Peel-Kommission
Die Peel-Kommission, offiziell Palestine Royal Commission,<ref name=":0">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> war eine Kommission, welche die Briten während ihrer Mandatsherrschaft in Palästina einrichteten. Ihr 404-seitiger<ref name=":1">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name=":18">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Bericht schlug am 7. Juli 1937<ref name=":3">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name=":8" /><ref name=":9" /> erstmals<ref name=":9" /><ref name=":19">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat vor.
Der Peel-Teilungsplan in seinem historischen Zusammenhang
Die Kommission nimmt ihre Arbeit auf
Nach Beginn der thawra, dem „Großen Arabischen Aufstand“, setzte die britische Mandatsregierung im August 1936 eine aus sechs Personen bestehende Untersuchungskommission unter dem Vorsitz von William Peel ein. Am 12. Oktober 1936<ref name=":14" /><ref name=":17" /> endete in dessen ersten Phase auf Druck Ägyptens, des Irak, Transjordaniens und Saudi-Arabiens ein Generalstreik von 176<ref name=":14" /> Tagen. Der Konflikt kostete Großbritannien bereits viel Geld, die geschätzten zusätzlichen Ausgaben für Militär und Polizei wurden auf 1,5 Millionen Pfund geschätzt,<ref name=":16">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> die entgangenen Einnahmen beliefen sich auf geschätzte 900.000 Pfund.<ref name=":16" />
Mitglieder der vom Colonial Office abgeschirmt<ref name=":16" /> agierenden Kommission waren neben Peel sein Stellvertreter, der Diplomat Horace Rumbold, der Indien-Beamte Laurie Hammond, die Juristen William Morris Carter und Harold Morris und als einflussreichstes<ref name=":6">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Mitglied Oxford-Professor Reginald Coupland. Sie verließ London am 5. November<ref name=":17">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> nach Marseille und nahm die SS Cathay nach Port Said.<ref name=":22">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Am 11. November 1936<ref name=":1" /><ref name=":8">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name=":14" /> kamen sie mit der Bahn in Palästina an. Am Abreisetag hatte der prozionistische<ref name=":22" /> William Ormsby-Gore ein Kontingent von 1800 neuen Einwanderungszertifikaten bekannt gegeben.<ref name=":17" /> 113<ref name=":1" /> Zeugenaussagen (davon 60<ref name=":1" /> oder 62<ref name=":16" /> öffentlich) von Briten, Juden und Arabern wurden angehört. Die meisten Anhörungen fanden im Jerusalemer Palace Hotel<ref name=":16" /><ref name=":21">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> statt, wo die Kommission ihre offiziellen Büros bezog, während das nahe King David Hotel<ref name=":21" /> von ihnen als Residenz gewählt wurde. Das Palace gehörte dem Obersten Islamischen Rat, der im Anhörungssaal vorgängig Abhörgeräte installieren ließ.<ref name=":22" />
Angehört wurden beispielsweise die Gewerkschafter Dov Hoz<ref name=":4">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name=":16" /> (Histadrut) oder im Januar 1937 George Mansour<ref name=":4" /><ref name=":20">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> (Arab Workers Society). Mansour veröffentlichte darauf die englisch verfasste Schrift The Arab Worker under the Palestine Mandate.<ref name=":20" /> Als Vertreter der Interessen beider Seiten präsentierte sich Shmuel Tolkowsky,<ref name=":16" /> der Leiter der Jaffa Citrus Exchange und ein engagierter Jaffa-Lobbyist.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Die Husseini-Fraktion, die die Kommission zunächst boykottierte,<ref name=":9" /> musste von den ausländischen Monarchen Abd al-Aziz ibn Saud<ref name=":9">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> aus dem Hause Saud und König Ghazi I.<ref name=":9" /> von Irak zur Teilnahme an den Anhörungen gedrängt werden. Am 5. Januar 1937<ref name=":14" /> erklärte er sich zur Anhörung bereit. Der zunächst ebenfalls ablehnende Raghib an-Naschaschibi wurde vom transjordanischen Monarchen Abdallah ibn Husain I.<ref name=":9" /> zu einer Teilnahme bewogen. Und selbst Fausi al-Kawukdschi<ref name=":22" /> wollte die Kommission nicht boykottieren.
