Zum Inhalt springen

Partnach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Infobox Fluss

Die Partnach ist ein etwa 18 km langer bayerischer Gebirgsfluss. Sie entspringt auf Vorlage:Höhe Höhe im Zugspitzmassiv. Gespeist wird die Partnach vom Schmelzwasser des um etwa 1100 m höher gelegenen Schneefernergletschers, das im verkarsteten Gesteinsboden versickert und beim Partnachursprung wieder an die Oberfläche gelangt.

Name

1476 wurde das Gewässer als Partnachen erstmals schriftlich erwähnt.<ref>Vorlage:Greule-DGNB</ref>

Der Name Partnach setzt sich aus dem indogermanischen Wort portn für Durchgang und dem althochdeutschen Wort aha (Ache) für einen Wasserlauf zusammen.

Partnachursprung

Datei:Partnachursprung.jpg
Der Partnachursprung

Der Partnachursprung liegt auf 1.440 m, westlich der Reintalangerhütte am Ochsensitz. Während verschiedener Messungen in den Jahren 2002–2006 wurden die Schüttungswerte der Quelle erfasst und dokumentiert. Die niedrigste gemessene Schüttung (NNQ) – zeitweise war die Quelle während der Messungen sogar trocken gefallen – lag bei 400 l/s, die höchste gemessene Schüttung (HHQ) bei 16.770 l/s. Aus den ermittelten Werten ergeben sich für den Zeitraum 2002–2006 der mittlere Niedrigwasserabfluss (MNQ) mit 490 l/s, der mittlere Abfluss (MQ) mit 1.460 l/s und der Mittlere Hochwasserabfluss (MHQ) mit 8.820 l/s.

Verlauf

Die Partnach fließt danach das Reintal hinab, zunächst in Richtung Ostnordosten entlang der Achse des von ihr zu großen Teilen entwässerten Wettersteingebirges. Dort durchlief sie bis zum Jahr 2005 zwei Bergseen – die Vordere und Hintere Blaue Gumpe. An ersterer staute sich das Wasser der Partnach an Geröllmassen aus Bergstürzen. Ein Starkregen trug den natürlichen Staudamm teilweise ab und füllte den See vollständig mit Sediment; die Blaue Gumpe existiert deshalb heute nicht mehr.<ref name="BV-Historisch-Lage-Blaue-Gumpen" />

Im Reintal, das sich danach langsam nach Norden wendet, formt die Partnach insgesamt vier Klammen, von denen die letzte die bekannte und touristisch erschlossene Partnachklamm ist. Diese vierte Partnachklamm ist 720 Meter lang und bis zu 80 m tief. Innerhalb ihrer verengt sich die zuvor bis zu 25 m breite Partnach auf oft nur noch 5 m Breite und stürzt in einem Wasserfall über eine mehrere Meter hohe Felsstufe. Unterhalb der Gefällstufen hat sie zum Teil mehrere Meter tiefe Strudeltöpfe gebildet. Im Zentrum durchfließt sie ein Felsentor.

Am nördlichen Ortsrand von Garmisch-Partenkirchen mündet die Partnach auf Vorlage:Höhe von rechts in die Loisach. Sie hat damit auf einer Strecke von 18 km ein absolutes Gefälle von fast 740 m und ein mittleres relatives Sohlgefälle von etwa 41 ‰. Bis zum Ortsrand von Garmisch-Partenkirchen ist die Partnach ein naturnaher Fluss. Ab dort bis zur Mündung in die Loisach sind ihre Ufer mit Stein- und Blockschüttungen verbaut und dadurch festgelegt. Die Partnach ist auf mehreren Stegen und Brücken zu überqueren. Der erste führt an der Bockhütte im Reintal über den Fluss, der zweite und dritte erst kurz vor dem Eingang der Partnachklamm. Zwei Stege lassen auch tief in die Klamm selbst blicken. Hinter der Klamm ermöglichen in Garmisch-Partenkirchen und am südlichen Ortsrand insgesamt 10 Straßen- und Fußgängerbrücken sowie 2 Eisenbahnbrücken die Querung der Partnach.

Zuflüsse

Die folgende Tabelle enthält die größeren Zuflüsse der Partnach mit ihren wichtigen Kenngrößen. Zum Vergleich wurde auch die Partnach selbst aufgenommen.

