Salm" />

Wie im Versailler Vertrag festgelegt, stimmten die Einwohner im Abstimmungsgebiet Allenstein am 11. Juli 1920 über die Zugehörigkeit zu Ostpreußen oder Polen ab. In Ortelsburg votierten 5336 gegen 15 Stimmberechtigte für den Verbleib bei Ostpreußen.<ref>Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Hrsg.: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 97.</ref> Im November 1923 (Hyperinflation) plünderten (wie auch in Freystadt und Neidenburg) zahlreiche Einwohner die Geschäfte jüdischer Kaufleute.<ref>Andreas Kossert: Ostpreußen. Geschichte und Mythos. Siedler, München 2005, ISBN 3-88680-808-4, S. 271.</ref> In der Zwischenkriegszeit den beiden Weltkriegen verzeichnete Ortelsburg einen beachtlichen Anstieg der Einwohnerzahlen (1925 10.357 und 1939 13.523 Einwohner).

Im Zweiten Weltkrieg war Ortelsburg zeitweise Hauptquartier des Generalstabs der Heeresgruppe Mitte.<ref>Hermann Gackenholz: Zum Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte Sommer 1944 . In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte (VfZ) Jahrgang 3 (1955) Heft 3 (S. 317–333), S. 319.</ref> Im Januar 1945 eroberte die Rote Armee Ortelsburg und unterstellte es im März 1945 der Verwaltung der Volksrepublik Polen. Diese unterzog die nach Evakuierung, Flucht und Abtransport in sowjetische Lager noch vorhandenen Einwohner einer „Verifizierung“, in deren Ergebnis sie die polnische Staatsangehörigkeit annehmen mussten. Von rund 70.000 Bewohnern des Kreisgebiets im Jahr 1939 war das bei knapp 14.000 möglich und entsprach dem Durchschnitt. Das jetzt polnische Land verlor infolge von Flucht und Vertreibung der Deutschen aus den deutschen Ostgebieten rund 80 Prozent seiner bisherigen Bewohner.<ref>Zahlen bei Andreas Kossert: Ostpreußen. Geschichte und Mythos. Siedler, München 2005, ISBN 3-88680-808-4, S. 352, 354, zur Verifizierung S. 353 ff.</ref> Ortelsburg erhielt den polnischen Namen Szczytno, nach polnischen Quellen in Anlehnung an die lateinische Form von Haussee (sciten).

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1782 über 1.000Vorlage:0 in 131 Haushaltungen, ohne die aus einer Schwadron Husaren bestehende Garnison<ref>Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen. Marienwerder 1785, S. 28.</ref>
1802 Vorlage:01.109 <ref name="AAMB5" />
1810 Vorlage:01.019 <ref name="AAMB5" />
1816 Vorlage:01.271 davon 1.157 Evangelische, 97 Katholiken, 17 Juden<ref name="AAMB5">Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 344–351, Ziffer 512.</ref>
1821 Vorlage:01.443 in 143 Privatwohnhäusern<ref name="AAMB5" />
1831 Vorlage:01.477 zur Hälfte polnische und zur Hälfte deutsche Bevölkerung<ref name="AEP">August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 458, Nr. 71.</ref>
1875 Vorlage:01.980 <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1880 Vorlage:02.146 <ref name="MR" />
1890 Vorlage:02.858 davon 195 Katholiken und 159 Juden (700 Polen)<ref name="MR" />
1905 Vorlage:05.079 mit der Garnison (ein Jägerbataillon Nr. 1 und eine Maschinengewehrabteilung Nr. 1), meist Evangelische<ref>Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 15, Leipzig/Wien 1908, S. 143.</ref>
1910 Vorlage:05.478 am 1. Dezember, davon 4.553 Evangelische, 450 Katholiken, 171 sonstige Christen und 123 Juden (4.617 mit deutscher, 347 mit polnischer und 333 mit masurischer Muttersprache, 167 Einwohner benutzen die deutsche und eine andere Sprache)<ref>Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft I: Regierungsbezirk Allenstein, S. 38–39, Ziffer 1: Ortelsburg.</ref>
1925 10.357 davon 9.031 Evangelische, 1.019 Katholiken, 12 sonstige Christen und 145 Juden<ref name="MR" />
1933 12.251 davon 10.790 Evangelische, 1.201 Katholiken, keine sonstigen Christen und 112 Juden<ref name="MR" />
1939 13.523 davon 11.424 Evangelische, 1.398 Katholiken, 254 sonstige Christen und 27 Juden<ref name="MR" />
2012 25.030
2020 22.795 <ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Datei:Szczytno - kościół ewangelicki (02).jpg
Die evangelische Kirche in Szczytno
Datei:Szczytno - kościół WNMP.jpg
Die katholische Marienkirche in Szczytno
Datei:Kościół Świętego Stanisława Kostki przy ulicy Niepodległości w Szczytnie.JPG
Katholische Stanislaus-Kotska-Kirche (ehemals neuapostolisch)
Datei:Kościół Chrześcijan Baptystów w Szczytnie 01.JPG
Baptistenkapelle
Datei:Cmentarz żydowski w Szczytnie.JPG
Der jüdische Friedhof in Szczytno
Datei:Budynek dworca kolejowego w Szczytnie (cropped).jpg
Bahnhof Szczytno
Datei:Dworzec kolejowy w Szczytnie.jpg
Historische Ortsbezeichnung „Ortelsburg“ am Bahnhof