Die jüdische Seite sah die Schuld am Ausbruch der Gewalt, nach britischer Diktion zunächst zurückhaltend troubles<ref name=":9" /> oder disturbances<ref name=":9" /> genannt, hauptsächlich im angeblich unentschlossenen<ref name=":9" /> Handeln der Briten. Ihrer Meinung nach hatten es diese bis dato versäumt, ihre selbsterklärte Politik einer „jüdischen Heimstätte in Palästina“ zu verwirklichen.<ref name=":9" /> Chaim Weizmann, der fünf Mal vorsprechen durfte, wusste dies diplomatisch zu formulieren, wobei nur die erste Rede öffentlich war. Er erklärte, was die Juden in Europa zu verlieren hatten und gab abwertende Ansichten über Araber zu Protokoll. Auf dreimalige Nachfrage verneinte Weizmann wiederholt, dass seinerseits eine Absicht bestehe, in Palästina einen jüdischen Staat zu gründen.<ref name=":22" />
Nach sechs Wochen des Zögerns brachte die arabische Seite ihre Klage vor, dass sie sich als einst vollwertige Bürger des Osmanischen Reiches und dann als Alliierte der Entente, im Widerspruch zu den Erklärungen der Hussein-McMahon-Korrespondenz<ref name=":9" /> und des Völkerbundes,<ref name=":9" /> nun in der Lage befänden, von den einstigen Verbündeten kolonial unterworfen und zudem durch die Jewish Agency<ref name=":9" /> enteignet zu werden. Husseini sprach Mitte Januar 1937 auch über seine Befürchtungen um die islamischen Stätten, für die Ansiedlung einer jüdischen Heimat im „arabischen Ozean“ fehle ein Präzedenzfall.<ref name=":22" /> Nachdem weitere palästinensische Araber unbeholfen gewirkt hatten, versuchte George Antonius mit der Zurückweisung jeglichen Antisemitismus die aufgeklärte arabische Kultur aufzuzeigen.<ref name=":22" />
Coupland hatte sich am 23. Dezember 1936<ref name=":6" /> zu privaten Gesprächen mit Chaim Weizmann getroffen und „Kantone“<ref name=":22" /> und gemischte Gebiete vorgeschlagen, worauf Weizmann die Fassung verlor. Coupland ließ ihm am 8. Januar 1937<ref name=":6" /><ref name=":16" /> einen persönlichen Vorschlag über zwei unabhängige Staaten zukommen: Eine „jüdische Küstenebene“ und „arabische Berge“.<ref name=":22" /> Einige Wochen später kam er zu einem weiteren Treffen mit ihm in Nahalal.<ref name=":6" /> Nichtöffentliche Zwischenstandgespräche führten die Mitglieder der Kommission im ägyptischen Helwan.<ref name=":6" /> Zwei<ref name=":1" /> öffentliche Anhörungen und 8<ref name=":1" /> weitere in camera folgten in London, dort sprach Wladimir Jabotinsky.<ref name=":22" /> Der Peel-Bericht stammte überwiegend aus der Feder von Coupland.<ref name=":6" />
Die Vorschläge der Peel-Kommission
Die Peel-Kommission war zunächst mit der Vorgabe angereist, Anpassungen an den Bestimmungen des Mandats vorzuschlagen,<ref name=":19" /> empfahl dann jedoch zur allgemeinen Überraschung<ref name=":21" /> einen Teilungsplan: „Ein nicht beizulegender Konflikt ist zwischen zwei nationalen Gemeinschaften innerhalb der engen Grenzen eines kleinen Landes entstanden“,<ref>William Peel et al.: The Peel Commission Report (July 1937). In: Jewish Virtual Library, S. 370 (dies ist ein Summary, das vollständige Dokument steht über diesen Link als full text zum Download bereit).</ref><ref name=":7" /> berichtete die Kommission. Ihre Vorschläge wurden am 22. Juni 1937<ref name=":6" /> von der Kommission unterzeichnet und als Cmd. 5479<ref name=":0" /><ref name=":13" /> im Juli 1937<ref name=":4" /> im britischen Unterhaus diskutiert. David Lloyd George,<ref name=":6" /> Herbert Samuel<ref name=":6" /> und Winston Churchill<ref name=":6" /> lehnten den Vorschlag einer Teilung ab, da sie darin einen Verstoß gegen die Balfour-Deklaration sahen,<ref name=":6" /> während die Regierung den Plan unterstützte.
