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Ostaszewo

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Ostaszewo
Wappen der Landgemeinde Ostaszewo
Basisdaten
Staat: Polen[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Polen

Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Nowodworski
Geographische Lage: 54° 13′ N, 18° 57′ OKoordinaten: 54° 13′ 6″ N, 18° 56′ 50″ O
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Ostaszewo (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) ist ein Dorf im Powiat Nowodworski der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es ist Sitz des Verwaltungsbezirks Gmina Ostaszewo.

Geographische Lage

Das Kirchdorf liegt im ehemaligen Westpreußen, im Großen Marienburger Werder, rechts unweit der Weichsel, etwa 23 Kilometer südöstlich der Innenstadt Danzigs und neun Kilometer nordnordwestlich der Stadt Nowy Staw.

Datei:Ostaszewo, hlavní cesta.JPG
Dorfstraße (2010)
Datei:Ostaszewo ulica z kosciolem.jpg
Dorfstraße (2010)

Nördlich des Dorfs fließt der Weichselarm Elbinger Weichsel vom Weichselstrom ab.

Geschichte

Schöneberg war eine von einer ganzen Reihe von Ortschaften, die der Deutsche Orden nach seiner Ankunft im Danziger Raum (1311) vor Mitte des 14. Jahrhunderts im Weichsel-Delta gründete, und erhielt seine Handfeste im Jahr 1333<ref>Alfred Jentzsch: Die geologische Erforschung des norddeutschen Flachlandes, insbesondere Ost-und Westpreussens in den Jahren 1878−1880, in: Schriften der Physikalisch-ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg, 21. Jahrgang (1880), Königsberg 1881, S. 131–208, insbesondere S. 157 (Google Books).</ref> (nicht im Jahr 1330<ref>Max Toeppen: Beiträge zur Geschichte des Weichseldeltas. Danzig 1894, S. 13 , Fußnote 1) (Google Books).</ref>).Die alte katholische Dorfkirche im gotischen Baustil, die heute eine Ruine ist, geht auf die Ordenszeit zurück. Um 1818 gab es in Schöneberg eine Kornmahl-Windmühle, eine Grützmühle, die von einem Pferd angetrieben wurde, eine Gastwirtschaft, vier Schänken, eine Hakenbude (Krämer- oder Verkaufsbude) und 28 Handwerksbetriebe sowie eine lutherische und eine katholische Kirche.<ref name=DRD />

Im Jahr 1910 hatte Schöneberg eine evangelische und eine katholische Pfarrkirche, eine Spar- und Darlehenskasse, eine Viehhandlung und mehrere Mühlen.<ref name=mgaz >Schöneberg an der Weichsel, Dorf, im Großen Marienburger Werder, Kreis Marienburg, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Schöneberg (meyersgaz.org).</ref> Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1050,2 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Schöneberg 247 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 268 Pferde, 436 Stück Rindvieh, sechs Schafe, 896 Stück Borstenvieh und 349 Ziegen hielten.<ref>Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat. Heft 2: Provinz Westpreußen. Berlin 1915, 1. Regierungsbezirk Danzig. 3. Kreis Marienburg in Westpreußen. S. 10–11, Ziffer 99 (Google Books).</ref>

Im Jahr 1919 gehörte Schöneberg zum Kreis Marienburg (Westpreußen) im Regierungsbezirk Danzig in der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.

Nach dem Ersten Weltkrieg fiel Schönsee durch den Versailler Vertrag an die Freien Stadt Danzig. Nach dem Überfall auf Polen wurde es wieder deutsch verwaltet.<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref name="terr">Amtsbezirk Schöneberg (Territorial.de)</ref> Bis 1945 bildete Schönsee eine Landgemeinde im Kreis Marienburg (Westpreußen) im Regierungsbezirk Danzig im Reichsgau Danzig-Westpreußen des Deutschen Reichs. Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurde das Dorf 1945 Teil Polens.