Religionen

Christentum

Eine christliche Kirche wurde in Ortelsburg bereits in der Ordenszeit gegründet und durch einen Kirchenbau im Jahre 1483 manifestiert.<ref name="ostpreussen">Kirchen in Ortelsburg bei ostpreussen.net.</ref> Mit Einführung der Reformation in Ostpreußen setzte sich hier die evangelisch-lutherische Lehre durch. Seit 1945 ist in der Stadt die römisch-katholische Konfession vorherrschend.

Evangelische Kirche

Vorlage:Hauptartikel Das evangelische Kirchengebäude wurde 1717 bis 1719 auf den Fundamenten der einstigen Ordenskirche errichtet.<ref name="Hubatsch2">Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussicher Kirche, Göttingen 1968, S. 129, Abb. 603–604.</ref> Es handelt sich um einen verputzten Bau mit vorgelegtem Westturm. Der barocke Altar von 1719 stammt wohl aus einer Werkstatt in Danzig, ebenso die in gleicher Zeit angefertigte Kanzel. Die heutige Orgel ersetzt ein Werk der Orgelbauwerkstatt Terletzki. Nach einem Brand am 10. Oktober 1970 wurde die Kirche zwischen 1972 und 1973 renoviert.

1939 zählte die Kirchengemeinde alleine im Stadtgebiet 11.424 Gemeindeglieder, zu denen noch die in den Kirchspielorten hinzu kamen.<ref name="Hubatsch3">Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 496.</ref> Die Pfarrei war bis 1945 dem Superintendenturbezirk Ortelsburg des Kirchenkreises Ortelsburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union zugeordnet. Damals versahen drei Geistliche gleichzeitig hier ihren Dienst. Heute ist Szczytno wieder eine eigene Pfarrei. Sie ist mit ihrer Filialkirche in Rańsk Teil der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. Es gibt einen eigenen Friedhof der evangelischen Kirche, der schon vor 1945 bestand. Ortelsburg war von 1818 bis 1945 Sitz und Namensgeber für einen Kirchenkreis. Er war zuletzt in zwei Superintendenturbezirke aufgeteilt, in die insgesamt 16 Kirchengemeinden eingegliedert waren:

Römisch-katholische Kirche

In der Stadt Szczytno gibt es heute fünf katholische Kirchengebäude: Die Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ (Vorlage:PlS) im Stadtteil Beutnerdorf wurde 1898 bis 1899 in neogotischem Stil errichtet. Das Gotteshaus verfügt über eine bemerkenswerte Innenausmalung sowie neogotische Ausstattung aus der Erbauungszeit.<ref name="ostpreussen" /> Die Pfarrkirche „Stanislaus Kostka“ (Vorlage:PlS) stammt aus den Jahren 1929 bis 1931 und war vor 1945 das Gotteshaus der neuapostolischen Gemeinde.

Die drei übrigen Kirchen („Christkönig“, „Heiligkreuz“ und „Bruder Albert“) stammen aus dem 20. Jahrhundert.

Bis 1945 gab es lediglich die Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt, zu der im Jahre 1939 alleine im Stadtgebiet 1.398 Pfarrkinder neben denen im weitgestreuten Pfarrsprengel gab. Die war dem Dekanat Masuren I mit Sitz in Angerburg (polnisch Węgorzewo) im damaligen Bistum Ermland zugeordnet. Heute gehören die fünf Pfarreien zum Dekanat Szczytno.

In das Dekanat Szczytno sind acht Pfarrgemeinden einbezogen. Es sind die fünf Stadtpfarreien sowie die Landpfarren Opaleniec (Flammberg, bis 1904 Opalenietz), Szymany (Groß Schiemanen) und Wielbark (Willenberg).

Baptisten

Aus dem Jahre 1903 stammt die Kapelle der freikirchlichen Gemeinde der Baptisten. Sie zählte vor 1945 etwa 500 Gläubige. Auch heute ist die Kapelle wieder Gotteshaus der Baptisten, die sich im Christlich-Baptistischen Bund in der Polnischen Republik zusammengeschlossen haben.