Als Zugeständnisse an die arabische Bevölkerung sollten Landverkäufe an die zionistischen Organisationen bis zur Ausführung der Teilung eingeschränkt<ref name=":1" /> werden. Die jüdische Einwanderung, die bereits zuvor von der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit<ref name=":1" /> („economic absorptive capacity“<ref name=":13">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>) Palästinas abhängig gemacht worden war, sollte von ihrer politischen Verträglichkeit<ref name=":1" /> („political high level“<ref name=":13" />) abhängig werden. Dies entsprach 12.000<ref name=":13" /> Einwanderern pro Jahr.
Der Plan sah somit erstmals die Teilung Palästinas in einen jüdischen Teil und einen arabischen Teil vor. Ersterer sollte die Küstenebene, die Jesreʿel-Ebene und einen großen Teil Galiläas umfassen, während letzterer die übrigen Gebiete (Judäa, Samaria und den Negev) umfasste. Zudem war ein britisch kontrolliertes Corpus separatum<ref name=":21" /> von Jerusalem bis Jaffa vorgesehen, in dem sich der Großteil der religiösen Stätten befand. Die Briten behielten sich zudem das Recht vor, zunächst weiter die Kontrolle in den Häfen von Haifa,<ref name=":9" /><ref name=":13" /><ref name=":21" /> Jaffa,<ref name=":9" /> Akkon<ref name=":9" /> und im transjordanischen Akaba auszuüben. In ihrem Korridor lag auch der Flughafen<ref name=":13" /><ref name=":21" /> Lydda (heute Lod) und die britische Militärbasis Sarafand<ref name=":13" /> im heutigen Ort Tzrifin, heute ein Teil der Gemeinden Rischon LeZion und Beʾer Jaʿaqov.
Opposition und Zustimmung
Bludan
Zum Ärger der arabischen Seite sollten beide Parteien als gleichberechtigt behandelt werden. („The Arabs and the Jews of Palestine stand as opposed litigants with equal rights.“<ref name=":1" />) Ebenso nahm die arabische Seite Anstoß an der Aussage, dass der Peel-Plan in erster Linie als Problemlösung für die Juden gedacht war. („The Jewish case as the basic issue to be considered and solved without reference to the Arab issues at stake.“<ref name=":1" />) Auf der arabischen Seite, allen voran seitens des Arabischen Hohen Komitees,<ref name=":1" /> – mit Ausnahme von König Abdallah von Transjordanien<ref name=":0" /><ref name=":1" /> und dem Oppositionspolitiker Raghib an-Naschaschibi,<ref name=":13" /> der es vorzog, das Land als Teil des haschimitischen Staats zu sehen, als es dem Alleinanspruch Amin al-Husseinis zu überlassen<ref name=":13" /> – wurde der Peel-Vorschlag abgelehnt. Die Husseinis selbst, so argumentierte der in Amman stationierte John Bagot Glubb, sahen sich als Jerusalemer auf unbestimmte Zeit unter britischer Herrschaft.