Von 1975 bis 1998 gehörte die Gmina Ostaszewo zur Woiwodschaft Elbing, seither zur Woiwodschaft Pommern.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1783 königliches Dorf, mit einer Windmühle und 122 Feuerstellen (Haushaltungen), nebst einer katholischen Pfarrkirche und einer lutherischen Kirche, zum Amt Thiegenhoff gehörig<ref name=JFGCam >Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Anhang (mit neu beginnender Seitenzählung): Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, Marienwerder 1789, S. 202 (Google Books).</ref>
1818 775 mit Murksendorf, kölmisches Dorf mit zwei Kirchen und 141 Feuerstellen (Haushaltungen), zum Amt Tiegenhof gehörig, davon 390 Lutheraner, 372 Katholiken und 13 Mennoniten<ref name=DRD >Danziger Regierungs-Departement, Verzeichniß der in den einzelnen Kreisen befindlichen Ortschaften, veröffentlicht ca. 1820 (enthält statistische Angaben von 1818), S. 44–45, Ziffer 127 (Google Books).</ref><ref name="AAM">Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 266, Ziffer 2619 (Google Books).</ref>
1852 1500 Dorf<ref>Kraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats, enthaltend die sämmtlichen Städte, Flecken, Dörfer … mit Angabe des Gerichts erster Instanz … Unter Benutzung der Akten des Königlichen Justiz-Ministeriums. Deckersche Geheime Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1856, S. 556 (Google Books).</ref>
1864 1574 am 3. Dezember, Landgemeinde<ref>Preußisches Finanzministerium: Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Danzig. Danzig 1867, 6. Kreis Marienburg, S. 18–25, Ziffer 123 (Google Books).</ref>
1867 1474 am 3. Dezember, Landgemeinde<ref name=KSB71 />
1871 1477 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 659 Evangelische, 703 Katholiken, 110 sonstige Christen und fünf Juden<ref name=KSB71 >Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 348–349, Ziffer 113 (Google Books).</ref>
1885 1510 am 1. Dezember, Landgemeinde, darunter 753 Evangelische, 719 Katholiken, 35 sonstige Christen und drei Juden<ref name=GemLex >Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1885. Band II: Provinz Westpreußen, Berlin 1887, S. 14–15, Ziffer 114 (Google Books).</ref>
1905 1666 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 849 Evangelische (846 mit deutscher, eine Person mit polnischer und zwei mit einer anderen Muttersprache), 746 Katholiken (741 mit deutscher, zwei mit polnischer Muttersprache sowie drei mit deutscher und einer anderen Sprache), 55 sonstige Christen (deutschsprachig) und 16 Juden (deutschsprachig)<ref>Königliches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Gemeindelexikon für das Königreich Preußen – Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen, Heft II: Provinz Westpreußen, Berlin 1908, S. 80–81, Ziffer 102 (Google Books).</ref>
1910 1683 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 1676 mit deutscher Muttersprache (877 Evangelische, 737 Katholiken, 54 sonstige Christen und acht Juden), drei mit polnischer Muttersprache (Katholiken) und drei mit kaschubischer Muttersprache (Katholiken)<ref name=KPStL >Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1912, Heft II: Regierungsbezirk Danzig. 9. Kreis Marienburg i. Westpr., S. 34–35, Ziffer 100 (Google Books).</ref>

Kirche

Evangelisches Kirchspiel bis 1945

Datei:SM Ostaszewo Kościół św Jana Chrzciciela (1) ID 636988.jpg
Ehemalige evangelische Pfarrkirche, fertiggestellt mit Turm 1874 (Aufnahme 2016)

