Otto Merker (Generaldirektor)
{{#if: beschreibt den Generaldirektor und Maschinenbauingieur Otto Merker. Zu anderen Personen mit demselben Namen siehe Otto Merker.
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Otto Merker (* 1. Juni 1899 in Michelfeld; † 1986) war ein deutscher Maschinenbauingenieur und Erfinder von Landwirtschaft- und Panzertechnik. Während des Zweiten Weltkrieges war er Wehrwirtschaftsführer, Generaldirektor der Klöckner-Humboldt-Deutz AG sowie Vorsitzender des Hauptausschusses Marinebau im Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (RMfRuK). Nach dem Krieg fungierte er als Vorstandsvorsitzender der Rheinstahl-Hanomag und als Aufsichtsratsmitglied des Rheinstahl-Konzerns.
Leben
Merker wuchs in Stuttgart auf. Nach Beendigung der Schulzeit meldete er sich 1917 als Kriegsfreiwilliger zur Fliegertruppe. Dort war er bis Kriegsende an der Westfront im Raum der Somme eingesetzt. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und der Württembergischen Militärverdienstmedaille ausgezeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg studierte Merker bis 1921 an der Höheren Maschinenbauschule Esslingen. Anschließend arbeitete er als Kfz-Konstrukteur. 1923 wechselte Merker in die Landmaschinenfabrik seines Vaters in Böblingen.<ref>Eberhard Rössler: U-Boottyp XXIII. Bernard und Graefe, Bonn 2002. S. 44. ISBN 3-7637-6236-1.</ref>
1927 erregte ein von Merker konstruierter 15-PS-Raupenschlepper auf der DLG-Ausstellung in Dortmund das Interesse des Militärs. Der spätere Generalleutnant Ludwig Ritter von Radlmaier fragte an, ob die von Merker konstruierte Raupe als Räder-Raupenfahrzeug für den militärischen Einsatz zu nutzen sei. Der Prototyp wurde in der Maschinenfabrik Esslingen gebaut, die Merker 1927 als Oberingenieur eingestellt hatte; die Unternehmensleitung der Maschinenfabrik Esslingen unterstützte schon frühzeitig Adolf Hitler und stellte deshalb in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre zahlreiche Mitglieder der NSDAP in leitenden Funktionen ein.<ref name="Arbogast" />
Die praktische Erprobung des Raupenschleppers erfolgte unter Umgehung der Bestimmungen des Versailler Vertrags auf dem Gelände der Panzerschule Kama bei Kasan in der Sowjetunion, die von Reichswehr und Roter Armee getragen wurde. Von 1929 bis 1936 arbeitete Merker im schwedischen Unternehmen Landsverk, dort leitete er die Entwicklungsabteilung, in der unter seiner Leitung Straßenpanzer und Artillerie-Zugmaschinen entworfen wurden. Landsverk war wie schon die Maschinenfabrik Esslingen eine Tochtergesellschaft der Gutehoffnungshütte und wurde ebenfalls zur Umgehung der Bestimmungen des Versailler Vertrags genutzt.
1936 kehrte Merker nach Deutschland zurück, wo er technischer Leiter des Magirus-Werkes in Ulm wurde, das Feuerwehrfahrzeuge produzierte. 1937 wechselte Merker zur Konzernmutter Deutz AG, wo er 1938 ordentliches Vorstandsmitglied wurde. In dieser Funktion wurde ihm der nationalsozialistische Titel Wehrwirtschaftsführer und nach Kriegsausbruch das Kriegsverdienstkreuz I. Klasse verliehen. Zum 1. Oktober 1939 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 7.404.587).<ref>Bundesarchiv R 9361-III/543085</ref><ref name="Arbogast">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
1942 wechselte Merker in das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (RMfRuK), wo ihm Albert Speer die Leitung des Hauptausschusses für den Schiffsbau übertrug. Er wurde damit Nachfolger von Rudolf Blohm. Die Hauptaufgabe Merkers bestand in der Organisation der Fertigung neuer U-Boote vom Typ U-Boot-Klasse XXI für die Kriegsmarine. Eine nicht mehr fertiggestellte Endfertigungsstätte für die U-Boote sollte der U-Boot-Bunker Valentin sein.<ref>{{#switch:
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Bei Kriegsende geriet Merker in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde. Danach arbeitete er zwei Jahre als freier Ingenieur. Bei der Entnazifizierung wurde er im November 1947 in Ulm als „entlastet“ eingestuft, Vorsitzender der Spruchkammer war der ehemalige Oberfeldrichter Hermann Bames.<ref>Oliver Thron: Vom Kriegsrichter zum Vorsitzenden der Spruchkammer Ulm: Hermann Bames. In: Wolfgang Proske (Hrsg.): Täter Helfer Trittbrettfahrer. NS-Belastete aus Baden-Württemberg, Band 2: NS-Belastete aus dem Raum Ulm/Neu-Ulm. Ulm : Klemm + Oelschläger, 2013, ISBN 978-3-86281-008-6, S. 15–23, hier S. 21f.</ref> Merker wurde 1950 Vorstandsmitglied des hannoverschen Maschinenbauers Hanomag (später Rheinstahl-Hanomag) und beteilite sich an der Weiterentwicklung von Landwirtschaftlichen Schleppern von Hanomag. Nach der Übernahme durch den Rheinstahl-Konzern im Jahr 1952 war Merker auch Aufsichtsratsmitglied der neuen Rheinstahl-Hanomag AG. Diese war für die Bundeswehr als Generalunternehmer für den Bau der Schützenpanzer HS 30 tätig und an Entwicklung und Bau des Marder beteiligt.
1953 wurde Merker mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. 1956 erfolgte die Ernennung zum Ehrendoktor der TH Hannover. Ferner war Merker bis zu seiner Zurruhesetzung am 1. Januar 1964 auch Mitglied der Aufsichtsräte Rheinstahl-Nordseewerke in Emden, Rheinstahl Eisenwerke Mülheim-Meiderich sowie Vidal & Sohn.
Patent-Informationen
Für Merkers Erfindungen wurden wurden zahlreiche in- und ausländische Patente erteilt, die teils von Merker persönlich und teils von den Arbeitgebern von Merker angemeldet wurden. Nachfolgend eine unvollständige Übersicht:
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Literatur
- Gustav Goldbeck: Geschichte des Werkes Magirus, Ulm: Hundert Jahre im Dienste des Brandschutzes, 1864-1951, Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, vol. 9, no. 6, 1964, pp. 241–260. https://doi.org/10.1515/zug-1964-0602
- Klaus D. Patzwall: Die Ritterkreuzträger des Kriegsverdienstkreuzes 1942–1945. Verlag Militaria-Archiv Klaus D. Patzwall, Hamburg 1984. S. 124 f.
- Eberhard Rössler: Die deutschen Uboot-Konstruktionsbüros, in Deutschesschifffahrtsarchiv Nr. 20, 1997, Seite 313. Online-PDF.
Einzelnachweise
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| NAME | Merker, Otto
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| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maschinenbauingenieur und Erfinder
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| GEBURTSDATUM | 1. Juni 1899
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| GEBURTSORT | Michelfeld
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| STERBEDATUM | 1986
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- Wehrwirtschaftsführer
- Träger des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes (1939)
- Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse
- Träger der Württembergischen Militärverdienstmedaille
- Ehrendoktor der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
- Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)
- Maschinenbauingenieur
- Erfinder
- NSDAP-Mitglied
- Deutscher
- Geboren 1899
- Gestorben 1986
- Mann