Stat.<ref group="Z">Stationierung, die Entfernung von der Partnachmündung aufwärts bis zu diesem Zufluss.</ref>
[km]
GKZ<ref group="Z">Gewässerkennzahl, in Deutschland die amtliche Fließgewässerkennziffer mit eingefügtem Trenner hinter dem Präfix, das einheitlich für den allen gemeinsamen Vorfluter Partnach steht. Bei nicht ermittelbarer Gewässerkennzahl steht hinter dem nach der Systematik sicheren Präfix ein Fragezeichen.</ref> Name von Länge
[km]<ref group="Z">Wo erhältlich nach dem Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern …, sonst auf dem BayernAtlas abgemessen.</ref>
EZG
[km²]<ref group="Z">Wo erhältlich nach dem Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern …, sonst auf dem BayernAtlas abgemessen.</ref>
Mündungsort Mündungs­höhe<ref group="Z">Höhe abgefragt auf dem BayernAtlas (Rechtsklick). Im Bereich der Partnachklamm interpoliert nach Fließstrecke.</ref>
[m ü. NHN]
Quellort Quellhöhe<ref group="Z">Höhe abgefragt auf dem BayernAtlas (Rechtsklick).</ref>
[m ü. NHN]
17.5 1624-11?Vorlage:0 GatterlbachVorlage:GeoQuelle rechts Vorlage:02,2 ? vor (Reintal-)Angerhütte 1.372 Feldernjöchl 2.086
Vorlage:011,9 1624-11?Vorlage:0 Reintalbach rechts Vorlage:01,3 ? nach Bockhütte 1.034 Teufelsgsaß 1.858
Vorlage:09,4 1624-11?Vorlage:0 Ferlsbach/Mitterklammgraben rechts Vorlage:01,3 Vorlage:01,2 nach Mitterklamm Vorlage:0903 nordwestlich Schachentorkopf 1.192
Vorlage:08,7 1624-11?Vorlage:0 Spitzwaldgraben rechts Vorlage:02,4 Vorlage:01,2 Vorlage:0874 Schnitzbank 1.670
Vorlage:08,6 1624-12 BodenlaineVorlage:GeoQuelle links Vorlage:05,5 Vorlage:09,9 südlich von Reinthal Vorlage:0863 südlich der Seilbahnstation auf dem Osterfelderkopf 1.995
Vorlage:08,5 1624-19?Vorlage:0 Klausengraben rechts Vorlage:01,7 Vorlage:00,8 Vorlage:0861 Ebenwald 1.248
Vorlage:08,1 1624-19?Vorlage:0 Sulzgraben links Vorlage:02,6 Vorlage:01,7 östlich von Reinthal Vorlage:0852 Garmischer Haus 1.322
Vorlage:06,2 1624-2 FerchenbachVorlage:GeoQuelleVorlage:GeoQuelle rechts Vorlage:010,5 Vorlage:035,7 vor Partnachklamm Vorlage:0796 Ausfluss des Ferchensees 1.060
Vorlage:05,4 1624-31?Vorlage:0 Streichlagraben links Vorlage:00,8 Vorlage:00,2 in Partnachklamm Vorlage:0772 südwestlich der Sattlerhütte 1.144
Vorlage:05,3 1624-31?Vorlage:0 Graseckgraben rechts Vorlage:00,8 Vorlage:00,1 bei Vordergraseck in Partnachklamm Vorlage:0767 Eselwald bei Eckbauer 1.185
Vorlage:05,1 1624-32 Diesengraben links Vorlage:02,0 Vorlage:00,8 Unterkunftshaus nach Partnachklamm Vorlage:0761 Lanzenmoos 1.295
Vorlage:04,9 1624-33?Vorlage:0 Schlenzgraben rechts Vorlage:01,2 Vorlage:00,3 Unterkunftshaus nach Partnachklamm Vorlage:0761 nördlich Eckbauer 1.202
Vorlage:04,5 1624-33?Vorlage:0 Wiesholzgraben rechts Vorlage:01,2 Vorlage:00,2 Wildenau, erstes Kraftwerksgebäude Vorlage:0750 Eselberg 1.056
Vorlage:04,2 1624-34 (Zufluss)Vorlage:GeoQuelle links Vorlage:01,8 Vorlage:00,3 nach Wildenau im Bereich des Kraftwerks Vorlage:0744 Drehmöserhütte 1.291
Vorlage:00,9 1624-4 Kankerbach rechts Vorlage:013,2 Vorlage:031,0 Garmisch-Partenkirchen, Wettersteinstraße Vorlage:0699 nördlich von Krenzbach als Köchelgraben 1.073
n. a. 1624 Partnach selbst n. a. Vorlage:018,0 Vorlage:0128,9 Garmisch-Partenkirchen, Nordrand Vorlage:0690 Zugspitzmassiv, am Ochsensitz 1.426

<references group="Z" />

Ferchenbach und Kankerbach sind also die bedeutendsten Zuflüsse, beide laufen von rechts und aus dem Osten zu, der Ferchenbach zwischen dem Nordhang der fast Vorlage:Höhe hohen Wettersteinwand und dem über 1000 Meter niedrigeren Wamberg zur Rechten, der Kankerbach zwischen Wamberg zur Linken und dem wieder bis fast Vorlage:Höhe hohen Estergebirge.

Weitere Bilder

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references>

   <ref name="BV-abgefragt-Höhe">Höhe nach dem Höhenlinienbild auf: Vorlage:GeoQuelleAusschnittskarte.</ref>
   <ref name="BV-Historisch-Lage-Blaue-Gumpen">Lage der Blauen Gumpen auf der Historischen Karte, die auf dem BayernAtlas einstellbar ist.</ref>

</references>

Literatur

  • David Morche: Untersuchungen zum fluvialen Sedimenttransport in Einzugsgebieten der nördlichen Kalkalpen (Reintal/Wettersteingebirge und Lahnenwiesgraben/Ammergauer Alpen) [1] [2] (PDF; 2,0 MB)

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Vorlage:Normdaten