Die Bevölkerung in Schöneberg war vor 1945 mit knapper Mehrheit evangelisch. Nach der Reformation war der Gottesdienst zunächst in privaten Behelfsunterkünften oder im Freien abgehalten worden, seit 1626 stand vorerst ein strohgedecktes Gebetshaus zur Verfügung. Der Grundstein für das noch heute bestehende Gebäude der ehemaligen evangelischen Pfarrkirche wurde am 1. November 1872 gelegt und befindet sich genau in der Mitte des Fundaments unter dem Triumphbogen. Die Kirche, ein massives Rechteck mit Apsis und Westturm, 1874 fertiggestellt, erhielt drei Glocken, die am 11. August 1876 eingeweiht wurden. 1878 erfolgte der Einbau einer Orgel mit Pedal, zwei Manualen und 23 Registern.<ref>Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 439 (Google Books).</ref> Eingepfarrt in das evangelische Kirchspiel Schöneberg war der Nachbarort Schönsee.<ref name="almanach">Pfarr-Almanach der Provinz Westpreußen (Bureau des Königlichen Konsistoriums der Provinz Westpreußen, Hrsg.), Danzig 1897, S. 33, § 8 (Google Books).</ref> Das Patronatsrecht lag in den Händen der kölmischen evangelischen Hofbesitzer der Parochie.<ref name="almanach" /> Der Bestand an Kirchenbüchern mit Eintragungen zu Geburten, Trauungen und Sterbefällen reichte bis 1811 zurück.<ref>Richard Rose: Die Kirchenbücher der Provinz Westpreußen. Auf Grund amtlichen Materials zusammengestellt. In: Archiv für Stamm- und Wappenkunde, 6. Jahrgang 1905–1906, Papiermühle (Sachsen-Altenburg) 1906, S. 177–180, insbesondere S. 177 (Google Books).</ref>

Nach 1945 wurde das Kirchengebäude zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet.

Seelsorger 1561–1945

Vorlage:Mehrspaltige Liste

Katholisches Kirchspiel bis 1945

Die Katholiken in Schöneberg hatten eine eigene alte Pfarrkirche. Die Anfänge des im gotischen Baustil errichteten Kirchengebäudes, von dem nur noch eine Ruine existiert, gehen auf das 14. Jahrhundert zurück. Nach übereinstimmenden Angaben deutscher Zeitzeugen wurde das Gebäude Anfang April 1945 (der Überlieferung zufolge am 5. April) von einem auf dem Rückzug befindlichen deutschen Truppenverband vorsätzlich in Brand gesetzt,<ref name="wforum">Zerstörung einer Deutschordenskirche Schöneberg a.d. Weichsel / Großes Werder (Forum Geschichte der Wehrmacht, August 27, 2014, PDF)</ref> vermutlich um einer etwaigen strategischen Nutzung des Rundumsicht bietenden Kirchturms durch die vorrückende Rote Armee vorzubeugen.

Auf dem die Kirchenruine umgebenden Friedhof befindet sich das Grab eines unbekannten deutschen Soldaten.<ref name="wforum" />

Verkehr

Durch den Ort führt die Droga wojewódzka 499 und etwa drei Kilometer nordöstlich besteht über die Anschlussstelle 15 Dworek eine Anbindung an die Droga ekspresowa S7.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Baudenkmale

  • Neugotische ehemalige evangelische Pfarrkirche (1874)
  • Ruine der Deutschordenskirche (gotisch, 14.–19. Jahrhundert), bis 1945 katholische Pfarrkirche, 1945 ausgebrannt, Kirchhof mit Grab eines unbekannten deutschen Soldaten

Trivia

Zur Entwässerung landwirtschaftlicher Flächen wurden im Weichsel-Delta schon seit der Ordenszeit mit Windkraft betriebene Wasserschöpfwerke eingesetzt, sogenannte ‚Wasserabmahl-Windmühlen‘, die mittels einer offenen Schnecke aus einer Mulde Wasser auf eine Höhe von bis zu über einem Meter beförderten. Ein solches Wasserschöpfwerk war bei Schöneberg noch um 1940 vorhanden.<ref>Erich Volmar: Danzigs Bauwerke und ihre Wiederherstellung – Ein Rechenschaftsbericht der Baudenkmalpflege, Verlag Danziger Verlags-Gesellschaft mbH. (Paul Rosenberg), Danzig 1940, S. 114, Fig. 82 (pbc.gda.pl).</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Schöneberg an der Weichsel, Dorf, im Großen Marienburger Werder, Kreis Marienburg, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Schöneberg (meyersgaz.org)

Weblinks

Commons: Ostaszewo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise

<references />