<ref name=":17" /> Auch wenn sich die Bürgermeister von Naschaschibis Nationaler Verteidigungspartei in Jaffa,<ref name=":13" /> Ramleh<ref name=":13" /> und Nablus<ref name=":13" /> für die Teilung aussprachen und der Teilungsvorschlag laut John Bagot Glubb in Nablus sogar pro-transjordanische Freudenkundgebungen auslöste,<ref name=":17" /> waren viele Menschen nicht bereit, solche persönlichen Opfer zu leisten. So schlossen sich insbesondere die christlichen Araber Galiläas unter Führung des radikal ablehnenden griechisch-katholischen Erzbischofs Grigorios Hajjar<ref name=":15">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> der von islamischen Parolen begleiteten Politik Husseinis an.<ref name=":13" /> Dieser verschanzte sich bis zu seiner Flucht nach Beirut im Jerusalemer Haram al-Scharif.<ref name=":22" />
Peel hatte vorgeschlagen, den ganzen arabischen Teil Transjordanien zuzuschlagen,<ref name=":7">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name=":9" /><ref name=":13" /> wogegen sich eine am 8. September 1937<ref name=":17" /><ref name=":5">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name=":13" /> im syrischen Ort Bludan<ref name=":2">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name=":13" /><ref name=":21" /> vom Komitee für die Verteidigung Palästinas,<ref name=":5" /> einer syrischen Nichtregierungsorganisation, abgehaltene Konferenz mit 400<ref name=":13" /> bis 450<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Teilnehmern einstimmig positionierte. Während dort politisch-religiöse Selbstvergewisserung überwog, trafen sich Tage später im Geheimen etwa 100 von Bludan enttäuschte Gewaltbereite unter Führung von Jakub Ghussein im Suq Sarudscha in Damaskus, wie dem britischen Konsul berichtet wurde.<ref name=":22" /> Eine anti-haschimitische arabische Allianz stellte sich damit gegen das zukünftige Jordanien.<ref name=":5" /><ref name=":13" /> Mit Transjordanien gab es nach Ansicht mancher Zionisten bereits einen arabischen Staat in Palästina.<ref name=":1" /> Die rechtsgerichtete Jordanien-ist-Palästina-These<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> wurde seither wiederholt in den politischen Diskurs eingebracht, so etwa in der Kontroverse um das Anglo-amerikanische Untersuchungskomitee von 1945/46.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Zürich
Die jüdische Seite, die auf der Tagung der linken Organisation Poale Zion<ref name=":3" /> und am zeitgleich stattfindenden 20. Zionistenkongress<ref name=":0" /><ref name=":3" /><ref name=":9" /> in Zürich am 3.–21.<ref name=":11" /> August 1937 zunächst geteilter Meinung war, stimmte zögernd zu. Zumal der Bericht zum ersten Mal<ref name=":1" /><ref name=":19" /> offiziell die Möglichkeit eines jüdischen Staats<ref name=":1" /> erwähnte und nicht lediglich von einer jüdischen Heimstätte<ref name=":1" /> sprach. Die Frage der Souveränität hatten zuvor nicht einmal die zionistischen Entscheidungsträger explizit anzusprechen gewagt.<ref name=":19" /> Der Historiker Ben Halpern spricht in The Idea of the Jewish State<ref name=":19" /> (1969) gar von einem frappierenden Desinteresse<ref name=":19" /> für die Frage der angestrebten Staatsform.
