Zum Inhalt springen

Paramnesie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Paramnesie bezeichnet eine Gedächtnisstörung, bei der die betroffene Person Erinnerungen an Ereignisse hat, die nicht stattgefunden haben. Die Bezeichnung Paramnesie ist 1874 von Emil Kraepelin erstmals eingeführt worden.<ref name="Trummer" /> Heutzutage sei Paramnesie ein Sammelbegriff.<ref name="Kapfhammer 2008" />

Symptom

{{#if: AMDP-System|{{#ifexist:AMDP-System|

|{{#if: |{{#ifexist:{{{2}}}|

→ Haupt{{#if:|seite|artikel}}: [[{{{2}}}{{#if: ||{{{titel2}}}}}]]{{#if: |{{#ifexist:{{{3}}}| und [[{{{3}}}{{#if: ||{{{titel3}}}}}]]|}}|}}

|{{#if: |{{#ifexist:{{{3}}}|

→ Haupt{{#if:|seite|artikel}}: [[{{{3}}}{{#if: ||{{{titel3}}}}}]]

|}}|}}|}}|}}|}}|Einbindungsfehler: Die Vorlage Hauptartikel benötigt immer mindestens ein Argument.}}

Im älteren AMP-System sei die Paramnesie zusammen mit Ekmnesie, Hypermnesie unter „andere Gedächtnisstörungen“ aufgeführt worden.<ref name="Baumann 1983" /> Heutzutage werden laut dem AMDP-System umgekehrt folgende Symptome im psychopathologischen Befund zu den Paramnesien gezählt:<ref name="AMDP 2007" />

  • Déjà-vu-Erlebnisse: Vermeintliche Vertrautheit oder Wiedererkennen von Personen oder Situationen.
  • Jamais-vu-Erlebnisse: Vermeintliche Fremdheit von Personen oder Situationen.
  • Ekmnesie: Die Vergangenheit als Gegenwart zu erleben.
  • Hypermnesie: Eine Steigerung der Erinnerungsfähigkeit.
  • Flashback
  • Intrusion
  • False-Memory-Syndrom, was gelegentlich in der deutschen Übersetzung als „Falsche Erinnerung“ bezeichnet wird.

Wahnhafte oder wahnhaft umgedeutete Erinnerungen sollten laut AMDP-System ausdrücklich nicht als Paramnesie abgebildet werden.<ref name="AMDP 2007" /> Auch für Konfabulationen, Gedächtnisstörungen und Merkfähigkeitsstörungen gibt es im AMDP-System eigene Kategorien.

Von der Paramnesie abzugrenzen sind demnach Konfabulationen, bei denen fehlende Gedächtnisinhalte durch Erfindung ersetzt werden. Konfabulationen können dazu dienen, Erinnerungslücken zu überdecken, um diese nicht offenbar werden zu lassen. Eine Gedächtnisstörung im engeren Sinne, beispielsweise Störung des Langzeitgedächtnisses, gehört ebenso nicht zur Paramnesie. Auch Merkfähigkeitsstörungen werden nicht als Paramnesie abgebildet. Die Unfähigkeit, sich an etwas zu erinnern, bezeichnet man als Amnesie.

Begriff

Der englische Begriff „paramnesia“ wurde von verschiedenen Autoren unterschiedlich verwendet.<ref name="Brown 2004" /> Die einen brachten den Begriff ausschließlich mit dem Déjà-vu in Verbindung, andere bezeichneten damit eine größere Bandbreite von Gedächtnisstörungen.<ref name="Brown 2004" /> Im Bemühen, beobachtete Unterschiede genauer zu unterscheiden, prägten sich weitere Begriffe,<ref name="Berrios 2000" /> einige davon sind:

  • Partial paramnesia (Kraepelin, 1887)
  • Simple paramnesia (Kraepelin, 1887)
  • Association paramnesia (Kraepelin, 1887)
  • Identifying paramnesia (Kraepelin, 1887)
  • Hypnagogic paramnesia (Ellis 1991)
  • Reduplicative paramnesia (Pick, 1903; Sono, 1994)
  • Restricted paramnesia (Banister und Zangwill, 1941)

Reduplikative Paramnesie

Arnold Pick habe den Begriff reduplikative Paramnesie das erste Mal 1903 eingeführt.<ref name="Blom 2010" /><ref name="Förstl 2012" /> Unter einer reduplikativen Paramnesie versteht man, dass eine Person aufgrund ihres gestörten Sinnes für Vertrautheit davon überzeugt ist, „dass eine Person, ein Ort oder ein Objekt doppelt existiere“, was in der Regel organische Ursachen habe.<ref name="Brodbeck 2008" /><ref name="Wallesch 2005" /> Eine Form einer reduplikativen Paramnesie, wie sie bei dementen Parkinson-Patienten vorkommen könnte, wäre „z. B. die Überzeugung, dass die Patienten aus ihrer gewohnten Umgebung in eine identisch aussehende zweite versetzt worden sind.“<ref name="Deuschl 2012" /> Benson u. a. (1976) hätten einen Zusammenhang zwischen rechtshemisphärischen Schädigungen und der reduplikativen Paramnesie, sowie dem Capgras-Syndrom festgestellt.<ref name="Schiepek 2004" />

Siehe auch

Einzelnachweise

<references> <ref name="AMDP 2007"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Brodbeck 2008"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Trummer"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Wallesch 2005"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Deuschl 2012"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Schiepek 2004"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Kapfhammer 2008"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Blom 2010"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Förstl 2012"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Berrios 2000"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Brown 2004"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> <ref name="Baumann 1983"> {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} </ref> </references>