Judentum

Im Jahre 1939 waren in der Stadt Ortelsburg 27 Juden gemeldet.<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> Bereits 1835 gab es in der Stadt ein jüdisches Gebetshaus. 1924 wurde es durch den Neubau einer Synagoge ersetzt. Über ihre Existenz liegen keine Erkenntnisse vor, auch nicht über jüdisches Leben heute. Der noch existierende jüdische Friedhof hält die Erinnerung an jüdisches Leben vor 1945 wach. Er wurde 1815 angelegt und gilt als der besterhaltene jüdische Friedhof in Ermland und Masuren.<ref>siehe: Andreas Kossert: Die jüdische Gemeinde zu Ortelsburg, in: Michael Brocke, Margret Heitmann, Harald Lordick (Hrsg.): Zur Geschichte und Kultur der Juden in Ost- und Westpreußen. Hildesheim : Olms, 2000, S. 87–124.</ref>

Politik

Stadtgemeinde

Die Stadt Szczytno bildet eine eigenständige Stadtgemeinde (gmina miejska). Am Vorlage:EWD zählte sie Vorlage:EWZ Einwohner.

Landgemeinde

Vorlage:Hauptartikel Die Landgemeinde Szczytno, zu der die Stadt selbst nicht gehört, hat eine Fläche von 346,2 km². Am Vorlage:EWD zählte sie Vorlage:EWZ Einwohner.

Wappen

Blasonierung: „In Silber auf grünem Boden ein roter, aus grünem Wald nach links hervorspringender Hirsch.“<ref>Erich Keyser: Deutsches Städtebuch – Handbuch städtischer Geschichte, Band I: Nordostdeutschland. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1939, S. 90–91.</ref>

Die Gemeinde erhielt erst im Jahre 1616 Stadtrechte. Ein mit 1667 datiertes Gerichtssiegel zeigt zuerst obiges Wappen, das dann auch in DER KONIGL. PR. STATD ORTELSBVRG MAGISTRATSSIEGEL steht.<ref>Otto Hupp: Deutsche Ortswappen. Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft, Bremen 1925.</ref>

Städtepartnerschaften

Seit 1962 unterhält die deutsche Stadt Herne eine Patenschaft mit Szczytno.<ref>Homepage der Stadt Herne: Patenschaften, abgerufen am 28. November 2021</ref> Seit 2008 besteht eine Partnerschaft mit dem benachbarten Herten.<ref>Homepage der Stadt Herten: Partnerschaft, abgerufen am 28. November 2021</ref>

Verkehr

Söhne und Töchter der Stadt

Geordnet nach Geburtsjahr Vorlage:Mehrspaltige Liste

Ehrenbürger

Literatur

  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, S. 28.
  • August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 458, Nr. 71.
  • Max Toeppen: Ueber preussische Lischken, Flecken und Städte. Ein Beitrag zur Geschichte der Gemeindeverfassungen in Preußen. In: Altpreußische Monatsschrift, Band 4. Königsberg 1867, S. 621–646, insbesondere S. 621–633.
  • Max Toeppen: Geschichte Masurens – Ein Beitrag zur preußischen Landes- und Kulturgeschichte. 1870 (540 Seiten); Nachdruck 1979, S. 92–98.
  • Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den Lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandenen Predigern. Königsberg 1777, S. 454–455.
  • H. Gollub: Geschichte der Stadt Ortelsburg. 1926. Nachdruck 1993, ISBN 3-7921-0522-5.
  • Andreas Kossert: Masuren. Ostpreußens vergessener Süden. Pantheon, München 2006, ISBN 3-570-55006-0.
  • Max Meyhöfer: Der Kreis Ortelsburg. Ein ostpreußisches Heimatbuch. Leer 1978.
  • Max Meyhöfer: Die Landgemeinden des Kreises Ortelsburg. Leer 1984.
  • Max Meyhöfer: Die Landgemeinden des Kreises Ortelsburg (Ergänzungsband). Leer 1971.
  • Max Brenk: Der Kreis Ortelsburg im Bild. Leer o. J., ISBN 3-7921-0259-5.
  • Burkhard Wittek: Masuren – Mein Ort. Nirgends. Bericht meiner Reise in eine Provinz vergessenen Erinnerns. 2. Auflage. Wiesenburg-Verlag, Schweinfurt 2011, ISBN 978-3-940756-37-4.
  • Michael Bulitta, Martin Jend. Gefallene des Ersten Weltkrieges aus dem Kirchspiel Ortelsburg. Altpreußische Geschlechterkunde – Neue Folge 35, 2005, 277-290.
  • Michael Bulitta, Martin Jend. Ortelsburger Zeitung. Personenkundliche Auswertung der Jahrgänge 1910 und 1914. Quellen, Materialien und Sammlungen zur altpreußischen Familienforschung, Band 12, 2006.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Normdaten