Von 50<ref name=":22" /> Voten waren etwa 27 ablehnend. Die Hauptbewegung um die „drei Großen“,<ref name=":11">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> so die Formulierung von James Grover McDonald, späterer erster Botschafter der USA in Israel, bestehend aus Chaim Weizmann<ref name=":0" /> von den gemäßigt rechten Allgemeinen Zionisten, den im Jischuv dominierenden Arbeiterzionisten um David Ben-Gurion<ref name=":0" /> und Mosche Shertok,<ref name=":10">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> dem Leiter der politischen Abteilung der Jewish Agency, lehnte aus pragmatischen<ref name=":0" /> Überlegungen „das Prinzip der Teilung“,<ref name=":7" /> so der Historiker Mark Tessler, nicht ab. Das Gebiet umfasste fast alle bestehenden Agrarsiedlungen und die fruchtbarsten<ref name=":7" /> Böden, zudem waren für sie religiöse Erwägungen von zweitrangiger Bedeutung.<ref name=":0" /> Weizmann argumentierte, „die Juden wären dumm, nicht zu akzeptieren, selbst wenn er [der jüdische Staat] die Größe eines Tischtuchs hätte“.<ref name=":10" /><ref name=":18" /> Die Vertreter der zionistischen Institutionen in den USA, Louis Brandeis<ref name=":6" /> und Stephen Wise,<ref name=":6" /> schlossen sich der Entscheidung widerwillig an, Verhandlungen auf der Basis des Peel-Plans zu akzeptieren. Ablehnung kam von Eretz Israel religiös<ref name=":10" /> bewertenden Juden, von Skeptikern bezüglich der Überlebensfähigkeit des Jischuv zum gegebenen Zeitpunkt,<ref name=":10" /> sowie von Personen, die weiterhin auf die Verwirklichung der Balfour-Deklaration pochten.<ref name=":10" /> Die Stimmen der beiden letzten Gruppen stammten meist aus den Reihen der Allgemeinen Zionisten. Gegnerschaft kam programmgemäß auch von der radikalen Rechten, verkörpert in der Partei der Revisionisten um Wladimir Jabotinsky.<ref name=":18" /><ref name=":19" /> Zudem stimmte eine Fraktion der linken Mapai um Jitzchak Tabenkin<ref name=":19" /> gegen den Antrag. In der Schlussabstimmung in Zürich sprachen sich 299<ref name=":10" /><ref name=":15" /> Delegierte für und 160<ref name=":10" /><ref name=":15" /> gegen Ben-Gurions Vorschlag aus, 6<ref name=":10" /> Personen enthielten sich.
Landfrage, finanzielle Kompensation und Bevölkerungstransfer
David Ben-Gurion,<ref name=":3" /><ref name=":11" /> der in Zürich festhielt, der Jischuv habe bereits eine „regelmäßige“<ref name=":11" /> Praxis des „Transfers“ von Arabern, nämlich bei deren Wegweisung aus verschiedenen „kolonisierten Distrikten“<ref name=":11" /> (gemeint ist damit vermutlich von vom KKL gekauftem Land), ebenso wie Berl Katznelson<ref name=":3" /> und unabhängig vom Peel-Bericht im Mai 1936<ref name=":7" /> schon der von der Hauptrichtung des Zionismus für seine allzu radikalen Aussagen kritisierte<ref name=":7" /> Menachem Ussishkin,<ref name=":7" /> der eine Umsiedlung der palästinensischen Araber in den Irak<ref name=":7" /> gefordert hatte und auch die Teilung ablehnte,<ref name=":9" /> äußerten sich zugunsten eines „Transfers“.<ref name=":3" /> Ben-Gurion, dessen persönliche Einstellung zum „Transfer“ unter Historikern umstritten<ref name=":7" /> ist, schrieb am 5. Oktober 1937 an seinen Sohn Amos:
- „Errichte unverzüglich einen jüdischen Staat, auch wenn es nicht in dem ganzen Land ist. Der Rest wird im Laufe der Zeit kommen. Er muss kommen.“<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name=":10" />
Juden besaßen erst 7 %<ref name=":22" /> des Bodens als private Eigentümer, insofern hätte der Teilungsplan als großes Entgegenkommen gewertet werden können. Das für die Araber (70–75 %<ref name=":18" />) und Briten vorgesehene Gebiet war mit 80 %<ref name=":22" /> bis 85 %<ref name=":9" /> wesentlich größer und zählte zu diesem Zeitpunkt jedoch lediglich 1250<ref name=":3" /><ref name=":9" /><ref name=":14" /> jüdische Einwohner, im Gegensatz zum jüdischen Teil (20 %<ref name=":18" />), welcher durch ein britisch kontrolliertes Gebiet getrennt war und fast zur Hälfte<ref name=":0" /> arabische Einwohner hatte, nämlich rund 225.000<ref name=":9" /> Personen (293.000<ref name=":9" /> unter Einbezug der vier provisorisch britisch bleibenden Häfen). Um möglichst homogene Bevölkerungen entstehen zu lassen, wurde ein gegenseitiger Bevölkerungstransfer<ref name=":9" /> („exchange of population“<ref name=":0" />) erwogen, wovon der Peel-Plan die arabische Bevölkerung Galiläas vorläufig ausnehmen<ref name=":9" /> wollte, da diese nachbarschaftliche<ref name=":9" /> Beziehungen zu den dortigen Juden hatte. Geräumt werden sollte der ganze Rest des Gebietes, wofür sie zur Rechtfertigung und Beruhigung der Gemüter auf den erfolgten Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei<ref name=":9" /><ref name=":15" /><ref name=":16" /> von 1923 verwies. Der Peel-Bericht erklärte, dass diese Umsiedlung „freiwillig oder auf andere Art“ („voluntary or otherwise“<ref name=":16" />) stattzufinden habe. Auf die britischen Vorschläge musste notwendig ein Ende des Mandats folgen.<ref name=":16" />
Weil der vorgeschlagene arabische Staat durch die Teilung von seinen wirtschaftlich aktivsten Regionen getrennt werden würde, sah der Teilungsplan regelmäßige Subventionszahlungen<ref name=":22" /> seitens des jüdischen Staates und des britischen Gebiets vor, um die entstehenden Steuerausfälle aufzufangen.
Der Peel-Teilungsplan und sein Nachgang
Peel zufolge sollten 225.000<ref name=":14">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Araber umgesiedelt werden. Die Notwendigkeit, bei der Ausführung eines solchen Vorhabens Gewalt anwenden zu müssen, wurde angesprochen und veranlasste den Völkerbund zur Einsetzung einer „technischen Kommission“<ref name=":0" /><ref name=":9" /> unter John Woodhead<ref name=":1" /> (Woodhead-Kommission, auch bekannt als Palestine Partition Commission<ref name=":1" />), die Palästina vom 27. April bis 3. August 1938<ref name=":17" /><ref name=":1" /> aufsuchte und mit ihrem am 9. November 1938<ref name=":6" /> vorgelegten Bericht der britischen Regierung eine ablehnende Einschätzung nahelegte.<ref name=":2" /> Diese Kommission war von arabischer Seite boykottiert<ref name=":1" /> worden, während die Jewish Agency ihr ihre eigenen Berichte<ref name=":1" /> zuarbeitete. Die britische Regierung ließ den Teilungsplan fallen. Nachdem im März 1939 die Londoner St.-James-Konferenz<ref name=":9" /> mit zusätzlich saudischer, ägyptischer, irakischer, jemenitischer und transjordanischer Beteiligung ergebnislos endete, folgte im Mai das Weißbuch von 1939. Die Briten hatten ein System gegenseitiger Vetorechte vorgeschlagen: Veto gegen jüdische Einwanderung<ref name=":12">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> vs. Veto gegen arabische Unabhängigkeit.<ref name=":12" /> Der Arabische Aufstand ging indes weiter.<ref name=":12" />
Weblinks
- The Peel Commission Report (July 1937) (englisch)
- The Peel Commission Report (July 1937, pdf-scan; 45,5 MB) (englisch)
Einzelnachweise
<references />
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